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Beratung Tauchflaschenkauf - Worauf achten? Zu welchem Preis?

Hallo Tauchgemeinde,

um meine Ausrüstung zu komplettieren, möchte ich mir jetzt eine eigene Flasche kaufen. Bisher habe ich die Flaschen von meinem Buddy benutzt, daher habe ich keine Erfahrung beim Flaschenkauf. Ich selbst bin 2m groß und habe bisher entweder eine normale Zehner oder die Zwölfer lang getaucht. Da ich sehr gut mit der Zwölfer klarkam, möchte ich mir wahrscheinlich auch eine Zwölfer lang zulegen. Dementsprechend habe ich mich im Internet umgeschaut und habe bei Action Sport Berlin eine passende Flasche mit Standfuß und Polaris Ventil erweiterbar für 200 € gefunden.

Jetzt zu meiner Frage: Ist der Preis okay oder sollte ich mich woanders umschauen und wenn ja wo? Bei meinem Stammhändler in Dortmund sind die Flaschen deutlich teurer. Worauf sollte ich beim Kauf einer Flasche achten? Ach ja, um gleich die Doppelpakete auszuschließen, ich kann sie nicht an meinem Jacket anbringen!

Gruß und schon mal vorweg vielen Dank für die Hilfe
Tim
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Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
13.02.2013 19:23
Material Alu oder Stahl
Alu im Wasser Gewichtsneutral (brauchst mehr Blei), Stahl hat mehrere Kilos Abtrieb (weniger Blei).

Ventil sollte mindestens erweiterbar sein, damit du auch eine Monoflasche mit einer 2. Ersten-Stufeweitabgang beweglich und habe auch ein Polarisventil dran.

Und das war es eigentlich. Klar dass die Flasche hier zugelassen sein sollte, aber so viele Hersteller gibt es nicht. U.U. bekommst du dieselbe Flasche mit unterschiedlichen Ventilen bei den verschiedenen Verkäufern.
Die Flaschen sind auch je nach Hersteller vom Gewicht etwas unterschiedlich.

Ich mag die kurzen 12er Flaschen lieber, aber die Option für ein Doppelpack hättest du eher mit einer Langen. Und wer weiss was du in Zukunft für ein Jacket tauchst.

12er lang mit Polaris für 200 Euro ist OK.



Mach zusätzliche grosse Löcher unten in den Standfuss, damit die Flasche besser trocknet.
TondobarPassivtaucher
13.02.2013 21:29
Je nach Herstellverfahren und Werkstoff unterscheiden sich auch Flaschen gleichen Volumens (hier: 12 Liter) und Bauform (hier: lang) im Gewicht. Laut Werner Scheyer kann das bei einer 10er 20 bis 30 Prozent Gewichtsunterschied ausmachen. Für Leute mit Rückenprobleme ggf. ein Punkt zum Hingucken.

Ventile gibt es auch in verschiedenen Qualitäten - mag auch einen gewissen Preisunterschied rechtfertigen.

Auf die Papiere solltest Du beim Kauf achten, sowohl das der Flasche, als auch das zum Ventil. Was auf den Papieren steht, sollte zu der Kombination aus Flasche und Ventil passen. Insbesondere dem, was eingestempelt ist.

Das Thema "Prüfung vor Erstinbetriebnahme" scheint sich beruhigt zu haben, eine Zeit lang waren damit Extrakosten verbunden. Mit der Inbetriebnahme läuft die Prüffrist, manch ein günstiges Angebot erklärt sich damit, dass die Uhr schon seit Monaten tickt. Solche Details sollte man im Vorfeld mit dem Verkäufer abklären.

http://www.taucher.net/forum/Tauchflaschen__DTG__Inbetriebnahmepruefung_equip17391.html

http://www.taucher.net/forum/Neue_Tauchflasche_ohne_TUeV_Stempel__equip13242.html

http://www.taucher.net/forum/Inbetriebnahme_von_Tauchflaschen_equip12812.html

http://www.taucher.net/forum/Erstinbetriebnahme__Konformitaets-Erklaerung__usw._equip13123.html

Gruß nach DO, möge den Kickern mehr Glück beschieden sein als letzten Samstag ...
13.02.2013 21:53
Hallo,
ich würde auch zu einer kurzen Flasche raten. Taucht sich meines Erachtens angenehmer.
Ich glaube mal gehört zu haben das man Aluflaschen
innen nicht reinigen (Sandstrahlen)kann! Bei Stahlflaschen ist`s kein Problem! Evtl. noch mal Schlau machen.
Tümpitausche Sterne gegen Muscheln
13.02.2013 22:14
natürlich eine lange 12er bei deiner Größe, mit der kurzen wirst du nicht glücklich. das Polarisventil ist sehr gut, nimm gleich den zweiten Abgang dazu.
14.02.2013 01:18
Ne kurze 12-er? Nur für Hobbits!

Bei seiner Größe (2 Meter) auf jeden Fall ne lange.
Zusätzlich bleibt noch die Möglichkeit daraus mal ein Doppelpaket zu machen. Das macht sie sogar für den Gebrauchtmarkt interessanter, aus meiner Sicht.

