Fossile Haizähne in Oberösterreich - Suchen!

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29.02.2008 20:09
Kategorie: News
Und der Haifisch, der hat Zähne ... Auf den Spuren fossiler Haie - eine Expedition nach Oberösterreich (Prambachkirchen) - Eine Zeitreise, 40 Millionen Jahre in die Vergangenheit.

Dr. Robert Hofrichter führt die Teilnehmer dieser spannenden Exkursion zu Fundplätzen fossiler Haizähne, erzählt aus der Stammesgeschichte der Haie und über eine Zeit, in der große Teile Österreichs von einem Meer bedeckt waren (Paratethys, Molassemeer). Doch es geht uns nicht nur um theoretisches Wissen: Jeder kann sein Glück versuchen, nach Fossilien graben und “seinen Zahn finden” … (bei den letzten beiden Exkursionen wurden insgesamt mehr als 150 Zähne gefunden, darunter auch recht große Zähne des größten Hais überhaupt, Carcharocles (Carcharodon) megalodon. Wir werden graben – und dabei spielerisch lernen!

Auch für Kinder sehr gut geeignet (Teilnahme frei)!
Anmeldungen / Infos bei Barna Kasiba, barna.kasiba@mare-mundi.eu


Preis
ab Freitag Nachmittag mit ÜF und abendlichem Vortrag EUR 45,-
ohne ÜF (nur Samstag) EUR 19,-

Ausrüstung
Verschiedene Siebe (Bauhaus; im Idealfall mehrere Grössen. 'Piiieps' helfen kaum ...) & Grabwerkzeuge, kleine Schaufeln mitnehmen! Bitte auf passende Kleidung (je nach Wetter, Regen- und Windschutz) und Schuhwerk (viel Sand) achten. Stiefel oder höhere Schuhe sind vorteilhaft. Ein aufgeladenes Handy hilft (bitte die Nummer von Robert Hofrichter speichern: 0043 (0)650 821 74 8Cool, Karte von Oberösterreich.

Weitere Termine 2008
Die Exkursion in die Erdvergangenheit Österreichs wird 2008 beginnend mit März ungefähr einmal monatlich stattfinden. Interessenten können sich per Email in einen Verteiler eintragen (bei Barna Kasiba, barna.kasiba@mare-mundi.eu), damit sie über einen Verteiler regelmäßig die nächsten Termine erfahren können. Auch das Forum wird regelmäßig über die nächsten Termine informieren.

Der Erlös der Veranstaltung kommt zu 100 % Forschungs- und Naturschutzprojekten am Mittelmeer und am Roten Meer zugute!





Vanessa und der Megalodon...
... und die Kleinste fand den Größten ...








Das Wetter war den Haizahnsuchern wohl gesonnen, denn einen schöneren Spätsommertag hätten wir uns nicht erträumen können: ein heiterer, tiefblauer Himmel, strahlender Sonnenschein, klare Luft und – dennoch nicht zu heiß.
Etwa 25 junge und jung gebliebene Naturfreunde im Alter zwischen 4 und 76 haben sich am Samstag, den 9. September 2006, in einer Sandgrube in Prambachkirchen eingefunden um an der ein- bis zweimal jährlich abgehaltenen zoologisch-paläontologischen Exkursion des fnz und RSEC „Auf den Spuren fossiler Haizähne“ teilzunehmen.
Exkursionsleiter Robert Hofrichter ermunterte die Teilnehmer geduldig zu sein und nicht gleich in den ersten Minuten auf den großen Fund zu hoffen und versprach, dass schließlich jeder „seinen Zahn“ finden wird. So war es auch: Insgesamt wurden an diesem Tag mindestens (geschätzte) 100 fossile Haizähne gefunden, allerdings waren eher wenige von ihnen größer als 2 cm. Einige schöne Isurus-Zähne erreichten allerdings 3,5 bis 4 cm.
In der Mittagspause erzählte Robert Hofrichter über die Stammesgeschichte der Haie und über eine Zeit, in der große Teile Österreichs von einem Meer bedeckt waren (Paratethys, Molassemeer).
“Auch für Kinder sehr gut geeignet!”, hieß es in der Ausschreibung, und das erfüllte sich auch. Denn für den Höhepunkt des Tages sorgte am späteren Nachmittag die kleine Vanessa (Schorn). Sie “stolperte”, ohne dabei groß zu suchen, in einem 20 m hohen Sandhügel, in dem die meisten Teilnehmer ihr Glück versuchten, über einen großen Megalodon-Zahn. Carcharocles (früher Carcharodon) megalodon war wohl der größte räuberische Hai überhaupt und erreichte 20 m. Die Aufregung war groß und keiner wollte seinen Augen trauen. Doch das Beweisfoto zeigt es ganz deutlich: Die Kleinste unter uns hat tatsächlich den größten Zahn gefunden! Wir gratulieren der kleinen Vanessa, die damit wohl auch eine wunderschöne Erinnerung für ihr ganzes Leben gewonnen hat.
Bereits bei der letzten Exkursion hat Helmut Wipplinger von Sharkproject gemeinsam mit seinem Sohn zwei wunderbare, wohl noch etwas größere Megalodon-Zähne gefunden. Beide haben dafür aber hart arbeiten, graben und viel Material durchsieben müssen. Wie Vanessa zeigt, geht es jedoch mit etwas Glück auch ohne Anstrengung!

Eine gute Nachricht für alle Fossiliensammler und Haifreunde: Es gibt sehr viele Haifossilien und an passenden Stellen kann sie jeder in Massen finden. Die schlechte Nachricht für die Sammler „klassischer“ Versteinerungen: Diese Fossilien sehen anders aus, als man sich diese in der Regel vorstellt. Denn als Überreste von Haien findet man nahezu ausschließlich ihre Zähne, und zusätzlich noch die winzigen Hautzähnchen (so genannte Placoidschuppen), die aber zu klein und mit freiem Auge kaum zu finden sind. Der in einem eigenen Kapitel beschriebene, 410 Mio. Jahre alte und im vorderen Körperbereich gut erhaltene Doliodus problematicus bildet eine seltene Ausnahme.

Der Grund, warum komplette Versteinerungen von Haien und Knorpelfischen so selten sind, ist leicht erklärt. Knorpel, aus dem das Skelett der Haie und aller anderen Knorpelfische besteht, versteinert schlecht. Knorpel ist zwar bei Wirbeltieren wie Knochen auch eine Art des Stützgewebes, doch histologisch (Gewebelehre) anders aufgebaut. Es versteinert nicht so leicht wie Knochen und nur in Ausnahmefällen bleibt es als Fossilie erhalten. In aller Regel verrottet es nach dem Absterben des Organismus relativ schnell.

Haizähne hingegen – und von denen produzieren Haie mit ihrem berühmten Revolvergebiss schon während ihres Lebens und schließlich mit ihrem Tod sehr viele – bleiben als Fossilie in Sedimentgesteinen oder auch losen Sedimenten, etwa Sandlagern, sehr gut erhalten. Nachdem sie dank dem Eifer eines Fossliensammlers nach 20 Millionen Jahren oder mehr wieder das „Licht der Welt erblicken“, sehen sie manchmal „wie neu“ aus – ein faszinierendes Erlebnis. Es verwundert nicht, dass sich die Suche nach fossilen Haizähnen größter Beliebtheit erfreut.