Es gibt immer neue Ausrüstung, oder was zu meckern an der alten. Hier ist genau der richtige Platz, an dem Du Dir Infos zu irgendwelchen Tauchausrüstungsteilen holen kannst - oder das in Erfahrung bringst - was dich schon sehr lange interessiert hat.
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Betriff Unfallforum Unfall durch Pressfluftflasche / Insel Vis -H

Da es jetzt mehr in die Richtung Ausrüstungsfragen geht, denke ich ist das hier besser aufgehoben als im Unfallforum.
Mantel schrieb im Unfallforum:
Antwort von Mantel-T am 27.09.2010 - 11:52
@Taucherladen-online

Jetzt muss ich einfach nachfragen.

Was sind dass denn für Flaschen, die solches Gewinde R3/4" haben?

Wie kann man sich dagegen schützen, sowas in die Finger zu bekommen?

Woran erkennt man das bsw. im Verleih?

Bislang kannte ich nur Versionen -konisches Kleingewinde (läuft aus) - M26x2 -M25x2

Der Strand der Unwissenheit wird zunehmend länger bei Grössenzunahme der Insel meines
Wissens!!!
LG
Mantel-T

Also es ist so, dass in Europa verkaufte Flaschen Gewinde nach den DIN-Normen haben, dies sind die bekannten groß und kleinkonischen Varianten und das jetzt übliche Gewinde M25X2 mit den einzelnen Varianten der Abdichtung, was schon wieder ein eigenes Thema in Bezug auf falsche Ventil-Flaschenkombination wäre.
Flaschen mit R3/4" Gewinde wurden im Bereich der EU zwar nie verkauft, aber es haben doch ein paar dieser Exoten den Weg über den großen Teich geschafft und kamen so bei uns in den Umlauf.

Das fatale dabei, ein M25X2 Ventil lässt sich da ohne weiteres rein schrauben, das Einzige was dem Schrauber dabei eigentlich auffallen sollte ist, das etwas große Spiel, sprich das Ventil kann man bevor es festgezogen wurde relativ weit hin und her wackeln. Und eben aus diesem überhöten Spiel und den zudem nicht zueinander passenden Flankenwinkeln der Gewinde ergibt sich die ungenügende Festigkeit der Verbindung, die unter Umständen auch zu dem besagten Unfall geführt haben könnte.
Wobei es ja jetzt auch nur eine Vermutung von mir ist, dass eine solche Kombination zum Unfall geführt haben könnte !!! Will da keine Gerüchte in die Welt setzen !!!
Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, werden wir dazu ja dann vielleicht mehr erfahren, mal abwarten.

Wie man es erkennen kann, im Normalfall ist die Gewindeart in die Flasche eingeschlagen und auch am Ventil sollte die Angabe über das Gewinde leicht zu finden sein. Meist eingestanzt oder eingelasert.

Gab da im Unfallforum auch die Anmerkung, dass dann wenn dem so ist die Prüfstelle hierbei eine Mitschuld trägt, das kommt aber darauf an, ob die Flaschen überhaupt mit den Ventilen zur Prüfstelle gegangen sind. Weiß ja nicht wie das in Kroatien gehandhabt wird, aber bei uns ist es normal so, dass der Tauchshop in dem man die Flasche zur Prüfung abgibt die Ventilmontage übernimmt und die Prüfstelle die Ventile meist gar nicht zu Augen bekommt.

Viele Grüße
Gerhard


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Tümpitausche Sterne gegen Muscheln
27.09.2010 14:04
Letzteres ist nicht immer so. Wir geben die Flaschen mit montiertem Ventil direkt bei der Prüfstelle ab und bekommen sie auch betriebsbereit wieder.
27.09.2010 14:38
Es ist falsch, dass im EU Raum nie R3/4 = G3/4 Gewinde verkauft wurden. Früher gab es nebst den konischen Varianten ausschliesslich G3/4. Irgend ein bescheuerter Deutscher hatte dann die Idee, dieses böse Zollgewinde gegen ein metrisches zu ersetzen. Er wählte dabe ein sehr ähnliches Gewinde, nämlich M25x2. Wer die Verantwortung für diese Norm trägt, ist Schuld an zahlreichen sehr schweren Unfällen.

