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Auszeichnung für nachhaltige Projekte
Die European Underwater Federation (EUF) hat auf der boot Düsseldorf den EUF Eco Award 2026 verliehen und damit Projekte ausgezeichnet, die auf kreative Weise den Schutz der Unterwasserwelt mit dem Tauchsport verbinden. In einer Zeit, in der steigende Wassertemperaturen, veränderte pH-Werte und Plastikverschmutzung viele Tiere bedrohen, zeigt der Tauchsport, dass er Verantwortung für die Natur übernehmen kann.
In diesem Jahr wurden drei herausragende Projekte nominiert: der Verein TC Oktopus Karlsruhe, der Verband für aquatische Systemanalysen Köln (VASA Köln) und der belgische Verein Thalassa Diving Gent. Nach intensiver Sichtung durch eine internationale Jury belegte der TC Oktopus Karlsruhe den ersten Platz für sein langjähriges Engagement im Kampf gegen den invasiven Ochsenfrosch.
Seit inzwischen mehr als 13 Jahren fangen die engagierten Sporttaucherinnen und Sporttaucher regelmäßig Kaulquappen und Frösche und tragen so dazu bei, zumindest eine massive weitere Ausbreitung des invasiven Ochsenfrosches zu verhindern. Sämtliche Fänge werden systematisch erfasst und vermessen. Auf diese Weise ist ein umfangreicher Datensatz entstanden, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wertvolle Einblicke in die Biologie und Ausbreitungsdynamik des Ochsenfrosches liefert und langfristig dazu beitragen kann, eine vollständige Eindämmung der Art in der Region zu erreichen.
Ein solches Projekt erfordert Ausdauer, Kontinuität und immer wieder neue Motivation. Die Würdigung durch eine Auszeichnung wie den EUF Eco Award ist daher ein wichtiger Ansporn für alle Beteiligten. Zugleich ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für Citizen Science, bei dem Sporttaucherinnen und Sporttaucher gemeinsam mit der Wissenschaft erfolgreich an einer konkreten Fragestellung arbeiten.
Den zweiten Platz sicherte sich Thalassa Diving Gent: Der Verein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und hat zu diesem Anlass ein Bildungs- und Mitmachprojekt in der Oosterschelde gestartet. Mitglieder, Familien und Partner-Tauchclubs lernen durch direktes Tauchen, Umweltbildung und Citizen Science, wie sie den Schutz des Meeres aktiv unterstützen können. Den dritten Platz belegte VASA Köln, deren Sporttaucherinnen und Sporttaucher seit 2001 ehrenamtlich Gewässer wie den Fühlinger See untersuchen. Regelmäßige Monitoring-Aktionen von Flora, Fauna und Wasserparametern tragen dazu bei, ökologische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Stabilität der Gewässer zu erhalten.
Bisher hatte Dr. John Geurts aus den Niederlanden den Vorsitz der internationalen Jury inne. Für die neue Bewerbungsphase und den Eco Award 2027 übernimmt nun Professor Ralph Schill von der Universität Stuttgart und der gemeinnützigen Organisation aquatil diese Aufgabe.
Die EUF, gegründet 1989, fungiert als europäische Plattform für die Freizeittauch-Community und vertritt direkt über ihre Mitgliedsorganisationen 3 Millionen Sporttaucherinnen und Sporttaucher, 5.000 Vereine, 60.000 Tauchlehrerinnen- und lehrer und 2.500 Tauchschulen. Mit dem EUF Eco Award möchte die EUF nicht nur herausragende Projekte sichtbar machen, sondern auch zeigen, dass Tauchen und Umweltschutz Hand in Hand gehen können.
Weitere Informationen:
EUF ECO Award - EUF