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Fund aus einem Kratersee in Latium
Im Lago di Mezzano in der Provinz Viterbo (Latium) haben Unterwasserarchäologen ein Bronzeschwert geborgen, das aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. stammt und damit mehr als 3.200 Jahre alt ist. Nach Angaben der zuständigen Denkmalschutzbehörde, der Soprintendenza für die Provinz Viterbo und Südetrurien, wurde die Waffe während der letzten Phase der diesjährigen Forschungskampagne am Südufer des Sees gefunden.
Das Schwert befand sich in einem Bereich, der bisher nur wenig untersucht war. Die Behörde veröffentlichte die Meldung Anfang Oktober. Die Waffe ist in ausgezeichnetem Zustand und hat noch immer eine scharfe Schneide. Es ist das dritte Schwert, das seit den 1970er-Jahren im Mezzano-See gefunden wurde.
Typ und Zeitstellung passen laut Soprintendenza zur mittelitalischen Waffenproduktion der Spätbronzezeit. Nahe dabei lag ein Rasiermesser aus Bronze. Solche Kombinationen verbindet die Behörde mit Personen von hohem Rang, möglicherweise mit Kriegern der Oberschicht.
Ein Pfahldorf im Kratersee
Der Mezzano-See füllt den Krater eines alten Vulkans, die Caldera von Latera. Auf seinem Grund liegt eine Pfahlbausiedlung, die nach Angaben der Archäologen von etwa 1700 bis 1150 v. Chr. genutzt wurde. Die Forschungen am See wurden 2025 nach einer Pause wieder aufgenommen. Bereits die erste Kampagne lieferte viel Material: Mehr als 600 Pfähle wurden kartiert, das entspricht rund einem Drittel der bekannten Ausdehnung der Siedlung. Sie stehen in Wassertiefen zwischen 2,5 und 10 Metern. Damals bargen die Archäologen außerdem über 25 Bronzegegenstände, darunter Beile, Speerspitzen, Fibeln, Ringe, eine Nadel und eine Sichel.
Dass die Metallobjekte so gut erhalten sind, erklären die Archäologen mit dem Seeboden: Sie lagen auf einer dichten Tonschicht, die sauerstoffarm ist und die Oxidation verhinderte. In diesem Jahr kamen unter anderem weitere Beile, Pfeilspitzen, Dolche und zahlreiche unversehrte Gefäße dazu.
Gearbeitet wird unter schwierigen Bedingungen. Die Archäologen legen mit Saugbaggern Testschnitte durch den Ton an, oft bei schlechter Sicht und in kaltem Wasser. Taucher der Carabinieri-Taucherstaffel aus Rom unterstützen die Arbeiten, sorgen für Sicherheit und suchen in zugänglichen Bereichen mit Metalldetektoren.
Das Absuchen soll nach Angaben der Soprintendenza auch illegale Grabungen verhindern. Restauratoren sichern die Fundstücke direkt bei der Bergung und beginnen mit der Konservierung.
Die Forschung soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Außerdem kündigt die Soprintendenza eine Ausstellung der Mezzano-Bronzen an. Termin und Ort sind noch nicht bekannt. Für Schutz und Zugang zum Fundplatz arbeitet die Behörde mit der Gemeinde Valentano zusammen.
Weitere Informationen:
Soprintendenza Archeologia Belle Arti e Paesaggio per la provincia di Viterbo e per l'Etruria meridionale, Meldung zur Bergung des Schwerts (Oktober 2026)
Soprintendenza, Bericht zur ersten Kampagne 2025