Frage 45 der Prüfung zum DiveCon laut SSI Standar ...
Frage 45 der Prüfung zum DiveCon laut SSI Standards:
Wann passieren die meisten Tauchunfälle? Antwort: Bei der An- und Abfahrt zum Tauchplatz...!
Man hat mich jetzt wiederholt gebeten einen Bericht zu unserer diesjährigen Longimanus Tour 2008 im Roten Meer zu schreiben. Es fällt mir nicht einfach, da wir mit insgesamt 4 Tauchern in einem dieser Kleinbusse auf dem Weg zum Boot, 15 Kilometer vor El Quseir, quasi in der stockdunklen Wüste sehr schwer verunglückt sind. Der Bus hat sich, wegen Öl auf der Strasse, mehrfach überschlagen. Keiner weiß mehr wie oft... Die Eindrücke sind bei mir noch sehr frisch verankert und wer seine Freunde einmal mit gebrochenen Gliedmaßen, gebrochener Wirbelsäule, schweren Schnittwunden, stark blutend im Sand hat liegen sehen, kann evtl. verstehen was ich meine.
Mein norddeutscher Sturkopf hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich nach dem nächtlichen Krankenhausaufenthalt in El Quseir, welches nebenbei gesagt in Deutschland als Abdeckerei vom Gesundheitsamt sofort geschlossen werden würde, mich habe zur Longimanus nach Port Ghalib bringen lassen. Die 3 anderen Taucher wurden nach Hurghada in das Nil-Hospital gebracht. Die M/Y Longimanus wurde somit für die nächsten 7 Tage mein 5- Sterne Lazarettschiff. Rundum sorglos auf dem Oberdeck abhängen, die Wunden trocknen lassen, wundern das man mit eine 8er Angelschnur auch meine Hände wieder zusammen nähen kann und den anderen beim Tauchen zuschauen, war angesagt. Das war aber in Ordnung mit mir, konnte ich doch die ersten paar Tage kaum alleine aufstehen bzw. mich anziehen. Ich bin übrigens Wiederholungstäter auf der Longimanus und bin schon im November 2007 mit dem Boot auf der Südtour gewesen. Allerdings war für dieses Jahr die Königsetappe angesagt. Wir wollten Haie sehen!
Um den Strom der anderen Safari-Boote zu entgehen, entschlossen sich unsere beiden Guides Basti und Mohammed (Hat 1700 TG´s in 3 Jahren hinter sich gebracht! Das soll mal einer schaffen...) kurzfristig die Tour nicht bei den Brothers anfangen zu lassen. Somit sind wir dann antizyklisch Deadalus, Elphinstone, Brothers gefahren. Eine Top-Entscheidung! Wir hatten jeweils max. 1-2 andere Boote an den Riffen. Wer schon mal an den Brothers war, wird mir das kaum glauben...
Deadalus gleich am Tag zwei der Reise, war wohl der Hammer! Ja, ja... Hammerhaie auch! Graue-, Riff-, die wunderschönen Fuchshaie und die... wie hieß das Boot noch?? Rüüüchtisch... Weißspitzenhochseehaie. Longimani eben! Die weiß-spitzigen Freunde der Hochsee-Patrouille versüßten auch mein Leben auf dem Oberdeck, kreuzten sie doch unentwegt rund um das Boot. Übrigens die Salat-Koralle vorne/unterhalb am Steg des Leuchtturms ist wohl einmalig in seiner Größe im Roten Meer!
Zu Elphinstone, unserem nächsten Ziel, habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis. Irgendwie werde ich nicht warm mit diesem Riff. Dieses mal überraschte es unsere Gruppe mit einer Wahnsinns-Drift. Die Longimanus ankerte am Nord-Plateau. Nachdem 2 Taucher der Gruppe, auf Grund der starken Strömung nach 4 Minuten abgebrochen hatten, schaffte der Rest die 750 Meter Länge des Riffes in rekordverdächtigen 25 Minuten. Dort wurden sie dann von unseren Zodiaks im Strömungsschatten des Süd-Plateaus eingesammelt. Wer´s mag...
Danach ging es für 2 Tage auf die Brothers. Erst der Kleine und dann am nächsten Tag der Große. Wir hatten dort fast nur spiegelglatte See und man konnte Delfine rundherum in weiter Entfernung spielen sehen! Auch gab es kaum Strömung, was dort sehr ungewöhnlich ist. Einige unserer nicht unerfahrenen Taucher schwörten, dort die schönste Unterwasserwelt des Roten Meeres gesehen zu haben. Am großen Brother „nervte“ übrigens noch ein riesiger Napoleon, der wohl dauernd auf den Arm wollte... Ach ja, und einer unserer Jungs, Guido ein TL, wurde am Boot von einem Longimanus fast gerammt, da der Hai es nicht mehr geschafft hat richtig auszuweichen.
