Kategorie: News
Nun auch Freizeitbereich mit Emissionsabgaben besteuert
Die Bundesregierung hat es geschafft: Ausgerechnet die Luft in der Flasche soll jetzt besteuert werden: Vor 4 Wochen ist in Deutschland eine neue „CO₂-Bepreisung auf komprimierte Atemgase“ beschlossen worden, die ausdrücklich auch Tauchbasen und Füllstationen betrifft.
Die neue Regelung tritt ab heute in Kraft. Begründung: Das Gas in der Flasche wird „mit Wahrscheinlichkeit nahe 100% vollständig geatmet“, dabei entsteht CO₂ – und das müsse, wie bei anderen Emissionen auch, nun bepreist werden. Eine Emissionsabgabe für Atemgase; natürlich sind auch Mischgase mit in der Regelung inkludiert.
Was heißt das konkret?
Auf jede Füllung mit Druckluft, Nitrox oder Trimix wird eine zusätzliche CO₂-Abgabe fällig, die die Tauchbasis an den Staat abführen muss. Unterm Strich verteuert sich die Flaschenfüllung damit um rund 21%. Die Berechnung basiert auf einem pauschalen Ansatz: Flaschenvolumen, Fülldruck und ein durchschnittlicher Atemgasverbrauch werden zugrunde gelegt, unabhängig davon, ob der Taucher am Ende 15 oder 60 Minuten damit taucht.
Besonders „charmant“
In der Begründung heißt es sinngemäß, Sporttauchen sei ein „nicht lebensnotwendiger Freizeitbereich“, der deshalb einen „besonderen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele“ leisten müsse.
Technische Taucher und Vereine mit eigener Fülltechnik sind ausdrücklich nicht ausgenommen, sie gelten ebenfalls als „Emittenten“ und sollen die Abgabe über eine noch einzurichtende Online-Plattform melden.
Für uns Taucher wird das wohl einige unerfreuliche Folgen haben:
* Füllungen werden teurer,
* Betreiber haben mehr Bürokratie,
und der nächste Ärger an der Füllstation ist vorprogrammiert – nicht wegen Luft im Tank, sondern wegen viel Luft in den Verordnungen.
Soweit ein erster Überblick über die neuen Regeln und Abgaben. Sollte es Änderungen oder Anpassungen geben, werden wir hier darüber berichten. Soweit wir gehört haben, wird auch in Österreich und der Schweiz über ähnliche Regeln beraten. Wir bleiben dran und informieren sobald wir etwas über die Entwicklungen in A und CH erfahren können.