In Deutschland hat sich M25x2 bis heute fast vollständig etabliert. Ich habe mal gehört, G3/4 sei in D sogar verboten. In der Schweiz findet man beide Gewinde parallel im Einsatz. Die Flaschen müssen seit ein paar Jahren das Gewinde eingestanzt haben, die Ventile haben die Gewindeart nicht immer angegeben.

Weltweit gibt es nach meiner Schätzung viel mehr G3/4 Gewinde als M25x2, aber da kann ich irren.

Das Ganze wäre null Problem, hätte man das weltweit etablierte G3/4 Gewinde belassen. Aber nein, die deutsche Normierungswut schlug voll zu.

Eine falsche Kombination M25x2-G3/4 hält übrigens rund 200 bar aus, dann knallt es. Diverse Ventile, die so knallten, hatten vorher zahlreiche Lastwechsel hinter sich und knallten irgendwann. Man kann also nicht sagen, dass eine Flasche, die schon mal 200 bar drin hat oder hatte, sicher richtig konfiguriert ist. Ich bin überzeugt, es sind diverse Flaschen mit falschem Ventile im Umlauf: Zeitbomben.

Erkennen kann man das nur, wenn Flasche plus Ventil eine Gewindeangabe drauf haben.

Die Aussage "Beim Reindrehen des Ventils merkt selbst ein Spasti, dass das Gewinde zu viel Spiel hat" stimmt nicht. Man muss sich der Gefahr bewusst sein und das Gewinde nach 2 Gängen bewusst überprüfen, ansonsten kann auch einem arglosen Ingenieur die Sache durchrutschen. Oder noch besser: Flasche und Ventil vorher mit einer Lehre überprüfen.

M26x2 ist kein Gewinde zwischen Flasche und Ventil, sondern zwischen Ventil und Automat: Nitrox Gewinde anstelle von G5/8 Luft Gewinde. Das ist auch so eine bescheuerte Norm, die aus Deutschland kommt und nur in Deutschland halbwegs umgesetzt wird. Im Rest der Welt taucht man G5/8. Aber das ist ein anderes Thema...
27.09.2010 16:09
Hallo Antiblabla,
hast Recht, früher wurden in der EU und somit auch bei uns in Deutschland tatsächlich Flaschen mit G3/4" Gewinde verkauft, im deutschen Raum ist mir so eine Flasche allerdings noch nicht zu Augen gekommen, scheinen bei uns doch so ziemlich "ausgestorben" zu sein. Auch hat das früher hier verwendete G3/4" Gewinde andere Flankenwinkel als das immer noch ausserhalb der EU anzutreffende R3/4" Gewinde, schon wieder was zum verwechseln, man sieht, der Teufel steckt wie so oft im Detail. (Siehe hierzu: http://www.swiss-divers.ch/index.php?option=com_smf&Itemid=27&topic=204.0 auf Seite 36 unten)
Ja auch das ist richtig, der Deutsche neigt schon zum Normen- und Regulierungswahn, aber noch viel schlimmer ist mittlerweile die EU, die es sehr oft fertig bringt sogar dem deutschem Beamtentum das Kopfschütteln beizubringen. Allerdings sind es dann auch wiede wir, die diese Normen am schnellsten umsetzen und sogar oftmals noch ein wenig oben drauf setzen. Aber das ist ein ganz anderes Thema und hat mit Tauchen nur am Rande was zu tun. Nitroxgewinde M26X2 ist übrigens auch so eine von der EU eingeführte Norm, nur wir Deutsche waren mit der Umsetzung wieder mal am fleißigsten.

Habe nicht geschrieben, dass es jeder Spasti beim Zusammenbauen merken muss, dass die Gewinde nicht zusammenpassen. Zitat : Das fatale dabei, ein M25X2 Ventil lässt sich da ohne weiteres rein schrauben Zitat Ende.
Ich gehe natürlich davon aus, dass nicht jeder Heimwerker an seinen Flaschenventilen rumschraubt. Jemand der sich mit der Materie auskennt und das dafür nötige Gefühl hat, sollte aber schon merken, dass da was nicht zusammenpasst.

