Tauchen ist ein schöner, aber auch ein gefährlicher Sport. Um Dir auch die Gefahren dieses Sports aufzuzeigen, gibt es die Tauchunfallseite, auf der aktuelle Tauchunfälle im deutschsprachigen Raum aufgezeigt werden.

Hemmoor - Notaufstieg nach Buddyverlust - 16.7.

Bei einem Tauchgang am Sonntag in Hemmoor verloren sich zwei Taucher auf größerer Tiefe aus den Augen. Daraufhin führte einer der beiden Taucher einen Notaufstieg durch. Der andere Taucher galt als vermisst.

Der zweite Taucher beendete seinen Tauchgang normal und konnte an einem anderen Ausstieg angetroffen werden.

Der Taucher welcher den Notaufstieg durchführte wurde vom eingetroffenen Notarzt behandelt, wurde aber nicht in eine Klinik verbracht.

Quelle: http://www.cn-online.de/stadt-land/news/tauchunfall-in-hemmoor-endet-glimpflich.html

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Geo Tags: Deutschland, Niedersachsen, Ferienpark Kreidesee, Hemmoor
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Bert667CMAS**, Nitrox*
17.07.2017 10:34

Manchmal muss man sich echt an den Kopf greifen... "Tauchgang normal beendet" wenn der Buddy verloren gegangen ist... Zum Glück ist das glimpflich ausgegangen. Der Kerl hätte sich ein Leben lang Vorwürfe gemacht. 

manimanCMAS*** NSS/CDS
17.07.2017 10:55

Warum führt man einen Notaufstieg durch wenn man sich verliert?

17.07.2017 12:59

Moin Zusammen, 

eines vorweg: falls jemandem meine Fragen als blöd erscheinen kann es daran liegen, dass ich ein eher unerfahrener Taucher bin und auch erst ein Mal in Hemmoor war. Mir geht es schlichtweg darum so viel wie möglich aus dem Forum mit zu nehmen um nicht die gleichen Fehler zu machen, sofern man denn von Fehlern sprechen kann. 

Aber nun zurück zum Thema: 

1. wie waren die Sichtverhältnisse?

2. War das Buddyteam im "Freiwasser" oder an/um/in irgendwelchen Unterwasserobjekten? 

3. War der Notaufstieg die Folge technischer oder medizinischer Probleme? Wenn nicht, warum dann der Notaufstieg?

4. Wie tief war das Team eigentlich? 

5. Was führte dazu, dass jeder an unterscheidlichen Einstiegen raus kam? 

Das sind jetzt erstmal reichlich Fragen aber vielleicht kann ja jemand bei der klärung helfen. Vorab schonmal vielen Dank. 

LG Enrico

kwolf140614413-1; Nitrox**
17.07.2017 14:06

Wieso ist das ein Tauchunfall? Was heißt "Notaufstieg"? Schneller, als 10/18m pro min? Bloß weil vorschichtshalber ein Notarzt gerufen wurde und die Presse davon Wind bekam und etwas zum aufbauschen suchte? Was hat der Notarzt denn "behandeln" können, wenn nicht, wie bei geringsten DCS-Zeichen notwendig, eingewiesen wurde? 

IlyaCMAS * + OT + GF + SDT
17.07.2017 14:51

schrecklich sowas, 

aber was will man machen, ich finde der zweite Tauchpartner hat sich ordnungsgemäß in der Situation verhalten. Mit meinem quasi Ausbilder TL3 hatte ich ein ähnliches Phänomen. Hab ihn zwar nicht verloren, sondern er war über mir bei einem TG zum Thema Orientierungstauchen, um zu sehen wie der Kurs ist im  Freiwasser in Hemmoor, aber das Gefühl den TB zu verlieren ist nicht schön. 

Hatte mir da auch überlegt, was mache ich als nächstes?  Bevor ich ihn über mir sah. 

Das Verhalten finde ich exzellent. Klar in gewissen Situationen muss man was riskieren und nicht immer läuft alles wie geplant, aber sowas zeichnet auch in gewisser Hinsicht qualität einer Ausbildung aus. Meine Meinung jedenfalls.

