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Bewertungen(120)

KlexyPADI AOWD139 TGs

21.03.2006 bis 28.03.2006 Aus Faulheit schreibe i ...

21.03.2006 bis 28.03.2006 Aus Faulheit schreibe ich den Bericht erst jetzt. Dafür aber besonders ausführlich.

Zum Hotel Happy Life Village:
Kurze Version: ganz gut, aber großer Pferdefuß!
Lange Version: ein paar Kilometer südlich des Ortes Dahab, mitten im Nirgendwo, nur über eine Sandpiste zu erreichen. Der Flughafenbus schmeißt einen am Südende von Dahab raus, wo einen der Kleinbus des Hotels abholt und ca. 20 Minuten weiterschaukelt.
Die Lage ist einsam und ruhig. Tagsüber fahren manchmal Geländewagen mit Tauchern vorbei, denn hier wird fast durchweg vom Ufer aus getaucht und einige Tauchplätze liegen noch weiter südlich als das Hotel. Dahinter gibt es nur noch winzige Beduinensiedlungen.
Das Hotel ist baulich sehr schön. Es besteht aus mehreren einstöckigen Häuschen mit je 8 Zimmern. Die Zimmer sind großzügig, hell, komfortabel und sauber. Die Klimaanlage arbeitet leise und geruchfrei. Safe und Kühlschrank im Zimmer ist vorhanden. Badewanne mit Duschvorhang, ausreichend Handtücher aber kein Fön, Moskitogitter an allen Fenstern. Das Wasser kann ohne weiteres zum Zähneputzen verwendet werden, da es aus der eigenen Entsalzungsanlage kommt.
Im TV gibt ARD, RTL und VOX-Schweiz und zwei englische Programme, letztere allerdings mit sehr schlechtem Ton. Die Einspeisung erfolgt zentral über die Rezeption. Zum Fußballspiel Deutschland-USA wurde auf Wunsch einiger Gäste ARD durch ZDF ersetzt.
Das ist auch das einzig Gute, was man über die Rezeption sagen kann. Zentral eingespeist ist auch die Musik, die in Restaurant, Poolbar und Billardraum läuft. In den einzelnen Räumen kann nur die Lautstärke geregelt werden. Durch unzulängliche Technik oder Kenntnis war es immer stark verzerrt und ständig die gleiche CD mit u.a. Gwen Stephani (brrrr). An der Rezeption gab es mal Theater beim Geldwechseln weil in einem Euro-Schein ein 5 mm langer Riß war. Das muß man sich mal vorstellen angesichts des Zustands der Pfundnoten, die man da ausgehändigt kriegt: zerknittert, bekritzelt, eingerissen, abgerissen und dreckig. Die Rezeption bestand aus unsympathischen, mißmutigen Eierschauklern.
Das übrige Personal war ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. An der Poolbar und im Restaurant war der Service erstklassig. Sonderwünsche waren nie ein Problem. Die Küche war für ägyptische Verhältnisse eher so lala, aber es gab immer etwas akzeptables. Kaffe und Orangensaft aus Pulver - normal in Ägypten. Frische Tomaten, Gurken, Paprika, Bananen, Melonen usw. gab es immer. Insgesamt war das Essen abwechslungsreich und wenig an europäische Gaumen angepaßt. Aber auch für arabische Verhältnisse nicht wirklich toll.
Erstklassig war nur der Nachtisch: jeden Tag was anderes und mehrere verschiedene Sorten zur Auswahl. Typisch ägyptisch.
Der Pool ist groß und sauber mit Süßwasser aus der eigenen Meerwasser-Entsalzungsanlage. Daher auch ziemlich kalt. Wasserball-Tore sind vorhanden - da wird es einem ordentlich warm. Animation gab es nicht.
Der Billardtisch war denkwürdig: als ob er 2 Wochen im Meer gelegen hätte und anschließend aus dem dritten Stock geschmissen worden wäre. Einer der Queues hatte sogar ein Polster an der Spitze. Kreide war nicht vorhanden.
Und jetzt der große Pferdefuß:
Der einzige schlechte, aber ausschlaggebende Punkt war, daß jeden zweiten Abend kurz vor dem Abendessen das ganze Hotel mit zerstäubtem Dieselöl eingenebelt wurde. Dieser Giftgasangriff, der eine halbe Stunde dauert, sei angeblich gesetzlich vorgeschrieben wegen der Mücken (in der Wüste!!!). Sagte zumindest Herr Oswald, der Ansprechpartner des Veranstalters Sun+Fun, der die Reise über TUI abgewickelt hat. Dieser Herr zeichnete sich auch sonst durch eher legere Sachkenntnis aus. Daß an einem überwiegend von Tauchern besuchten Urlaubsort zum Angebot des Ausflugs auf den Berg Sinai (der hier hartnäckig Moses-Berg genannt wird) auch der Hinweis gehört, daß am Tag davor nicht getaucht werden darf, war Herrn Oswald völlig unbekannt. Immerhin ist der Berg Sinai 2300 Meter hoch. Für Anfänger und schusslige Taucher ein lebensgefährliches Versäumnis. Sun+Fun hat bis heute zu dieser mangelhaften Betreuung vor Ort trotz wiederholter Anmahnung keine Stellung genommen. Ich kann den Veranstalter demzufolge überhaupt nicht empfehlen.
Gegen die allgegenwärtigen und in Massen vorhandenen Stechfliegen (typisch für Wüstengegenden) hat das Gas nichts ausgerichtet. Vögel und Menschen waren teilweise sichtbar beeinträchtigt. Flucht ins Zimmer half nichts, weil die Ritzen an Zimmertür und Terassentür bis zu 2 Zentimeter breit waren. Sämtliche Bäume und Büsche verbreiteten ständig einen leichten Dieselduft. Zum Glück waren die Preßluftflaschen der Tauchbasis zu dem Zeitpunkt jeweils schon gefüllt. Ein Bild zur Veranschaulichung gibt es weiter unten.

