Tauchen ist ein schöner, aber auch ein gefährlicher Sport. Um Dir auch die Gefahren dieses Sports aufzuzeigen, gibt es die Tauchunfallseite, auf der aktuelle Tauchunfälle aus der ganzen Welt aufgezeigt werden.

Ischia - 13jährige und Tauchlehrer sterben bei TG in einer Grotte 12.8.

Geändert von Armin,
16.08.2017 08:51

Am Sonntag vormittag unternahm ein Tauchbasenleiter aus Baia mit der 13jährige Tochter eines Freundes einen Tauchgang an der Untiefe "Secca delle Formiche“, welche sich zwischen den Inseln Ischia und Procida befindet.

Die 13jährige war taucherisch nicht unerfahren und oft zu Gast in der Tauchschule.

Beide tauchten in eine Grotte und haben dort wahrscheinlich auf Grund von aufgewirbeltem Sediment die Orientierung verloren. Beide Taucher konnten nur noch tot in der Grotte auf 12m Tiefe geborgen werden. 

Der Tauchlehrer hatte keine Flasche mehr an, beide Flaschen wurden bei der Leiche des Mädchens gefunden - ein wohl letzter Versuch des Tauchlehrers das Leben der 13jährigen zu retten.

Quelle: https://www.suedtirolnews.it/italien/schreckliche-tragoedie-tragisches-ende-eines-tauchgangs

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StoneXNormoxic Trimix IANTD Minediver
16.08.2017 09:04

Das wirft schon Fragen auf. Kennt jemand die Grotte und kann was dazu sagen? Gibt es vielleicht auch "richtige" Höhlenbereiche die betaucht werden können?

16.08.2017 09:57

Hy, wie angegeben kein Kondolenzschreiben, jedoch kurze Anregungen, dass solche Tragiken nicht mehr geschehen.

Ausrüstung; Kompass, gerichtet vor der Grotte? Sicherheitsschnurrrolle vorhanden? Licht bei beiden Tauchern vorhanden? (Zweimal pro Taucher)

Kenntnisse der Grotte, Zeichnungen, Photos und wieviele TG's in dieser Höhle?

Luftverbrauch = 1/3 rein 2/3 raus / Vorberechnung des Luftverbrauchs = Flaschengrösse plus Höhlenreserve

Allen immer gut Luft und einen starken Flossenschlag,

Serge

(cedip ***TL, Berufstaucher bis 70MuW, IAHD TL mit ca 6500TG's)

16.08.2017 11:19

Was ich mich frage, wann er wohl die Flasche abgegeben hat. Wahrscheinblich nicht erst als diese leer war.

Hat er bei nur noch wenigen bar die Flasche abgegeben in der Hoffnung, dass das Mädchen noch in letzter Sekunde einen Ausweg findet?

16.08.2017 11:35

Video das die Grotte zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=cNRY78oFdD0

Video zum Unfall:  https://www.youtube.com/watch?v=1fUqNcBrKVw

RechnoCMAS**
16.08.2017 11:45

Serge, ich finde deine Anmerkungen zum Teil fragwürdig. 

Ohne Ausbildung sollte man solche TG nicht machen, da neben der Ausrüstung auch der Umgang damit und die Verfahren eine wichtige Rollen spielen.

Die 1/3 Regel, die du bezüglich der Luft vorschlägst halte ich ebenfalls für gewagt, denn wenn etwas schief läuft und man Luft spenden muss, werden die 2/3 für den Rückweg bei gestressten Tauchern wohl etwas knapp. 

16.08.2017 12:49

Was für ein unglaublich tragischer Bericht. Und leider ein weiterer tragischer Hinweis für alle, die meinen Erfahrung steht vor Ausbildung.

Mein aufrichtiges Beileid an die Hinterbliebenen und ich kann nur hoffen, dass sich durch solche fatalen Vorfälle mehr Leute klar machen, wie wichtig eine fachgerichtete Ausbildung für Höhlentauchgänge ist! Alle Taucher fangen mit der Ausbildung zum OWD (Open Water Diver) an und wie der Name schon sagt, steht diese Ausbildung für den Bereich im "offenen" Wasser - NICHT für geschlossene Bereiche, wie Höhlen oder Wracks!!

Das macht nämlich keinen wirklichen Unterschied, egal ob OWD, AOWD, MD oder was auch immer. Overhead ist Overhead und hierfür gibt es spezielle und separate Ausbildungen für fortgeschrittene Taucher. Nicht ohne Grund (!), denn es bedarf fundierter Kenntnisse, Training und  Fertigkeiten, wie z.B. spezielle Flossenschlagtechniken, um das Aufwirbeln von Sediment zu vermeiden oder das Legen einer Leine, um sich auch wieder nach draußen orientieren zu können, zusätzliches Equipment und vieles vieles mehr - um einen solchen Tauchgang sicher ausführen zu können. Und die Gasplanung (!) ist dabei ein ganz wesentliches Thema.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall zum Nachdenken anregt.

