Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Blitzschlag - Taucher unter Wasser

Geändert von Dive-Man,
22.07.2019 15:50

Mich würde eure Meinung interessieren.

Ein Taucher bzw. sein Körper hat unter Wasser einen größeren Wiederstand als das, ihn umgebende Wasser. Daher müsste der Taucher "relativ" sicher sein, weil der Strom den Weg des geringsten Wiederstandes nimmt. Also um den Körper des Tauchers herum. Er darf halt nur nicht den Kopf oder den Körper über Wasser bringen. Dann ist er ein lebender Blitzableiter.

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MySig... Hit and Run ...
22.07.2019 15:55
https://www.eobv.at/topics/eobv_tauchen_blitz/
22.07.2019 16:19
@Dive-Man
"Ein Taucher bzw. sein Körper hat unter Wasser einen größeren Wiederstand als das, ihn umgebende Wasser."
Ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann. Woher hast du diese Erkenntnis? Hast du dazu Daten?


@MySig

Ich zitiere mal deine Quelle:
Da Wasser den Strom schlecht nach unten Ableitet, kann die Energie nicht vollständig an einem Punkt nach unten abfließen. Daher breitet sich der Blitz über die Wasseroberfläche in alle Richtungen aus. Es entwickelt sich eine gleichmäßige Spannungsverteilung, da Wasser ein guter Leiter ist.
Die argumentieren einmal damit, dass Wasser ein schlechter Leiter ist und zwei Sätze weiter damit, dass Wasser ein guter Leiter ist. Das ist jetzt nicht sehr geschickt formuliert.
nandersenIANTD CCR
22.07.2019 17:01Geändert von nandersen,
22.07.2019 17:03
Eigenartiges Argument. Man kann davon ausgehen, dass eine solche Entladung alles andere als ungefährlich ist. Zunächst mal 'sucht sich Strom' keinen Weg sondern teilt sich an unterschiedlichen Leitwerten auf. Dies nennt man einen Spannungsteiler.

Du beschreibst das Prinzip des Faraday'schen Käfigs. Dies ist meiner Meinung nach hier nicht anwendbar. Bei Entladungen in Erdreich oder Wasser errechnet man eine sogenannte Schrittspannung. Diese beschreibt die durch den spezifischen Widerstand pro Volumen an dem eine Spannung anfällt. Diese Kugelförmige Ausdehnung erreicht schnell immer kleinere Spannungen, da das Volumen und damit der Gesamtwiderstand schnell absinken.

Daher denke ich ein Einschlag in unmittelbarer Nähe wäre sicher problematisch- dieses Pech muss man allerdings erstmal haben. Das Beste wird sein: Nicht zu flach Tauchen 😜
kwolf140614413-1; Nitrox**
22.07.2019 18:08
Zumindest genauso gefährlich ist die Druckwelle eiines Blitzeinschlags ins Wasser, die einer Dynamitsprengung vergleichbar ist.
nandersenIANTD CCR
22.07.2019 18:31
Oo guter Einwand. Hier in Kiel soll's heut Nacht Gewittern. Kommt wer miit?
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
22.07.2019 18:49Geändert von Hans_S,
22.07.2019 21:48
Ich habe da vor Jahren mal eine PFD. gefunden, aber leider finde ich keine Quellenangabe mehr.
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Tauchen bei Gewitter .......
—————
Mod: siehe link beim postings Druckflasche.
zitate ja (mit Quellenangabe) , aber bitte keine Scripts ohne Genehmigung via copy & paste einstellen
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
22.07.2019 18:50
Die Bilder fehlen hier leider

nandersenIANTD CCR
22.07.2019 18:57
Copy&Paste?
22.07.2019 19:02
@ DB

"Die argumentieren einmal damit, dass Wasser ein schlechter Leiter ist und zwei Sätze weiter damit, dass Wasser ein guter Leiter ist. Das ist jetzt nicht sehr geschickt formuliert.“

Ich glaube es geht im Ersten Argument nicht über die elektrische Leitfähigkeit sondern um den Vektor, die Richtung des Stromflusses ("...schlecht nach unten...")

Aber ich gebe dir Recht dass man es vielleicht etwas anders formulieren hätte können.

22.07.2019 19:08Geändert von Druckflasche,
22.07.2019 19:08
Der von Stephan zitierte Text stammt vermutlich hieraus (sogar mit Bildern - : )

https://studylibde.com/doc/1836364/tauchen-bei-gewitter-die-meisten-tauchgänge-finden-bei-un...
22.07.2019 19:36
Wir waren im April auf den Malediven und sind auch bei Gewitter tauchen gegangen. Angerödelt und negativer Einstieg. Nach einer Stunde perfektes Wetter beim Auftauchen. Ging gut hätte vermutlich auch schief gehen können, aber wer weiß das schon so genau.
Würde ich beim nächsten mal gleich machen.
TondobarPassivtaucher
22.07.2019 19:56
Die Frage kommt alle Jahre wieder, die Antworten auch. Ich denke, über einen Volltreffer = Taucher unmittelbar am Einschlagort braucht man nicht lange philosophieren.

