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Fragen zum Rettungstaucher

Geändert von D,

Hallo zusammen,

Ich bin 16, momentan engagiert in der Wasserwacht beim BRK und möchte nach meinem Wasserretter die Spezialisierung bzw. Ausbildung zum Rettungstaucher machen. Dazu hätte ich ein paar Fragen zur Ausbildung und der Zeit danach an die Erfahrenen, auch aus anderen Verbänden gern gesehen. Und wenn ihr keine Antwort auf eine Frage habt, habt ihr ja vlt noch einen Tipp für mich

Kurz zu mir, ich bin noch nicht allzu lange in der Wasserwacht, kann aber ganz gut schwimmen, va. durch mein Triathlontraining das ich mit 8-16h pro Woche betreibe. Dazu bin ich sehr interessiert an (Notfall)Medizin uns momentan in der 11 Klasse, habe also während der Ausbildung dann auch etwas Abistress. Ich hatte noch nie ein größeres Tauchgerät als einen Schnorchel in der Hand.

1. Was kann ich schon vor der Ausbildung selbst lernen und machen, theoretisch und praktisch um während der Ausbildung weniger Stress zu haben?

2. Was sind die wichtigsten Eigenschaften die man während der Ausbildung und dem ET Alltag brauchen kann?

3. Wie oft kann wird man diese Spezialisierung im Einsatz gebrauchen können und welche Art von Einsätzen habt ihr meistens?

4. Welche physischen Benchmarks sollte ich möglichst einfach knacken um entspannt durchzukommen und körperlich ein sehr gutes Niveau zu haben?

5. Welche Methoden zur mentalen Ruhe trotz belastenden Einsätze kann man unter Wasser anwenden?

6. Mit welchem Zeitaufwand pro Woche/Monat muss ich rechnen?

7. Was wäre der Rat den ihr euch geben würdet wenn ihr nochmal kurz vor eurer ersten Theoriestunde stehen würdet?

Danke für alle Erfahrungen und Tipps!

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Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
02.09.2026 16:48Geändert von Stephan K.,
02.09.2026 16:50

Zum Rettungstaucher im speziellen kann ich dir weniger Auskunft geben.

Der Rescue bei den üblichen Verbänden wie z.B. SSI oder PADI ist da schon was anderes als ein Rettungstaucher von der Wasserwacht.

Als Rettungstaucher bei der Wasserwacht wirst du primär mit Leuten in Not oder mit dem Suchen und Bergen zu tun haben.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll auch "normales" Sporttauchen zu können und regelmäßig durchzuführen.

Ich sage mal so. Wenn du mit dem normalen Tauchen schon fast überfordert bist und musst dann noch eine Leiche suchen und bergen ggf. bei Nullsicht im Dunklem ....................

Du solltest da vom Kopf her schon eine Ruhe beim Tauchen haben damit sowas nicht in Chaos endet.

Mein Tip wäre mal mit dem Ausbilder zum Rettungstaucher sprechen wie der Weg dahin ist.

Einen normalen Tauchkurs zu machen, bzw. muss medizinisch geklärt werden ob du überhaupt tauchen kannst.

Hast du ein PFO oder Tubenverengung? Trotz Triathlon könntest du sowas haben.

02.09.2026 17:04Geändert von D,
02.09.2026 17:07
Ich weiß, dass ich mal ein PFO hatte, aber glaube, dass es sich dann geschlossen hat. Aber Danke für den Tipp, müsste man vorher natürlich noch klären.
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
02.09.2026 17:15Geändert von Ciccione,
02.09.2026 17:16
Als Schwimmer/Triathlet bist du zumindest für PADI/SSI Rescue geradezu überqualifiziert! Die meisten Taucher, die ich kenne schwimmen mäßig bis staumäßig. Meine Zeit als ich Wettkämpfe geschwommen bin ist Jahrzehnte her, aber meinen Instructor (immerhin ein hochdekorierter Instructor Trainer, der 10 Jahre jünger ist als ich) häng ich sowas von ab.

Was wirst du brauchen?

1. Gesundheit: keine Bandscheiben-Probleme (du hast mind 25kg am Rücken hängen), Herz-Kreislauf und HNO sollten auch ok sein. Ob man ein PFO hat erfahren die meisten erst spät bzw nie.