17.08.2017 20:28
@Serge: Ich finde deine "Tipps" nicht nur fragwürdig, sondern in höchsten Maße unverantwortlich. Drittelregel bei zwei Tauchern ist sehr gewagt und eine Backuplampe pro Taucher ist auch nicht up to date. Bei aller Liebe, wenn man es nicht besser weiß, dann sollte man bitte einfach keine "Expertentipps". Eigentlich wäre es so einfach: Höhlentauchgang = Höhlenausbildung und zwar auch in schönen und achso ungefährlichen Meeresgrotten....
17.08.2017 23:07
@ Serge: Auch wenn ich meinen Punkt gemacht habe, glaube ich, dass ich ihn vielleicht nicht deutlich genug gemacht habe. Ich denke, es sind oft die Tipps von hochdekorierten OW-Instruktoren wie Dir nach dem Motto "so haben wir das immer gemacht, ist nie was passiert", die dazu führen, dass OW-Taucher sich ohne passende Ausbildung und Ausrüstung, dafür aber vielleicht mit Kompass (!) in (Meeres) Höhlen wagen, in denen sie nichts, aber auch gar nichts verloren haben. Dein Posting hat in meinen Augen auf schon fast satirische Art das hier zu Grunde liegende Problem illustriert und ist mir wirklich, wirklich übel aufgestoßen. Verstehe das bitte nicht als Nachtreten zu meinem obigen Post, sondern nur als "konstruktive Kritik", weil mir das Thema wirklich am Herzen liegt @Mods: Wie gesagt, eigentlich hatte ich meinen Punkt schon gemacht, aber irgendwie war mir diese Ergänzung noch wichtig. Wenn ich damit irgendwie überreagiere, gebt es bitte einfach nicht frei.
wmblubbSSI AOWI
21.08.2017 15:12

Seit Tagen drehen sich meine Gedanken rund um diesen Vorfall.

Ich bin Vater von 13-jährigen erahrenen Tauchzwillingen und ausgebildeter Kindertauchlehrer.

Für Kinder gelten aus physischen aber auch psychischen Gründen restriktive Limits, die man niemals überschreiten darf. Ein Höhlentauchgang gilt für mich jedenfalls als Überschreiten dieser Grenzen.

Aufgrund des Kindertauch-Booms wäre es für Anbieter von Kindertauchkursen an der Zeit sich Gedanken zu machen, was erwachsene Begleiter von Junior-OWD´s für einen Ausbildungs- und Erfahrungsstand haben müssen. Eine TL-Ausbildung alleine reicht nicht, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Begleitende Nicht-TL-Eltern müssen absolut sattelfest in Theorie und Praxis sein um ihre Kinder alleinverantwortlich begleiten (führen) zu können.

Wir Eltern tauchender Kinder sollten uns immer bewusst sein, dass warmes Wasser und schöne Fische für´s erste reichen und die Tiefenlimits einzuhalten sind. Die Kids haben, wenn wir sie mit diesen Zutaten begeistern können, später alle Möglichkeiten weitere Tauchgebiete (Tiefen, Höhlen, Strömungen...) zu erforschen und die nötigen Zusatzausbildungen zu absolvieren wenn sie die physischen und psychischen Voraussetzungen erfüllen.

Ich hoffe, dass dieser tragische Unfall in diese Richtung zum Nachdenken anregt.

27.08.2017 23:14
Denke da auch so wie wmblubb. Auch ich bin erfahrener Taucher und ich habe einen fast 13-jährigen Tauchwilligen. Aber für Höhlen halte ich Kinder zu gewagt. Und das gilt auch für Höhlen deren Ausgang man sieht. Ich habe leider schon oft genug im Ausland mitbekommen das Tauchgäste in Höhlen mit viel Sediment eingeschleust wurden und der 2. hat bereits nichts mehr gesehen. Gut man konnte drinnen wenigstens auftauchen aber ohne Lampe (die hält ja auch nicht ewig) ... Ich musste hier einmal mit einem Taucher ausharren da er beim Abtauchen Ohrenprobleme hatte und die ganze Truppe schon aus der Höhle war. Da spielt auch keine Rolle dass die Höhle auch "nur" auf 12 m war. Also im Zweifel keine so jungen Kinder in Höhlen. Sicherheit geht hier vor. Beileid.
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