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Tiefenrausch

Hi zusammen,
ich habe eine allgemeine Frage zum Tiefenrausch. Die Ursache dafür sei ein hoher pN2 und die individuelle Disposition inklusive Tagesform, Körpergewicht, Größe, ausgeschlafen, getrunken, gegessen, Anfälligkeit im allgemeinen, Gewöhnung usw.

Bei meinem Tieftauchgang im AOWD damals waren wir 5 Schüler. Wir sind im See auf 30 Meter gegangen, es war düster und kalt (5°C) und sollten dort Telefonnummer rückwärts aufschreiben und Haus vom Nikolaus malen. Ehrlich gesagt hatte niemand von uns das Gefühl, dass das jetzt schwerer und komplizierter war, als an der Oberfläche, außer dass sich mit dicken Handschuhen und steifen Fingern vor Kälte schlechter schreiben lässt und man aufgrund der Dunkelheit kaum was sehen konnte und die Taschenlampe irgendwie halten musste, war es vom Denkprozess her eigentlich "ganz normal schnell".

Ich habe in der Vergangenheit häufig Tauchgänge innerhalb der Grenzen des Sporttauchens bis 40 Meter gemacht und obwohl ich versucht habe in mich hineinzuhorchen und auf meine Wahrnehmung auch bewusst geachtet habe konnte ich bisher kein Rauschgefühl feststellen.

Das Gefühl, es sei "wie zwei Bier" konnte ich bislang nicht bestätigen. Ich sage mal "zum Glück".

Ein befreundeter TL sagte mir, dass er das erste Mal erst nach über 400 TG einen Tiefenrausch hatte.

Wie ist das bei Euch?
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Joe.MurrSSI DiveCon
08.05.2012 16:37
Ich habe bei mir auch noch keine Symptome festgestellt, auch wenn`s mal ein wenig tiefer ging.

Aber das ist so wie bei den Alks. Die glauben auch, dass sie kein Problem haben. Oder andere, die glauben auch, dass sie autofahren oder tauchen können.

Das Ganze liegt einfach an der Fehleinschätzung an sich selbst, was aber auch nicht verwunderlich ist, wir sind ja alle nur Menschen und keine Maschinen.

Abhängig von Deiner "Tagesform" und der Tiefe wirst auch Du "irgendwann" mal merken - und auch spüren, dass da eine Stickstoffnarkose ist, mal leichter mal weniger leicht.

Gruß
Joe

PS: wobei mich die Frage an sich jetzt schon wundert
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
08.05.2012 16:49
Was verstehst du denn unter Tiefenrausch.
Diverse Symtome, leicht oder schwer, oder die volle Dröhnung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenrausch

Bisher hatte ich schone einige TG´s wo ich die Wohlfühlgrenze erreicht habe. Und auch schon einige Symtome händeln musste. Und die einfachste "Therapie" ist etliche Meter aufsteigen.
Das Wichtigste ist, dass man die Symtome erkennen kann und entsprechend reagieren kann.

Und die Martiniregel kann ich je nach Tagesform mehr oder weniger bestätigen.
EXIL - VFLerCMAS*** / TDI Cave
08.05.2012 16:53
Uns hat der TL vor zwei Jahren mal in 43 Metern Tiefe rechnen lassen: Wurzel 80, schriftliches Addieren von drei vierstelligen Zahlen und 13+14*15, wobei das "plus" wie ein "mal" aussah und ich approximieren musste. 2800 habe ich hin geschrieben. Dichter wäre ich an Land in ein paar Sekunden auch nicht dran gekommen. Dazu sollten wir uns noch ein Datum merken, dass dort auf einer Tafel vermerkt war. 8. März - das Jahr habe ich vergessen. Hat alles geklappt und lange gedauert hat es auch nicht. Dennoch wird wohl eine Einschränkung vorhanden sein und je komplexer die Aufgaben werden, desto deutlicher merkt man es wohl. Kollegen von mir konnten in 30 Metern Tiefe ihren eigenen Namen nicht mehr schreiben und fanden das in der Situation lustig.
08.05.2012 17:19
Ich hatte bei über 400 Tauchgängen nur einmal einen so heftigen Tiefenrausch, dass ich den Tauchgang abgebrochen habe. Es war ein Gefühl, als hätte ich Drogen genommen. Ich hatte den Eindruck, die Situation nicht mehr unter Kontrolle zu haben.
Ansonsten spüre ich den Tiefenrausch am deutlichsten, wenn er langsam wieder verschwindet. Im Januar habe ich zwei 60-Meter-Tauchgänge im Roten Meer gemacht und erinnere noch gut das eigenartige Gefühl, wie der Kopf beim Auftauchen langsam immer klarer wurde.
08.05.2012 17:35
http://web.mac.com/cobber/Trimix/AQUAcorps/wahwah/Wah-Raimo.htm
08.05.2012 22:18
Vor zwei Jahren habe ich in Ägypten zweimal innerhalb kurzer Zeit den selben 60m TG zweimal gemacht, einmal mit Luft (Extended Range) und später mit Trimix. Der Lufttauchgang war spitze, einer meiner besten Tauchgänge. Dass dieses Gefühl wohl nur durch den ziemlich starken euphorischen Tiefenrausch ausgelöst wurde, konnte ich später dann beim exakt gleichen Trimix Tauchgang feststellen; diesen Tauchgang empfand ich dann als ziemlich langweilig und unspektakulär. Gerade der euphorische Tiefenrausch ist wohl wenigen wirklich bewusst. Ist aber trotzdem nicht zu unterschätzen, gerade wenn man in der Euphorie die Zeit und den Fini vergiesst.

