34 Jahre Yaqu Pacha: Gemeinsam für den Schutz aquatischer Säugetiere

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12.09.2026 18:28
Kategorie: News

Wissenschaft, Zoos und Menschen vor Ort

Seit 34 Jahren setzt sich die in Nürnberg ansässige Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha e.V. für den Schutz wasserlebender Säugetiere in Lateinamerika ein. Der Name stammt aus der indianischen Sprache Quichua und bedeutet „Wasser-Welt“ – er bringt das Selbstverständnis und den Anspruch der Organisation auf den Punkt.

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Von Nürnberg nach Südamerika

Gegründet wurde Yaqu Pacha 1992, maßgeblich initiiert vom in Argentinien geborenen Biologen Lorenzo von Fersen. Die ersten Projekte konzentrierten sich auf die bedrohten Flussdelfine des Amazonas, im Lauf der Jahre kamen weitere Arten hinzu. Das Spektrum reicht heute vom La Plata Delphin und dem hochbedrohten Vaquita über Glattwale und Seekühe bis zu Robben und Riesenottern – und damit über nahezu die gesamte Vielfalt aquatischer Säugetiere Lateinamerikas.

In den vergangenen 34 Jahren hat Yaqu Pacha wissenschaftliche Forschung gefördert, langfristige Schutzprogramme aufgebaut, Rettungs- und Rehabilitationsarbeit unterstützt sowie Umweltbildung und Kapazitätsaufbau vor Ort vorangetrieben. Ein wiederkehrendes Prinzip dabei: Artenschutz gelingt nur gemeinsam mit den Menschen, die ihren Lebensraum mit den geschützten Tieren teilen.

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Ein Netzwerk als Rückgrat der Arbeit

In einer aktuellen Mitteilung zum 34-jährigen Bestehen betont die Organisation die Bedeutung von Kooperation: Ohne ein tragfähiges Netzwerk aus lokalen Forschern, Naturschutzorganisationen, Universitäten, Rettungszentren, zoologischen Einrichtungen und engagierten Einzelpersonen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg wäre die Arbeit nicht möglich. Der Austausch von Wissen, Erfahrung und Ressourcen innerhalb dieses Netzwerks helfe dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in wirksame Schutzmaßnahmen zu übersetzen.

Artenschutz bedeute dabei weit mehr als der Schutz einzelner Tiere, so Yaqu Pacha: Es gehe darum, ganze Populationen zu verstehen, Bedrohungen wie Beifang und Lebensraumverlust zu reduzieren und lokale Gemeinschaften aktiv einzubinden. Nachhaltigkeit sei dabei ein zentraler Grundsatz: Erfolgreicher Artenschutz müsse Tiere, Ökosysteme und Menschen stets gemeinsam betrachten und Lösungen entwickeln, die ökologisch wirksam, gesellschaftlich akzeptiert und langfristig tragfähig sind.

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Artenschutz, der wirkt

Yaqu Pacha verbindet Artenschutz vor Ort mit wissenschaftlicher Forschung und der Expertise zoologischer Einrichtungen. Diese Arbeit folgt dem One Plan Approach der Weltnaturschutzunion IUCN: Maßnahmen innerhalb und außerhalb der natürlichen Lebensräume werden als Teil einer gemeinsamen Schutzstrategie verstanden. Zoos und Aquarien bringen dabei Wissen, Erfahrung und Ressourcen ein und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Populationen.

Zu den langjährigen zoologischen Partnern von Yaqu Pacha gehören unter anderem der Tiergarten Nürnberg, der Zoo Duisburg, der Zoo Heidelberg, das Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf, der Zoo am Meer Bremerhaven, Zoomarine Algarve, Planète Sauvage und der Rancho Texas Lanzarote Park. Sie unterstützen die Arbeit finanziell, fachlich und durch ihre Netzwerke.

Gleichzeitig folgt Yaqu Pacha dem One Health Approach: Die Gesundheit von Tieren, Ökosystemen und Menschen ist eng miteinander verbunden. Dazu gehört auch die menschliche Dimension des Artenschutzes. Nachhaltige Lösungen können nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort entstehen, unter Einbeziehung ihres Wissens, ihrer Bedürfnisse und ihrer Lebensgrundlagen.

Wie das konkret funktioniert, zeigt das von Yaqu Pacha unterstützte PET-Flaschen-Projekt in Südbrasilien. Gemeinsam mit Fischern wird eine einfache Methode wissenschaftlich untersucht, bei der PET-Flaschen an Fischernetzen den Beifang von Delfinen deutlich reduzieren können. Das Projekt verbindet Forschung, Delfin- und Ökosystemschutz mit den Interessen und der Zukunft der lokalen Fischerei – und steht damit beispielhaft für einen Artenschutz, der Tiere, Menschen und Lebensräume gemeinsam betrachtet. Für diesen Ansatz wurde Projektleiter Dr. Federico Sucunza von der brasilianischen Partner-NGO GEMARS kürzlich mit dem Science-on-a-Shoestring-Award der Society for Marine Mammalogy ausgezeichnet – eine internationale Anerkennung für besonders wirkungsvolle, kostengünstige Naturschutzideen.

Zum 34-jährigen Bestehen dankt Yaqu Pacha allen Mitgliedern, Partnern, Spendern, Zoos und weiteren Unterstützern. Der Schutz bedrohter aquatischer Säugetiere ist eine gemeinsame Aufgabe – getragen von wissenschaftlicher Erkenntnis, lokaler Expertise und langfristigem Engagement.

Weitere Informationen:
Yaqu Pacha e.V.
https://www.yaqupacha.de