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Gelbflosse600 TGs

Royal EvolutionNach vielen Tauchgängen (Boote) in ...

Royal Evolution

Nach vielen Tauchgängen (Boote) in Ägypten war ich reif für den Sudan. Ein Buddie machte mich auf die Royal Evolution aufmerksam und schwärmte vom Boot und von den Plätzen. Wie schon häufig habe ich durch solche Infos wunderbare Safaris erlebt. Mund zu Mund-Propaganda ist eigentlich immer ganz verlässlich.

Inzwischen war ich das zweite Mal auf dem Boot. Mich wundert, dass es fast nur Lobe aus vollem Munde und 6 Flossen gibt. Hört man sich auf dem Boot um berichten jedoch viele von einem besseren Management bis vor 2 Jahren. Seither geht es aus meiner Sicht deutlich nach unten und es besteht Handlungsbedarf.

Die Anreise
Je nach Herkunft landet man in Marsa Alam und wird dort abgeholt und zum Boot gebracht. Leider war der lokale Guide nicht da und ich ging als letzte Person aus der Halle. Aber es sind ja Ferien und wir sind in einem warmen Land.

Das Boot
Wie schon beschrieben ist es sehr grosszügig und geräumig. Mehrere Decks laden zum Verweilen ein. In der Mitte gibt es ein Deck bei dem man nicht so der Sonne ausgesetzt ist und man herrlich entspannen kann oder einfach von den Tauschgängen träumen kann.
Die Kabinen sind geräumig und werden täglich gereinigt, sie sind jedoch in kleineren Themen nicht sehr durchdacht (Anzahl Steckdosen, im Bad keine Möglichkeit etwas abzulegen wie Zahnbürste, Duschgel, etc.). Die Betten sind getrennt bis auf 2 Kabinen. Wenn man Pech hat erwischt man das (kleine) Bett über den Treppenaufgängen. Ich schlief jeweils schräg mit heraushängenden Beinen, da es anders nicht möglich war.
Die Lounge ist gross. Wenn voll ausgebucht wird es aber zum Essen, wie auch zum Briefing etwas knapp.
Technik findet sich an Bord in vielen Aspekten. Die Bootstechnik kann ich nicht beurteilen. Die Navigationstechnik und Ortungssysteme scheinen jedoch nur manchmal zu funktionieren. Im ersten Jahr gab es Probleme mit dem Satellitentelefon dieses Jahr war das Boot gemäss Ortung über 170 Tage im Sudan...
Dafür gibt es eine riesige Musik- und TV Anlage. Diese wird jedoch häufig zur Unterhaltung der Crew benutzt, was manchmal ziemlich nerven konnte. Bei dem täglichen TV Programm kam ich mir zunehmend mehr als Störfaktor als Gast vor. Gelegentlich findet ein Teil des Briefings via Bildschirm statt (z.B. Bootsbriefing, Geschichte zur Umbria).
Es kommt alles etwas in die Jahre und man sollte anfangen sanft zu überholen.

Tauchen
Wie schon beschrieben wird der Sudan auf dem Wasserweg bereist. Beim Verlassen von Ägypten und bei der Einreise in den Sudan erlebt man die lokalen Tücken und Zeitgefühlunterschiede. Bis auf das lästige Warten verlief es aber ohne Probleme.
Leider ist „der tiefe Süden“ eher ein Marketingwitz denn Realität. Aus welchen Gründen auch immer ist man nur 2 oder 3 Tage dort. Der Rest der Tauchgänge findet genau daort nicht statt. Bei 14-tägigen Ferien ist das doch eher mager. Im ersten Jahr hatten wir kaum Grosses im zweiten Jahr wurden wir aber belohnt. Auch der sonstige Fischreichtum erinnert an Zeiten von früher im Roten Meer.
Briefing ist etwas lustlos und wenig informativ. Auf Strömungsinfos kann man sich auch nur bedingt verlassen. Hinweise zu Fischen und Besonderheiten sind kaum zu haben. Es geht oft um die Möglichkeit von Haien. Naja, man kann ja die Augen selber aufsperren.
Bei einer Vollbelegung gehen 3 Guides mit. Sie lassen grosse Freiheit. Allerdings fehlte mir der eine andere gelegentliche Hinweis… Aus meiner Sicht gibt es so viel mehr als Haie (wenn sie dann da sind glänzen meine Augen aber auch).

Küche
Das war wirklich eine Katastrophe. Mir ist klar, dass es keine exklusive Küche geben kann und Geschmäcker sehr verschieden sind. Die Eintönigkeit und die Qualität übertraf jedoch alles bisher erlebte. Fettig, verkocht, Schuhleder, halbgar, trocken sind ein paar Stichworte. Der Nachmittagsnack war oft meine Rettung jedoch nicht gerade Figurfreundlich

Crew
Ist freundlich und an Touristen gewöhnt. Einige der Guide sprechen neben Englisch auch Deutsch. Die Organisation (Tauchgänge, Tagesplanung, etc.) ist eher etwas nachlässig. Man wusste oft nicht wann man tauchen geht, wie lange die Pausen sind, etc. Auf der Plattform musste man ab und zu auf die Zodiaks warten und es lief oft einfach „wuselig“.
Einige Crewmitglieder vergessen teilweise dass sie auf dem Boot v.a. zum Arbeiten sind. Man konnte z.B. den Koch Stunden auf dem Sonnendeck finden (lesend und Füsse hoch). Das Gefühl von der Lounge war auch hier oftmals vorhanden. Als zahlender Gast finde ich dies doch etwas befremdlich.
Die Anzüglichkeiten und Anmachversuche sind für einige Frauen sehr anstrengend gewesen und wurden erst reduziert nachdem MANN ein Machtwort führen musste.
Es gab aber auch ausgesprochen tolle Crewmitglieder z.B. im Salon die beiden machen einen super Job.

Fazit
Ich wünsche mir eine deutliche Verbesserung der Situation oder rasch einen Mitbewerber in dieser Klasse. Die Tour sollte länger im Süden verweilen von mir aus auch auf Kosten von einzelnen Tagen an denen auch nur 2 oder 3 mal getaucht werden kann um die Stecke gut zu bewältigen. Die Ausstattung des Bootes und der Kabinen sollte optimiert werden und kleinere Reparaturen stattfinden. Die Crew braucht eine gute Führung und sollte auf das Zielpublikum (Europa) besser abgestimmt sein. Die Küche (Qualität und Vielfalt) müssen sich deutlich verbessern und v.a. an den ersten Tagen frische Kost (Gemüse und Obst). Wenn diese Dinge wieder beachtet werden stimmt auch der Preis.


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