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Trübes Wasser – was hat bei EUCH wirklich geholfen?

Geändert von Unterwasserpilot,

Hallo zusammen,

ich komme aus der Unterwasserdrohnen-Szene und suche nach Rat bei Profis im Bereich Unterwasserfilm und - fotografie.

Ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem wohl nervigsten Thema: der Sicht im trübem Wasser.

In unseren heimischen Seen und Teichen ist ja oft nach einem halben Meter Schluss, und mehr Licht macht es durch den Backscatter teils nur schlimmer.
Die reine Theorie hab ich schon recherchiert. Was mich jetzt interessiert, ist eure echte Praxis. Ich schreibe daraus einen ausführlichen Beitrag auf meiner Seite Unterwasserpilot, einem Magazin und Forum für Unterwasserdrohnen im deutschsprachigen Raum, und würde gern eure Erfahrungen einbauen.

  • Was genau habt ihr an eurem Equipment (Kamera, Beleuchtung, etc.) verändert?
  • Falls Software: welches Programm oder welche Einstellung? Ein Vorher-Nachher-Bild wäre Gold wert.
  • Was habt ihr probiert, das überhaupt nichts gebracht hat?

Wer mag, wird im Artikel namentlich als Mitwirkender genannt.

Es soll am Ende ein Beitrag von uns für uns werden. Danke schon mal, ich bin gespannt auf eure Kniffe!

LG,
Kenny

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08.10.2026 20:49Geändert von ChrisWe,
08.10.2026 20:50
Hm… wenn's so richtig trüb ist, hilft doch eigentlich nur den Abstrahlwnkel der Lampe zu reduzieren (5') und sich dicht über dem Boden fortzubewegen, um zumindest ein kleines bisschen Orientierung zu haben… 🤔😆
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
08.10.2026 22:30Geändert von mario-diver,
09.10.2026 10:21
Dieses Jahr war's durchgehend trüb 😭
Ob Blaualgen, niedriger Wasserstand, zu warm, da lass ich Cam einfach weg... wenn ich überhaupt anrödel oder nur schwimmen geh 🫣
AlbWerDiveCMAS***
08.10.2026 22:48
"und mehr Licht macht es durch den Backscatter teils nur schlimmer"

da hilft großer Abstand der Lampen zur Kamera.
Gute Sicht kann man aber nicht herzaubern. Durch richtig trübe Brühe kommst nicht durch.
08.10.2026 23:28
Makroaunahmen und Nachbearbeitung (Dunst reduzieren in Adobe LR)
rokuAdvanced Open Track Master Driver
08.10.2026 23:59
DaVinciResolve bietet in der Vollversion einen temporalen Rauschfilter:

Der Algorithmus vergleicht mehrere aufeinanderfolgende Bilder und kann dadurch stochastisch auftretende Helligkeits-/Farbunterschiede sehr gut vom eigentlichen Motiv unterscheiden, welches über mehrere Bilder hinweg annähernd gleich bleibt. Dies funktioniert nicht nur gut, um Sensorrauschen zu unterdrücken, sondern auch, um kleine Partikel (mind. 1 Pixel) rauszufiltern und das Wasser klarer wirken zu lassen.

Ich nutze es für die Bearbeitung von Videos und Einzelbildern aus den Videos. Das Verfahren verlangt ordentlich Rechenpower, aber ist den klassischen Ansätzen sichtbar überlegen.
09.10.2026 11:16
Hi Kenny,

Das was mir am meißten bei schlechter Sicht hilft, ist ein Objektiv mit sehr weitem Winkel. Idealerweise ein Fischaugenobjektiv mit 180° diagonalem Bildwinkel. Dann ist der Abstand zum Objekt ein Minimum und am wenigsten trübes Wasser zwischen Objekt und Domeport. Das trübe Wasser ist es ja, welches die Bildqualität mindert...


Bei Kunstlicht (Blitz) ist es auch noch wichtig die Blitze hinter die Handgriffe, und so weit auseinander wie möglich, zu positionieren. Damit wird das Schneegestöber aus Streulichtpartikeln minimiert, im Optimalfall komplett eliminiert.

Nicht geholfen haben mir absolut abwegige Blitzpositionen, wie z.B. Blitze nach aussen oder sogar nach hinten (wurde tatsächlich im Internet vorgeschlagen).


In der Nachbearbeitung kann man dann verschiedene Kontrastfilter anwenden. Ich verwende LRc, da sind das hauptsächlich die Funktionen "Clarity" und "Dehaze".


LG, Wolfgang
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
09.10.2026 12:01Geändert von Stephan K.,
09.10.2026 18:40

ich habe meine Bilder früher mit Photoshop CS2 optimiert,

Dann mit Dive+ und danach mit Aquacolorfix.

Zwar gibt es div. neue Bildbearbeitungsprogramme, die aber oft teuer sind, aber aktuell habe ich Bilder per Chatgpt optimiert.

(optimiere das Bild) oder (optimiere das Bild, entferne Schwebeteilchen und entferne Farbstich)

Videos habe ich noch nicht per Chatgpt verbessert aber oft per Aquacolorfix.