Die Tauchbasis Lagona Divers:
Kurze Version: Sehr gut
Lange Version: Die Tauchbasis ist ins Hotel integriert. Dadurch und durch die einsame Lage weitab von allem anderen sind die Hotelgäste beim Tauchen unter sich. Die Basis hat großzügige Räume, zwei große Süßwasserbacken, die täglich neu befüllt werden. Für Computer und Kleinkram gibt es ein extra Becken. Die Leihausrüstung schien mir recht ordentlich.
Die Organisation der Basis war gut, mit klaren Strukturen, aber auch spontaner Flexibilität. Die Tauchgänge und Gruppeneinteilungen für den nächsten Tag hängen als Computerausdruck im Schaukasten. Die Tauchgänge werden sehr akkurat vorbereitet. Es gibt von allen Tauchplätzen detaillierte Zeichnungen (siehe Foto).
Die Tauchgänge finden meistens per Pickup oder Geländewagen statt, da fast ausschließlich vom Ufer aus getaucht wird. Mehrere Tauchplätze befinden sich in wenigen Minuten Entfernung von der Basis.
Die Guides und Tauchlehrer waren allesamt umsichtig, kompetent und freundlich, wobei ich auf zwei näher eingehen will.
Der eine davon ist Nico. Nico ist Nico. Sehr eigenwillig - und unsere erste Begegnung mit dem Tauchpersonal. Beim Abendessen am Ankunftstag hat er uns gefragt, ob wir tauchen wollen. Wir hatten schon vorgebucht und wollten. Einer von uns wollte es erst lernen. Da die Basis sowohl PADI als auch CMAS anbietet, wollten wir für unseren Anfänger eine PADI-Ausbildung, weil die weltweit verbreiteter ist. Außerdem hatte er das PADI-Lehrbuch schon daheim durchgearbeitet. Nico war aber der elitären Ansicht, daß CMAS viel besser sei. Dem wollte ich nicht folgen, weil die Ausbildungen von den gleichen Personen durchgeführt werden und ich mir nicht vorstellen kann, daß ein Tauchlehrer, der für beides zertifiziert ist, manchen Tauchschülern nur die Hälfte beibringt. Diese Starrköpfigkeit eines 130-Tauchgänge-Urlaubstauchers kam bei Nico nicht gut an. Ich dachte mir, na bravo, so eine Tauchbasis ist das also. Nico stellte sich als umsichtiger Taucher heraus, aber leider war er auf den Nachttauchgängen viel zu schnell. Wir haben uns aber nicht hetzen lassen und das Gemüse ausgiebig angeschaut. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es nicht auf eine Plastik-Karte, sondern auf die Person des Tauchlehrers ankommt.
Von René weiß ich nicht, welchen Tauchschein er hat. Es hat keinen interessiert. Sicher ist, daß er unendlich viele Tauchgänge hat und der beste Tauchguide ist, den ich je erlebt habe. Auch er ist sehr eigenwillig. Er geht nie ohne Lampe ins Wasser - und das am helllichten Tag. Klingt verrückt, ist es aber nicht: wenn man unter Wasser mit dem Finger auf etwas zeigt, weiß der andere aufgrund des Brechungswinkels nie genau, was da gezeigt wird, vor allem wenn es etwas ähnlich unscheinbares wie eine Seenadel oder ein Steinfisch ist. Wenn man mit einer Lampe hinleuchtet, gibt es keinen Zweifel, was gemeint ist. Aha! Renè geht auch nie ohne seine Schreibtafel ins Wasser. Da werden den ganzen Tauchgang