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GlentaucherPADI Rescue + Spezialbrevets von PADI; Nitrox CMAS; TDI Rebreather3530 TGs

Maratua Atoll - September 2022

"Matatua Atoll", so hiess die Tour vom 01.-12.09.2022. Sie umfasste die Inseln Sangalaki, Derawan, Kakaban und Maratua. Diese liegen vor der Ostküste Borneos bzw. Kalimantans in Indonesien. Die Anreise erfolgte per Flug über Jakarta, Balikpapan und Berau; anschliessend rund 2 Stunden auf dem Landweg bis zur Küste zum Einschiffen. Allein schon diese Fahrtstrecke lässt einem nicht kalt: verbrannte Erde, verkohlte Riesenbaumstämme, Ölpalmen so weit das Auge reicht und unzählige hochhausartige "Schwalben-Hotels" (wo die Schwalbennester für die China-Suppe geerntet werden). Die Gegend ist total kaputt, trostlos und deprimierend. Das Tauchgebiet selber ist leider nicht viel besser: komplett leergefischt und eintönig. Alles was grösser als eine Handfläche ist, haben die Fischer rausgezogen. Wo früher Mantas in Rudeln anzutreffen waren (Sangalaki), herrscht heute Einöde. Während des zweijährigen pandemiebedingten Stillstandes im Tourismus wurden hier unkontrolliert Fische rausgeholt, was das Zeug hergab. Als eine Tauchgruppe beim ersten Nachttaugang auf einen gefinnten Hai-Kadaver stiess und darüber dem mit an Bord der AMIRA mitanwesenden Schiffseigner berichtete, bekamen alle beim Abendessen versammelten Gäste von diesem eine Standpauke zu hören: wir alle seien mitschuldig an der Überfischung und Plünderung der Weltmeere. Sushi, Thunfisch, Haifischflossensuppe, Aquarien mit Napoleons, Mantas und Walhaien - alles unsere Schuld. Die Stimmung an Bord sank auf den Tiefpunkt; der Schiffseigner liess sich von da an während 9 Tagen nicht mehr blicken an Bord. Einen weiteren Tiefschlag bescherte uns Sars-Cov2. Drei Gäste waren positiv, ebenfalls eine unbekannte Anzahl der Crew. Die Gäste mussten 5 Tage in der Kabine ausharren (Quarantäne) und durften nicht tauchen. Am letzten Abend dann der Höhepunkt: der wieder aufgetauchte Schiffseigner schlug wegen eine Lapalie mit einer Metallstange auf einen der Gäste ein und verletzte ihn am Unterarm. Danach wurde der "Täter" zwangsweise von Bord gebracht. Trotz all den misslichen Umständen: die AMIRA ist ein tolles Schiff und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Die Crew ist sympatisch, hilfsbereit und bestens eingespielt - die AMIRA-Band einfach herrlich. Die Platzverhältnisse an Bord sind überwältigend. Das Essen ist sehr gut und abwechslungsreich. Leider erfüllte der Tourplan zu den Inseln die Erwartungen bei weitem nicht. Einziger Wehrmutstropfen unter Wasser: die zahlreichen Schildkröten (bis zu 9 pro Tauchgang) und die schöne Hartkorallenlandschaft an Orten, die noch nicht von der Dynamitfischerei zerbombt wurden. Schade um das Schiff, schade um die Crew, schade um den stolzen Preis von EUR 5'100 plus Trinkgeld.
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