Tauchen ist ein schöner, aber auch ein gefährlicher Sport. Um Dir auch die Gefahren dieses Sports aufzuzeigen, gibt es die Tauchunfallseite, auf der aktuelle Tauchunfälle im deutschsprachigen Raum aufgezeigt werden.

Tauchunfall Messinghausen 15.4.

Volkommen unbeobachtet von Polizei und Lokalpresse kam es am Sonntag, den 15.4. in Messinghausen zu einem Tauchunfall.

Ein Vater war mit seinem Sohn gegen 11 Uhr zu einem Tauchgang aufgebrochen. Bei 30m Tiefe kam es zu einem Vereiser der ersten Stufe des Sohnes. Ein Wechsel auf den zweiten Regler brachte diesen ebenfalls zum Abblasen. Also auch der Backup-Regler des Vaters abblies leitete der Taucher einen Notaufstieg ein, der Vater folgte dem Sohn unmittelbar.

Die Taucher hatten Mühe sich an der Oberfläche zu halten, zwei Helfer haben die beiden aus dem Wasser geborgen. Die Tauchgangszeit bis zum Unfall waren laut Computer 7min, die Zeit auf 30m wurde mit 3min angegeben.

Den Tauchern wurde sofort O2 gegeben und der Rettungsdienst alamiert. Im Einsatz waren laut Leitstelle zwei Rettungswagen und ein Notarzt, zum Transport der beiden Taucher in die Dekokammer waren dann zwei Hubschrauber im Einsatz.

Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:

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- neue Fragen die sich daraus ergeben

- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem

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- reine Beileidsbekundungen

- allgemeine Betrachtungen

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- off Topic Beiträge

- Fragen und Beiträge die schon vorliegen

Geo Tags: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Messinghausener See (See im Berg), Brilon - Messinghausen
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ramklovApnoeTL, TL**
18.04.2018 09:40
Wann lernen wir endlich, dass man aus einem abblasenden Automaten bei fast voller Flasche noch rund zwei Minuten weiteratmen kann? Genügend Zeit für einen Aufstieg mit einingermaßen moderater Aufstiegsgeschwindigkeit aus 30m (erst recht bei zwei Tauchgeräten). Ein "Notaufstieg" ist keine sinnvollle Option.

gruß ramklov
TechnomancerPlastikkärtchen
18.04.2018 12:32
Kurze Rückfrage zur Klarstellung da keine weitere Quelle und ich die Formulierung nicht ganz schlüssig finde; Lese ich richtig von 3(!) Abblasenden Atemreglern?
Weiß man woher die beiden ihre Luft/Flaschen hatten und welche Atemregler verwendet wurden?
MySig... Hit and Run ...
18.04.2018 14:29
Da muss aber grob was schiefgelaufen sein wenn DREI Regler "abblasen". Wäre interessant wenn man Details bekommen könnte.
kwolf140614413-1; Nitrox**
19.04.2018 09:35
Das stärkt meine Hypothese, dass gute Luft noch mehr zur Sicherheit beiträgt, als zwei getrennte erste Stufen bzw. echte Redundanz nur bei getrennten Füllern im Team besteht. (Hatten die beiden tatsächlich getrennte erste Stufen, oder nur "Oktopusse"?)
19.04.2018 12:36
...und mal abgesehen von dem ungewöhnlich hohen Aufkommen von drei abblasenden Atemreglern. Warum hatten sie Probleme sich an der Oberfläche zu halten?
Die Flaschen sollten noch ausreichend Gas gehabt haben, um das Jacket oder Wing ordentlich aufzublasen. Oder könnte es an der mitgebrachten Bleimenge gelegen haben?

Unfall "Klassiker"
- Panik (Kopf aus - Aktionismus an)
- Auftriebsmittel an der Oberfläche nicht ausreichend befüllt?
- Zuviel Blei dabei (?)... im Verhältnis zum Auftriebsmittel?
- Lange nicht getaucht? Basics vergessen?

Gerade nach der langen Winterpause, sollte das Equipment gründlich gecheckt werden, wenn man kein ganzjahres Taucher ist und das Equipment ohnehin ständig im Blick hat. Wer Ahnung hat macht das selbst, wer unerfahren ist geht zum Fachmann. An eurem Equipment hängt euer Leben. Das muss man sich immer mal wieder bewußt machen.
Gut ist ja, dass es scheinbar glimpflich ausgegangen ist und ich könnte mir vorstellen, dass die Beiden in diesen 10 Minuten mehr dazu gelernt haben, als in jedem noch so intensiven Kurs.
Ich wünsche euch allen einen guten und sicheren Start in die neue Tauchsaison.
greydiverCMAS*, Drysuit
19.04.2018 13:39
Hm, dann wäre aber doch immer noch der vierte Regler vom Vater da gewesen.
Gut, ich bin noch zu neu im "Business" und habe eine solche Situation gott sei dank noch nicht live miterleben müssen. Aber wäre da nicht eine geregelter Aufstieg mit Wechselatmung angesagt gewesen? Ich befürchte allerdings, dass der Sohn aus Panik den Notaufstieg eingeleitet hat, bevor der Vater ihn erwischen, beruhigen und bei sich behalten konnte.
Bert667CMAS**
19.04.2018 15:16
Das kommt mir auch extrem komisch vor.
Wobei die 7min ganz typisch sind, da wir hier davon ausgehen können dass man ca. bei 180bar ist und der Joules thompson Effekt bei 180bar am extremsten ist.