Natürlich ist der beste und sicherste Weg Gewindelehren zu verwenden, außer natürlich, es ist wie in 99% der Fälle sowohl auf der Flasche als auch am Ventil das Gewinde angegeben.

Viele Grüße
Gerhard
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
27.09.2010 16:44
"...Das Ganze wäre null Problem, hätte man das weltweit etablierte G3/4 Gewinde belassen..."

Das Ganze wäre auch null Problem, wenn sich die paar fortschrittlichen Staaten mit zölligen Gewinden endlich mal an die auf SI-Einheiten basierenden Messsysteme bewegen würden. Angaben in Quadratfüßen, Kubikellen und Vielfachen davon sind seit dem Mittelalter halt nicht mehr zeitgemäß. Seit man ein Längenmaß erfunden hat sozusagen...

Recht hast Du natürlich darin, daß man bei der Umstellung besser ein Gewinde ohne Verwechselungsgefahr genommen hätte.

Nur Dein ewiges Gemopper gegen Deutsche kann ich nicht mehr hören. Vor allem nicht, wenn ich sehe, daß der meiste Bürokratenschwachsinn in der EU aus Ländern wie Frankreich, Griechenland, Spanien oder sonstwo kommt. Unser einziges Problem ist, daß wir den Blödsinn auch noch umsetzen, anstatt zuzustimmen und alles zu lassen wie es vorher war. So wie das die anderen EU-Staaten teilweise machen.

Grüße

henri
Michael FischTMX Cave & CCR
27.09.2010 18:04
@henri

wie zum Beispiel G5/8" für DIN Pressluft,
G3/4" für 200Bar Sauerstoff
und
W 21.8x1/14" für 200Bar Edelgas

3/4" für Wasserschlauch
usw.

Metrisches System in Deutschland? - kein Spur davon in der Gas Sektor, oder bei Rohren und Schlauche.

Michael
27.09.2010 18:57
"Recht hast Du natürlich darin, daß man bei der Umstellung besser ein Gewinde ohne Verwechselungsgefahr genommen hätte". Falsch. Man hätte nie umstellen dürfen. Dass sich das M25x2 nur in Teilen Europas vollflächig durchsetzt, war abzusehen. Ebenso, dass in Nord- und Südamerika das G3/4 bestehen bleibt. Und im Rest der Welt haben wir das Mischmasch. Und selbst wenn sich das G25x2 durchgesetzt hätte (was faktisch nicht mögilch ist): was bringt es, ein System durch ein anderes, gleichwertiges zu ersetzen?

"Nicht mehr zeitgemäss"? Reifendurchmesser, Bildschirmgrössen und vieles mehr basieren auf Zoll. Das ist weder besser noch schlechter als metrische Angaben. Blöd ist nur derjenige, der in seiner Regulierungswut ein Parallel-System einführt.

Das M25x2 - und darum geht es hier - wurde nicht von der EU, nicht von Frankreich, Griechenland, Spanien oder sonstwem eingeführt, sondern von Deutschland. Dieser Schwarze Peter bleibt, wo er ist.
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
27.09.2010 19:06
Antiblabla, ich kann Dich trösten, es gibt sogar in USA Flaschen, Ventile mit M25x2 und nach Automaten mit DIN-Anschluss. Ganz spannend. Wenn ich das mal übersetze, was der Ladenbesitzer in Phillie seinerzeit sagte, war das in etwa: Das amerikanische System ist scheiße und unsicher im Hochdruckbereich. Überwiegend bezog sich das auf Yoke-Anschlüsse. Die hatten dann einfach komplett auf deutsches Material umgestellt.

Die Tatsache, daß Reifen und Bildschirme auf Zoolmaßen beruhen ist ein Überbleibsel bzw Anachronismus. Eigentlich haben sich insbesondere die USA schon lange "committed" metrische Maße einzuführen. Sie tun es einfach nicht. Und haben viele Probleme mit der Kompatibilität von Anlagenteilen zum Beispiel.