Immer gut Luft
Steffen25Adv.TX
08.05.2012 22:42
Hallo Nick,

kommt mir irgendwie sehr bekannt vor

(bin Pfingsten wieder Nw)
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
09.05.2012 03:40
Eigene Einschätzung und real vergangene Zeit können beim Tiefenrausch deutlich voneinander abweichen

Praktisch ist hier die Verwendung einer Videokamera, um später die eigene Wahrnehmung und die real vergangene Zeit zu vergleichen ...

Meint ein Teilnehmer zb., das zwischen Aktion und seiner Reaktion nur wenige Sekunden vergangen sind und er sich ja auch allgemein `normal` gefühlt hat, dann aber auf dem Video erkennen muß, das es deutlich länger war - sogar bis hin zu einigen Minuten - kann dann im Ernstfall schon mal deutlich ins Auge gehen ...
09.05.2012 07:26
Ich fühle mich im Wasser immer sehr wohl, auch etwas tiefer. Der beste Tiefenrausch, den ich je hatte, war bei einer Druckkammerfahrt. Denn da gehts richtig schnell runter, so schnell seil ich mich beim Tauchen nie ab. Probiert mal eine Druckkammerfahrt auf 50 m.
09.05.2012 07:46
Ich hatte bei meinen 200+ TG bis dato nur einen Tiefenrausch.
Den allerdings schon auf 20m!!!!!!!!!!!!
Voran ging ein ziemlich chaotisches Briefing gefolgt von Problemen beim abtauchen (Flasche war nicht richtig montiert). Was ich aber als nachdenklich empfinde, war/ist die Tatsache dass dies ein Prüfungs-TG für CMAS** war. Ich behaupte heute noch, dass der TL mich mit voller Absicht in die Streßsituation getrieben hat. Hab` dann bei einem anderen TL meinen CMAS** locker bestanden.

Später bin ich mehrfach auf über 40m abgestiegen. Entspannte Tauchgänge und demzufolge keien Probleme.
EXIL - VFLerCMAS*** / TDI Cave
09.05.2012 08:31
Was genau hat denn der TL gemacht? Hat er deine Ausrüstung zusammen gebaut und die Flasche nicht richtig montiert oder warst du Gruppenführer und ein anderer hatte diese Probleme? Generell finde ich es gut, wenn bei Prüfungstauchgängen Stresssituationen erzeugt werden. Schließlich sollst du danach in der Lage sein, diese Situationen zu meistern. Bei meinen Höhlenkursen hat die Tauchlehrerin z. B. mal beim Blasencheck meine Brücke geschlossen (was ich eigentlich vor dem Abtauchen schon hätte merken müssen) ohne die Tauchlehrerin hat eine Stresssituation am Umkehrpunkt erzeugt, wodurch ich beschäftigt war und dies hat sie genutzt, um sich zu verstecken. Dann stehst du halt da und musst suchen.

Dass körperliche oder geistige Arbeit die Anfälligkeit für einen Tiefenrausch erhöhen, geht ja auch aus dem oben verlinkten Bericht hervor.
09.05.2012 09:44
Es war der zweite TG an diesem Tag.
Wir kamen aus dem Wasser und es wurde erst mal eine ausgedehnte Oberflächenpaus (>60min.) gemacht.
Dann wurde der nächste TG besprochen.
Ich sollte Grp.-führer sein und habe das Tauchgangsprofil anhand einer Skizze erklärt.
Raus bis zu einer Boje über Wasser.
Dort abtauchen auf 3m.
Kompasskurs für x Minuten und dann runter auf 20m.
Auf 20m Zweitatemregler an vorher benannten Mittaucher abgeben.
5min mit Mittaucher am Zweitatemregler tauchen.
Zurück zum Einstieg.

