Es gibt immer neue Ausrüstung, oder was zu meckern an der alten. Hier ist genau der richtige Platz, an dem Du Dir Infos zu irgendwelchen Tauchausrüstungsteilen holen kannst - oder das in Erfahrung bringst - was dich schon sehr lange interessiert hat.
MySig... Hit and Run ...

Teil 2: Reinigung 1. und 2. Stufe im Ultraschallbad (Reinigungsmittel)

Geändert von MySig,
04.06.2026 11:10

Leider dürfte der andere Thread die Links von Schreibmayer nicht verkraftet haben. Deswegen eröffne ich einen neuen Thread. Die Vorschläge waren nämlich sehr interessant und hilfreich 😁

@Schreibmayer: Ich bin bei Säuren immer sehr skeptisch. Die zerlegten Metall- und Kunststoffteile werden von der Ameisensäure nicht angegriffen? Danke auf jeden Fall für die Links.

Nachtrag ursprünglicher Thread: https://taucher.net/forum-reinigung_1._und_2._stufe_im_ultraschallbad__reinigungsmittel_-ioz96379

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CiccioneAdvanced Technical Mermaid
04.06.2026 08:54
So generell stimmt das nicht. Viele Säuren (sogar konz Salzsäure) werden ja sogar in Kunststoff-Flaschen geliefert.

Und Ameisensäure ist im Vergleich dazu super schwach. Aber eben trotzdem stark genug um eine Kalkschicht aufzulösen.

Klar würde ich nicht mit konzentrierter Ameisensäure arbeiten (da bleibt dir ohnehin die Luft weg), aber die hier erwähnte stark verdünnte Lösung sollte harmlos sein.

Ist wie gesagt saurer als dein Salatessig, aber bei weitem nicht vergleichbar mit Salz- oder gar Schwefelsäure
MySig... Hit and Run ...
04.06.2026 09:09
Stimmt! Irgendwie ist das vom Chemieunterricht hängen geblieben.

Was würdest du eher bevorzugen? Zitronensäure oder Ameisensäure?... zB 5% Zitronensäure vs. 3% Ameisensäure
Zitronensäure wär vom Handling einfacher, dafür aber schwächer. Deswegen die höhere Konzentration. Temperatur darf bei Zitronensäure anscheinend auch nicht hoch sein da sie ansonsten ausflockt?
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
04.06.2026 09:41
Bzgl entkalken ist Zitronensäure sehr gut zu gebrauchen. Sie hat im Gegensatz zur Ameisensäure sogar 3 Carboxylgruppen, die zwar weniger sauer sind als die der Ameisensäure aber zahlenmäßig eben überlegen.
Ich nutze Zitronensäure hier im meine Spüle vom Kalk zu befreien (Vorteil: stinkt nicht). Allerdings kann sie in konzentierter Form Metalle wie Messing angreifen.
04.06.2026 10:01
Es tut mir sehr Leid, daß ich den alten Tread kaputt gemacht habe...shocked2

Wenn ich in den alten Tread gehe werde ich automatisch ausgeloggt, sodaß ich meinen Beitrag icht verändern kann (= die Links, die vermutlich Schuld daran haben, löschen) und ich kann auch keinen neuen Beitrag posten, ich kann also Nichts dagegen unternehmen...mask

Evtl. könnte ein Moderator die Links oder den ganzen Beitrag bitte löschen?


Konzentrierte Ameisensäure in technischer Qualität (eben zum Entkalken oder auch anderen Zwecken) ist anscheinend nicht schwer zu bekommen. Z.B. bei "Lagerhaus" (haben anscheinend aber nur 5L Kanister) oder auch mehrere Anbieter bei bei Amazon (die Links poste ich hier lieber nicht nocheinmal sm1)

Wenn konzentrierte Ameisensäure Tage, Wochen oder Monate auf Metall einwirkt, dann kann es schon sein, daß es zu Schäden kommt. Ich verwende verdünnte (ca. 3%) in der Art und Wiese wie beschrieben schon seit ca. 18 Jahren (immer noch dieselben Apeks Regler) und kann keine Probleme feststellen...
An Plastikteile wage ich mich mit Ameisensäure aber nicht heran, da könnte es womöglich schon zu Problemen kommen (ich bin aber kein Chemiker, vlt. gibt es hier Jemanden der da Bescheid weiss)...

Generell ist zu den "Stärken" der hier diskutierten Säuren zu sagen, daß die pK Werte folgendermassen sind: Ameisensäure: 3,75; Essigsäure: 4,76; Zitronensäure: 3,13/4,76//6,40 (Zitronensäure ist eine mehrprotonige Säure)...
Ein Unterschied im pK Wert von 1 klingt jetzt nicht nach viel, es handelt sich aber um eine logarithmische Grösse, d.h. ein Unterschied von 1 entspricht einem Faktor von 10 (ein Unterschied von 2 einem Faktor von 100, usw...): eine 3% Ameisensäure wirkt also etwa so stark wie eine 30% Essigsäure...

