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Bernd Blaser196618PADI AOWD375 TGs

Die meißten der hier beschriebenen Tauchplätze de ...

Die meißten der hier beschriebenen Tauchplätze des Baa-Atolls werden von den Tauchbasen der Inseln Royal-Island, Reeti-Beach, Soneva-Fushi und einer Tauchbasis einer italienisch geführten Club Vacance Insel besucht (die aber im deutsch-sprachigen Gebiet nicht vertrieben wird.), sowie von einigen Tauchsafarischiffen angefahren.
Trotzdem sind alle Tauchplätze im Baa-Atoll eher wenig betaucht.

1.) Donfan Thila:
Der Nummer 1 Hai Tauchplatz des Baa-Atolls
relativ kleines, ovales Fleckenriff. An allen Seiten fällt es steil von zehn auf 30-40m ab. Oft starke Strömung deswegen viel Großfisch. Besucht, einmal November 2004: Drei graue Riffhaie etwa 30 Meter Sichtweite und dreimal September 2006 immer zwischen einem und drei grauen Riffhaien. Zwei mal fünf Adlerrochen in Formation. Einmal zwei kapitale Manta-Rochen und Schildkröten. Die Sichtweiten im September wegen Plankon etwas schlechter 20-25 Meter. Empfehlen würde ich es als früh morgentlicher Tauchgang. Da morgens mehr Haie gesehen werden eventuell auch beim jagen und während des Süd-West Monsums (Juni-Oktober) wegen der Millionen Glasbarsche die in dem Canyon und vor dem kleinen Tunnel stehen. Achtung gut tarieren am Grund des Canyons laueren dann giftige Drachenköpfen, Feuerfische und auch Steinfische.

2.) Dighu Thila:
Lang gezogenes, schmales Fleckenriff im inneren des Baa-Atolls. Ähnlich einem schmalem Bergkamm. Beide Seiten fallen relativ steil auf 30-40 Meter Tiefe ab. Danach folgt Sandgrund. Oben am Thila tausende von Fahnenbarsche die in der Strömung stehen.
An der Strömungsseite der Flanken große Doktorfischschwärme und Schwärme schwarzer Meerbarben. Mit Strömung kann man sich bequem sich am Thila vorbei treiben lassen und erlebt es wie im Tierfilm. Hat man genug von der Fahrt schwimmt man in eine der reichlich vorhanden Überhänge in denen es mal ein Stachelrochen, mal eine Schildkröte, oder nur große schwarze Korallen oder Gorgonienfächer zu bestaunen gibt. Alles in allem auch als Mittagstauchgang machbar da das Rifftopp zwischen 7 und 12 Metern liegt.

3.) Digali Haa (auch Horubadhoo Thila genannt):
Früher Haitauchplatz, heute gibt es diese nicht mehr am Giri. Bei Ebbe ist das Rifftop zu sehen, deshalb ein Giri und kein Thila. Da für die Schiffahrt im Atoll gefährlich.
Zu sehen sind dort aber viele Moränen,
Lobster, große blaue Doktorfische und Soldatenfische. Schön auch als Nachttauchgang.

4.) Nelivaru Beru (Aussenriff der Insel Nelivaru am Ostrand des Baa-Atolls) Große Schwärme von Füssilieren, Buckelschapper und kleinen blauen Rotzahndrückerfische prägen das Bild. Unterwegs am Aussenriff sind immer wieder große Jackfische, Tigerbarsche und schnelle Tunfische zu sehen.

5.) Nelivaru Haa (Thila am Aussenriff)
Zuerst wird meißt der große Riffbrocken betaucht,
der nur etwa 100m im Durchmesser hat. Das Riffdach des Haa liegt bei 14-16m Tiefe, und wird selbst von erfahrenen Bootscrews und Guides nicht immer sofort gefunden. Findet man der Korallenfels
so kann man zumindet zwischen August und Oktober mit einem Schauspiel der Sonderklasse rechnen.
Dann stehen Millionen von Glasbarschen über dem Fels. So viele daß das Riff nicht mehr zu sehen ist. Taucht man in die Canyons die den Felsen in alle Richtungen durchziehen, so öffnet sich vor einem eine Wand von Fischleibern die sich sofort hinter ein wieder schließt. Die kleinen Glasbarsche ernähren sich wie die großen Manta-Rochen von Plankton. Bei beiden Tauchgängen haben wir am Haa oder am langezogenen Riff, an das wir nach 20-30 Minuten getaucht sind, mehrere Manta-Rochen gesehen.

6.) Nelivaru Thila (auch in der Nähe):
Das Riff ist durchweg recht uninteressant. Gut ist eine riesige, intakte, jahrhunderte alte Sternkoralle die auf etwa 15 Meter Tiefe vor dem Riff steht. Dort sieht man ein reißen Schwarm
von Gelbflossenmakrelen durch den man hindurch tauchen kann ohne daß diese schreckhaft flüchten.
Oft werden an der Steilwand vorbei schwimmende Manta-Rochen gesehen. An der Steilwand gibt es ein paar schöne Überhänge. Oben am Riff wurde ein Seil gespannt. Hier können bei Strömung Haie und Adlerrochen beobachtet werden. Als wir dort waren haben wir wegen geringer Strömung und durch Plankton verschlechterte Sicht keine Haie gesehten.

