Kategorie: News
Zu Besuch bei Easy Diving Dauin
Eigentlich waren wir noch nie hier! Hier, damit ist Dauin gemeint, ein kleines Dorf auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Negros. Und dennoch fühlt es sich wie eine Rückkehr an. Wie kann das sein? Zuviel gereist? Den Überblick verloren?
Liegt es an dem Verhalten der Taucher unter Wasser? Wie an bestimmten anderen Tauchdestinationen rund um die Welt, liegen hier viele Taucher im Sand, starren durch ihre riesigen Kameras und erst bei maximaler Annäherung erkennt man den kleinen Punkt, den diese im Visier haben. Manchmal ist es ein winziger Anglerfisch, manchmal eine Skelettgarnele und manchmal einfach eine „Sheepnudi“. Hier verzeihe man uns den umgangssprachlichen Anglizismus, aber „Schafschnecke“ wird diesen possierlichen Tierchen einfach nicht gerecht!
Woran erinnert uns dieses Verhalten unserer Mittaucher? Ja! An andere Makrotauchgebiete! Vieles lässt Gedanken an zum Beispiel Lembeh aufblitzen. Ein Grund, erst mal die Gegend, in die es uns verschlagen hat, genauer zu beschreiben.
Dauin ist von Deutschland aus am einfachsten über den internationalen Flughafen von Cebu zu erreichen. Vom Flughafen benötigt es noch ein paar Stunden Landtransfer, eine Fähre und dann einen weiteren kurzen Transfer. Klingt viel und lang? Ja ist es - machen wir uns nichts vor. Ist es das wert? Und ob!
Zugegeben, ziemlich erschöpft erreichen wir am frühen Abend das „Sea Dream Resort Dauin“. Noch bevor wir unser Zimmer wirklich beziehen, genießen wir auf der Terrasse ein reichhaltiges und geschmackvolles Abendessen. Für mehr reicht es heute Abend nicht. Wobei? Das stimmt nicht ganz… Wir konnten noch während des Essens, von Manuel, dem Mitinhaber und Basenleiter von „Easy Diving Dauin“, die Startzeit für das morgige Tauchen in Erfahrung zu bringen.
Nach einer kurzen, aber durchaus komfortablen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück fallen wir ins Wasser. Nur wenig später zaubert ein Wunderpus Oktopus die reichhaltigsten Gesten in unsere Kamera. Eigentlich ist er schon zu groß für unser Makro Objektiv… aber so ein Engagement muss man dennoch würdigen. Direkt danach ein Blauringoktopus und weil das ja noch nicht genug ist … der seltenere Mototi Oktopus. Der etwas unscheinbarere Bruder des Blauringoktopus ist wohl ähnlich giftig; im Gegensatz zu seinem Verwandten hat er aber nur zwei blaue Ringe, die vor seinem Unbehagen warnen. Das ist mal ein erster Tauchgang… bitte mehr davon!
Und mehr bekommen wir wirklich! Nehmen wir Garnelen und Krabben. Neben vielen mehr oder weniger weit verbreiteten und einfach zu findenden Exemplaren dann doch Highlights, wie die „Candy Crab“, die „Pink Hairy squat lobster“, der „Dragon Shrimp“, „Tiger Shrimp“, „Harlekin Shrimp“ oder der „Chainsaw Shrimp“. Bei soviel Krabbelgetier… was will man mehr?
Das „Sea Dreams Ressort“ liegt nur fünf Fahrminuten vom Zentrum des kleinen Dauins entfernt. Die Fahrt kann man mit dem Hoteltransfer organisieren, ein Uber nutzen oder sich einfach einen kleinen Scooter für die Zeit der Anwesenheit ausleihen. Auch wenn das Hotel eine gute Auswahl an Speisen anbietet, so hat man in Dauin dann doch etwas mehr Auswahl. Pizza, Burger, klassisch asiatisch oder einfach ein Mix aus Local Food.
Makroleben in ungeahnter Vielfalt
Von der Menüauswahl wieder zurück zu der Auswahl an Unterwassergeschöpfen. Was wäre eine Makro Destination ohne Nacktschnecken? Klar ist hier „Shaun the Sheep“ immer wieder das absolute Highlight, aber daneben bietet die Unterwasserwelt Dauins immer wieder Nacktschnecken in allen Farben und Formen. Beispiele gefällig? Die Bohol Sternschnecke, Batangas Höckerschnecken oder Kammerleins Nacktschnecke, um nur einige zu nennen.
Nachdem wir uns jetzt so tief in die Unterwasserwelt von Dauin begeben haben, runden wir das Bild doch gleich ab.
Sepien? Unterschiedlichste Arten, wie Zwergtintenfische, „Bobtail Squid“ oder aber auch ein besonderer Höhepunkt: die Prachtsepia. Wer dieses farbefrohe, kleine Wesen schon einmal unter Wasser gesehen hat, weiß bestimmt, was wir meinen. Wir geben uns deshalb etwas mehr Zeit, um diesen Achtfüßler zu beobachten.
Neben all dieser Critter hätten wir fast die unzähligen Anglerfische vergessen. Riesengroße, aber auch Exemplare in der Größe einer Eincentmünze. In schwarz, weiß, gelb oder als Harlequin Variante. Wahrscheinlich haben wir noch unzählige Meereslebewesen, die uns begegnet sind, vergessen.
Für Abwechslung ist gesorgt
Wem dann das ganze Makroleben doch zu viel werden sollte, der hat zudem die Möglichkeit, an einer Ausfahrt zum nahegelegenen Apoisland teilzunehmen. Neben Barrakudaschwärmen, Haien und Schildkröten lassen sich große Seeschlangen beobachten. Für Abwechslung ist also in jedem Fall gesorgt.
Jetzt aber doch nochmal ans Hausriff zurück. Hier wartet während des Nachtgangs noch ein besonderer Räuber auf uns. Eingebuddelt im Sand, eine Länge von fast zwei Metern und dazu noch riesige Haken, die zum Mundwerk gehören. Dieses Lebewesen passt mit Sicherheit eher in einen Alien Film als an einen tropischen Strand. Dennoch lauert genau dieses Lebewesen am Hausriff. Seinen Kopf steckt es nur nachts heraus, um arglos vorbeischwimmende Fische zu erbeuten. Doch sicher, unsere Finger bleiben in der Umgebung dieses Räubers eher nahe an unserem Körper. Ihr habt es sicher schon erraten? Wir reden vom Bobbit- oder deutsch Riesenborstenwurm. Ein wahrhaft beeindruckender Abschluss unserer wieder einmal viel zu kurzen Auszeit!
Zwei Wochen sind vorbei und was nehmen wir mit zurück nach Hause? Nun, hunderte Bilder der bizarrsten Meereslebewesen. Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, immer wieder neue Erfahrungen und spannende Tauchgänge. Sicher ist, auch dieser Teil der Erde wird uns wiedersehen!
Weitere Informationen zur Basis:
Easy Diving Dauin auf Taucher.Net
Webseite Easy Diving Dauin