Marina Divers, El Quseir (Inaktiv)

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Flamenco Beach / Marina Diving Center
Ägyptenreise 3. bis 10. November 2005

Zum 12. Mal unternahm unser Tauchclub eine Tauchreise nach Ägypten. Dadurch, dass wir uns dieses Mal zu spät (ca. 6 Monate vor Urlaubsbeginn) für ein bekanntes Resort entschieden haben buchten wir das uns bislang nicht bekannte „Flamenco Beach Hotel“ in El Queseir, wo wir mit 13 Personen, davon 8 Tauchern, unseren Urlaub verbrachten. Die Anlage vermittelte einen sehr schönen Eindruck mit vielen Grünpflanzen und überraschte uns mit einem sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal. Extrawünsche, wie z.B. einen gemeinsamen Tisch zu den Mahlzeiten, wurden uns sofort erfüllt. Auch das Essen war hervorragend, die Zimmer waren schön eingerichtet und die ganze Hotelanlage war sehr sauber.

Tauchbasis:
Die Tauchbasis Marina Diving Center von Ingrid & Jörg legte von Anfang an ein militärisch anmutendes Verhalten an den Tag. Bei einer Einzelunterweisung von Jörg wurde uns sehr eindringlich erklärt, dass wir den Weisungen absolut Folge zu leisten hätten (z.B. dürften auf keinen Fall Handschuhe getragen werden), andernfalls könnten wir auf das Tauchen verzichten.

Bei der Erklärung der Tauchbasis wurden weniger die Sicherheitseinrichtungen erklärt, als vielmehr die Preise und Zahlungsmodalitäten angesprochen. Eine Zahlung per Kreditkarte wird über das Hotel in US Dollar abgewickelt und wird mit 10% Aufschlag berechnet. Zugleich musste auch ein Formular zur Entrichtung von € 6,00 zur Unterstützung der Decokammer unterzeichnet werden. Außerdem wird für die Tauchgenehmigung ein Betrag von € 5,00 pro Tag fällig. Jörg meinte „Eine vollständige Preisliste wird erst vor Ort herausgegeben, da es für die Tauchbasis zu hohe Kosten verursachen würde, diese vorher zu faxen“.

Von allen Mitgliedern wurde anschließend das Logbuch mit dem entsprechendem Tauch Brevier eingesammelt und gesichtet. Bei der Abgabe eines computergeführten Logbuches, wie man es anhand des Uwatec Programmes ausdrucken kann, kam ein wenig Verwunderung bei den Leuten der Tauchbasis auf und man wurde mit einem „Was ist denn das?“ belächelt.

An der Basis hatte man die Möglichkeit zwischen Hausriff-Tauchgängen, Halbtages-Jeep-Safari-Tauchgängen oder Ganztags-Jeep-Safari-Tauchgängen. Bei den Ganztags-Ausflügen wurde eine Zusatzgebühr zu den normalen Tauchgebühren berechnet, die zwischen € 11,00 und € 25,00 betrug. Die Zusatzgebühr wurde durch die längere Anreise und das Mittagessen begründet. Das Mittagessen war eine sehr einfache ägyptische Küche und konnte auch nicht abbestellt werden.

Beim ersten Tauchgang musste sich jeder einem Check Dive mit drei verschiedenen Übungen unterziehen, egal ob Tauchlehrer oder erfahrener Taucher mit mehreren hundert Tauchgängen.
Die erste Übung war das komplette Abnehme der Brille. Hier spielte es auch keine Rolle ob man eine Augenverletzung hat oder Kontaktlinsen trägt. Die Aussage vom Guide: „Entweder Brille ab oder Zusammenpacken und nicht tauchen“. Des Weiteren waren noch Wechselatmung und Tarierübungen zu absolvieren.
Der nach außen getragene Schein einer auf Sicherheit bedachten Basis verblasst bei näherer Betrachtung.
Erst auf Nachfrage ob Sauerstoff mitgeführt wird, kommt der Hinweis, dass Sauerstoff nur von den Guides gegeben werden darf. Beim Check-Dive wird sich intensiv um den „Prüfling“ gekümmert, leider ohne auf die anderen Mittaucher auch zu achten. Beim Nachttauchgang mit Sprung vom 3 m hohen Steg wird die Einstiegsstelle nur mit einer kleinen Notlampe beleuchtet.

Hausriff:
Das von der Tauchbasis in den höchsten Tönen gelobte Hausriff entpuppte sich als eine Riffkante, die 30 Meter steil abfällt und anschließend nach einer kleinen Sandbank nochmals nach unten abfällt. Im Bereich von 10 – 30 Metern ist alles grau in grau, es waren so gut wie keine bunten Korallen zu sehen. Der Bereich bis 10 Metern ist mit einigen Korallen versetzt, doch zu unserer Verwunderung waren fast keine Fische zu sehen. Ein Nachttauchgang am Hausriff brachte auch keine neue Erkenntnis, auch hier ließen sich nur wenige Fische blicken.

Tauchen:
Die angefahren Riffe waren teilweise auch sehr zerstört und grau. Es wird nur vom Ufer aus getaucht, was einen relativ beschwerlichen Weg mit Tauchgepäck zum Ufer voraussetzt.
Ein- und Ausstieg erfolgt über Löcher im Riffdach, Unterwasser mit Hilfe von Führungsleinen an denen man sich gegen die teilweise recht starke Strömung entlang ziehen musste. Nicht nur in unserer Gruppe gab es eine Reihe von kleineren und mittleren Handverletzungen zu beklagen, da das Tragen von Handschuhen streng untersagt war.
Die einzelnen Guides waren sehr freundlich und hilfsbereit, dadurch konnte aber die schlechte Stimmung aufgrund des arroganten Verhaltens an der Basis nicht gebessert werden.

Nach dem Tauchgang musste reportartig der Name der Taucher sowie Tauchzeit und Tauchtiefe an der Basis gemeldet werden. Das Sichten von Fischen wurde meist als „Anfängerglück“ abgetan.

Schnorcheln:
Zum Schnorcheln war der Strandbereich total ungeeignet. Ein ca. 100 Meter langer Steg führte über den flachen Strand (maximal Hüfthöhe) hin zur Riffkante. An der Riffkante (Wassertiefe ca. 50 cm) war aufgrund des Wellenganges und durch das abfallende Riff das Schnorcheln nur für geübte Schnorchler möglich und mit einem hohen Verletzungsrisiko behaftet.

Fazit:
Nach 8 Tauchgängen hatten wir keine Lust mehr auf militärische Anweisungen und darauf, unsere Ausrüstung im Roten Meer baden zu dürfen. Dafür bezahlten wir aber immer noch stolze € 262,40 pro Taucher. Obwohl wir mit dem Hotel sehr zufrieden waren, werden wir wohl nächstes Mal wieder ein uns bekanntes Hotel mit guter Tauchbasis wählen!

www.tc-manta.com


Landtauchgänge mit ewigem Fussmarsch