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Reise nach Norwegen

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Unter dem Motto, Norwegen ist gar nicht kalt, sta ...

Unter dem Motto, Norwegen ist gar nicht kalt, starteten wir am Samstag
dem 25. September um 5 Uhr morgens, in Richtung Dänemark. In Hirtshals
wollten wir die Fähre nach Kristiansand um 13:45 erreichen. Nach einem
gemütlichen Frühstück auf der Raststätte Hüttener
Berge erreichten wir den Hafen pünktlich und fuhren auf die Fähre,
die uns in 4,5 Stunden nach Norwegen brachte. Beim einlaufen hatten wir
einen schönen Blick über die Schären und malten uns schon
den Nachttauchgang aus. Vom Anleger bis zu unserer Hütte in Skottevig
war es dann noch eine halbe Stunde Fahrt(38km). An der Reception wartete
man schon auf uns und händigte uns den Schlüssel ohne weitere
Fragen oder Formalitäten aus. Nachdem wir die Hütte kurz in Augenschein
genommen hatten, fuhren wir zur Tauchbasis um unsere Ausrüstung zu
deponieren. Hier begrüßte uns Helge, einer der neuen Leiter
der Basis. Wir bekamen einen abschließbaren Schrank zugewiesen und
den Basisschlüssel ausgehändigt. So waren wir in der Lage jederzeit
tauchen zu gehen, ohne auf eine Gruppe oder Öffnungszeiten angewiesen
zu sein. Für den nächsten Morgen vereinbarten wir jedoch, daß
wir uns einer Gruppe Schweden anschließen um einen Tauchgang an einer
der vorgelagerten Inseln zu unternehmen.



An diesem Tauchplatz lagen Wrackreste und ein großer Anker. Viel
interessanter war jedoch, das die Sicht etwa 15 Meter betrug und die Wassertemperatur
bei 17°C lag. So stellte sich die Unterwasserlandschaft mit ihren Steilwänden
und Canyons eher wie das Mittelmeer dar. Auch war es fast ebenso bunt.
Die Wände waren mit gelben Schwämmen bewachsen, schneeweiße
Korallen, auch Totemannshand genannt, leuchteten uns entgegen. Oberhalb
15 Meter wuchsen Kelpwälder, die teilweise bis zu 10 Meter hoch waren.
Wachsrosen, Seenelken, große Krebse und Seeigel gab es in Hülle
und Fülle. Überall schwammen kleine Klippbarsche, die uns neugierig
begleiteten. Der bunte Kukuckslippfisch läßt einen dann endgültig
am Standort zweifeln. Zuletzt konnten wir dann noch einen kapitalen Lumpfisch
von gut 1,5 Metern Länge beobachten. Doch als wir auftauchten wurden
wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Es regnete und
wer schon mal in Norwegen einen Regenschauer erlebt hat weis, daß
hier der Regen ein wahrer Wolkenbruch ist.



Der Regen hielt an. Am Nachmittag beschlossen wir daher von Land aus
zu tauchen, da auch der Wind auffrischte. Als Tauchplatz wählten wir
einen Fjord unterhalb des Flugplatzes vor Christiansand. Hier sollte das
Wrack eines Wasserflugzeuges liegen.



Das Wasser des Fjords hatte eine bräunliche Färbung. Wir führten
dies auf die starken Regenfälle zurück. Ich wollte den Tauchgang
in Erwartung einer Schlammschlacht schon abbrechen, als sich plötzlich
unterhalb von 3 Metern die Sicht schlagartig verbesserte. Wie wir später
feststellten handelte es sich bei der braunen Brühe um Süßwasser,
das auf dem Salzwasser schwamm. Am Wrack hatten wir 10 bis 15 Meter Sicht,
so daß wir den Rumpf, die Pilotenkanzel mit dem Sitz und einer Luke
sowie diverse Kabelbäume gut erkennen konnten. Nicht weit vom Rumpf
entfernt lag eine Tragfläche. Der riesige Sternmotor war noch in allen
Einzelheiten zu erkennen. Leider mahnte der Tauchcomputer zur Rückkehr,
da unsere Nullzeit durch den morgentlichen Tauchgang bereits verkürzt
war.



Der Tag endete sehr früh nach einer Riesenportion Nudeln diversen
Soßen und einer Unmenge an Knoblauch( gegen die mit zwei Exemplaren
angerückten Mücken) auf der Terasse unseres Blockhauses.



Heute steht das Highlight unseres Kurztrips auf dem Programm. Die Wracktour
zur Seattle.



Helge und Jan, die beiden Leiter der Tauchbasis, fahren uns mit ihrem
Boot, bei strahlendem Sonnenschein und einem lauen Lüftchen durch
eine traumhafte Landschaft. Wir sind begeistert von den kleinen Buchten,
dem Sommerhäusern und dem klaren Wasser. Ein kurzer Zwischenstop an
der Wassertankstelle und es geht zu der Stelle, an der das 140 Meter lange
Schiff der Hamburg - Amerika Linie zwischen 22 und 72 Meter Tiefe aufrecht
auf Grund liegt.