Im Vergleich dazu ist der pK Wert von Salzsäure -6 (echt "starke" Säure)...
naturezertifizierter Hobbytaucher
04.06.2026 10:24Geändert von nature,
04.06.2026 10:26

Wenn es allein um das Entkalken geht und es schlimm ist und schohnende physikalische Methoden auch nicht mehr gehen, dann nimmt man eine schwache organische Säure (z.B. verdünnte Essigsäure oder verdünnte Zitronensäure, handwarme Temperaturen).

Bei den organischen Säuren ist eher entscheident auf welchen pH-Wert du verdünnst. Die Wahl der organischen Säure ist dann eher sekundär. Bei anorganischen Säuren wie Salzsäure können selbst bei schwachen pH-Werten unangenehme Effekte auftreten. Damit kann man sich beispielsweise verchromte Oberflächen "schnell hässlich machen". Trotzdem besteht auch bei organischen Säuren ein Korrisionsrisiko. Deswegen kannst du dir auch dein Material beschädigen, wenn ein Metallteil in konzentrierter Zitronensäure für 30 min bei 80°C inkubiert. Du kannst auch Schäden bekommen, wenn dein Metallteil 3 Tage in kalten verdünnten organischen Säuren liegt. Letztendlich vorhersagen kann man es nur, wenn man die genaue Legierung des Metalls kennen würde. Beispielsweise reagieren auch die "Küchen-Säuren" mit den Kupferanteilen in Legierungen. Dabei entstehen Sachen wie Kupfercitrat oder Kupferacetat. Ein Regler ist nun ein Verbundstoff aus Metallen und anderen Stoffen. Ich habe mich bewusst jetzt mal "nur" auf das Metall konzentriert, weil die Säuren meist zuerst hier angreifen.

Neben Kalk können sich auch andere Ablagerungen festsetzen, welche man mit bisschen Kalkreiniger aus dem Supermarkt nicht mehr weg bekommt. Berühmtes Beispiel ist zum Beispiel "Braunstein" bei sanitären Anlagen, wo der einfache Kalkreiniger scheitert. Ab dann wird es komplexer. Der Großteil von Ablagerungen ist aber wirklich einfach nur Kalk.

Fazit für die Meisten: Vermeidet irgendwelche chemischen Reinigungen. Für erfahrene Bastler und Techniker sind erweiterte Reinigungen natürlich machbar unter Beachtung der Details.

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
04.06.2026 10:34
Bzgl Kunststoff würde ich mir mit verdünnter Säure wie gesagt keine Sorgen machen. Wenn Du zB 99%ige Essigsäure kaufst befindet sich diese idR in einer PE-Flasche. Salzsäure ebenfalls. Wenn der Kunsstoff so empflindlich wäre, würde man die Säure darin wohl kaum verpacken. Auch Salzsäure wird oft in Kunststoff ausgeliefert (nur PA-Chemikalien, die eben hochrein und damit sauteuer sind kommen nicht in Plastikflaschen).

Auch Silikonmembranen von Atemreglern sind da recht unemfindlich, wobei ich bei weichen Gummiteilen vielleicht etwas vorsichtig wäre. Aber idR tauscht man bei einer Atemregler-Revision ohnehin die Dichtringe aus, da die nach Demontage ggf nicht mehr zuverlässig sind (hier reicht ja ein winziger unsichtbarer Kratzer und es blubbert schon).

Ansonsten hat Schreibmayer das schon ganz gut zusammen gefasst. Was man bei den pK-Werten sehrr gut sieht ist, dass Zitronensäure in der Tat nicht zu unterschätzen ist. Sie ist beim Erhitzen allerdings nicht besonders stabil. 50-60° im Wasserbad gehen noch, aber Kochen sollte man sie nicht (z.B. beim Entkalken von Kaffeemaschinen). Mein Chemiestudium ist leider gefühlt auch schon 100 Jahre her, so dass ich da auch nicht mehr so ganz "frisch" bin.
MySig... Hit and Run ...
04.06.2026 14:48
Nach den ganzen Informationen werde ich bei "Verkalkung" Zitronensäure testen. Allein vom Handling her scheint es mir die einfachere und dennoch eine effektive Variante zu sein. Zuerst grob mit Zahnbürste reinigen, anschließend im Zitronenbad schallen, danach im Fett und Ölreiniger und abschließend noch im destillierten Wasser. Trocknen und wieder zusammenbauen.
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