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21 Delfine gestrandet – zwölf überlebten
An einem Strand westlich von Daingean Uí Chúis in der irischen Grafschaft Kerry hat sich am 12. August eine dramatische Rettungsaktion ereignet: 21 Gemeine Delfine waren gestrandet, darunter erwachsene Tiere und Kälber. Zwölf konnten die Helfer zurück in den Atlantik geleiten, für neun kam jede Hilfe zu spät – sie waren bereits verendet, bevor die Rettungskräfte eintrafen.
Als Erster reagierte Kevin Flannery, Direktor des Oceanworld Aquarium Dingle, auf die Meldung und leitete die notwendigen Schritte ein. Er forderte umgehend Unterstützung der Irish Whale and Dolphin Group (IWDG) an. Am Ende halfen neben den Fachleuten auch zahlreiche Einheimische, Touristen und sogar Beamte der örtlichen Polizei (Garda) mit, die zwölf überlebenden Tiere gemeinsam zurück ins Wasser zu tragen. Die IWDG bedankte sich nach eigenen Angaben ausdrücklich bei allen freiwilligen Helfern für diese "enorme Leistung".
Was auf den ersten Blick wie ein tragischer Einzelfall wirkt, fügt sich in einen längerfristigen Trend: Die IWDG registriert seit den frühen 2010er-Jahren einen deutlichen Anstieg bei Strandungen Gemeiner Delfine in irischen Gewässern – von damals durchschnittlich 20 bis 40 gemeldeten Fällen pro Jahr auf mittlerweile 150 bis 240 jährlich. Die genaue Ursache für diesen Anstieg ist bislang nicht abschließend geklärt.
Ein möglicher Faktor: Zahlreiche Seeleute und Fischer berichten, dass sie in den vergangenen Jahren deutlich mehr Delfine vor der irischen Küste gesichtet haben als früher – ein Eindruck, der sich mit wissenschaftlichen Daten deckt, die auf eine Zunahme der Gemeinen Delfine in Küstennähe hindeuten, vermutlich im Zusammenhang mit Verschiebungen bei ihren Beutefischen. Mehr Tiere in Küstennähe bedeuten dabei nicht zwangsläufig mehr Todesfälle, können aber statistisch zu mehr Strandungen führen. Als weitere Ursache gilt vielerorts der Beifang in der Fischerei: Untersuchungen aus Nachbarländern wie Frankreich zeigen, dass Verstrickungen in Fanggeräten eine der häufigsten Todesursachen bei gestrandeten Gemeinen Delfinen sind.
Richtig handeln bei einer Strandung
Die IWDG (Irish Whale and DOlphin Group) nutzte den Vorfall auch, um wichtige Verhaltensregeln in Erinnerung zu rufen: Gestrandete Delfine sollten niemals am Schwanz gezogen werden, da das die empfindliche Wirbelsäule verletzen kann. Stattdessen gilt es, das Tier vorsichtig in eine aufrechte Position zu bringen – nur so können beide Lungenflügel normal arbeiten. Zum Blasloch sollte man außerdem ausreichend Abstand halten. Werden diese Grundregeln befolgt, können Delfine laut IWDG durchaus mehrere Stunden außerhalb des Wassers überleben, bevor sie zurück ins Meer gebracht werden.
Der aktuelle Fall zeigt damit zweierlei: wie viel eine schnell organisierte Rettung auch in schwierigen Fällen noch bewirken kann – und wie wichtig es bleibt, den Ursachen für die zunehmenden Strandungen an Irlands Küsten weiter auf den Grund zu gehen.
Weitere Informationen:
Irish Whale and Dolphin Group (IWDG)