17.07.2017 16:50
Hm....wozu dient die Boje denn? Wenn ich einen Taucher verliere brauche ich doch Hilfe um zu suchen.....wäre da das Setzen der Boje nicht erforderlich für Taucher braucht Hilfe??
17.07.2017 17:01

@Ilya Exellecent? Sorry aber wirklich nicht. Wenn ich den Buddy verliere, dann tauche ich ruhig und kontrolliert auf. Das heißt unter Einhaltung aller Sicherheits- oder evtl. Dekostops. Bei flachem Profil, keiner Vorsättigung und kurzem Tauchgang unterlasse ich ggf. den Sicherheitsstop aber das ist dann meine Entscheidung unter Abwägung der Umstände. Keinesfalls führe ich einen Notaufstieg durch. Sicher fühlt man sich nicht wohl, wenn der Buddy weg ist (wobei es da Ausnahmen geben soll) aber die eigene Sicherheit kommt hier zuerst.

Ddmfi Die Boje als Notsignal ist jetzt nicht unbedingt verbreitet und wird daher nichts helfen.

Betreffend des anderen Mitglied des Buddyteams kann ich auch nur den Kopf schütteln. Taucht in Ruhe weiter zum anderen Ausstieg...

kwolf140614413-1; Nitrox**
17.07.2017 18:23

@Bert667 es kann durchaus auch passieren, dass ein Taucher aus Versehen mit anderen Buddies weiter taucht, und es erst später merkt. Besonders im Dreierteam.

Das ist einem Partner von mir (erfahrener TL) auch passiert. Im Dreierteam. Nachdem er nicht zu uns an die Oberfläche kam, habe ich auch die Rettungkette ausgelöst. Mit DLRG-Taucher, Polizei, RTW, Notarzt, der den Verlorenen später nach  unschuldigem Auftauchen auf Tauchschäden interviewt hatte (warum auch immer...).

Keiner kam auf die Idee, das als Tauchunfall zu werten.

17.07.2017 18:49Geändert von Jan F.,
25.07.2017 11:06

Zwei XXX!!!

 Wie kann man sich als Tauchteam in Hemmoor verlieren??? Hat doch gute Sicht. Oder man bleibt so dicht wie man schauen kann.

Tauchverbot auf Lebenszeit dort wäre die richtige Schlußfolgerung

Anmerkung Mod - XXX zensiert. Bitte im Unfallforum bitte verstärkt auf Eure Ausdrucksweise achten

MiLieAOWD
17.07.2017 19:10

Nicht nachvollziehbar, gerade dort.
Wie kann man einfach alleine weitertauchen, wenn man nicht weiß was  mit dem Buddy ist. Wird nie in meinen Kopf reingehen. Das sind wahrscheinlich auch Eltern die heimfahren, auch wenn das Kind im Kaufhaus verloren gegangen ist.
Das der andere einen "Notaufstieg" gemacht hat ist zwar nicht notwendig, aber menschlich nachvollziehbar. Der hat sich wenigsten Sorgen um seinen Partner gemacht. An seiner Stelle würde ich mit den  Weitertaucher nie wieder tauchen.  Evebtuell dachte er schnell hoch um ggf. schnell Hilfe anzuzeigen oder schnell zu helfen, das zumindest  ist nachvollziehbar.  

Bert667CMAS**, Nitrox*
18.07.2017 13:40

Notaufstieg muss doch nicht heissen dass man unkontrolliert durchschiesst. Unter einem kontrollierten(!) Notaufstieg verstehe ich ein ungeplantes Abbrechen des Tauchgangs wegen einer Notsituation und einen darauffolgenden kontrollierten Aufstieg unter Einhaltung aller Sicherheitsaspekte.

Dass der Buddy allein weiotertaucht ohne zu wissen was mit seinem Tauchpartner passiert ist... Das ist in meinen Augen grob fahrlässiges Verhalten und unverzeilich.

@Dmfi,
eine Boje dient dazu, anzuzeigen dass unter ihr ein Taucher unterwegs ist bzw. grade am austauchen ist und gleich hochkommt. Eine Boje ist kein Notsignal! Ich habe mal den Fall miterlebt, dass ein Passant das am Bodensee falsch verstanden hat und aufgrund einer Boje die Rettungskette angestoßen hat... War ein ziehmliches Chaos.