Aber es gibt ja Tauchbuddies, die bei Gewitter nicht mal eben aus dem Wasser steigen und sich ins Auto zurückziehen können - unsere geschuppten Freunde. Aus dem Ausmaß des Fischsterbens nach einem Gewitter kann man abschätzen, wie brenzlig es ist, wenn es in einiger Entfernung neben einem einschlägt. Die elektrische Leitfähigkeit des Objekts, Fisch bzw. Taucher, ist nicht das Entscheidende, sondern die Spannungsdifferenz zwischen Kopf und Fuß. Und die wird vom elektrischen Feld bestimmt, welches der Blitz unter Wasser aufbaut.

Die Druckwelle scheint wirklich nicht ohne zu sein, wie das Video von einem Hotelpool bei Gewitter zeigt.
22.07.2019 21:28
https://www.vde.com/de/blitzschutz/infos/beimwassersport

Demnach ist der Gefahrenradius (der eigentlich eine Halbkugel wäre) wohl so etwa 15m bis 100m, je nach Blitz und Umstände. Vorteilhaft wäre, in Salzwasser zu tauchen (leitet 100x besser), und möglichst quer zum Blitzeinschlag (weniger länge = weniger Spannungsabfall, ist dasselbe wie mit der Schrittspannung an der Oberfläche). Die Chancen steigen sozusagen mit dem Radius zum Quadrat
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
22.07.2019 21:41
Gewitter sind am und im Wasser gefährlich weil man leicht der höchste leitfähige Punkt ist (logisch). Ausserdem weil die See rauh werden kann (auch logisch). Unter Wasser wäre das Risiko durch den elektrischen Strom eher gering, Salzwasser ist ein vergleichsweise guter Leiter, wurde ja schon gesagt. Man darf echt nicht vergessen, dass es ausser Statistik keinerlei Grund gibt, dass der Blitz genau da ins Meer / See schlagen sollten wo der Taucher grad seinen 3m Stopp macht. Chance enorm klein. Auch die "Druckwelle" wird tendenziell massiv überschätzt. Leute rechnen oft mit großen Energiemengen, die im Zusammenhang mit einem Blitz auch irgendwo auftreten, aber nicht auch nur annhähernd an der "Einschlagstelle" umgesetzt werden. Schaut einfach mal das Video vom Hotelpool an. Wäre da drin die Tonne Dynamit aus dem PDF explodiert, die Umgebung sähe anders aus.

Also, ich sage Vorsicht vor allem wegen der unvermeidlichen Zeiten über Wasser.
Bad RangerCMAS ***
22.07.2019 23:08
Ich hatte letztes Jahr einen TG, bei dem ich bei schönen Wetter und Sonnenschein abgetaucht bin und knapp zwei Stunden später beim auftauchen hat es ordentlich geblitzt und gedonnert. Unter Wasser konnte ich lediglich feststellen das es dunkler wurde, vom Gewitter hatte ich nichts mitbekommen. Ist schon ein komisches Gefühl, ich war noch nie so schnell aus dem Wasser raus wie am diesem Tag.
kwolf140614413-1; Nitrox**
23.07.2019 00:41
Was lernen wir daraus: Bei Gewittergefahr nicht tauchen. Heute hat doch jeder ein Wetterradar im Handy, da kann man sich eigentlich nicht überraschen lassen. Und wenn doch, besser unter Wasser bleiben, der Kern des Gewitters ist i.d.R. schnell vorüber.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
23.07.2019 08:13
Thx an Druckflasche und andere sm1
IvoryAOWD
23.07.2019 08:17
Ich war vor etlichen Jahren mal mit einem TL im Steinbruchsee Remshagen. Da kommt man recht schlecht rein und raus, weil es dort sehr steil ist. Sind auch bei gutem Wetter rein und nach ca. 50 Minuten mitten im Gewitter an die Oberfläsche gekommen. Es regnete so stark, dass ein Ausstieg praktisch unmöglich war. Wir sind dann auf ca. 5 Meter Tiefe und haben uns flach auf den Grund gelegt. Ob der Blitz eingschlagen ist, weissen wir nicht, aber es erschien uns die sicherste Option. Als unser Flaschendruck bei 10 Bar war sind wir aufgetaucht. Das schlimmste war vorrüber und wir konnten dann auch aussteigen. War aber nicht so ne tolle Erfahrung.


