Marina Divers, El Quseir (Inaktiv)

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Tauchen ist Sport, Lust, Neugierde, Spaß und Leid ...

Tauchen ist Sport, Lust, Neugierde, Spaß und Leidenschaft. ´The Passion of Diving´ schreiben sich die Marina Divers im Flamenco Beach Hotel sogar in ihr Logo. Von ´Passion´ haben wir während unseres Aufenthalts jedoch wenig gespürt. Ganz im Gegenteil: Hier wird Fließbandtauchen betrieben, es wird abgewickelt, organisiert und zeitoptimiert. Die Leidenschaft bleibt gänzlich auf der Strecke.

Am zweiten Tag nach unserer Ankunft melde ich mich mit leuchtenden Augen und der Frage: ´Was muss ich unbedingt gesehen haben? Was gibt es zu bestaunen? Wo sind die besten Spots? Stellt mir doch bitte einfach mal einen Zweiwochenplan zusammen.´. Eigentlich ein Traum für jede Basis. Jedoch: Keine Regung. Null Leidenschaft. Nur eine missmütige Antwort: ´Trag dich einfach in die Listen ein, wenn du mal mit willst.´. Schade. Chance vertan.

Die Basis bietet auf einem kleinen Schild rund 30 Tauchspots an, von denen aber immer nur dieselben fünf angefahren wurden. Leider bekamen wir keinerlei Informationen, was es dort zu sehen gibt. Selbst wo es hingeht, erfuhren wir frühestens einen Tag vor Abfahrt. Eine langfristige Planung ist somit quasi nicht möglich. Es werden ausschließlich Landtauchgänge angeboten. Ungewöhnlich, aber OK.

Die Stimmung unter dem Personal war durchgängig schlecht. Als Kunde kam man nicht umhin, den rauhen Umgangston der Mitarbeiter untereinander mitzubekommen. Dies ist wohl auch der Grund, warum kaum eine geselliges Nachbesprechung eines Tauchgangs oder eine vorfreudige Planungsrunde zum nächsten Tag zustande kam. Nach dem Tauchgang hieß es nur: Alles schnell auswaschen, sortieren, Box packen, bis 17 Uhr einräumen und schnell weg. Das kenne ich anders.

Das gemietete Material war bis auf wenige Ausnahmen deutlich abgenutzt. Meine Schuhe öffneten sich, bedingt durch einen defekten Reißverschluss, meist selbständig. Eine Schnalle der Flossen war defekt und ein früherer Träger meines Anzuges muss wohl in einen Seegras-Mähdrescher geraten sein, so zerschlissen sah dieser aus. Ähnliches berichteten mehrere Mittaucher.

Das Hausriff vor dem Hotel ist sicher erwähnenswert. Es ist gut erhalten und es gibt Fisch satt zu bestaunen. Gelegentlich schaut auch einmal ein Delfin, eine Schildkröte oder ein Riesenbarracuda vorbei. Es reicht aber allemal, auf dem Riff zu schnorcheln. Unterhalb von zehn Meter ist es mit der Pracht vorbei.

So kam es, dass wir in 14 Tagen nur fünf Tauchgänge an drei Tagen absolvierten. Sicher hat die Gegend noch viele schöne Spots zu bieten, nur haben die Marina Divers uns diese leider Vorenthalten. Gemessen am schlechten, unpersönlichen Service und dem mangelhaften Material, sind die Preise der Basis deutlich zu teuer. Auch dies ein Indiz, dass hier für das Geld nicht wirklich gearbeitet werden muss. Ein wenig mehr Wettbewerb würden der Leidenschaft und der Zufriedenheit der Gäste sicher gut tun.