7.) Kihaadoofaru Thila:
Schwärme von Fledermaus, Wimpelfischen Glas- und Feenbarschen sowie kleinen Füssilierfischen sind neben Napoleons und gelben Süßlippen zu sehen. Der Tauchplatz beinhaltet ein kleines rundes Thila, vor dem einige recht interessante, bunt bewachsene, Riffbrocken stehen. Im Anschluß folgt das Dropoff des Riffs der Insel Daravando. Da es geschützt im inneren des Atolls gelegen ist, muß hier nicht mit all zu hefigen Ströumgen gerechnet werden.

8.) Daravando Thila:
Auch ein Mantatauchplatz an dem die Riesen die Putzerstationen aufsuchen. Mich erinnerte dieser Platz an das bekannte Ukulas Thila im nördlichen Ari Atoll. Die Mantas schieben, hier wie dort, ihre schweren Körper elegant mit wenigen Flossenschägen über das Rifftopp. Des weiteren sind die kleinen Canyons die entlang des flachen des Riff laufen, sowie die kleinen Überhänge interessant. Da es hier allerhand zu entdecken gibt.

9.) Anga Thilas (Eigentlich die Verlängerung des Anga-Faru Inselriffs bis zum solitär stehen Dighu Thila): Hier ist die Topographie recht interessant. Vier sog. Thilas können der reihe nach einander betaucht werden. Eine Seite ist flacher so 10-15 Meter Tief mit Sandgrund. Dann folgt das Riff das langsam ansteigt um dann senkrecht in die Tiefe von über dreisig Metern abzufallen. Zu sehen gibt es auf der flachen Seite: Baracuda-Schwärme, Kaiserfische und kleine Forellenbarsche am Riff Tausende von roten Fahnenbarschen und viele kleine blaue Rotzahndrücker. In den Überhängen der Steilwand Feuerische und am Grund der Überhänge gut getarnte Drauchenköpfe.

10.) Das sogenammte Blue-Hole:
Na unter diesem Namen stelle ich mir aber ein wenig was anderes vor. Das obere Loch ist in 12 Metern Tiefe untere in 24 Metern Tiefe. Betaucht wird es am besten von unten nach oben da es sonst etwas eng werden kann. Besonders wenn jemand entgegen kommt. Zu sehen gibt am langegzogenen Riff an dem das Loch liegt, große Gittarren-Rochen
so etwa zweieinhalb Meter lang und ziemlich scheu, eine große unechte Karettschildkröte
und die üblichen Maledivenfische wie Füssiliere
und gelb-blau gestreifte Süßlippen.

11.) Fanka Thila:
Hier von einem Thila zu reden ist schon fast ein Witz. Das Riffdach liegt auf einer Tiefe von gut dreißig Meter. Oben stehen schwarz farbige Astkorallen (deren Name ich nicht kenne, sie sehen nur so aus). Am Rand fällt das Riff zum Sandgrund etwas ab. Sollte man es trotz der Stömung über den Riffrand schaffen, kann man in einer Tiefe die auf den Malediven schon strafbar ist, an ein paar kleinen uninteressanten Überhängen in Deckung gehen. Fazit: Nur geeignet für Tiefen- und Stömungs-Junkis die am Riffleben weniger interesse haben als an der Anzeige auf dem Tauchcomputer.
Da alles was ich hier gesehen auch schon auf einer weit geringeren Tiefe gesehen werden kann.
Sicherlich als Dekotauchgang machbar was auf den Malediven aber eher verpönt ist.

12.) Hiru Caves:
Steile Riffwand mit Überhängen im Norden des Atolls. In den Überhängen oft Stachelrochen. Sonst sieht man Schildkröten auch schon mal einen großen Schwarm Füssiliere.

13.) Hiru Faru:
Langweiliger Kanal im Norden des Atolls mit einigen gelben Weichkorallen am Rand. Am ende des Kanals am Aussenriff einige große Sternkorallenbrocken in dem viele kapitale Langusten leben. Am Aussenriff Napoleons und Schildkröten.

14.) Thilado (auch Milado im norden des Atolls)
Auf etwa 22 Meter Tiefe eine große Höhle die tief in das Riff reicht (10 Meter oder tiefer). Also eine Lampe mitnehmen. Am Dropoff viele Moränen oben am Riff neue Gehirn- und Lederkorallen. Sonst die üblichen Maledivenfische oft große Schwärme von gelb farbigen Blaustreifen Schnappern. Wenn man diese sieht, langsam am Grund auf den Schwarm zuschwimmen und bevor er sich teilt das Foto machen. Meiß sieht man dann, auf dem Foto, die Fischschwänze. Da just in dem Zeitpunkt wenn man den Auslöser drückt der Schwarm weg schwimmt.

Ansonsten gibt es im Atoll mindesten noch dreisig weitere Tauchplätze zu sehen. Die bekanntesten habe ich oben beschrieben. Wenn aber uns an einem anderen Tauchplätze ein paar Manta Rochen, oder sogar ein Walhai über den weg schwimmen sollte, ist bestimmt dies der tollste Tauchplatz im Baa-Atoll. Ich war einmal Anfang Dezember im norden des Atolls (zur Monsum-Wechselzeit) und einmal ende September (während der Südwest Monsums). Während des Jahreswechsel sind die Sichtweiten bei weitem besser, allerdings sind dann die großen Planktonfresser nur sehr selten zu sehen. Die Temperaturen über Wasser sind immer so um die dreisig Grad. Bei Monsumwechel hat es komischer weise öfter geregnet als während des eigendlich schlecht Wetter südwest-Monsums im September. Allerdings ist es dann schon mal ganz schön schwül.