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Guido194236OWD270 TGs

Wir waren vom 19.04. - 11.05.2008 im ´Wyndham Dom ...

Wir waren vom 19.04. - 11.05.2008 im ´Wyndham Dominicus Beach´ bei Bayahibe und sind in dieser Zeit insg. 25x mit dem Team vom Casa Daniel abgetaucht.

Zum Hotel:

Der Start, den wir dort hatten, war nicht so gut, da wir beim Einchecken gesagt bekamen ´sorry, we are overbooked´ und so mussten wir die erste Nacht in einem ´gewöhnlichen´ Zimmer in einem 3-stöckigem Gebäude verbringen. Am nächsten Tag um 10:00 Uhr erfuhren wir dann, dass wir um ca. 15:00 Uhr den gebuchten Bungalow bekommen würden. So geschah es dann auch, aber wer mit viel Tauchgepäck reist, der weiß, dass solche ´Umzüge´ nicht unbedingt das Urlaubsgefühl erhöhen. Der Bungalow war dann aber sehr schön und in zweiter Reihe direkt am Strand etwas abseits vom Trubel gelegen.

Der Klientel im Hotel war zu gut 80% (oder mehr) italienisch, das Personal war darauf eingestellt und so war die inoffizielle Amtssprache eben italienisch. Mit englisch kam man aber auch weiter, wenn teils auch etwas schleppend.

Das Essen war gut und auf italienische Gaumen abgestimmt, d.h. Pasta gab´s immer, aber auch andere Leckereien wurden serviert. Das Unterhaltungsprogramm war größtenteils leider auch auf den italienischen Anteil an Gästen abgestimmt, d.h. ohne entsprechende Sprachkenntnisse nicht empfehlenswert.

Die Anlage ist sehr groß und gut gepflegt, den ganzen Tag über sind Gärtner mit dem Wegräumen von Blättern, Rasenmähen etc. beschäftigt. Generell war das Personal sehr freundlich, wenn man auch gelegentlich etwas länger an der Bar auf seinen Drink warten musste.

Direkt neben dem ´Dominicus Beach´ liegt das ´Dominicus Palace´. Die beiden Hotels gehören zusammen und so kann man die Annehmlichkeiten und Restaurants beider genießen.

Der Strand erstreckt sich über bestimmt 200m Länge, jedoch kann man nicht überall ungestört ins Wasser gehen, da die vulkanischen Felsformationen und unmittelbar vor dem Stand befindlichen ´Steinhaufen´ nur einen kleinen Teil begehbar machen. Für Schnorchler gibt es in Strandnähe eigentlich nix zu sehen, dafür ist es zu aufgewühlt und in Felsnähe aufgrund der Brandung nicht ganz ungefährlich. Liegen gab´s am Strand in ausreichender Zahl. Sand, Palmen und Türkistöne des Wassers entsprechen 100% dem, was man unter Karibik versteht.

Zur Basis:

Das ´Casa Daniel´ liegt in dem Fischerörtchen Bayahibe und so wurden wir täglich am Hotel bzw. in Hotelnähe abgeholt. Der Transfer dauert ca. 5-10 Minuten, Abholung war in der Regel so gegen 8:30 Uhr. Wer will kann den Weg auch zu Fuß antreten, ist dann aber 30-45 Minuten unterwegs.

Wir haben eigentlich immer 2 Tauchgänge pro Tag gemacht und waren dann je nach Riffentfernung so gegen 14-15:00 Uhr wieder zurück im Hotel.

Die Basis ist ordentlich geführt, das Leihequipment machte einen guten Eindruck. Wir hatten allerdings außer Tank & Blei unser eigenes Equipment mit dabei.

Da die meisten Riffe in nur 5-10 Minuten Bootsentfernung liegen, verbrachte man die Oberflächenpause zwischen 2 Tauchgängen meist an der Basis und fuhr dann erneut raus. Equipment wurde an der Basis aufgerödelt und man fuhr im Neopren an die Riffe. Da die Boote eher klein waren, was das Anrödeln an Bord etwas beengt und umständlich. Hier und da war es einfacher, wenn man das Gerödel über Bord warf und sich im ca. 27° warmen Nass anzog. Nach Beendigung des Tauchgangs gab man Blei und Jacket zuerst ins Boot, sonst wäre der Wiedereinstieg mehr als umständlich und anstrengend geworden.

Mit dem etwas größeren Katamaran sind wir leider nur 2 oder 3x unterwegs gewesen. Darauf war ausreichend Platz und es gab auch Plätze im Schatten (was auf den kleineren Booten nicht der Fall war). Am Heck, zwischen den beiden Außenbordmotoren, war eine Leiter angebracht, über welche man auch mit Equipment wieder zurück an Bord kam.

Die Basis steht unter Schweizer Leitung und auch ein Teil der Crew/Diveguides war aus dem kleinen Bergstaat. Alle waren stets sehr freundlich.

Was uns allerdings echt schockte war die Tauchzeitbeschränkung von 45 Minuten (!!!). Da die meisten Tauchgänge/Riffe noch nicht einmal 20m erreichten, waren unsere Flaschen beim 5m-Stopp meist noch halb voll. Klar gibt es auch ´luftfressendere´ Taucher oder welche mit weniger Erfahrung, aber da hätte man die Gruppe eben teilen müssen, so dass jeder auf seine Kosten kommt.