Bert667CMAS**, Nitrox*
18.07.2017 13:47

Nachtrag ab @Ilya,

was hast du in deiner 1-* Ausbildung gelernt? Hoffentlich dass man sich bei Buddyverlust maximal eine Minute umschaut und danach kontrolliert austaucht. Wenn sich daran alle halten, trifft man sich in den allermeisten Fällen dann wohlbehalten an der Oberfläche. Wurde nicht im Vorfeld explizit was anderes besprochen, wäre jedes andere Verhalten grob fahrlässig.

Blubb...wegSeepferdchen
18.07.2017 15:01

Um einige Fragen zu beantworten (ich war am Sonntag in Hemmoor und habe die Ereignisse zum Teil mitbekommen):

1. wie waren die Sichtverhältnisse? Gut, wie in Hemmoor an einem eher ruhigen Tag üblich (es hat immer wieder geregnet, daher weniger Besuch)

2. War das Buddyteam im "Freiwasser" oder an/um/in irgendwelchen Unterwasserobjekten? Kann ich nicht sagen

3. War der Notaufstieg die Folge technischer oder medizinischer Probleme? Wenn nicht, warum dann der Notaufstieg? Es gab, außer, dass der Buddy aus den Augen verloren wurde, KEINEN Notfall unter Wasser.

4. Wie tief war das Team eigentlich? Kann ich nicht beantworten

5. Was führte dazu, dass jeder an unterscheidlichen Einstiegen raus kam? Fehlverhalten des "Verschwundenen"

Der Taucher, der den Notaufstieg gemacht hat, hatte zu der Gefährsung des eigenen Lebens keinerlei Anlass, denn sein Buddy war lediglich FÜR IHN verschwunden. Ein normaler Aufstieg, um an der Obefläche zu sehen, ob sein Buddy nicht schlicht auch dorthin aufgestiegen war, wäre die einzig sinnvolle und nicht selbstgefährdende Lösung gewesen. Der vermeintlich verschwundene Taucher hätte, nach dem Bemerken der Trennung des Buddyteams, selber umgehend einen normalen Aufstieg zur Oberfläche einleiten müssen und hätte NICHT zu einem anderen Ausstieg weitertauchen dürfen (er galt für eine Weile tatsächlich als vermisst, da er nicht auftauchte), egal, wie der Plan für das Buddyteam vorher aussah.

Unterm Strich wurde hier die in Hemmoor sehr gut funktionierende Rettungskette komplett sinnlos durch Fehlverhalten BEIDER Taucher des Buddyteams ausgelöst. Es kamen 2 Rettungswagen, 1 Notarzt, 1 Feuerwehrfahrzeug, 1 Polizeifahrzeug.

18.07.2017 15:39

Ich war sowohl Samstag als auch Sonntag in Hemmoor tauchen. Die Sicht war so gut wie ich es in Hemmoor noch nie hatte, mindestens 15 Meter. Wir sind am Sonntag gegen kurz vor 12 los, haben davon also nichts mehr mitbekommen.

TheCrasherCMAS / DTSA **
18.07.2017 15:56

@Enrico319824:

Da ich am Sa davor bis ca. 20:00 noch im See war kann ich zumindest die Frage 1.) mit "nicht sehr gut" beantworten. In den Einstiegsbereichen bei Einstieg 0 und 1 und vor allem um die dort liegenden Ausbildungs Platformen war die Sicht teilweise unter einem Meter. Weiter davon entfernt (Straße entlang bei Segelboot bzw. bei Einstieg 0 schon "um die Ecke") ist die Sicht zur Zeit aber ganz ok (ca. 10 - 15m). Es finden zur Zeit (wie jedes Jahr um diese Jahreszeit) sehr viele Ausbildungen statt. Der See ist recht voll. Entsprechend schlecht wird die Sicht bereits Freitags. Sonntags muss mit praktisch null Sicht in den Einstiegsbereichen gerechnet werden.

Wenn bei mir ein Buddy verschwindet tauche ich nach kurzer Suche (~ 1 Minute) ganz normal und kontrolliert auf und es wird sich an der Oberfläche getroffen (NICHT AN LAND)! Schon alleine um die Position zu "markieren" wo man sich das letzte mal gesehen hat. Ein Buddy der einfach an Land klettert wäre mit mir das letzte mal getaucht! Kommt leider häufiger vor als man denkt.