So war der Plan.

Als es los gehen sollte, musste plötzlich ein Mittaucher nach Wunsch des TL eine zusätzliche Boje mitführen. Ich hatte bereits eine Boje, TL hatte eine Boje.
Also vollaufgerödelt zurück zum Auto und Boje raus.

Dann endlich ins Wasser.
TL stellt den Tauchplan um. Boje anpeilen und direkt abtauchen.
Dann ist angeblich meine Flasche zu tief montiert.
Also im Wasser auf den Bauch legen und TL und ein Mittaucher schieben Flasche nach oben.

Tauchgang beginnt.
Gruppe auf 3m runter.
Tauchzeit im Kopf überschlagen, da wir ja die Strecke bis zur Boje tauchen mussten.
Nach 3min kommt Zeichen von TL sofort auf 20m abzutauchen.

Hier bin ich dann auf über 30m gegangen weil ich den Grund sehen wollte. Fand alles total spannend und hab mich um die Tiefe nicht gekümmert. Mein Buddy, nicht der TL, hat mich dann gepackt und hoch gezogen.

Hört sich alles nicht besonders spektakulär an, ich frag mich aber ob dieses vorgehen des TL wirklich für eine Prüfung sinnvoll war.
Joe.MurrSSI DiveCon
09.05.2012 10:03
@Grantura
>...bin ich dann auf über 30m gegangen weil ich den Grund sehen wollte.
Nun, da haste ja Deinen Tiefenrausch.

Im Übrigen (und mglw. OT) finde ich es schon sinnvoll, wenn ein TL Stresssituationen erzeugt, die der Schüler adäquat handhaben muss/sollte.

Allerdings muss er dann die Situation im Griff haben, sprich "seinen (Notfall)Plan haben
" und alles im Rahmen bleiben, sprich keine Gefährdungssituation hervorrufen.

Ob man das allerdings in einem Prüfungstauchgang einbaut, und nicht in einem der vorausgehenden Übungstauchgänge, mag sicher diskutierbar sein.

Gruß
Joe
09.05.2012 10:07
Dem Handeln des TL widerspricht vor allem, dass DU ja der Gruppenleiter sein solltest. Auf den Gruppenleiter hört der Rest. Der TL sollte nur eingreifen, wenn es wirklich dringend nötig ist. Und nicht zwischendurch einfach Änderungen des Plans vorgeben. Als Gruppenleiter warst du leider nicht souverän.
Habt ihr das Ganze denn dann gründlich nachgearbeitet?
09.05.2012 10:54
Die Nachbehandlung hatte für mich den Anschein einer Selbstdarstellung des TL.
Die Nacharbeitung hab ich dann einen Tag später mit einem Mittaucher gemacht, der die Sache neutral beurteilen konnte. Er fand das Verhalten vom TL auch ziemlich daneben.

Joemurr hat natürlich recht, wenn er sagt, dass Stresssituationen geübt werden sollen. Letzte woche war ich mit meinem sohn tauchen und hab angegeben das ich keine Luft mehr habe um zu sehen wie er die aufgabe löst. So etwas macht m.M. absolut sinn. Genauso wie Krämpfe, Maskenverlust, Ausrüstungsprobleme etc. zu simulieren. Aber bitte nicht bei der Prüfung wo man eh schon angepannt ist.
EXIL - VFLerCMAS*** / TDI Cave
09.05.2012 12:03
Der von dir geschilderte Ablauf klingt in der Tat nach einem eigenartigen TL. Ob man nun unter Wasser darüber diskutieren muss, wer das Sagen hat, der TL oder der Gruppenführer, sei dahingestellt. Gut finde ich z. B., wenn in einen Prüfungstauchgang unangekündigt andere Prüfungselemente eingebaut werden wie Bergen und ans Ufer bringen eines bewusstlosen Tauchers oder eine ohne Luft Situation, die vorher nicht abgesprochen war. Das Argument der Anspannung lasse ich nicht gelten. Wer wegen einer Tauchprüfung angespannt ist und deswegen bestimmte Dinge nicht mehr hin bekommt, der wird in einem echten Notfall ebenfalls scheitern.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
09.05.2012 12:29
Warum denn nicht bei der Prüfung?

Du wirst als Tauchgruppenleiter geprüft, der jederzeit mit allen Problemen zurecht kommen muss.

Bei meiner Prüfung war etliches dabei.
Krampf, Ausrüstung, verlorener Taucher usw.

