Tropicana Castle Diver Resort, Puerto Galera, Sabang

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bernardCMAS*77 TGs

Vom 13.12.05 bis zum 2.1.06 war ich zum ersten un ...

Vom 13.12.05 bis zum 2.1.06 war ich zum ersten und bestimmt nicht zum letzten mal als Einzelreisender auf den Philippinen. Die Hin- und Rückreise gestaltete sich mangels Begleitung und anderen Gästen, doch recht einsam und langwierig, teilweise auch etwas abenteuerlich. Die Taxifahrt vom Flughafen zum Hafen nach Batangas ist schon recht lang. Bei rauher See ist die nächtliche Überfahrt mit der Banka und der einsam gelegene Hafen in Batangas, sicher nichts für ängstliche Gemüter. Dafür hat aber die Koordination der Reise mit Flug, Taxi, Schiff usw. hervorragend geklappt. Niergends musste ich lange warten. In Sabang, auf Mindoro angekommen, ging es gleich 2 Minuten die Hauptstraße hoch zum Hotel Tropicana. Freundliche Mädels zeigten mir gleich mein Zimmer und ich konnte mich, hundemüde wie ich war, erst mal richtig ausschlafen. Das Himmelbett war einfach super, groß und sehr bequem und kein bisschen durchgelegen. Jeden Tag wurde das Zimmer gereinigt und auf Wunsch gab es neue Bezüge oder Handtücher. Das Bad war komplett aus rötlichem Marmor, was überhaupt keine Feuchtstellen zulässt und Ungeziefer und Schimmel zuverlässig verhindert. Zimmer und Hotel entsprachen genau den Erwartungen, wie im Internet beschrieben. Die Besitzer Paul und Ellen haben sich dort ihren Traum von einem mittelalterlichen Schloß verwirklicht und sind immer noch dabei es zu verbessern und zu erweitern. Da das Wetter die ersten zwei Wochen sehr bewölkt und regnerisch war, war an warmes Wasser für die Dusche, wegen der Solarheizung, allerdings nicht zu denken. Das störte uns Taucher aber wenig, da wir im hervorragend ausgestattetem Tauchbasenbereich auch eine elektrisch beheitzte Dusche hatten. Fürs Hotel ist aber schon eine Zusatzheizung geplant. Der von anderen Berichten erwähnte lebhafte Verkehr und Lärm ist, je nach Tageszeit, tatsächlich vorhanden, aber nach wenigen Tagen hatte man sich auch daran gewöhnt. Wobei man sich halt fragen muß, ob man so, oder lieber direkt am Strand mit dem ständigen Touristenverkehr und gelegentlichem muffigen Gestank des Meeres bei Ebbe wohnen will. Für mich wäre beides akzeptabel gewesen. Mir ist aufgefallen, daß das Tauchen in Sabang wohl den Löwenanteil der Gäste ausmacht, aber nicht wenige, oft auch ältere Männer, fröhnen dem Sextourissmus bzw. haben sich schon ein junges Mädel angelacht und kommen mit Kleinkind auf dem Arm, zum Verwandtenbesuch. Ein leichtes Mädchen soll für 24 Stunden ca. 16 Euro plus Essen, Hotel und Geschenk kosten, sagte man mir, selbst habe ich keine diesbezügliche Erfahrung. Man mag diese Art der Freizeitgestaltung ablehnen, aber dort wird es anscheinend als ganz normal angesehen, zumal ich später selbst immer wieder darauf angesprochen wurde, warum ich denn alleine wäre. Am Mittag des folgenden Tages bin ich dann gut ausgeschlafen, nach einer kleinen Einweisung, Prüfung der Logbuchdaten und Vorstellung der Guides, gleich mit 3 anderen Gästen ab zum Strand, wo das Fieberglastauchboot mit unserer Ausrüstung schon wartete. Außer Finnen, Maske und Blei muß man nichts für den sehr kurzen Spaziergang selbst mitnehmen. Die Fahrt zu den Tauchgebieten dauerte im Schnitt ca. 10 Minuten. Da mein linker Arm, durch einen lange zurück liegenden Unfall noch genagelt und ein Nerv unwiederbringlich zerstört wurde, hatte ich anfangs etwas Bedenken, wie denn das Einsteigen ins Boot mit nur einem intakten Arm funktionieren würde. Das klappte aber immer optimal, selbst bei stärkerem Wellengang war das ums Boot umlaufende Seil eine große Hilfe und die Guides waren immer sofort zur Stelle, um beim Flossen ablegen und Einsteigen über die Bordrandleiter behilflich zu sein. Manchmal war mir das schon fast peinlich, wie sehr sich die Basenmannschaft beim An- und Ausziehen des Anzugs usw. ins Zeug legte. Am