Ich kenne Deine Auswüchse in der Diskussion, wenn es um das Thema Normierung und Deutschland geht. Weitere Kommentare wären also überflüssig. Die kann man mit der Suchfunktion einfach finden.

Grüße,

henri
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
27.09.2010 19:17
Ich wollte nur mal erwähnen, dass meines Erachtens jemand, der sich damit nicht auskennt, an Ventilen von Druckgasbehältern nicht herumzuschrauben hat.
Wenn also ein Privatmann ohne jede Fachkenntnis bei ebay ein Ventil kauft, und woanders eine Flasche, und das kombiniert, ist das grob fahrlässig. So ein dummer Fehler könnte bei fehlender Fachkenntnis auch beim Autobasteln entstehen, da ist auch nicht alles kompatibel.
Wenn eine Tauchbude 20 Flaschen demontiert, zum TÜV schickt, die Flaschen beschriftet (um sie den Kunden zuzuordnen) und die Ventile in eine Kiste schmeißt, und sie dann verwechselt: Siehe oben, gröbste Fahrlässigkeit.
"Man muss sich der Gefahr bewusst sein und das Gewinde nach 2 Gängen bewusst überprüfen, ansonsten kann auch einem arglosen Ingenieur die Sache durchrutschen."
Argloser Ingenieur? Ein Widerspruch in sich, oder? Sicherlich kein (guter) deutscher Ingenieur...

(Über den Sinn einer neuen Norm kann man streiten, sicherlich wurde sich dabei irgendwas gedacht, und grundsätzlich hat das Wegkommen von altertümlichen Maßsystemen meine Sympathie. Wenn man es jetzt nicht macht, macht man es Jahrzehnte oder Jahrhunderte später, dann gibt es auch Unfälle, wenn mutige Deppen werkeln.)
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
27.09.2010 19:29
..hab grad mal nachgesehen:
Bei meinen Flaschen und Ventilen steht überall jeweils M25 drauf. Und noch ein CE-Zeichen. Also reicht es wohl nicht, ein mutiger Depp zu sein, man muss auch noch des Lesens unkundig sein oder muss uralte Teile zusammenbasteln, um so einen Fehler zu machen.
Mantel-TCMAS**
27.09.2010 20:57
Hallo @all,

danke für die Ausführungen, das hilft mir weiter.

@Mod

hätte ich auch selber merken können, falsches Forum!!



LG
Mantel-T
27.09.2010 21:33
Hallo Mantel-T
ich habe deine Frage/Antwort hier rüber kopiert als ich den Eindruck hatte, dass das jetzt doch mehr in Fragen Ausrüstung geht als in Richtung Unfallforum.

@All
Wichtig ist doch beim Ganzen die Erkenntnis, dass man in Sachen Verbindungsgewinde Flasche Ventile eine gewisse Vorsicht walten lassen muss, wobei die Verantwortung klar bei den Veranstaltern liegt, denn der Endverbraucher/Urlauber auf einem Tauchschiff oder einer Basis hat da nur sehr geringe Kontrollmöglichkeiten und Einfluss.

Aber auf keinen Fall kann es schaden mal zu schauen was auf den Flaschen und Ventilen gestempelt ist, wenn ein Stempel fehlt, schadet eine Nachfrage nicht und wenn die Stempelungen nicht übereinstimmt hat man hoffentlich noch genug Zeit das Weite zu suchen.

Viele Grüße
Gerhard
27.09.2010 22:39
Bitte verwexelt doch nicht dauernd das Ventilgewinde mit dem Anschlußgewinde der ersten stufe!
Zylindrische Ventilgewinde sind M25x2, M 18x 1,5, odr BSP 3/4".
Die sind auf den Flaschen angegeben.
G5/8, G3/4 M26x2, etx, sind Anschlußgewinde erster Stufen.
27.09.2010 23:04
@MatV,
wer lesen kann ist hier wieder mal klar im Vorteil.

Wir sprechen hier eigentlich von der Verbindung Flasche zum Ventil und hierbei der Verwechslungsmöglichkeit M25X2 und 3/8" Gewinde.
Dazu sollte eigentlich auch schon Alles gesagt sein.