GarfiSchnorchelabzeichen
23.07.2019 08:38
Trifft zwar nicht ganz die Frage, aber wir waren in der Karibik mal mit einem Tagesboot unterwegs, als ein ziemlich heftiges Gewitter über uns gezogen ist. Die karibischen Tagesboote haben in der Regel zwar einen Sonnenschutz, aber keine Kabine, in die man sich verkrümeln kann. Um kurzzeitig zurückzufahren, waren wir zu weit draußen. War sehr unangenehm und kein gutes Gefühl. Abgesehen davon, dass mir die Kombination aus Regen und Wind eine ausgewachsene Mittelohrentzündung beschert hat.
Als unser Boot nach der Rückfahrt angelegt hat, hatten wir wieder prima Sonnenschein ...
TechnomancerPlastikkärtchen
23.07.2019 09:17Geändert von Technomancer,
23.07.2019 09:18
Ich habe da einen TL bei der Hand, der durchaus schon öfter bei Gewitter getaucht ist, geht seit 40 Jahren gut mit folgenden Überlegungen:

- Wenn man bei Gewitter INS Wasser will: negativer Einstieg. Auf keinen Fall länger als irgendwie nötig mit der Pulle auf dem Rücken am Wasser der höchste Punkt sein.
- Wenn man bei Gewitter AUS dem Wasser will: Sofern irgendwie möglich Gerät ablegen und treiben lassen. Der Ausstieg dauert IMMER länger als ein Einstieg, exponieren vermeiden.
Gerät aufgeblasen treiben lassen und später einsammeln, ggf. mit Bojenseil und/oder Bleistück irgendwie UW befestigen.
- Gewitter im Wasser ist eher unkritisch, ansonsten schwämmen ja nach jedem Gewitter dutzende Fische Tod auf dem Rücken.

Weiterführende Gedankengänge meinerseits:
Evtl. würde ich mich bei Gewitter von Stahlseilen an Stahlplattformen fernhalten bzw. Kontakt zum Boden vermeiden.
An und für sich dürfte "Taucher im Anzug" mehr Widerstand haben als das Wasser drumherum, man dürfte also nicht den Großteil der Energie abbekommen.

Ich habe keine Angst vor Gewitter im Wasser, ich würde nur den TG-Beginn verschieben und sollte es mich im Wasser überraschen s. "Gerät ablegen". (Wenn verschieben aber nicht möglich wäre sondern dann an dem Tag vllt. nicht mehr getaucht werden könnte, klappt auch der negative Einstieg, mehrfach so getan. Sollte halt alles schnell gehen.)

Edit @ Garfi: Ich weiß schon warum ich regelmäßig mit Crocodile-Dundee-Gedächtnis-Lederhut, Stirnband oder Beanie bescheuert aussehe!
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
23.07.2019 09:18
Flach auf den Grund legen ist unter Wasser egal, an Land nicht ideal weil man bei einem Einschlag in der Nähe eine große Potentialdifferenz abdecken würde...
GarfiSchnorchelabzeichen
23.07.2019 09:38
"Ich weiß schon warum ich regelmäßig mit Crocodile-Dundee-Gedächtnis-Lederhut, Stirnband oder Beanie bescheuert aussehe!"

Ja klar, ich auch. Aber nachdem damit niemand gerechnet hatte, waren wir ziemlich miserabel ausgerüstet. Wenn wir damit gerechnet hätten, wären wir gar nicht 2 Stunden rausgefahren.
Obendrein war der "Sharkpoint" an diesem Tag ohne Sharks. Also eine Pleite in mehrfacher hinsicht.
arureusCMAS-TL**, Nitrox**
23.07.2019 09:56Geändert von arureus,
23.07.2019 09:57
Ich zitiere mal Dr. Max Hahn: "Jens, Du weißt doch, beim Blitz ist das Problem die Potentialdifferenz, an Land auch Schrittspannung genannt.....Also immer radial zur Einschlagstelle tauchen und die Füße beisammen halten!" lol2
Will heißen: Wenn es Dich erwischt, erwischt es Dich.
Das ist das gleiche auf´m Boot draußen auf dem Meer. Wenn es nicht gerade ein Stahlboot ist mit Stahlaufbauten kannst Du im Falle eines Einschlages auch Glück haben.
Natürlich sollte man bei Gewitter nicht draußen sein, nicht tauchen oder schwimmen, nicht mit dem Boot im Gewitter sein.......aber manchmal passiert es eben.
Und dass der Blitz sich immer den höchsten Punkt aussucht (Kopf über Wasser spin) ist eine Mähr. Genau so wie "Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen."
In diesem Sinne, "immer radial zur Einschlagstelle tauchen"! oder unter versunkenen Buchenstämmen Schutz suchen.
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
23.07.2019 10:00
Radial ( = Mensch wie ein Strahl von der Einschlagstelle weg oder auf sie hin zeigend angeordnet) zur Einschlagstelle wäre unter der Prämisse aber das schlechteste mögliche big

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