M/Y Seven7Seas (Inaktiv)

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Tauchsafari St. Johns - Rocky Island 07.-13.10.2 ...

Tauchsafari St. Johns - Rocky Island 07.-13.10.2011
Wir hatten eine tolle Tauchsafari unter besten Witterungsbedingungen erlebt. Es war eine gut gemischte (hinsichtlich Alter und Geschlecht) Truppe, bestehend aus 15 Schweizern und 5 Deutschen.
Die Seven Seas ist ein imposantes Boot wenn man im Hafen vor ihr steht. Die Größe allein bietet die Möglichkeit sich auch mal aus dem Weg zu gehen und ggf. etwas Ruhe zu finden. Auf dem Sonnendeck ist für alle ausreichend Platz zum Liegen oder Sitzen, kleine Tische gibt es auch und man hat, in Abhängigkeit vom Stand der Sonne, immer die Wahl zwischen Schatten- oder Sonnenplatz. Wohltuend ist auch, dass die Maschine recht ruhig ist und man nicht, wie bei manch anderem Safariboot, die penetranten Dieselabgase um die Nase geweht bekommt. Auch ist durch die schiere Größe der Seven Seas der Wellengang erträglicher.
Der Salon ist auf dem ersten Blick elegant, ist aber eine Fehlkonstruktion. Durch die Anordnung der Sitzgelegenheiten an den Außenseiten, kann man nicht gruppenweise zusammen sitzen. Auch für die Briefings ist dieses sehr ungünstig, weil man sich nicht um den Diveguide bzw. vor den Flachbildschirm versammeln kann, sondern an der Außenseite entlang oder auf den wenigen Barhockern sitzt.
Der Diningroom ist vom Salon getrennt und läßt nicht so richtig Gemütlichkeit aufkommen. Das Essen war in Ordnung. Der Koch bemühte sich im weitesten Sinne Deutsche Küche anzubieten. Allerdings braucht man auch auf der Seven Seas nicht auf die sehr spezielle typisch ägyptische Wurst und den löslichen Kaffee zu verzichten. Und wenn man am letzten Tag das letzte Mal das pappige Toastbrot gefrühstückt hat, dann ist man froh bald wieder eine richtige Scheibe Brot, ordentliche Wurst und richtigen Kaffee zu haben.
Die Kabinen sind großzügig. Sie sind mit 2 voneinander getrennten Betten ausgestattet, es sei denn man ergattert eine der wenigen oberen Kabinen. Die Klimaanlage ist wirkungsvoll, allerdings laut und damit nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Wer sich in die Kabine zurückziehen will, hat die Möglichkeit mit dem dortigen Flachbildschirm und DVD-Player Filme anzusehen, man muss sich dafür allerdings in umgekehrter Richtung aufs Bett legen / setzen.
Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass die Seven Seas ihre besten Zeiten hinter sich hat. Die Gardinen in den Kabinen sind nicht mehr sauber angebracht, es gibt allerorts erhebliche Gebrauchsspuren an den Möbeln, die Lackierung ist sehr unsauber ausgebessert worden, im Bad sind die unsauber verarbeiteten Anschlüsse der Toilette offen und etwas undicht gewesen, die Bullaugen lassen sich nur mit Mühe öffnen und schließen, was auch an den zerbröselten Dichtungen und der Vielzahl von Lackschichten liegt. Auch auf den Decks ist einiges reparaturbedürftig, sei es der Holzboden, der auf dem Mitteldeck mit Klebestreifen an der Seite stellenweise abgeklebt ist oder der an einigen Stellen nagende Rost. Sehr unangenehm war die letzten Tage der Kloakengestank unten in den Kabinen und im Flur vor den Kabinen, welcher sich auch nicht durch Lüften beseitigen ließ.
Kommen wir zum Tauchen. Das Tauchdeck bietet viel Platz und der Kompressor ist verhältnismäßig ruhig. Nitrox habe ich nie über 30% gehabt. Getaucht wurde an gut gewählten Tauchplätzen vom Boot oder Zodiak. Selbst Nachttauchgänge wurden angeboten, die manch einem auch zu Grenzerfahrungen verholfen haben. Hervorheben möchte ich Khaled, der sich durch eine gute Kenntnis der Tauchplätze auszeichnete.
Die gesamte Besatzung war sehr freundlich und hilfsbereit. Selbst Adrian, welcher die Leitung auf dem Boot hatte, war sich nicht zu schade anzupacken wo Not am Mann war und z.B. hinter der Bar zu stehen oder Gläser abzutrocknen.
Mit diesem Erfahrungsbericht wollte ich eine etwas differenziertere Beurteilung der Seven Seas geben, als sie in vorhergehenden Berichten abgegeben wurde. Wer es anders gesehen hat, soll gerne genauso konkret und differenziert seine Meinung äußern. Die Seven Seas erhält von mir lediglich 4 Flossen, weil ich der Meinung bin, dass es in den Tauchrevieren dieser Welt deutlich bessere Boote gibt.