Unser Ausflug M26X2 bezog sich auf die Frage von Malte, die bereits aus dem Unfallforum kam und dabei, glaube ich zumindest, konnte jeder Taucher erkennen dass es um das Anschlussgewinde das Atemreglers an das Ventil ging.
Von G5/8", unzweifelhaft auch eine Verbindung Ventil erste Stufe, war nie die Rede und G 3/4 ist entgegen deiner Annahme doch immer noch ein Verbindungsgewinde Flasche Ventil, wenn auch in Europa fast schon Geschichte, oder an welchem Anschluss erste Stufe sollte deinem Wissen nach ein G3/4" Gewinde zu finden sein?
Glaube nicht, dass wir da was verwe(x)chselt haben, lasse mich aber gerne etwas Besserem belehren, bin ja immer lernbereit.
Viele Grüße
Gerhard
Mantel-TCMAS**
28.09.2010 01:28
@Taucherladen-online

lieb, dass Du mich in das richtige Forum rübergeschafft hast!

@all

Ich glaube meine Fragen sind beantwortet.

Bei Gewinde habe ich wieder was dazugelernt, die Unterscheidung Flaschen-Ventilgewinde und Anschluss Reglergewinde sind für mich nicht missverständlich.

LG
Mantel-T
28.09.2010 02:03

Dass es hier um die Flaschenhals-Gewinde geht, das hab ich begriffen.
Ich hab jetzt aber mal eine Frage zum Regler-Anschluss-Gewinde:
Hier ist die Rede von G5/8Zoll für Luft und G3/4Zoll für Sauerstoff.
Was bedeutet denn das G ?
Ich dachte es heißt R 5/8 Zoll und R 3/4 Zoll.
Wohlbemerkt beide sind DIN Gewinde.
Das R bedeutet Rohr-Zoll, so ergibt`s doch einen Sinn, oder ?
Hab ich immer was falsches geglaubt ?

G könnte Gewinde bedeuten - was`n Schwachsinn

Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
28.09.2010 09:26
@Uli
Du solltest besser auch keine Flaschen bei ebay kaufen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Whitworth-Gewinde
28.09.2010 14:04
Henri, du bringst G5/8 vs. Yoke (Ventil-Automat) sowie G3/4 vs. M25x2 (Ventil-Flasche) durcheinander. Wenn ich dich richtig verstehe, hat dein US-Guru auf das "deutsche G5/8 Gewinde" umgestellt. Nur ist G5/8 zöllig und total anti-deutsch. Richtig ist, dass der G5/8 Anschluss bei hohen Drücken sowie bei Schlägen zuverlässiger dichtet als der Yoke Anschluss.

"...neue Norm...sicherlich wurde sich dabei irgendwas gedacht". Nein, wurde es ganz offensichtlich nicht, sonst hätten wir heute nicht diese lebensgefährliche Situation mit 2 fast identischen Gewinden. Die einzige Ueberlegung, die ich mir vorstellen kann: Wir wollen weg vom bösen G3/4. Wir haben bestehende Maschinen zur Herstellung von Flaschen und Ventilen. Welches metrische Gewinde können wir nun wählen, damit die Kosten möglichst gering bleiben? Am besten ein sehr ähnliches, also M25x2. Ob diese "Ueberlegung" angestellt wurde und somit diverse Leute aus wirtschaftlichen Gründen schwer verletzt wurden, weiss ich nicht. Es ist schlicht die einzige "Ueberlegung", die ich mir hier vorstellen kann.

"man muss auch noch des Lesens unkundig sein oder muss uralte Teile zusammenbasteln, um so einen Fehler zu machen". Das nennt sich gemeinhin potentiell tödlicher Irrtum. Bei weitem nicht alle Ventile sind beschriftet und sowohl Ventile als auch Flaschen werden unverändert in beiden Systemen produziert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in USA je die M25x2 Gewinde durchsetzen werden. Wozu auch, sie sind nicht besser und nicht schlechter als die etablierten G3/4.

"Wir sprechen von Verwechslungsmöglichkeit M25X2 und 3/8" Gewinde". Nein, es geht um M25x2 und G3/4. Die Bezeichnung 3/8" ist sowieso unklar, es gibt G3/8, UNF3/8, UNEF3/8 usw.