Am letzten Tag ging es ans Austauchen rund um Safaga, was auf rund 15 Meter eigentlich immer sehr schön gemütlich ist. Habe ich auf der Reise Fische gesehen? Oh ja, meine Gruppe hat über 3700 Fotos geschossen... Unglaublich!
Noch kurz zur Longimanus. Der Preis für das Beste Safari-Boot des Roten Meeres in diesem Jahr verpflichtet für die Zukunft. Es ist jetzt wohl auf dem Trockendock und es sind auch einige notwendige Dinge zu reparieren. 6 Wochen sind Zeit dafür eingeplant. Allerdings fällt und steht so ein Preis auch immer mit der Crew. Natürlich auch bis hin zum Guide. Daher Preis verdient und nicht nur deswegen, dass die Crew schon am zweiten Tag wusste: Der Pflegefall auf dem Oberdeck bekommt seinen Kaffee immer mit viel Milch! Und sowieso: Als Lazarettschiff ist es eine reine Verschwendung das Schiff, es ist zum Tauchen da!!!!
Zum gutem Schluss noch einmal zu den Ereignissen des Unglückstages am 04.12.08. Es waren so viele Leute, die uns nach dem Unfall uneigennützig geholfen haben, dass es vermessen wäre, sie hier alle aufzuzählen und dabei einen zu vergessen. Nur soviel: Danke Euch! Ein einigermaßen beruhigendes Gefühl und das auch alles wirklich wieder gut wird, hatte ich persönlich erst als Caren von Barakuda DC, Lotus Bay im Krankenhaus in El Quseir erschienen ist. Da wusste ich, es wird alles ordentlich geregelt. (Caren kenne ich schon als Chef-Guide vom letzten Jahr) Zwei unserer Taucher sind übrigens noch im Nil-Hospital/Hurghada, werden aber hoffentlich zum Wochenende „Flugfertig“ sein. Daumen drücken!!
Danken möchte ich auf jeden Fall noch „dem da oben“, der dafür gesorgt hat, dass das Leben meiner Freunde Julia, Heike, Tom und auch meins, weitergehen darf.
Sven
DiveCon bei MDS/Mallorca
Wann passieren die meisten Tauchunfälle? Antwort: Bei der An- und Abfahrt zum Tauchplatz...!
Man hat mich jetzt wiederholt gebeten einen Bericht zu unserer diesjährigen Longimanus Tour 2008 im Roten Meer zu schreiben. Es fällt mir nicht einfach, da wir mit insgesamt 4 Tauchern in einem dieser Kleinbusse auf dem Weg zum Boot, 15 Kilometer vor El Quseir, quasi in der stockdunklen Wüste sehr schwer verunglückt sind. Der Bus hat sich, wegen Öl auf der Strasse, mehrfach überschlagen. Keiner weiß mehr wie oft... Die Eindrücke sind bei mir noch sehr frisch verankert und wer seine Freunde einmal mit gebrochenen Gliedmaßen, gebrochener Wirbelsäule, schweren Schnittwunden, stark blutend im Sand hat liegen sehen, kann evtl. verstehen was ich meine.
Mein norddeutscher Sturkopf hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich nach dem nächtlichen Krankenhausaufenthalt in El Quseir, welches nebenbei gesagt in Deutschland als Abdeckerei vom Gesundheitsamt sofort geschlossen werden würde, mich habe zur Longimanus nach Port Ghalib bringen lassen. Die 3 anderen Taucher wurden nach Hurghada in das Nil-Hospital gebracht. Die M/Y Longimanus wurde somit für die nächsten 7 Tage mein 5- Sterne Lazarettschiff. Rundum sorglos auf dem Oberdeck abhängen, die Wunden trocknen lassen, wundern das man mit eine 8er Angelschnur auch meine Hände wieder zusammen nähen kann und den anderen beim Tauchen zuschauen, war angesagt. Das war aber in Ordnung mit mir, konnte ich doch die ersten paar Tage kaum alleine aufstehen bzw. mich anziehen. Ich bin übrigens Wiederholungstäter auf der Longimanus und bin schon im November 2007 mit dem Boot auf der Südtour gewesen. Allerdings war für dieses Jahr die Königsetappe angesagt. Wir wollten Haie sehen!