18.07.2017 20:44
Dieser "Unfall" führt einem vor allem vor Augen wie fragil Buddyteams sind. Die wenigsten Sporttaucher - und ich meine nicht nur Anfänger - treffen Absprachen für Notfälle. Während der Ausbildung steht der Spaß im Vordergrund und Problemlösungen werden nur am Rande besprochen. In meinem OWD-Kurs habe ich mal gelernt, dass bei einem Buddyverlust zunächst eine Minute unter Wasser gesucht und dann zur Oberfläche aufgestiegen wird. Dort treffe ich meinen Buddy wieder. Und wenn nicht? Wie erreiche ich aber, dass Buddyteams in für sie problematischen Situationen situationsangemessen reagieren - also eine Anti-Fragilität? Hierfür können z.B. Unfälle analysiert, Fehler benannt und sinnvolle Handlungsalternativen aufgezeigt werden. Wenn man einige Antworten hier so liest, sind solche Gespräche/Diskussionen dringend nötig - möglichst schon im OWD-Kurs.
20.07.2017 16:36

Waren an dem Samstag in Hemmor tauchen, Sicht an E4 beim ersten TG war grandios, beim Tauchgang Abends am E1 war die Sicht mies, viel Sediment im Wasser, besonders im Bereich der Plattformen.

Ich hätte bei Notaufstieg auch nicht gerade ein Durchschiessen und Aufstieg mit Selbstgefährdung angenommen, aber bei Buddyverlust würde ich persönlich schon versuchen so schnell wie möglich nach oben zu kommen, alleine schon um die Zeit bis zum Beginn der Suche zu verkürzen, falls der Buddy tatsächlich nicht oben auftaucht.

Aber ich denke es ist - wie schon von anderen vorher erwähnt - unverantwortlich, dass der zweite Buddy seinen Tauchgang einfach fortgesetzt hat, als wäre nichts geschehen...

Randori89Normoxic Trimix, IANTD Mine Diver
21.07.2017 15:40

Nun gut bei einen normalen Tauchgang, im Sporttauchbereich sollte man unter einhaltung

der Dekopressionzeiten im Freiwasser austauchen.

Aber wenn die beiden jetzt zum Beispiel mit Trimix unterwegs gewesen wären,

hätte ich mir zweimal überlegt im Freiwasser auszutauchen.

Denn bis man dann die Deko abgesessen hat, ist es für den Buddy vermutlich ehh zu spät.

In dem Fall hätte ich den Tauchgang auch beendet aber nicht im Freiwasser.

21.07.2017 17:15

Wir haben uns jetzt den Buddy-Watcher Pro gekauft und werden das Set im Urlaub testen.

Man kann jetzt vor dem Tauchgang den maximal gewünschten Abstand von 5 oder 10 Meter einstellen.

Wird der Abstand überschritten, vibrieren die Geräte und erinnern daran beim Tauchpartner zu bleiben.

Obwohl wir sehr vorsichtig sind, kann man beim filmen nie ganz ausschließen, dass man mal abgelenkt wird.

Wir hoffen, dass die Tauchgänge mit dem Buddy Watcher Pro noch sicherer werden.

Was diesen Fall betrifft, wäre es bei 10 - 15 Meter Sichtweite nicht zum Buddyverlust gekommen.

gr3yw0lflife is better in fins
21.07.2017 21:18
einige tauchpartner und meine wenigkeit haben sich einige "tricks" angewöhnt, die bis jetzt geholfen haben, falls es geschehen sollte, daß man den anderen verliert (was sehr selten ist)
- lampe einschalten
- rundum-blick (360grad horizontal UND vertikal
- auf "der eigenen fährte" zurück - bis zu dem punkt, wo der andere SICHER noch da war
- erst wenn das alles erfolglos war, suchmuster für ca. eine minute - danach normal (unter einhaltung aller benötigter stopps usw) auftauchen....
normalerweise reichte es bei uns bis jetzt bis zum 3ten punkt zu gehen - dann war wieder alles ok und alle da....
21.07.2017 23:41

@Randor89

Ich denke als brevetierter "IDA/CMAS Normoxic Trimix"-Taucher sollte es doch möglich sein *sogar* mit Trimix im Freiwasser auszutauchen, oder?

kwolf140614413-1; Nitrox**
25.07.2017 13:40Geändert von kwolf1406,
01.08.2017 22:33

Wer TMX tauch,t sollte auch eine Boje dabei haben, damit er auch gut im Freiwasser Austauchen kann. Das ist kein Grund, es bei Partnerverlust nicht zu tun!

Antwort