Zu den Tauchplätzen vor Ort:

Da es nur sehr wenig Fischbestand gab und die Verschiedenheit der einzelnen Riffe nicht wirklich gegeben war - d.h. die Unterwasser-Turbographie, angesiedelte Korallen/Schwämme und Artenvielfalt waren immer recht gleich - fällt unser Urteil hier nicht so gut aus. Auch die etwas weiter entfernten Riffe bei Saona, Catalina und Catalinita boten keine echte Abwechslung.

An ´Kleinkram´ findet man eigentlich nur Spinnenkrabben und verschiedene Garnelenarten. An Schnecken haben wir ganze 2 Arten gesehen und die auch nur recht selten. Lilafarbene Fächergorgonien und verschiedene Schwämme dominieren das Riffbild. Richtig bunte Rifffische (z.B. Falter-, Kaiser- und Papageienfische) sieht man eher selten.

Am besten hat uns ´El Penon´ gefallen, da es dort den meisten Fischbestand, sogar richtige Schulen/Schwärme gab und auch einige Muränenarten zu sehen waren.

(Anmerkung: Wir sind allerdings von Thailand, den Philippinen und dem Roten Meer auch etwas verwöhnt.)

Somit haben wir unsere Tauchgänge mit der Suche nach ´Besonderheiten´, wie z.B. Ritterfisch-Jungtieren, Pygmäen-Feilenischen und Hechtschleimfischen verbracht und hatten dabei teils auch Erfolg.

Ein kleines ´Highlight´ war das Wrack der St.George. Dieser ehemalige Kornfrachter wurde vor Bayahibe extra zum Betauchen versenkt. Türen und Ladeluken wurden zuvor entfernt, somit ist es auch für Wrack-Neulinge geeignet.

Abgetaucht wir am Seil, welches am Heck befestigt ist, dann geht´s weiter zur Schraube und dann auf gleichbleibender Tiefe an der Seitenwand entlang bis zu einer ´Tür´, welche in den Laderaum führt. Im Laderaum bietet das durch die Ladeluken einfallende Licht eine sehr schöne Aussicht zum Bug. Die Aufbauten sind ebenfalls leergeräumt und könne durchtaucht werden. Je nach Tauchgangsplanung kann man mehr Zeit im Laderaum oder den Aufbauten verbringen. Da die Schraube bei ca. 33m und der Bug bei über 40m liegt (leichte abschüssige Hanglage), kommt man hier jedoch recht schnell an die Nullzeitgrenze und verbringt einen Großteil der Tauchzeit bei den Aufbauten und ´am Seil´.

Der Tauchgang ist aufgrund der RNZ nach ca. 35 Minuten beendet.

Die Highlights:

1. Bei Bayahibe gibt es die Süßwasserhöhle ´Padre Nuestro´, in welcher man in max. 13m Tiefe Stalaktiten und Stalagmiten bewundern kann. Das Wasser hat ca. 26° und ist absolut glasklar, d.h. man kann sehen soweit die Lampe strahlt. Am Ende ist ein Dom, in welchem aufgetaucht wird. An den meisten Stellen kann man von unten die Wasseroberfläche sehen und die Höhle ist überall breit/geräumig genug, so dass sie für ´Höhleneinsteiger´ sehr gut geeignet ist. Der gesamte Tauchgang dauert ca. 35-40 Minuten (Hin- und Rückweg zum Dom).

Der Hin- und Rückweg zur Höhle bei 30° und vollem Gerödel ist recht anstrengend. Glücklicherweise führt eine Natursteintreppe runter zum Einstieg, allerdings ist das Stufenmaß gewöhnungsbedürftig und das Geländer eher spartanisch. Am nächsten Tag haben wir unsere Beine gespürt, aber die Höhle war es auf jeden Fall wert.

2. ´La Sirena´, ebenfalls eine Süßwasserhöhle, liegt bei St.Domingo und gehört wohl zu den Top100 Divespots weltweit.

Hier gibt es insg. drei Kammern, welche der Reihe nach angetaucht werden. Stalaktiten und Stalagmiten unter Wasser und in den Kammern sind wunderschön. Auch die Fels- und Gesteinsformationen sind zu bewundern. Die 3. Kammer ist besonders imposant und wir haben dort bei beiden Tauchgängen viel Zeit zum Staunen verbracht. Gleich ´Padre Nuestro´ ist das Wasser so klar, dass man es gar nicht sieht, völlig verblüffend. Auf dem Rückweg beim 2. Tauchgang wurde in einen ´Schacht´ abgetaucht, in welchem bei ca. 13,5m Salzwasser beginnt. Wenn man die Trennschicht durchtaucht ´flirrt´ das Wasser, dann wird es kurzzeitig ganz ´verschwommen´ und schon ist man durch und es ist wieder glasklar. Ein absolutes Top-Erlebnis. Vom Taucherischen her ist diese Höhle etwas anspruchsvoller als die bei Bayahibe.

Hierfür nochmals ein GROSSES DANKESCHÖN an Jens, dass er uns diese Tauchgänge ermöglicht hat.

Fazit:

Die Höhlentauchgänge haben 6+ Flossen verdient, die Basis 5, aber die Riffe haben uns absolut nicht überzeugt (für UW- Fotografen eher enttäuschend), daher gibt´s in der Gesamtbewertung leider nur 4 Flossen.