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krissii195894PADI AOWD20 TGs

Wir waren Ende September 2003 für 5 Tage in Sodwa ...

Wir waren Ende September 2003 für 5 Tage in Sodwana Bay in der Tauchbasis Coral Divers. Ich habe dort meinen AOWD gemacht. Zu dem Tauchrevier und –bedingungen selber kann ich nur den superinformativen Bericht von Angie (findet sich unter der Basis „Sodwana Bay Lodge Scuba Center“) empfehlen. Dem ist nicht viel hinzuzufügen... Ich werde mich daher auf ein paar zusätzliche Infos für diejenigen beschränken, die, wie wir, auf einer Rundreise ein paar Tauchgänge in Südafrika einplanen möchten.

Entgegen den Angaben in vielen Reiseführern gibt es inzwischen zumindest eine vollständig geteerte Strecke nach Sodwana (über Hluhluwe). Wir haben allerdings auch Leute getroffen, die – in der Meinung, eine Abkürzung zu fahren – sich die kilometerlange Schotterpiste gegeben haben. Fazit: mit normalen Mietwagen wirklich, wirklich nicht zu empfehlen (der Fiat hatte es aber überlebt). Wer aber das Abenteuer sucht... Direkte Busverbindungen gibt es keine. Wenn man keinen Wagen zur Verfügung hat, ist es, glaube ich, möglich, sich in Hluhluwe abholen zu lassen. Diese Angabe ist aber ohne Gewähr!

Falls man vor hat, einen Tauchschein bei den Coral Divers zu machen, sollte man übrigens am Wochenende anreisen; üblicherweise beginnen alle Kurse Sonntag nachmittags / abends. Normale „Fun Diver“ werden beim täglichen „Board-Meeting“ gegen 19.00 Uhr auf die Boote und entsprechenden Tauchgänge des nächsten Tages aufgeteilt. Dabei kann jeder nach eigenem Gusto entscheiden, wo er tauchen will. Die entfernten Riffe sind natürlich nur gegen Aufpreis zu buchen. Die Ausrüstung besorgt man sich entweder am Nachmittag oder am nächsten Morgen vor den Tauchgängen (da kann es dann aber knapp mit der Zeit werden!). Leih-Equipment (gut in Schuß) ist reichlich vorhanden (zumindest in der Nebensaison).

Ehe ich es vergesse: Ich kann nur davon abraten, sich dort als absoluter Anfänger den „Open Water“ vorzunehmen. Die ersten Übungen werden zwar in einem anlageneigenen Pool gemacht, relativ schnell geht es aber doch auf den ersten richtigen Tauchgang. Und ich wage zu bezweifeln, dass man den geniest, wenn man neben den normalen Anfängerproblemen auch noch gegen Strömung und „suboptimale“ Sichtbedingungen zu kämpfen hat. Für einigermaßen erfahrene, Taucher ist Sodwana dagegen wirklich zu empfehlen. Je nach Wetter- und Wasserlage (die leider sehr, sehr stark von Tag zu Tag variieren kann) hat man eine Sicht um die 15-20m (kann aber deutlich weniger sein, wenn man Pech hat). Strömung ist fast immer in irgendeiner Form vorhanden; ich fand die schaukelnde Brandungsströmung ( ...mir hatte schon das Geschaukel über Wasser gereicht...) an einigen Stellen jedenfalls ziemlich gewöhnungsbedürftig! Die Wassertemperatur lag bei frischen 21 Grad (Frühjahr) und soll angeblich im Sommer auf 28 Grad klettern.

In Sachen Tierwelt sind die Tauchgänge wirklich lohnenswert (siehe auch andere Berichte), von Haien bis Schildkröten kommt eigentlich alles vor die Nase. Bei Fahrten zu den weiter entfernten Riffen (die zum Teil nur bei optimalen Wetterbedingungen angefahren werden) kann man mit etwas Glück auf Delfine treffen. Auch unsere Gruppe kam bei der Fahrt zum 9-Mile-Reef zu einem Zwischenstopp mit einer Viertelstunde „Delfinschwimmen“, anschließend haben wir sogar einen Wal knapp 10-15m von unserem Schlauchboot entfernt gesichtet. Man muss also zur Tierbeobachtung gar nicht mehr tauchen gehen

Sehr angenehm fand ich, dass die Tauchspots längst nicht so überlaufen sind wie z.B. in Ägypten. Fast immer war unsere Gruppe die einzige, die zu dem Zeitpunkt an einem Riff tauchte – obwohl mehrere Tauchschulen über Sodwana Bay herfallen. Das mag aber vielleicht in der Hauptsaison anders sein...

Na klar gibt es auch Dinge, die mich nicht gerade umgehauen haben. Sehr schade fand ich, dass das Coral Divers landeinwärts auf dem Gelände des National-Park-Camps liegt (für den man noch eine Extra-Gebühr zahlen muss) und man erst einmal 2km mit einem Traktor-Anhänger zum Strand gefahren werden muss. Das richtige „Ich bin am Meer“-Feeling taucht da nicht auf.

Die Unterkünfte sind vom Preis-Leistungsverhältnis (im Vergleich zum momentanen Südafrika-Standard) gerade noch als ausreichend zu bezeichnen. Insbesondere die „Open-Air-Badezimmer“ - übrigens nur von außen (also nicht direkt vom Zimmer) zugänglich – verbreiten, wenn nicht gerade hochsommerliche Temperaturen herrschen, den spröden Charme eines Campingklos im Herbst-Pfadfinderlager. Fazit: Heiss duschen!

Und noch ein Tip: in einigen Information-Centers und Backpackern (z.B. in St. Lucia) liegen auch Broschüren von Coral Divers aus, die einen 10% Discount anbieten (der natürlich eingeschränkt ist, also nur für Unterkunft und Tauchgänge, keine Kurse, Equipment, nicht in der Hauptsaison, bei Vollmond , o.ä.). Dieser wird auch noch angerechnet, wenn man schon vorgebucht und bezahlt hat! Letztendlich haben wir dadurch noch eine gute Summe gespart. Apropos sparen: aufgrund des guten Wechselkurses ist Südafrika momentan wirklich günstig zu bereisen und betauchen. Ich kann es auf jeden Fall mit gutem Gewissen weiterempfehlen!

Weitere Informationen sind auf den Seiten von Coral-Divers zu finden: www.coraldivers.co.za.