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LorischlomoSSI Rescue96 TGs

Wir waren vom 27.12.2012 bis 3.1.2013 mit der Thu ...

Wir waren vom 27.12.2012 bis 3.1.2013 mit der Thunderbird bei den Brothers. Bevor ich meine Erfahrungen bewerte, eine grundsätzliche Vorbemerkung zu den zahllosen Bewertungen mit 6 Flossen (nicht nur zu diesem Schiff).

Wer eine Safari auf einem Schiff mit 6 Flossen bewertet, gibt damit zu erkennen, dass er sich kein besseres Boot vorstellen kann, kein besseres Essen, keine bessere Crew … Noten sollen aber die Vergleichbarkeit verbessern. Als Mitleser will ich wissen, welches Boot besser als andere ist. Immer die Note 1 zu geben, bewirkt das Gegenteil: Einfalt statt Vielfalt. Mein Eindruck ist, dass die meisten „6 Flossen“ von Einfaltspinseln vergeben werden. Der primitive Satzbau und die zahlreichen Schreibfehler bestätigen das. Tauchen ist für (zu) Viele offenbar einfacher zu erlernen als gutes Deutsch.

Ich vergebe 4 Flossen und begründe das wie folgt. Die Guides, in unserem Fall waren das Kathrin und Dirk, hätten für ihre tadellose Arbeit 6 Flossen verdient, auch wenn sie am Ende eines harten Arbeitsjahres etwas überarbeitet und ausgepowert wirkten. Wer will ihnen das verdenken? Das Tauchen mit ihnen hat jedenfalls Spaß gemacht.
Die Crew allein, vor allem die Bootsmänner, hätten ebenfalls ihre 6 Flossen verdient, denn sie haben freundlich und gut gelaunt alles gegeben – absolut tadellos. Die Tour insgesamt würde ich allerdings nur mit 5 Flossen bedenken, denn die Brothers als Hauptziel scheinen mir jetzt im Nachhinein nicht vielfältig genug; vielleicht sehe ich das aber auch nur der suboptimalen Sicht unter Wasser wegen so.
Maximal 3 bis 4 Flossen hat das Schiff selbst verdient, denn es ist doch arg verwohnt und der Komfort liegt, wenn man es mit einem deutschen Hotel vergleichen würde, bei etwa 2 Sternen. Es taugt durchaus noch für den Zweck, schöne Touren zu fahren, aber wenn man sieht, was sonst noch so auf dem Roten Meer herumschippert und die Thunderbird dort einordnet, was – ich wiederhole mich – der Sinn von Bewertungen ist, dann sind 3 Flossen wahrlich genug.
Auch die Küche hat mit viel Wohlwollen gerademal 4 Flossen verdient. Dass diesbezüglich viele Reisende vor mir ins Schwärmen geraten sind, kann ich mir nur so erklären, dass McDonald’s oder die üblichen All-inclusive-Buffets mittlerweile zum Vergleichsstandard aufgestiegen sind. Ich gebe zu, dass ich die Sterne-Küche liebe und dementsprechend hohe Ansprüche habe, die ich jedoch bei einer Tauchsafari auf einem Schiff wie der Thunderbird nicht zum Maßstab erhebe. Insgesamt war das Essen ordentlich. Wir wurden immer satt. Allerdings war die geschmackliche Qualität, etwa der dürftige Umgang mit Aromen, derart mäßig, dass ich den Koch, kochte er in einem deutschen Restaurant, nicht zwingend ein zweites Mal aufsuchen würde, obwohl ich ahne, dass auch er alles gegeben hat. Doch die Fleischbrocken, die sich Steaks nannten, waren alle bis zur finalen Zähigkeit durchgebraten. Und die Desserts scheinen mir eher aus Tüten entstiegen zu sein, wobei die ägyptische Lebensmittelindustrie nicht das Niveau von Dr. Oetker erreicht. Fazit: eine ordentliche Kantinenqualität, die den Zweck, Taucher zu sättigen, erfüllt, aber keinen Anlass zum Schwärmen bietet.

Ergebnis: 6 Flossen minus je einer für Schiff und Essen ergibt 4 Flossen. Wer nun einwendet, dass die Reise schließlich preiswert war, dem entgegne ich, dass ein Skoda nicht dadurch zum Jaguar wird, dass er nur ein Zehntel kostet. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: eine Reise mit der Thunderbird MUSS billig sein. Bei aller Kritik kann ich mir durchaus eine weitere vorstellen. Ich gehe ja nicht zum Essen und Schlafen an Bord, sondern des Tauchens wegen. Und das hat (s.o.) Spaß gemacht.


Entspannen zwischen den TGen ...


... kann man gut auf der Thunderbird.


Little (vorne) und Big Brother


Frühsport heisst: Gymnastik am Wrack der Numidia.

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