2. Du solltest das Tauchen lernen (OWD, besser mehr) und darin Erfahrung sammeln.

3. Einen Erste-Hilfe Kurs (hast du vermutlich eh schon

4. Dann kannst du den "Stress and Rescue" bei PADI/SSI oder Konsorten machen. Der dürfte dich dann eher unter- als überfordern. Die meisten, die diesen Schein machen, kommen nie in die Verlegenheit, tatsächlich verunglückte Taucher zu retten (ist auch gut so). Wenn du die Ausbildung bei der Wasserwacht/DLRG machst, wird die vermutlich deutlich intensiver ausfallen. Die PADI/SSI-Variante besteht fast jeder Rentner, selbst wenn man den ins Wasser und wieder raus tragen muss
02.09.2026 17:30
Ok Danke, ich denke von der Gesundheit her sollte alles passen, aber nur das PFO muss ich vorher klären, Schlaganfall Unterwasser ist ja nicht so geil. Aber dann denke ich wärs wohl ganz gut zum Anfang erstmal nen normalen Tauchschein zu machen vor der Ausbildung?
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
02.09.2026 17:38
Der PFO-Test ist wohl selbst nicht so ganz risikofrei..auch ist es so, dass viele nie erfahren, dass sie ein PFO jaben und trotzdem unfallfrei tauchen. Allerdings kann ein starker ausgeprägtes PFO zu DCS führen. Deshalb erfahren es die meisten wrst dann, wenn sie Bends oder DCS bekommen und das dann medizinisch abklären lassen.
Solange du also keinen begründeten Verdacht hast, dass mit deinen Herz was nicht stimmt, würde ich mich nicht wahnsinnig machen
02.09.2026 18:36
Ah ok, verstehe ich bin mir relativ sicher, dass ich als kleiner Säugling ein PFO hatte, aber dann erfahre ich das wohl erst beim G31 Test. Wobei ich es aber ungeklärt schon etwas beängstigend finde ungeklärt damit tauchen zu gehen, aber Danke für die Erklärung.
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
02.09.2026 19:39
Und ja, erstmal den normalen Tauchschein machen, dann möglichst oft unter Wasser kommen und mit Fortbildung bis zum Rescue" weiterentwickeln.
Und dabei nicht ungeduldig werden, so 2 Jahre bis dahin solltest du dir Zeit lassen! Du bist jung genug🤙
Bei deinen Wasserrettern kannst du ja parallel schon trainieren.
UND natürlich zu allererst ärztlich Tauchtauglichkeit abklären lassen😇
Tauch_SchildkroeteMaster Diver
02.09.2026 22:48
Sprich Da unbedingt mit der Wasserwacht, wie der Werdegang und der Einsatz der Rettungstaucher ist. Ich bin selber Sporttaucher und war lange Sani beim BRK. Da war die gleiche Überlegung recht nah. Meine Erkenntnis war: an einer Leine im Trüben Wasser potenziell Tote Suchen möchte ich nicht.
Den Rescue habe ich bei padi dennoch gemacht. Da geht es aber um die Rettung und erste Hilfe beim Sporttauchen.

Da hier primär Sporttaucher sind, wäre es sicher besser mal mit den Leuten der Wasserwacht zu sprechen.
blackraiderNormoxic TX (plus) OC & CCR / DM
03.09.2026 08:13
Ist Rettungstaucher = Einsatztaucher?

Ich habe einige Bekannte, die bei der DLRG ihren Einsatztaucher gemacht haben. Das ist relativ unkompliziert wenn man vorher eben schon zertifizierter Taucher ist. Würde auch irgendwie Richtung Rescue gehen und wenn dann Lust besteht den Einsatztaucher drauf machen.

Stell Dir da aber nix tolles drunter vor...
Du tauchst an der Leine, maximal 20 Meter tief soweit ich das im Gedächtnis habe. Wenn Du gerufen wirst, eilt es auch nicht mehr.
Du tastest dich in der Regel durch Gewässer in denen Du froh sein musst deinen Computer lesen zu können.
Irgendwann stößt man dann eben auf den / die Verunglückte/n...

Ja, das muss auch wer machen aber ob das der Job ist den man machen möchte wenn man eigentlich nur gerne taucht muss jeder für sich selbst ausmachen. Das ist auch keine Eliteeinheit bei der irre Fitness notwendig wäre. Wenn Du eine TTU bestehst, dann reicht auch für den Einsatztaucher wenn man normal fit ist.
Es wird eh (zumindest bei uns) nur mit leichtem Gepäck getaucht, also Monopulle...
03.09.2026 10:10
G31 testet nicht auf PFO, der Test auf PFO ist deutlich zu invasiv.
Das wird aber auch kein Problem sein als Rettungstaucher, blackraider hat den Umfang schon sehr deutlich beschrieben.
Die DLRG versucht schon länger mir das schmackhaft zu machen, aber nein danke.

WatsonUWMasterdiver
03.09.2026 10:47
also sehr invasiv ist Bubble Test zB der intrakraniellen Gefäße jetzt nicht, aber sehr sinnvoll ist es bei Symptomfreiheit nicht.
Felschus Wasserwacht, Padi Rescue Diver, Rettungsschwimmer, Deep, Nitrox
03.09.2026 12:10
Hallo,

ich bin selbst bei der Wasserwacht in Bayern. Mach erstmal deinen Wasserretter und einen Tauchschein. Dann frag einfach mal die Einsatztaucher in deiner Ortsgruppe, ob Sie dich zum einmal zu einer Übung mitnehmen können. Wenn dir die Übung gefallen hat, kannst du um einen Lehrgang als Einsatztaucher bitten.