Die Definition von G und R in Wikipedia entspricht hier sogar mal dem häufigsten Sprachgebrauch. Ansonsten hat der Wiki-Artikel wie üblich einige Fehler drin. Lustig ist das "Trimix mit über 21% O2"
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
28.09.2010 14:20
"...u bringst G5/8 vs. Yoke (Ventil-Automat) sowie G3/4 vs. M25x2 (Ventil-Flasche) durcheinander. ..."

Nein, bringe ich nicht. Wenn Du mein Posting richtig lesen würdest, könntest Du das wissen. Auch wenn in Deutschland heute metrische Maße Stand der Technik sind, gibt es noch viele Bereiche, die andere Gewinde benutzen. Leider. Aber langsam schleichend werden immer mehr Gewinde auf metrisch umgestellt.

Nur kommen diese schrägen Vorschriften nicht immer alle aus Deutschland. Das einzige was mir in der Diskussion hier auf den Plümmel geht, ist Dein Gemopper gegen Deutschland. Es steht Dir doch frei Deine Tauchausrüstung komplett mit kruden, schrägen Gewinden zu bestücken. Du kannst Dir sogar alle Deine Gewinde selbst drehen. Auf jedes Maß, das Dir beliebt, solange Du dann dafür auch geradestehst.

Grüße,

henri
28.09.2010 17:38
Hallo Leute,
zur Verwechslungsmöglichkeit der beiden Gewinde nur soviel:
das 3/4" Gewinde hat einen Außendurchmesser von rd 26,4 mm und eine Steigung von rd 1,8mm,
das heißt wenn der Flaschenhals ein 3/4" Gewinde
hat, dann hat ein Ventil mit einem 25x2 Gewinde (bis zum letzten Moment, in dem die Gewindegänge fest aufeinander greifen), so viel Spiel, daß es nicht möglich ist diese Teile aus Versehen zusammenzuschrauben, daß das nicht zusammen passt, müßte jedem, der schon mal irgend etwas zusammengeschraubt hat auffallen.

Gruß

Sepp
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
28.09.2010 21:19
Ja, ja Sepp. Theoretisch ist das so. Praktisch ist es aber schon öfters passiert. Da hilft Deine Theorie dann auch nicht weiter. Fakt ist, man kann die kritische Kombination mit dem Drehmomentschlüssel sogar mit 80 Nm anziehen. Dicht ist das auch erst einmal. Bis halt ganz schnell undicht wird.

Grüße,

henri
29.09.2010 07:47
Nein, Sestre, das stimmt weder praktisch noch theoretisch. Durch die unterschiedliche Steigung der beiden Gewinde hebt sich das Spiel gegen Ende vollständig auf, das Ventil sitzt vermeintlich bombenfest. Wenn du nichts von dieser Problematik weisst, kann es passieren, dass du das anfänglich (und nur anfänglich) grössere Spiel nicht bemerkst. Dass diese Gefahr besteht, beweisen die zahlreichen schweren Unfälle - da hilft keine theoretische Schönrederei.

Es ist nun mal Fakt, dass diese lebensgefährliche Situation mit zwei ähnlichen Gewinden durch die deutsche Alles-muss-metrisch-werden-Wut entstand. Hätte mal alles beim bewährten G3/4 belassen, wäre keine saugefährliche Situation entstanden und man hätte heute weltweit keine 2 parallelen Normen. Metrisch ist nicht besser als zöllig, umgekehrt genau so. Aber ein einheitliches Gewinde ist besser als deren zwei. Henri bezeichnet dies als Gemopper gegen Deutschland, sei`s drum. Ich bin unverändert der Meinung, dass derjenige Deutsche, der diese bewiesenermassen lebensgefährliche M25x2 Norm erfand, ins Gefängnis gehört.

