Evergreen Diving, Busuanga, Palawan (Inaktiv)

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Evergreen Diving Wir (Chritiane M. und Karl H.) w ...

Evergreen Diving

Wir (Chritiane M. und Karl H.) waren über Weihnachten/Neu Jahr 4 Wochen bei Arno auf seiner Basis. Wir waren sehr begeistert von der Lage des Resorts (abgelegen, sehr schön in den vorhandenen Primärwald integriert, den ganzen Tag über Sonnenschein), von dem Service (warmes Wasser aus dem Boiler, schöne geräumige und saubere Bungalows, sehr zuvorkommendes und freundliches Personal), dem Essen und natürlich nicht zuletzt von den Tauchgebiet. Dies hört sich alles selbstverständlich an, aber man muss immer berücksichtigen, dass man in einer sehr entlegenen Gegend ist.

Wir sind mittlerweile schon über ein Jahr (in Summe) in Asien auf eigene Faust zum Teil in entlegenen Gebieten unterwegs gewesen. Ich habe die Erfahrung gemacht, je entlegener und je besser die Natur in Takt ist, umso wenig lässt sie sich aus einer Unterkunft aussperren. Man muss sich Fragen, ob es sinnvoll ist wegen ein paar Touristen die zu unflexibel sind sich etwas anzupassen, eine intakte Insel platt zu machen. Je „zivilisierter“ ein Resort ist umso mehr Hausratte wird es geben, man sieht sie nur nicht. Selbst große Hotels auf Bali haben Problem mit Hausratten. Auf der Insel, auf der sich Arno Webers Resort befindet, gibt es sicher keine Hausratten. Es sind sicher allerhand Tiere unterwegs, auch frei lebende Affen. Wir haben z.B. beim Reinigen der Ausrüstung ein Horde Affen 10m neben aus auf einem Baum entdeckt. Wir empfinden so etwas als Bereicherung. Wer Natur nur im Zoo ertragen kann, sollte nicht eine naturintegriertes Resort in Misskredit bringen.

Nun zum Tauchen:
Auf Grund der Lage der Basis sind die Tauchplätze sehr gut zu erreichen. Die Anfahrt der Tauchgebiet aus Coron ist wesentlich mühseliger, da immer eine mehr oder weniger stürmische Wasserstraße passiert werden muss. Ich denke es gibt wohl kaum eine Tauchbasis von der aus soviel Wracks so schnell und bequem zu erreichen sind. Die Wracks sind wunderbar und gut zu betauchen. Es sind auch viele Plätze dabei die für Anfänger sehr gut geeignet sind. Es gibt sogar Wrack die an der Oberfläche beginnen. Insgesamt gesehen sind die Tauchplätze alle relativ einfach zu betauchen. Durch die Größe und die Anzahl der Wracks (über 12 Stück) ist selbst ein 4-wöchiger Aufenthalt und 50 Tauchgänge zuwenig um einen guten Überblick zu erhalten. Die Wrack sind sowohl von ihrer Größe (bis 160m) als auch durch ihren Bewuchs und Fischreichtum sehr beeindruckend. Man muss es selber sehen, man kann es eigentlich nicht beschreiben. Durch ihre Größe sind die Wracks nie ganz zu überblicken. Das Betauchen der Wracks gestaltet sich aufgrund der großen Dimensionen und Vielzahl an Aus- und Einstiegslöchern sehr sicher und einfach. Man ist nie weit von einem Ausgang entfernt und hat im inneren immer genügend Platz.
In einem Wrack sind wir durch den Wellentunnel eingetaucht und über den Maschinenraum ausgetaucht. Dieser Tauchgang war so beeindruckend, dass wir ihn mehrmals durchgeführt haben. Der Wellentunnel ist so groß, dass man bequem durchtauchen kann. Am selben Wrack sind wir auch in einen zerborstenen Öltank eingetaucht. Durch die umherliegenden Streben und Rohre entsteht eine sehr beeindruckende Stimmung. Es ist eine eindrucksvolles Erlebnis, wenn man an einer überdachten Reling entlang taucht und Fische erst im letzten Moment ausweichen. Die an den Wracks sichtbaren Zerstörungen vermitteln einen kleinen Eindruck wie heftig die Angriffe der Amerikaner auf die japanischen Schiffe gewesen sein muss. Teilweise z.B. sind die Schiffsrümpfe über den ganzen Querschnitt hin zerborsten und bis zum Kiel zusammengebrochen Manchmal wird man an der Außenseite der Wracks von Barakuda-Schwärmen begleiten.
Ein US-Landungsboot liegt nahezu bis an die Oberfläche ist als Einführungstauchgang bestens geeignet. Nichts desto trotz ist auch dieses Boot vom seinen Bewuchs und Lebensvielfalt beeindruckend.
Wer Wracktauchgänge in Sporttaucher-Tiefe durchführen will ist hier bestens bedient. Ich weiß nicht ob es ein vergleichbares Tauchgebiet noch irgendwo gibt. Dadurch, dass an allen Wracks Bojen angebracht sind gestaltet sich das Abtauchen und Austauchen sehr einfach. Auch die auftretenden Strömungen waren immer gering und beherrschbar.
Auch die Pressluft und Tauchgeräte waren immer in Ordnung, soweit man Luft ohne messen beurteilen kann. Bei uns war kein Automat verschmutzt.