Beim Prüfungs-TG hatte ich doppelt soviel Luft verbraucht wie normal.


Wichtig ist dann aber vor allem das Debriefing, damit Fehler und Optimierungen angesagt werden.


@Grantura am 09.05.2012 - 09:44
Warum bist du anstelle von 20m bis auf den Grund bei "über 30m" abgetaucht?
Da du dich nicht an die Absprache gehalten hast ist die Reaktion deines Buddies verständlich.
Eigentlich gehört da noch ein richtiger Anschiss vom TL beim Debriefing dazu
09.05.2012 14:40
Hai

Boeser Wicht
>>Praktisch ist hier die Verwendung einer Videokamera, um später die eigene Wahrnehmung und die real vergangene Zeit zu vergleichen ... <<
Stimmt ich filmte auf ca. 60m versch. Garnelen und meinte die Aufnahmen wären kürzer .... beim späteren abspielen stellte ich anhand des Timecode fest, dass die Aufnahmen um einiges länger waren als ich dachte

boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
09.05.2012 16:05
@whaleshark

passiert einigen auch zwischen 30 u. 40mtr., sie sind aber bis zum Videobeweis immer überzeugt davon, das sie fit und schnell waren ...
Gedacht und gefühlt, aber halt nicht mehr real ...
09.05.2012 16:19
@Stephan K.

Geplant waren die 20m.
Bin wegen Tiefenrausch weiter gegangen.
Wahr total euphorisch.
Es war also kein bewusstes "Scheiß auf das Briefing ich will auf 30m" sondern eher ein "alles so toll hier was ist eigentlich da unten".
Anschiss gab es natürlich.
Allerdings ließ der TL die Begründung Tiefenrausch nicht zu.
Ich möchte mich hier auch nicht weiter über den TL aüßern, aber beim anschließenden Aufstieg zur Oberfläche blieb ich mit zwei Mittauchern auf 3m zwecks Sicherheitsstop, wogegen der TL mit zwei anderen an die Wasseroberfläche ging.
09.05.2012 19:43
Ach ja, die gute alte Stickstoffnarkose.

Ich bezweifel mal, das ein Tiefenrausch in 20m bewust wahrnehmbar auftritt. Wenn eine Stress-Situation wie ein Prüfungstauchgang die Schwelle des Wohlbefindes überschreitet, ist das kein Tiefenrausch.
Auch ein positives Erlebnis, welches in Euphorie endet, ist nicht unbedingt mit einem Tiefenrausch verbunden, da es schon im Flachwasser aufteten kann.
Und wenn bei all den Füllstationen in Deutschlands Großstädten oder im Ausland mal wieder erhöhte Kohlenmonoxide von Bundesstraßen oder Stromaggregaten im Atemgas sind, die sich mit zunehmenden Umgebungsdruck heftiger auf den Organismus äußern, ist das eine leichte Gasvergiftung, und kein Tiefenrausch.
Insbesondere bei Tauchgangen im kalten Wasser sind bei Tiefen um 60+ Meter die O2-Werte und ihre Wirkung auf das Nervensystem auch nicht ohne.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt - ebenfalls ist nicht jede Regung des Körpers mit einem Tiefenrausch erklärt, auch wenn es noch so einfach ist. Jeder zweite "Tiefenrausch" hat in Wirklichkeit andere Ursachen und entspricht garnicht der Stickstoffnarkose, und das ist in meinen Augen das gefährliche daran. Anstelle die einfachste Lösung zu nehmen, versuche ich andere Fehlerquellen auszuschließen.

Wenn jemand permanent ne Stickstoffnarkose hat auf 25m, egal ob Luft oder (unbewust) 40er Nitrox im Tank ist, dann sind wohl oder übel andere Gründe dafür verantwortlich. Diese zu suchen, zu beseitigen oder zu akzeptieren, macht die kommenden Tauchgänge um ein vielfaches sicherer.
FotohaieRESCUE
10.05.2012 07:39
Bei Druckkammerfahrt genau zur Demonstration der Veränderung , wie sie als Tiefenrausch auftreten könnten:
Ich hab mich nicht anders, weder besser noch schlechter gefühlt, aber die Test, die man "unten" gemacht hatte, und das Video war erschreckend; da glaubt man am Ende alles richtig gemacht zu haben, und in Wirklichkeit hat man da "unten" puren Schrott hingeliefert.
Tiefenrausch bedeutet nicht, dass man unbedingt ein "tolles Gefühl" bekommt, eher dass man je nach schwere absolut handlungsunfähig wird, und es selbst dabei nicht bemerkt.
KormoranEN 14153-2
10.05.2012 10:27
Wie viele hier berichten: Ich merke den Tiefenrausch in der Tiefe praktisch gar nicht. Erst beim Aufsteigen denke ich jedesmal so bei der 30 m-Marke: Jetzt geht die Birne auf!

