Diving Cellar, Stromness- Scapa Flow

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Mit einer Gruppe von 9 Tauchern haben wir Mitte A ...

Mit einer Gruppe von 9 Tauchern haben wir Mitte August 2014 eine Wracktauchwoche in Scala Flow verbracht. Dank der hervorragenden Organisation von Steve und Karin verliefen sowohl Anreise als auch Aufenthalt reibungslos und zu aller Zufriedenheit. Hier nochmals einen herzlichen Dank für die 5* Organisation.

Die Anreise aus der Schweiz haben wir mit dem Flugzeug von Zürich über London und Aberdeen nach Kirkwall gemacht. Wer weiss was eine Trockenausrüstung wiegt, kann sich vorstellen welche Hürde eine Gewichtslimite von 23 kg darstellt. Trotz intensivster Bemühungen der beiden Organisatoren war auf eine Anfrage bei British Airways nach Tauchgepäck keine verbindliche Auskunft zu erhalten. Da ich auch meine UW Kameraausrüstung mitgenommen habe schlug mein Übergewicht von 10kg mit einem entsprechenden Aufschlag zu Buche.
Der letzte Abschnitt von Aberdeen nach Kirkwall wird in eine 30 plätzigen Turboprop mit kleiner Ladekapazität für Gepäck zurückgelegt. Leider wurde eines der Gepäckstücke nicht mitgenommen, sodass am ersten Tag eine Ausrüstung fehlte. Auch sollte man ein ausreichendes Mass an Gelassenheit für die insgesamt 3 Sicherheitskontrollen des Handgepäcks mitbringen, welche in Britannien mit besonderer Hingabe erfolgt.

Das Tauchgebiet von Scala Flow fasziniert mit seiner grossen Zahl von Wracks aus verschiedenen Epochen, insbesondere mit den 1919 selbstversenkten Schiffen der kaiserlichen Hochseeflotte, welche in unterschiedlichem Erhaltungszustand in Tiefen von 25 bis 45m betaucht werden können. Die Bedingungen erfordern einige Taucherfahrung mit Trockenanzügen und man sollte keine Probleme mit schlechter Sicht, Kälte, Tiefe, Dunkelheit und starken Tiedenströmungen haben. Das Setzen einer Boje und der Freiwasseraufstieg in der Strömung beim Behauchen der Blockschiffe ist Standard.

Die Basis unserer Wahl war The Diving Cellar, welche sich schon während der Organisation als sehr kundenfreundlich und schnell in der Beantwortung der anfragen gezeigt hatte. Bei Regen am kleinen Flugplatz von Kirkwall angekommen wurden wir von Doughie mie dem Bus abgeholt und nach Stromness zur Unterkunft gefahren. Diese besteht aus 6 dreier Zimmern mit insgesamt 4 Badezimmern einem Aufenthaltsraum und einer grossen Küche, in der uns Rose jeden Morgen einleckeres schottisches Frühstück mit Porridge, Ham, Bakon, Eggs, Saussage, Haschbrowns, Toast etc. zubereitet hat. Hier nochmals vielen Dank für dir Kuchen zum Abschied. Der Standard er Unterkunft ist einfach sauber und zweckmässig. Der Hafen ist zu Fuss in 10 min zu erreichen. Dort befindet sich auch der gut sortierte Tauchschop, mit Leihausrüstung und overnight Reparaturservice zu günstigen Preisen.

Das Tauchschiff John L ist ein 70 jähriger umgebauter Schlepper mit viel Platz auf Deck für die Ausrüstung und einem beheizten Raum unterdeck zum Trocknen der Anzüge. Die Flaschen bleiben die ganze Zeit am Platz und werden für jeden Tauchgang mit dem Wunschgemisch bis 40% O2 gefüllt. Besonderer Beliebtheit vorallem wenns wieder mal regnet erfreut sich die Kabine mit kleiner Kombüse, in der man sich einen Tee, Kaffe oder zum Mittag auch Sandwichs und Suppe servieren lassen kann.
Die Ausfahrt zu den Tauchplätzen beginnt jeweils um 8.00h morgens und dauert ca eine Stunde während der man seine Ausrüstung vorbereitet und sich über das zu behauchende Wrack informieren kann. Kapitän Angus gibt ein sehr kurzes Briefing über Tiefe, Lage und Ort der Shotline. Man sollte sich deshalb schon vorher einen Plan des Wracks eingeprägt haben. Je Ausfahrt werden zwei Tauchplätze angefahren mit einer Oberflächenpause von ca 2-3 Stunden, die zum Besuch des Museums in Lyness oder zum Beobachten der Seehunde genutzt werden kann. Die grösseren Wracks sind mit Bojen markiert, welche gegen die Strömung angefahren werden, sodass man im Idealfall darauf zutreibt. Der Abstieg erfolgt je nach Stärke der Strömung an der Leine oder im Freiwasser.
Da die meisten Wracks schon seit 100 Jahren am Grund der Bucht liegen und unterschiedlich intensiven Bergeversuchen ausgesetzt waren ist ihre Erhaltungszustand sehr unterschiedlich. Die Orientierung am Wrack auch auf Grund der schieren Grösse mitunter schwierig. Die Sichtweiten variierten von 5 bis 10m.
Ein besonderes Highlight ist der Taucheranzug mit dem man bequem an Bord genommen wird. Die Besatzung ist sehr freundlich und hilfsbereit wenn auch eher landestypisch wortkarg.
Insgesamt war es trotz eher schlechter Witterung ein gelungenes Taucherlebnis und sicher werden wir noch einig Reisen dorthin unternehmen müssen um nur einen Bruchteil dieser hochinteressanten Wracks zu erkunden.