Aber trotzdem ist es extrem komisch dass 3 Regler abblasen...
20.04.2018 11:09
Ich frage mich immer woher die direkt wussten, dass die 1. Stufe die Ursache war?
21.04.2018 13:29

an der gleichen (schlechten) Quelle mit zu feuchter Luft befüllt...dann sind Mehrfachvereiser durchaus normal und nicht aussergewöhnliches.

Was ist den Tauchern denn passiert, welche Symptome sind denn aufgetreten? Etwa keine da nichts erwähnt ist?
Der TG ist wirklich noch DICKE in der Nullzeit und die N2 Dosis minimal - und Lungenriss/eine AGE durch zu schnelles Auftauchen hätte sich doch spätestes beim hochlaufen/Hochtransport vom Kratergrund dieses Steibruches zur Basis manifestiert.
Wenn es mal zu schnell hoch geht ist das zwar nicht schön, und wenn man das öfters macht auch auf Dauer nicht gesund...aber wo ist hier der Unfall der einen Hubschrauber erfordert? Können wir uns den Luxus auf Dauer leisten?
Wird heute von den "nach heutigem Standard "gut" ausgebildeten" Tauchern nicht etwa zu viel grundlose Panik geschoben bei symptomlosen schnellen Aufstiegen bei relativ banalen Inertgasexpositionen?

Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
21.04.2018 14:20
Richtig lesen. Es war nicht ein Hubschrauber erforderlich.
Nein, es waren derer zwei.
Nachdem zuvor schon zwei Rettungswagen da waren.

Problem: Wenn 1 Taucher "entscheidet", hochzuschießen, was soll dann der 2. Taucher (zumal als Vater..) machen? Regelgerecht auftauchen, und hoffen, dass Taucher 1 oben alleine klar kommt? Das Buddytauchen bietet anscheinend oft schenbare Sicherheit...
21.04.2018 15:33

ZWEI Hubis?? Noch schlimmer...

"waren...erforderlich..."

Wirklich? Wegen akuter Hypochondritis? Oder welcher Symptome?

Nicht das ich Leuten nicht die notwendige Behandlung gönne, im Gegenteil!
Es sollte nur einigermassen angemessen sein, Hubschrauber sind selbst im reichen D eine endliche Resource und wenn dieser sinnlose Touren fliegt wärend zeitgleich woanders jemand den DRINGEND braucht und deshalb stirbt?
Nicht schön...

Aufstiegs(geschwindigkeits)dilemma? Bei diesem Bananen TG gerade mal 7(!!) min im TG, weit in der Nullzeit ?? Ehrlich jetzt, das ist doch mehr als albern.
Bei mehr als 90min noch abzusitzender Dekozeit beispielsweise sieht sowas allerdings GANZ anders aus...

SpiczekCMAS**
21.04.2018 15:38
Bitte nicht vergessen, es obliegt den RTW Besatzungen vor Ort, was sie bestellen! Wenn ich draußen einen Notarzt brauche, ist mir egal, wie der zu mir kommt. Der kann auch mit dem Fallschirm abspringen oder auf der Kanonenkugel reiten.

Zu der vermutlich feuchten Luft in den Flaschen. Gibt es eine kostengünstige Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit in der Flasche zu messen?

Grüße
FullcaveGUE Cave 2, GUE Cave Sidemount, Cave DPV, IANTD Expedition Trimix
21.04.2018 16:50
Zunächst mal: den beiden offiziellen "Verunfallten" geht es wieder gut. An dem Tag kam in der Tat 2x der Heli und Rettungswagen, weil auch mehrfach etwas passiert ist.

Aus dem hier "diskutiertem" Unfall und dem weiteren (hier nicht disktiertem) Vorfall kann man ohne zu sehr in die Details gehen zu wollen, folgende Problemlösungen vorschlagen:

Tauchen innerhalb der persönlichen Limits

Angemessener Wärmeschutz, kein Nasstauchanzug, balanced rigg.

Monoflasche mit Doppelabgang bleibt eine Pseudosicherheit, weil auch hier wieder schon beim Anrödeln gut zu erkennen war, dass bei dem Schlauchwirrwarr keiner an die Ventile kommt.

Ein Notaufstieg zu Beginn des Tauchgangs ist besser als 2 oder mehr Tote, weil es offensichtlich ist, dass keiner der Beteiligten ein Problem unterwasser lösen konnte.

@Armin: Warum schaltest Du Beiträge frei, bei denen es sich um "unsichere Spekulationen" handelt. Es ist offensichtlich, dass wohl fast alle Diskutanten nicht vor Ort waren und einfach drauf los spekulieren.