"schleichend werden immer mehr Gewinde auf metrisch umgestellt". Welche Gewinde in der Taucherei wurden in den letzten Jahrzehnten umgestellt? Das M25x2 war keine Umstellung, sondern eine Parallel-Einführung. Ansonsten fallen mir auf die Schnelle ein: UNF 3/8, UNF 7/16, UNF 1/2, UNF 9/16, G 5/8, G 3/4, G 1/8. Das UNF 1/2 wurde vor ein paar Jahren von einzelnen Herstellern neu eingeführt, weil das UNF 3/8 vermeintlich einen zu kleinen Durchlass hatte. Hier wurde bei einer Neuschöpfung ein zölliges Gewinde eingeführt, nichts da mit Umstellung auf metrisches System. Das ist weder gut noch schlecht, sondern ganz einfach egal.
29.09.2010 09:33
@henri und antiblabla

ihr habt ja beide recht, es ist natürlich möglich diese Kombination zusammenzuschrauben, was ich sagen möchte ist, es geht nicht aus Versehen, denn wenn man ein Ventil mit M25x2 in einen
3/4" Flaschenhals einschrauben will, ist das Ventil (auf Grund der unterschiedliche Gewindesteigungen) ca. 5-8 mm vor dem O-Ring
bereits so fest, daß es per Hand nicht mehr weiter geht (ich hab`s eben noch einmal probiert, es sei denn, es gibt Ventile mit deutlich kürzerem Gewinde) und spätestens da müßte jedem auffallen, daß da etwas nicht stimmt.
Schraub man jetzt weiter ist es Bewußt und kein Versehen mehr.


Gruß
Sepp
29.09.2010 10:26
Doch, es geht sehr wohl aus Versehen. Je nach Toleranzen bremst das Gewinde eben nicht vor dem O-Ring sondern gleichzeitig. Ich hatte mal ca. 20 Kombinationen ausprobiert, rund die Hälfte liess sich bis zum O-Ring oder ganz kurz davor eindrehen. Wenn man zudem ein schweres, asymetrisches Doppelventil einschraubt, das permanent auf eine Seite hängt, ist das anfängliche Spiel leicht zu übersehen - insbesondere, wenn man sich der Problematik nicht bewusst ist. Und wer rechnet schon damit, dass jemand so doof ist, zwei sehr ähnliche Gewinde zu produzieren. Wer es nicht weiss, kann sterben.

In unserem Gaswerk werden Flaschen geprüft, die Jungs sind sich der Problematik M25x2 G3/4 sehr wohl bewusst. Nach tausenden von Prüfungen hat kürzlich ein sehr erfahrener Mitarbeiter das Gewinde verwechselt. Selbst ihm fiel beim Eindrehen nichts auf. Klar müssen da gleich zwei Fehler passiert sein: falsche Kombination plus nichts bemerken. Aber es zeigt sich, dass das selbst einem Profi mit Knowhow passieren KANN. Beim hydrostatischen Test knallte das Ventil, dank Wasser statt Luft passierte nichts, nur das Gewinde war hinüber.
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
29.09.2010 11:20
Antiblabla

@ Sepp

Ich glaube, da bist Du schief gewickelt. Es gibt schon Kombinationen, die man ganz "gut" zusammenschrauben kann.

Und ich kenne zumindest 2 Unfälle, bei denen es auch passiert ist. Ohne den in Kroatien, bei dem die Ursache ja noch nicht geklärt ist.
Einer der Unfälle verlief tödlich und einer in der Invalidität.

Das Problem ist dabei ja auch, daß das Ventil unter Umständen ja auch nciht sofort rausgeflogen kommt. In beiden Fällen war der Geschädigte nicht auch der Verursacher. In dem einen Fall war es ein Tauchgast auf einem Boot, in dem anderen ein Befüller.

Grüße,

henri
29.09.2010 11:39
Ich hab ja auch nicht behauptet, daß es nicht möglich ist, ich hab nur gesagt, daß man es beim einschrauben merken müßte (Betonung auf müßte).
Laut Antiblabla müßte sich jedes 2. Ventil ohne weiteres bis zum O-Ring per Hand einschrauben lassen, ich hab`s mit 6 verschiedenen Ventilen probiert und keines ließ sich auch nur annähernd bis zum O-Ring mit der Hand eindrehen.
Was aber auch nicht heißen soll, daß es generell nicht möglich ist.
Die meisten Unfälle passieren ja durch eine Verkettung ungünstiger Umstände.
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