Zur Tauchführung:
Arno stellt sich sehr gut auf das taucherische Können seiner Gäste ein. So können sich Anfänger sicher aufgehoben fühlen. (AUCH wenn er kein Tauchlehrer ist, er kann sehr gut Tauchen und auch sehr gut führen.) Wenn es auch manche nicht für möglich halten, man kann auch ohne Tauchlehrer sicher tauchen
Taucher, die schon mehr Erfahrung haben, lässt er sehr frei und unabhängig tauchen. Er weiß auch das es nicht nur Nullzeit-Tauchgänge gibt. Das empfanden wir als sehr angenehm, nicht die Diskussion führen zu müssen, ob man nun immer in der Nullzeit bleiben muss. Niemand muss dort einen Deko-Tauchgang machen oder in ein Wrack eindringen, aber man kann wenn man will und durch die sehr kleine Tauchgruppe wird sehr individuell auf alle Bedürfnisse eingegangen. Anfänger werden nicht nur einfach mitgeschleppt, sie werden entsprechend ihrer Fähigkeiten und Erfahrung geführt.

Zur Tauchbasis und Resort:
Der von manchen bemängelte Aus- und Einstieg ins Boot über ein Zubringerboot ist vollkommen in Ordnung. Es wäre ein Unding das Hausriff durch den Bau eines Steges, der sowieso vom nächsten Sturm weggefegt würde, zu belasten. Wer tatrieren kann muss auch keine 100m laufen. Man muss sich einfach entscheiden, will man Naturschutz oder ausgefeilten Komfort, beides ist gegenläufig. Arno hat einen sehr ausgeglichen Weg gefunden. Der Komfort auf der Basis ist gut und ausreichen, aber nicht übertrieben. Besonders die Klärung der Abwässer über eine 3-Kammer-Klärgrube sollte hier erwähnt werden. Auch der Abfall wird regelmäßig verbrannt und die Plastikflaschen des Trinkwassers werden gesammelt abgeholt und der Wiederverwertung zugeführt, was in solchen Gegenden eher nicht normal ist.
Was ich noch unbedingt los werden will: Wer in so einer abgelegenen Gegend eine 15W Glühbirne als Manko empfindet und dies auch noch für erwähnenswert hält, hat dort definitiv nichts zu suchen.

Zum Essen:
Dem Essen muss man eine eigenes Kapitel widmen. Es war einfach super. Wer abnehmen will wird es schwer haben. Das Essen ist reichhaltig und erstklassig.
Die Lebensmittel werden bei heimischen Händlern eingekauft. Es gibt auch meist landesübliche Gerichte von einer begnadeten einheimischen Köchin zubereitet.

Abschließenden möchte ich nochmal auf die Balance zwischen Preis und Komfort usw. eingehen. Man darf bei einer Basis wie das Evergreen nicht vergessen, das die Aufrechterhaltung eines bestimmten Niveau in eine abgelegenen Gegend immer um ein vielfaches zeitaufwendiger und damit teurer ist, wie in einer verkehrstechnisch gut angebundenen Gegend. Es ist auch dort wesentlich umweltbelastender eine Energieversorgung für Warmwasser und Klimaanlage aufrecht zu erhalten. Man muss sich vorher fragen was man will. Wenn man aber bereit ist auf ein paar Kleinigkeiten zu verzichten, kann man dort einen sehr entspannten, angenehmen und individuell gestalteten Tauchurlaub verbringen. Der Betrieb dort ist Gottseidank ist nicht mit dem Massenbetrieb auf den Malediven oder Ägypten zu vergleichen.

Wir werden ziemlich sicher auch zum Wiederholungstäter werden.

Karl H. Und Christiane M.