Um den Strom der anderen Safari-Boote zu entgehen, entschlossen sich unsere beiden Guides Basti und Mohammed (Hat 1700 TG´s in 3 Jahren hinter sich gebracht! Das soll mal einer schaffen...) kurzfristig die Tour nicht bei den Brothers anfangen zu lassen. Somit sind wir dann antizyklisch Deadalus, Elphinstone, Brothers gefahren. Eine Top-Entscheidung! Wir hatten jeweils max. 1-2 andere Boote an den Riffen. Wer schon mal an den Brothers war, wird mir das kaum glauben...
Deadalus gleich am Tag zwei der Reise, war wohl der Hammer! Ja, ja... Hammerhaie auch! Graue-, Riff-, die wunderschönen Fuchshaie und die... wie hieß das Boot noch?? Rüüüchtisch... Weißspitzenhochseehaie. Longimani eben! Die weiß-spitzigen Freunde der Hochsee-Patrouille versüßten auch mein Leben auf dem Oberdeck, kreuzten sie doch unentwegt rund um das Boot. Übrigens die Salat-Koralle vorne/unterhalb am Steg des Leuchtturms ist wohl einmalig in seiner Größe im Roten Meer!
Zu Elphinstone, unserem nächsten Ziel, habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis. Irgendwie werde ich nicht warm mit diesem Riff. Dieses mal überraschte es unsere Gruppe mit einer Wahnsinns-Drift. Die Longimanus ankerte am Nord-Plateau. Nachdem 2 Taucher der Gruppe, auf Grund der starken Strömung nach 4 Minuten abgebrochen hatten, schaffte der Rest die 750 Meter Länge des Riffes in rekordverdächtigen 25 Minuten. Dort wurden sie dann von unseren Zodiaks im Strömungsschatten des Süd-Plateaus eingesammelt. Wer´s mag...
Danach ging es für 2 Tage auf die Brothers. Erst der Kleine und dann am nächsten Tag der Große. Wir hatten dort fast nur spiegelglatte See und man konnte Delfine rundherum in weiter Entfernung spielen sehen! Auch gab es kaum Strömung, was dort sehr ungewöhnlich ist. Einige unserer nicht unerfahrenen Taucher schwörten, dort die schönste Unterwasserwelt des Roten Meeres gesehen zu haben. Am großen Brother „nervte“ übrigens noch ein riesiger Napoleon, der wohl dauernd auf den Arm wollte... Ach ja, und einer unserer Jungs, Guido ein TL, wurde am Boot von einem Longimanus fast gerammt, da der Hai es nicht mehr geschafft hat richtig auszuweichen.
Am letzten Tag ging es ans Austauchen rund um Safaga, was auf rund 15 Meter eigentlich immer sehr schön gemütlich ist. Habe ich auf der Reise Fische gesehen? Oh ja, meine Gruppe hat über 3700 Fotos geschossen... Unglaublich!
Noch kurz zur Longimanus. Der Preis für das Beste Safari-Boot des Roten Meeres in diesem Jahr verpflichtet für die Zukunft. Es ist jetzt wohl auf dem Trockendock und es sind auch einige notwendige Dinge zu reparieren. 6 Wochen sind Zeit dafür eingeplant. Allerdings fällt und steht so ein Preis auch immer mit der Crew. Natürlich auch bis hin zum Guide. Daher Preis verdient und nicht nur deswegen, dass die Crew schon am zweiten Tag wusste: Der Pflegefall auf dem Oberdeck bekommt seinen Kaffee immer mit viel Milch! Und sowieso: Als Lazarettschiff ist es eine reine Verschwendung das Schiff, es ist zum Tauchen da!!!!
Zum gutem Schluss noch einmal zu den Ereignissen des Unglückstages am 04.12.08. Es waren so viele Leute, die uns nach dem Unfall uneigennützig geholfen haben, dass es vermessen wäre, sie hier alle aufzuzählen und dabei einen zu vergessen. Nur soviel: Danke Euch! Ein einigermaßen beruhigendes Gefühl und das auch alles wirklich wieder gut wird, hatte ich persönlich erst als Caren von Barakuda DC, Lotus Bay im Krankenhaus in El Quseir erschienen ist. Da wusste ich, es wird alles ordentlich geregelt. (Caren kenne ich schon als Chef-Guide vom letzten Jahr) Zwei unserer Taucher sind übrigens noch im Nil-Hospital/Hurghada, werden aber hoffentlich zum Wochenende „Flugfertig“ sein. Daumen drücken!!
Danken möchte ich auf jeden Fall noch „dem da oben“, der dafür gesorgt hat, dass das Leben meiner Freunde Julia, Heike, Tom und auch meins, weitergehen darf.
Sven
DiveCon bei MDS/Mallorca
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