zweiten Tag habe ich dann sofort für ca. 100 Euro einen Nitroxkurs absolviert. Da Sauerstoff in Flaschen dort spottbillig ist, bietet das Tropicana es mit ihrer neuen Mischanlage „for free“ an. Andere Hotels haben da mit ihren Membrananlagen ein Problem, sie müssen ein paar Euro extra pro Flasche nehmen um die hohen Investitionskosten wieder hereinzubekommen. Beim Tauchen mit Nitrox selbst konnte ich keinen Unterschied feststellen, nur die Müdigkeit danach war wie weggeblasen und ich brauchte mir keinen Wecker mehr zu stellen, um den nächsten TG zu verpassen. An Tauchplätzen ist wohl für jeden etwas dabei, wobei ich mit meiner eher geringen Erfahrung sagen muß, das der Korallengürtel, der sich um Mindoro herumzieht, das beste und größte zusammenhängende Gebiet mit wirklich intakten Korallen ist, die ich bisher gesehen habe. Gerade die großen Weichkorallenfelder mit ihrer unbeschreiblichen Artenvielfalt haben es mir dort angetan. In Ägypten waren die nur selten so groß und vielfältig. Die Maledieven erinnern dagegen heute eher an eine Mondlandschaft mit kleinen Korallenflecken. Nur der Fischreichtum ist in anderen Ländern eher größer, aber dafür haben dann exotische Arten wie Froggfische, große Seeschlangen, Fangschreckenkrebse und Seepferdchen mehr als entschädigt. Von Schnecken habe ich inzwischen aber die Nase voll, darüber stolpert man allerorts. Auch kleine bis mittelgroße Wracks durch die man durchtauchen kann, sieht man fast jeden Tag und es machte immer viel Spaß, Tarnkünstler wie z.B. Drachenköpfe zu suchen und zu finden. Noch ein paar Worte zur Wassertemperatur. Anfangs hatte es 29 Grad, dann gingen die Temperaturen durch die fehlende Sonne aber merklich bis zu 24 Grad zurück. Mit meinem 2,5 er Neopren war mir nach einer Woche einfach zu kalt und ich habe den Shorty noch darüber gezogen und es war mir immer noch zu kalt. Wie ich hörte, kann es bis zum Februar auch schon mal auf 22 Grad runtergehen. Also dickeren Anzug mitnehmen, bei 3 Wochen mit über 40 TG ist das unbedingt nötig. Das Hotel ist mit gutem Gewissen zu empfehlen und sollten doch Beschwerden oder Wünsche geäußert werden, so wird immer sofort eine Lösung gesucht. Über das Restaurant kann man nur sagen, preiswert und sehr gut. Bei Halbpension isst man abends ohne feste Essenszeiten a la Cart, so wie man will, reichhaltig und immer mit Vor- und Nachspeise, international oder auch landestypisch. Sogar Sonderwünsche werden erfüllt. Mittags braucht man eigentlich nichts, oder höchstens mal einen kleinen Snack, wie gebackene Bananen, von den Straßenhändlern. In den drei Wochen habe ich für Getränke aus der Minibar und im Restaurant, inklusive gelegentlichem Bier oder Saft für die Guides, insgesamt 100 Euro bezahlt. Eine einstündige Massage einer externen Masseurin vom Strand, kostet auch im Hotel, ca. 8 Euro. Das Hotel plant zukünftig auch einen eigenen Hotel-Spa-Bereich und ein exklusives neues Restaurant im Stile einer mittelalterlichen Rundzeltanlage. Wird sicher ganz interessant. Auf den Philippinen stimmt für uns Europäer das Preis-Leistungsverhältnis noch und ich denke, man kann dann auch für den hervorragenden Service, beim Trinkgeld etwas tiefer in die Tasche greifen und damit die Einheimischen mit ihrem kargen Lohn etwas zusätzlich unterstützen. So, es wäre noch einiges über die Ausflüge ins Landesinnere usw. zu berichten, jetzt mache ich aber Schluß, sonst wird es noch ein Buch. Auch das Wetter und die Sicht hätten besser sein können, aber dafür ist mir dann wenigstens der Sonnenbrand erspart geblieben. Alles in allem war ich komplett zufrieden mit Essen, Unterkunft und Tauchen und gebe dafür volle Flossenzahl. Mein besonderer Dank gilt Allan und den anderen Guides, die sich optimal um mich gekümmert haben, sowie den Eigentümern Paul und Ellen, die mich an ihrem Familienleben teilnehmen ließen und nicht zuletzt den anderen netten Tauchpartnern aus Bayern, Berlin und Aachen, mit denen ich jeden Tag abgetaucht bin.