Bergungsarbeiten an U 864 ?

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17.03.2005 00:32
Kategorie: News
Nach einem Bericht der Bergens Tidene, der Tageszeitung der Stadt Bergen in Norwegen, wird schon seit längerem über die von U 864 ausgehende Umweltgefahr nachgedacht, so daß nun ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde wie der Gefahr am besten begegnet würde. U 864, ein deutsches U-Boot des Langstreckentyps IXD2, war am 7. Februar 1945 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Ralf-Reimar Wolfram ausgelaufen um über den Nord- und Südatlantik und den Indischen Ozean nach Japan zu fahren. Das folgende Bild zeigt die Besatzung von U 864 am 9. Dezember 1943 nach der Indienststellung des Bootes für die 4. U-Flottille in Stettin.


Die Mission des Bootes im Frühjahr 1945: die Beförderung von 30 Stahlflaschen schweren Wassers zur Herstellung einer Atombombe, von Plänen und Teilen der Jagdflugzeuge Me 209 V-5,Me 309 und des viermotorigen Langstreckenbombers Me 264,Lizenzverträgen zum Nachbau weiterer Flugzeugtypen wzB. die Junkersmodelle 1 bis 6 und Campini,von U-Bootplänen der Typen Caproni und Satsuki, von einem Siemens-Radar, sowie von einigen Flugzeugingenieuren als Passagiere und 70t Quecksilber. Dies war ein Mangelrohstoff, den das Kaiserreich Japan seinerzeit nicht in seinem Machtbereich gewinnen konnte, der aber gleichwohl unabdingbar wichtig für die Kriegsführung war,da zB. Zünder in Bomben und Granaten auch aus Quecksilber hergestellt wurden. Doch das zuletzt zur 33. U-Flottille gehörige Boot kam nie in Japan an. Es wurde am 9. Februar 1945 von dem getaucht fahrenden U-Boot HM S/m Venturer von Lieutenant James S. Launders bemerkt und dann in einem Unterwasserangriff mit vier nach ASDIC-Schußunterlagen abgefeuerten Torpedos auf 150m Wassertiefe versenkt.
Vor allem das an Bord befindliche Quecksilber macht nun den Behörden vor Ort Kopfschmerzen, denn die Stahlflaschen nähern sich dem Ende ihrer Widerstandskraft und sind zT. übel zerfressen. Es wird befürchtet, daß das Quecksilber austreten und zB. über Fische in den Nahrungskreislauf der Menschen gelangen könnte. Das in Auftrag gegebene Gutachten liegt am 20 Mai vor. Hiernach wird eine Entscheidung getroffen werden wie weiter verfahren wird. Hierbei dürfte von Interesse sein,inwieweit der Status des Wracks als Kriegsgrab für 73 tote deutsche Militärangehörige und zumindest zwei japanische Militärangehörige gewahrt werden wird.