Noch `n kleines Beispiel: An den Brothers hatten wir auf ~ 40 m Fuchshaie, die immer von unten kamen und auch wieder nach unten verschwanden. Bei einem ist mein Buddy direkt hinterhergetaucht. Ich habe ihn dann bei > 45 m mal angetippt und habe nach oben gezeigt. An der Oberfläche hat er gemeint, was ich denn gehabt hätte, wäre doch alles OK und er völlig klar gewesen.
kwolf140614413-1; Nitrox**
10.05.2012 12:23
Statt irgendwelcher Gefühle im Tiefengrenzbereich können auch ganz einfach Fehler anzeigen, dass man schon beeinträchtigt ist: von ca. 40m hockommend wollte mal mein Buddy nicht mehr weiter hoch, weil er die TC-Anzeige der steigenden Nullzeit (er hatte den Switch von leichter Deco zu Nullteit nicht bemerkt) mit einer "paradox" steigenden Dekoanzeige verwechselt hatte. Auf mein Drängen ging er höher und auf 20m wurde ihm das dann schlagartig klar. An dem Tag war er ziemlich müde.
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
11.05.2012 02:14
"Antwort von Fotohaie am 10.05.2012 - 07:39
Bei Druckkammerfahrt genau zur Demonstration der Veränderung , wie sie als Tiefenrausch auftreten könnten: "

Schön und anschaulich, aber selten mit der Realität unter Wasser vergleichbar, da in der Druckkammer im Endeffekt nacher alle den gleichen `Schlag` weg haben ...

@all
Hinsichtlich Fehler hatte meine Frau auch mal ein nettes Erlebnis.
Abtauchen auf etwas über 30mtr und obwohl eigentlich tiefenfest (auch deutlich tiefer ;) ) zeigte sie mir dann an, das sie sich nicht gut fühlen würde und doch ein Stück höher tauchen wollte.
Bis dahin also alles noch normal und machbar.
Nur zeigte sie mir das dann immer öfter an und aber anstelle Luft in Ihr Jacket zu lassen, lies sie die Luft ab und ging tiefer ... - natürlich mir immer noch anzeigend, das wir ja nun etwas auftauchen würden ...
Also blieb nur mal zugreifen und sie einfach mit höher nehmen.
Sie ist aber bis heute überzeugt, das sie Luft in Ihr Jacket gegeben hatte und nicht den Auslassknopf betätigte ...

Die Tagesverfassung hat da also scheinbar nicht gepasst und daher hatte sie einen schönen Tiefenrausch incl. richtigem Einschätzen und falschem agieren ...

Es kann also immer mal passieren (ist ja auch kein Beinbruch oder müßte einem peinlich sein) und kann auch durchaus erfahrenen und eigentlich tiefenfesten Tauchern passieren.

Schlimm wird es nur, wenn man absichtlich in den Tiefenrauschbereich taucht wegen dem Feeling und meint, immer alles im Griff zu haben.
Das Realitätsfremde kann einem da irgendwann mal einen bösen Streich spielen und eine falsche Aktion kann schnell zu schlimmerem führen.
Auch im Buddyteam, sollten da beide fast gleichzeitig mal derartig wegtreten ...

Ich hatte auch schon mal einen Taucher, der immer und mit jedem (gerade mit Anfängern) auf Tiefe wollte und dies dann mal mit mir in gesicherter Umgebung (6 Taucher um uns herum,davon einige TL usw.) und der dann bei knapp 30mtr. einfach im Wasser hing wie ein nasser Sack - einfach weggeschaltet hatte, auf keine Zeichen mehr reagierte ...
Ein Stück mit höher genommen schüttelte er sich dann wie ein nasser Hund und war erstaunt, das ich ihm TG-Abbruch signalisierte und wir alle auftauchten.
Oben angekommen wollte er wissen, warum wir nicht tiefer getaucht waren und wollte partout nicht glauben, das er weggetreten war und war richtig sauer auf alle beteiligten Taucher.
Bis heute ist er der festen Überzeugung, immer fit zu sein, nie einen Tiefenrausch gehabt zu haben oder je einen bekommen zu können ...

Leider gibt es viele Taucher, die ein Einsehen als Fehler betrachten und völlig uneinsichtig sind.
Geht halt irgendwann mal schief ...
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