Bei Chatgpt habe ich mittlerweile die Go-Version, weil du mit der Freeversion nur 4 Bilder in 24 Stunden bearbeiten kannst.

Was Chatgpt aus den Bilder macht ist schon extrem.

Bild ist mein Bild vom Blausteinsee.

Screenshot aus einem Video mit Gopro Mission 1 aufgenommen

Ansonsten, wie geschrieben, die Beleuchtung an langen Armen, oder noch besser ein anderer spielt den Beleuchter damit es keine Reflektionen gibt.

rokuAdvanced Open Track Master Driver
09.10.2026 17:49Geändert von roku,
09.10.2026 18:13
@Stephan: Ich hab schon länger keine UW-Fotos mehr mit KI "optimiert", aber Dein Bild ist unglaublich. Sind die Farben der Figur von der KI gut getroffen oder eher schlecht erraten? Ist die Auflösung noch immer so stark beschränkt?
Danke
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
09.10.2026 18:03Geändert von Stephan K.,
09.10.2026 18:41

letztlich passen die Farben. Aber das Bild hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.

Blausteinsee, oder egal welcher See hat nicht so gute Sicht und kein Blauwasser.

Aber dennoch für mich vollkommen OK, aber wer anhand solch toller Bilder dort tauchen gehen würde, der würde trotz 8m Sicht natürlich enttäuscht sein
zumindest bei der Go-Version bis min HD 1920 x 1080

09.10.2026 20:41
Danke euch allen, das ist schon richtig viel Praxis. Eins habe ich nicht klar genug gesagt: Ich bin mit einer ferngesteuerten Unterwasserdrohne unterwegs und sehe das Bild live auf dem Monitor. Nachbearbeitung wie Lightroom oder DaVinci hilft mir dort nicht, weil ich schon beim Fahren etwas erkennen muss. Die Tipps zu Abstrahlwinkel, Lampenabstand und Weitwinkel nehme ich gern mit.

Gibt es bei euch etwas, das schon während der Aufnahme das Bild klarer macht, zum Beispiel einen Filter im Monitor oder eine Software, die das Livebild entdunstet? Oder habt ihr auch beim Live-Bild nur das Licht und die Position verändert?

LG, Kenny
11.10.2026 08:44
Wenn man nix sieht muss man die fahrt eben abbrechen und später es wieder versuchen. Wie willst Du Schwebteilchen wegbekommen? Die sind halt da. In heimischen Gewässern, also hier in Deutschland, ist manchmal in Winter besser von der Sicht, aber wenn du Strömung hast dann ist halt jede menge Geraffel mit dem Wasser unterwegs. Natur halt.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
12.10.2026 11:03

du musst den Weissabgleich verstehen.

Ein Punkt wird als Weiss definiert und das Bildbearbeitungsprogramm rechnet dann die Farbabweichung raus. Aber halt aus der fertigen Aufnahme.

Oder per Farbfilter wird dieser Weissabgelich etwas ausgetricks.

https://magic-filter.de/

Aber bring nur was im Nachhinein.

für aktuelle Live-Bilder einer Drohne halt die Lampen so weit wie möglich seitlich und nicht unbedingt auf superhell stellen.

Ggf. mal nur in Schwarz-Weiss filmen.

Oder wenn genug tageslicht vorhanden ist eher auf Lampen verzichten.

Vielleicht kommt ja noch eine Funktion die in Echtzeit die Schwebeteilchen herausrechnet?

Muca76**, Nitrox, Sidemount
12.10.2026 11:23
Also bei meiner goPro hilft tatsächlich im heimischen Gewässer ein Magenta-Filter, das schon heftig wie das Bild "besser" wird. Vielleicht mal ein Versuch wert
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
12.10.2026 18:38Geändert von Alpöhy,
12.10.2026 18:39

"Gibt es bei euch etwas, das schon während der Aufnahme das Bild klarer macht, zum Beispiel einen Filter im Monitor oder eine Software, die das Livebild entdunstet?"

Thema Software: die müsste ja bei Video in Echtzeit die Filter rendern. Da limitieren die Prozessoren von Actioncams oder Smartphones. Mir wäre nichts bekannt in dieser Richtung (ausser vielleicht im Militärbereich und in der Sicherheitstechnik (Überwachungskameras, aber da passiert das Prozessing meist auch im Überwachungsraum).

Filter mechanisch: Magentafilter und Co können Kontrast verbesssern, schlucken aber auch wieder Licht.

Beleuchtung: Grundsätzlich ist das wie bei Nebelscheinwerfern bei Autos: die sitzen tief unten, damit das Licht nicht in deiner Sichtachse nach vorne strahlt. Darum sieht man bei starkem Nebel oder Schneefall mit Fernlicht wesentlich schlechter. Die Ausrichtung , Abstrahlwinkel und Intensität des Lichts dürfte in meinen Augen der effektivste Ansatzpunkt für klarere Sicht sein.

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