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Sven1978204173Rescue96 TGs

Meine Freundin und ich waren vom 17.-24.06.2010 a ...

Meine Freundin und ich waren vom 17.-24.06.2010 auf der Longimanus. Es war nicht unsere erste Safari, aber die erste in Ägypten.

1. Zum Boot
Die Longimanus ist zwar kein Neubau, erschien uns aber in sehr gutem Zustand. Die Crew putzt und wienert, wie man es sonst nur noch aus der Lindenstraße kennt. Im Ernst, alles ist immer sehr sauber und ordentlich. Wir hatten eine der Suiten am Oberdeck, das Zimmer war zwar nicht überragend große, aber man fand für Alles ausreichend Platz und hatte den großen Benefit, auch während der Fahrt das Badezimmerfenster und die Kabinentür offen lassen zu können, was wir gerade nachts zu schätzen lernten, während die Bullaugen im Unterdeck verschlossen werden mussten.

Ein ganz großer Pluspunkt ist der Schnitt des Bootes mit dem großen, von einem Sonnendeck überspannten Außenbereich. Wir lagen während der Safari neben einem moderneren, vermeintlich zur Luxusklasse gehörenden Boot. Letzteres hatte zwar, worauf deren Guide stolz hinwies, Flachbildschirme in allen Kabinen, die neidischen Blicke seiner auf einem deutlich engeren Außenbereich gequetschten Gäste auf unser kleines Fußballfeld sprachen aber eine andere Sprache

2. Crew und Tauchguide
Ansprechpartner für alle kleinen und größeren Fragen an Bord ist der deutsche Tauch-Guide Carsten, über den hier schon viel Positives berichtet wurde, und das durchaus zurecht.

Carsten ist freundlich, gut gelaunt und versteht es, auf Stimmungen und Wünsche der Gruppe einzugehen. Seinen interessanten Anekdoten verdanken wir lustige Mahlzeiten und seinen Medikamenten den Verbleib derselbigen auch ohne Seebeine. Unter Wasser fühlt man sich gut begleitet und seine praxisnahen, niemals aufdringlichen Tipps haben uns tauchtechnisch wieder ein Stück weitergebracht.

Carsten hat die Crew gut im Griff. Diese ist sehr freundlich und hilfsbereit, wahrt dabei aber jene angenehme Distanz, die man in Ägypten am Land sich doch des Öfteren wünscht. Ein Dank auch unserem Kapitän, der uns auch fernab auf dem Meer immer mit den neuesten Ergebnissen von der WM versah.

3. Tauchbetrieb

Unser Fahrplan sah die große Tour vor: Brothers, Daedalus, Rocky, Zabargad und Elphinstone. Insgesamt wurden 18 Tauchgänge angeboten. Wir hatten extrem viel Glück mit dem Wetter und so brachten die langen Überfahrten des Nachts allenfalls ein angenehmes Lüftchen, ließen einen aber ansonsten in Ruhe vom nächsten Tauchtag träumen. Dass dies auf diesen Touren auch ganz anders laufen kann, mussten wir nur in einer Nacht erleben. Nach ein paar Stunden argem Geschaukel mussten wir unsere Überfahrt nach Elphinstone abbrechen, da nicht zuletzt das Übersetzen in die Zodiacs nicht mehr sicher gewesen wäre. Diese Entscheidung von Carsten war couragiert und wurde von allen Reisenden vorbehaltlos geteilt.

Die Briefings fielen ebenso unterhaltsam wie informativ aus. Die Einzelheiten des Tauchplatzes wurden anschaulich dargestellt und so wusste man unter Wasser stets wo und woran man war. Die Strömung war meist sehr moderat bis nicht vorhanden, kein Vergleich jedenfalls mit den Malediven.

An Daedalus und den Brothers hatten wir Großfisch (Barrakudas, Napoleons, graue Riffhaie, Hammerhaie und Seidenhaie etc.). Auf den Überfahrten trafen wir regelmäßig auf Delfinschulen, die sich allerdings dann beim Tauchen bescheiden gaben und sich (zu) vornehm im Hintergrund hielten. Letzteres kann man von einem ausgewachsenen Seidenhai nicht behaupten, der fast einen ganzen Tag am Daedalus Riff sich immer wieder direkt unter unserem Boot aufhielt und sich auch beim Tauchen gut beobachten ließ... Dazu gab es schönes Aquariumstauchen mit reichlich Fischsuppe und ordentlichen Sichtweiten. Vulgo, tauchtechnisch eine gleichfalls gelungene Woche.

Wenn man Kritik üben will, dann allenfalls am Bootsbetreiber, nicht aber an den Leuten vor Ort. Softdrinks mag man im Preis einschließen, Nitrox dürfte - wie dies auch auf anderen Booten der Fall ist - ruhig ´for free´ sein und die Klimaanlagen mögen auch eine Inspektion vertragen. Letzteres steht aber in der jetzt beginnenden Sommerpause für die Longimanus eh auf dem Programm. Alles in allem, aber sicherlich eher unbedeutende Bubbles, die das Gesamturteil nicht zu trüben vermögen.

Carsten, der Crew und unseren unterhaltsamen Mitreisenden aus Fulda und Bayern herzlichen Dank.

Verena und Sven

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