über Fischnamen, Stichwörter und Hinweise aufgeschrieben und herumgezeigt. René kennt sie alle. Keine Frage, daß es nicht nur die großen bunten sind, sondern vor allem winzige bis unsichtbare Viecher, auf die er die Aufmerksamkeit lenkt. Bei nur 2 Zentimeter großen, halb durchsichtigen Garnelen hatte er plötzlich eine Lupe zur Hand. Ich bin fast aus den Flossen gefallen. Wenn ihr das Glück habt, mit René zu tauchen, fragt unbedingt nach dem hüpfenden Sand. Ein weiteres Aha! Wahrscheinlich müsst ihr gar nicht fragen. Den Spaß lässt er sich sicher bei keinem entgehen. Schon vor dem Tauchgang wird man auf mögliche Begegnungen hingewiesen. Aber richtig los geht es erst danach. Dann kriegt er diesen Blick (siehe Foto) und dann wird das beidseitig bekritzelte Täfelchen Punkt für Punkt abgearbeitet. Mehrere Bücher und ein immenses Fachwissen stehen dazu bereit. Wenn man einen unbekannten Fisch beschreibt, heißt es nur ´Seite 95 unten´ - und da ist er. Außerdem ist er ein großartiger Luft-Logistiker. Mit fünf Broten und zwei Fischen beatmet er fünftausend Leute. Oder so..., ich glaube daß mir jetzt die Gleichnisse durcheinandergeraten
Die Verwaltung wir von Diana und Danja gemacht, die einem auch die Fotos auf CD brennen können. Falls ihr vorhabt, die digitale Leihkamera auszuleihen, bringt am besten Batterien (AA bzw. LR6) aus Deutschland mit. Die funktionieren sicher. Am besten 2300-mA-Akkus und Ladegerät. Die Batterien vom Basar könnten schon wochenlang in der Sone gelegen haben.
Die einheimischen Jungs sind auch schwer auf Zack. Ein marodes Ausrüstungsteil wird über Nacht zum örtlichen Schuster gebracht, von wo es unzerstörbar für die nächsten 1000 Jahre zurückkommt.
Tauchlehrer Ronald hat unserem Frischling alles notwendige beigebracht (außer den sparsamen Umgang mit Luft! hehe!) und danach eine PADI-Karte überreicht.
Die Tauchbasis würde ich jederzeit wieder besuchen, aber erst wenn keine Gasangriffe mehr stattfinden. Ich bewerte mit 6 Flossen, weil es ja die Bewertung der Tauchbasis ist.


Das Hotel in der Morgensonne von meiner Terasse aus


Nicht Ypern 1916 sondern Dahab 2006 - der abendliche Gasangriff


Tauchplatz-Skizze beim Briefing


Nico beim Deko-Bier (streng CMAS-konform)


René - mit den Fischen auf du und du und du auch (des kannsch glauba)


Zur Entspannung zwischendurch: acht Weißtöne und ein Blauton


Marc und Danja: Die Schlange kommt aus dem See, kriecht um den Baum herum...


Diana vor ihrem Meisterwerk. Aber was sollen die ganzen Eisberge da?


Der Fuhrpark beim Ausladen am ´Blue Hole´


Gemal - the truck driving man. Now famous all over the world.


Der Herr der Pumpen: eine gewisse legere Eleganz selbst bei 30° im Schatten


Ägyptisches Streifenhörnchen - auch die Überwasser-Fauna ist vielfältig


Mit so einer Frisur würde ich mich auch nur von hinten fotografieren lassen


Silvia - Quell des Wissens und Renés schönere Hälfte


Celebrities: Kim Jong Il beim Betrachten des Sonnenaufgangs am Berg Sinai