21.04.2018 19:32
Fullcave, schön, dass du wieder da bist!
Ich habe deine zwar manchmal sehr aggressiven, aber immer extrem kompetenten Beiträge wirklich vermisst.

kwolf140614413-1; Nitrox**
21.04.2018 23:20
@Fullcave: War ein Schlauchwirrwar gegeben? Oder spekulierst du jetzt auch? Man kann jedenfalls an einer Monoflasche mit zwei Ventilen eine saubere Schlauchführung legen und ein geeignetes Ventil mit der Hand erreichen. Das ist keine Begründung gegen eine Monoflasche.

Wissen wir, ob die beiden sich gegenseitig die Ventile mit den abblasenden Automaten abgedreht hatten? Spielt das überhaupt eine Rolle für den Unfall? Ich fürchte, es wird zuviel hinein interpretiert und werden allgemeine Ratschläge abgesondert, die vielleicht gar nichts mit der vorliegenden Kausalkette zu tun haben.
22.04.2018 21:16

Hallo

Ich war am Sonntag vor Ort und habe leider vom Unfall nichts mitbekommen, nur dass die zwei Taucher falsch aufgestiegen sind. Nachdem sie den Vater hochgefahren haben, musste der Sohn mit einer Trage hochgebracht werden um oben auf der Freifläche behandelt zu werden. Was im Detail bei der Behandlung vom Notarzt passiert ist kann ich nicht sagen, da ich zu dieser Zeit unter Wasser war,. Was ich weiß ist, dass die zwei Rettungshubschrauber nach dem Notarzt eingetroffen sind. Ich denke, dass die Rettungskräfte vor Ort mit Ressourcen sinnvoll umgehen.

Ich nicht weiß, wo die nächste 24 / 7 besetzte Druckkammer bei Messinghausen ist. Daher kann ich nicht sagen, ob es eine Alternative zu den Rettungshubschraubern für den Transport gegeben hätte. Die Kommentare von Michael Schmidt finde ich nicht passend, da weder ich noch Michael Schmidt bei der Entscheidung der Rettungskräfte dabei waren. Ich werde diese Entscheidungen nicht kommentieren und beurteilen, da ich mich in so einer Situation die Rettungskräfte verlasse.

SolosigiPADI DM, RAB/VDST CCR Tec, Poseidon SE7EN CCR
23.04.2018 11:30
Hallo
Zum Unfall selbst kann ich nichts sagen!
Auch nicht wie die Rechtslage in Deutschland ist...

Aber bei uns in Österreich (siehe auch Tauchunfall Achensee 4.3) ist es so, dass einzig und alleine der Notarzt entscheidet, welches Transportmittel (Rettung, Hubschrauber) angefordert wird.

Auch darf/soll die Rettung (Rotes Kreuz, Samariterbund) einen verunfallten Taucher nicht mehr selbst gehen lassen. Sie müssen/sollen ihn tragen!
Was ist, wenn er sich beim Hochgehen/-klettern weh tut (Haftungsfrage?)?

Und beide, Notartz und Einsatzleiter Rettung werden halt kein Risiko eingehen!
Und wahrscheinlich ist es besser 10 mal umsonst mit dem Hubschrauber transportiert werden als einmal zu wenig!

Gruss
Solosigi
24.04.2018 12:10
Grundsätzlich entscheidet in Deutschland die Rettungsleitstelle schon bei Eingang des Notrufes, ob ein Rettungshubschrauber angefordert wird. Es würde auch wenig Sinn machen, wenn das erst der Notarzt vor Ort entscheiden würde, denn ein Rettungshubschrauber braucht in der Regel länger zum Einsatzort als ein Rettungswagen (was schlicht daran liegt, dass die nächste Rettungswache i.d.R. deutlich näher liegt als die nächste Luftrettungsbasis...).

Und da wir in Deutschland sind, gilt halt: Grundsätzlich lieber zu sicher, als nicht sicher genug. Ich bin zwar während des Studiums "nur" als Rettungssanitäter nen RTW gefahren, aber die grundsätzliche Mentalität größtmöglicher Selbstabsicherung wird auch in den Leitstellen gelebt. Kein Mitarbeiter einer Rettungsleitstelle will sich die Vorwürfe anhören, wenn jemand gestorben ist, weil kein Rettungshubschrauber angefordert wurde. Daher wird, wenn ein Notruf wegen eines Tauchunfalles mit Notaufstieg / Dekompressionsfehlern eingeht, von den meisten Rettungsleitstellen ein Hubschrauber angefordert - schlicht, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Dass dadurch hohe Kosten anfallen ist wahr - aber diese Kosten tragen wir letztlich alle zusammen über die Tauchunfallversicherung...
divertonSeepferdchen**
31.05.2018 18:50
@AngryBeaver

Soweit ich weiß ist in der Alarm und Ausrückeordnung ein Rettungshubschrauber bei einem Tauchunfall ( RD2) hinterlegt.
Und außerdem kommt es des öfteren vor, dass der Rettungsdienst vor Ort einen Hubschrauber nachfordert.
29.06.2018 21:37
Würde mich als Betroffener mal interessieren wie die Leute die hier so super nach Lehrbuch schreiben in so einer Reaktion reagieren würden headscratch
Antwort