Dir sollten dabei allerdings zwei Dinge klar sein. Erstens du solltest für den Lehrgang ein Jahr lang an vielen Wochenenden Zeit haben. Zweitens wirst du einiges an Geld in eigene Ausrüstung stecken müssen.

Viele Grüße aus Oberbayern

03.09.2026 12:29Geändert von D,
03.09.2026 12:33
Oh ok Danke, an Wochenenden habe ich schon genug Zeit dafür, aber mit wie viel sollte ich da rechnen und für was gibt man das dann alles aus?
FotohaieDM / TDI Rebreather (Triton)
03.09.2026 15:03
Wie Felschus bereits sagte, ET (Signalmann, ET1 und ET2) ist eine anspruchsvolle Ausbildung, deine OG wird dich gerne unterstützen. Was kannst du machen: Selbstverständlich (ist Vorraussetzung) solltest du den Wasserretter abgeschlossen haben und den Willen dazu, auch in deiner SEG mitzuarbeiten. Den Signalmann ab 16 dann nach der Wasserretterausbildung machen. Dann ET1 und ET2.
Was hilft in der Vorbereitung: Ja, privat zu Tauchen und einen Tauchschein zu haben ist sehr hilfreich, Taucherfahrung (gerade Tarrieren) hilft dir ungemein. Das Kärtchen Rettungstauchen/Stress&Rescue ist toll, hat mit dem Einsatztaucher aber wenig gemein. Sportliche Fitness, wie du sie ja auch für den Wasserretter brauchst, solltest du sowieso haben (aber das sollte auch reichen).
Welche Erwartung wird in dich gesetzt: Spass, Einsatzwille in einer SEG, Ausdauer, dabei bleiben. Also Ehrenamt in der Wasserwacht (selbstverst. gibts auch die DLRG- Ausbildungsinhalt und Einsatz ist identisch)
Welche Erwartung solltest du haben: SEG Zugehörigkeit, Einsatzwille

Was wird nicht erwartet: Einsatztaucher ist nicht Freizeittaucher, "Bei der Wasserwacht kann ich ja den ET machen, dann erspar ich mir einen Tauchschein. Denn der Einsatztaucher kostet richtig viel Geld (nicht gerade dem Taucher, aber dem Verband) und dich kostet er richtig viel Freizeit (der eine machts gern, der andere eben nicht).

Voraussetzung für den Einsatztaucher ist eine Tauchtauglichkeit/Einsatzfähigkeitsuntersuchung nach (früher) G31 oder auch nach GTÜM Richtlinien eines entsprechend gelisteten Arztes (also nicht einfach "Zettel" vom Hausarzt - das übernimmt aber dann auch deine Wasserwacht. Diese sollte aber auch ein Sporttaucher haben.

Viel Erfolg, und dann sieht man sich auch mal.
03.09.2026 15:49
Danke dir für die ganzen Tipps das hilft grad echt, den Willen für Einsätze hab ich definitiv, klar wird das va. mental nicht das einfachste aber auf SEG als auch generell Wachen hab ich Bock und würde gerne lange dabei bleiben, Leute helfen mache ich sehr gerne. Und würd mich freuen.
03.09.2026 17:50Geändert von kwolf1406,
03.09.2026 17:52
Das Thema PFO halte ich für wenig relevant. 25-30% der Leute haben es sowieso und wissen es nie. Beim Tauchen ist nicht Schlaganfall aufgrund PFO das Thema, sondern ein etwas erhöhtes DCS-Risiko, das man mit konservativem Tauchverhalten ausgleichen kann. Einsatztaucher bei den Rettungsdiensten tauchen meist eher flach an der Leine bzw. haben ansonsten Tiefengrenzen wie normale Sporttaucher.
Natürlich kann aus internistischen Gründen bei Verdacht auf erhöhtem Schlaganfallrisiko ein Test auf PFO mal angezeigt sein. Diese Indikation ist aber unabhängig vom Tauchen - ggf. sieht man das fürs technische Tauchen in großen Tiefen mit langer Deko etwas anders.
mcjwrightJJCCR Normox TX, OC Hypox TMX, Cave 2, CMAS3*
04.09.2026 18:28
Als Vorbereitung bietet sich das Sonderbrevet Tauchsicherheit und Rettung vom VDST/CMAS an, es ist deutlich umfangreicher als die so genannten rescue Kurse.
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
05.09.2026 15:30Geändert von mario-diver,
05.09.2026 17:30
Im Tagesspiegel ist grad ein guter Artikel erschienen, wo die Tätigkeit eines Rettungstauchers der Berliner Feuerwehr lesenswert, abgesehen von 1-2 falschen Begrifflichkeiten, beschrieben wird.
Leider mit Abo-Schranke, so dass ein Link nichts bringt.
Aber vielleicht findet D ja nen Weg 🤙
EDIT: für Aboinhaber doch noch der Link:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/rettungstaucher-arbeiten-zwischen-leben-und-tod-dann-weiss-ich-ich-habe-ihn-gefunden-15991777.html
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