Die Sicht am Tauchplatz ist nicht ganz so gut wie am Vortag, was wohl
mit der Nähe der Fahrrinne und der Hafenstadt Kristiansand zusammenhängt.
Das Wrack ist markiert und wir tauchen an der Bojenleine ab. Schon bald
entdecken wir das Heck mit den gewaltigen Rudermaschinen. Steil fällt
das Deck in die Tiefe ab. Bis zu den Aufbauten ist es nicht weit, aber
die Nullzeit nimmt mal wieder rapide ab. Ein kurzer Blick an der Bordwand
entlang und schon geht es im Zick-Zack über das Deck wieder nach oben.
Ein Gasflaschenlager wird noch kurz inspiziert und schon haben wir den
Salat... Dekopause sagt sich an. So ein gut erhaltenes Wrack ist auch Opfer
wert und Sicherheit geht vor. Wieder an Deck beantworten wir die Frage
nach der Tiefe mit einem verschmitzten lächeln, da wir den beiden
nicht unbedingt erzählen wollen, daß wir aus Versehen gegen
die Basisregeln verstoßen haben (max. 40m, keine Deko). Ein grandioser
Tauchgang. Die Sonne scheint immer noch und wir fahren zur vorgelagerten
Leuchtturminsel, vor der ein kleiner Frachter versunken ist. Der Frachter
entpuppt sich als 60 Meter langes Frachtschiff, das in 18 Meter Tiefe schräg
auf dem Sand liegt. Aber wir sind noch ganz beeindruckt von der Seattle....



Die Rückfahrt verläuft bei Hochsommerwetter wieder durch den
Schärengarten. Die ganz wilden machen noch einen Tauchgang an der
Basis um sich abzukühlen und um das Hausriff zu erkunden. Heute abend
gibt es Suppe, Texastopf und Würstchen. Dazu einen spanischen Rotwein
und Bier. So ein Tag muß einfach gefeiert werden. Beim nächsten
Mal koordinieren wir dann auch die Einkäufe. Unser letzter Tag beginnt
wie immer mit einem Frühstück der Superlative. Kaviar war nicht
verfügbar, aber dank unserer Einzeleinkäufe haben wir genug Nutella,
div. Käse und Wurst in ausreichender Menge.



Es ist trocken aber windig. An der Basis sehen wir schon Helge, der
uns offenbart, daß wir heute nicht mit dem Boot rausfahren können.
Er hat aber von einer Stelle gehört, an der ein englischer Bomber
versunken sein soll. Nachdem wir unsere Sachen für die Rückreise
gepackt haben, fahren wir zu der Stelle. Ein ruhiger Fjord, der fast wie
ein Binnensee wirkt erwartet uns. Der Tauchgang ist nicht spektakulär
und außer einem Hydraulikkolben, der wohl zum Fahrwerk gehörte
haben wir nichts von dem Flugzeug gefunden.



Wir fuhren zur Basis zurück, füllten die Flaschen und verabschiedeten
uns, aber nicht bevor wir noch das obligatorische Käffchen getrunken
hatten.



Da die Fähre erst im 19:45 ablegen sollte hatten wir noch genug
Zeit für einen weiteren Tauchgang von Land aus. Da das Wasserflugzeugwrack
auf dem Weg zur Fähre lag, entschlossen wir uns den letzten Tauchgang
dieses Kurzurlaubs an diesem Tauchplatz zu absolvieren. Ein wirklich würdiger
Platz. Der Tauchgang erwies sich ebenfalls als neues Highlight. Wir fanden
noch einen zweiten Sternmotor mit einem intakten Propeller aufrecht auf
dem Grund.



Nachdem die Ausrüstung verstaut war fuhren wir weiter zum Fähranleger.
Der Hunger veranlaßte uns jedoch zu einen kurzen Zwischenstop. Wir
aßen den, für mich jedenfalls, teuersten Hamburger(250g/21DM).
Dafür durfte man die Beläge wählen und er schmeckte sehr
gut. Die Überfahrt nach Dänemark verlief ruhig und nach weiteren
5 Stunden Fahrt waren wir wieder zu Hause. Die Fahrt hat uns gezeigt, daß
Norwegen wirklich nicht kalt ist.



So ein Kurzurlaub ist entspannend und nicht teuer. Der Trip, für
den man nur max. 2 Tage Urlaub nehmen muß kostet einschließlich
Fahrt, Fähre, Unterkunft und tauchen beim Tauchservice Seebär
DM 500.-. Weitere Informationen und Termine gibt es im Internet unter www.ts-seebaer.de
oder direkt vom Seebär unter 0451 805844.

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