Ich hab 2007 für eine 15-er-Stahl von Aqualung mit dem TAG-(Doppel)Ventil 230 Euro gezahlt. Mehr sollte auch eine lange 12-er mit gutem Doppelventil nicht kosten.
BluewavefilmsRescue Diver
14.02.2013 09:19
Solltest Du mit dem Ding auch im Ausland tauchen wollen, kann es sein, daß es mit Alu Probleme gibt. So sind Alu-Flaschen z.B. in Österreich verboten.
NikolausAOWD 100 TG
14.02.2013 10:16
@ Bluewavefilms: Wo hast Du denn das her?
Auch in .at werden Aluflaschen verwendet, zwar hauptsächlich als Stages aber sie sind völlig legal zu bekommen und werden auch befüllt.
14.02.2013 12:26
ich würde folgende Flasche empfehlen. Grund:
Damit muß du nicht entspannt unter Wasser das Jacket ausziehen:
http://www.divesupport.de/Flaschen-Zubehoer/Monoflaschen/12-Liter-Monoflasche-inkl-Doppelventil::235.html?XTCsid=hsaa1ss3ojkqlo6dvvf4m4lus7
14.02.2013 12:56
Hallo Timsor,
ist schon interessant, was andere Taucher für Flaschen diskutieren.
Hier meine Meinung:
Als Monoflasche kommt nur eine lange 12er für Dich in Frage. Heute sollte jeder Händler die benötigten Unterlagen (Konformitätsbescheinigung und Erstinbetriebnahme) im Preis eigerechnet haben - ggf. nachfragen.

Alu ist in Deutschland nur für den Stagebereich eine Alternative.

Eine kurze 12er ist eine Katastrophe in Stahl (sollte verboten werden!!). Schlechte Trimlage und vor allem, man kommt nicht an die Ventile, wenn es mal blubbert (s. Unfallforum Todesfälle in Hemmoor).
Den 2. Abgang würde ich mir schon leisten, da in Deutschland eigentlich nur mit zwei getrennten Atemreglern getaucht werden sollte.
Ich finde den Preis mit einem Polaris-Ventil OK.
doc
LongliIANTD Technical Cave / Normoxic Trimix / Gas Blender
14.02.2013 12:57
Ich bin 2 cm kleiner als du und rate dir auch ganz entschieden zu einer langen.
089chillerTümpeltaucher
14.02.2013 15:40
Wenn 12l dann nur lang!!! Viel angenehmer bei Deiner Größe (bin 190 und HASSE die 12er kurz)!!!

Aber ein Doppelventil und 2 getrennte erste Stufen sollten in D schon sein! (siehe diverse andere Threads hier im Forum)

Und zum Kauf: Ich würde ggf. ein wenig mehr Geld investieren und dafür im Shop deines Vertrauens vor Ort kaufen. Wenn du irgendwelche Probleme hast dann gehst du hin und regelst das persönlich.
Solltest du online kaufen musst du immer bedenken, dass du die Flasche bei Problemen wieder verschicken musst (Porto, verpacken usw...)
14.02.2013 15:58

Hallo Timsor,

Jacket kann nicht das Thema sein, da das nicht so lange lebt, wie die Flasche.
Flaschen-Peket oder zumindest langes Backplate und Single-Tank-Adapter sind eine Idee. Zumal Du aufgrund der Körper-Länge mutmaßlich auch einen langen Rücken hast.

Da die Außen-Durchmesser (zumindest bei den hierzulande gebrächlicheren Stahlflaschen) genormt sind, ist eine 300-bar-Flasche noch mal etwas länger.

Die "Druckgeräte-Baugruppe" namens "Tauchflasche" besteht aus "Flaschenkörper" und "Ventil" und ggf. "Zweit-Abgang".
Macht 2-3 "Druck-Geräte". (Bei Flaschen-Paketen: 2 Flaschen-Körper, 2 Ventile und eine Absperr-Brücke. Also 5.)

Für jedes Druck-Gerät benötigst Du die CE-Konformitäts-Erklärung und die Betriebs-Anleitung. (Stammen von den Herstellern der Druckgeräte, waren aber bei der Inverkehrbringung der Druckgeräte dabei und liegen dem Hersteller der Baugruppe vor.)
Dann noch eine CE-Konformitäts-Erklärung und eine Betriebs-Anleitung für die Baugruppe. (Vom Hersteller der Baugruppe zu erstellen.)
Dann noch die Bescheinigung über die Erst-IBN, die zusätzlich unauslöschlich auf dem Flaschen-Körper angebracht sein muss.
Das hast Du vom Händler zu bekommen.
Die STB musst Du dann selbst machen.

Und lass Dich nicht vom Händler mit weniger abspeisen.
Spätestens bei der Wiederholungs-Prüfung brauchst Du für den Teil "Ordnungs-Prüfung" die Papiere vollständig.
Oder bei Erweiterung der Baugruppe oder Ersatz eines Druck-Gerätes. Dann muss nämlich wieder eine neue Baugruppe erstellt werden zu deren Zertifizierung die einzelnen Dokumente notwendig sind.
Oder bei Verkauf der einzelnen Druckgeräte. Dann braucht der Käufer die Papiere für seinen Hersteller der Baugruppe. Hast Du sie nicht, kann er keine Baugruppe erstellen (lassen). Also sind dann die einzelnen Druckgeräte unverkäuflich. Anders ausgedrückt: Sie haben ab Zeitpunkt Deines Erwerbes nur noch den exakten Schrott-Wert des Stahl-Gewichtes.

http://www.tuev-sued.de/wohnen-freizeit/sport-freizeit/tauchen/wichtig-bei-second-hand-online-kauf geht sogar noch einen Schritt weiter. Die empfehlen Dir, zusätzlich die Modul-Zertifikate der einzelnen Druck-Geräte zu verlangen. (Die Modul-Zertifikate hat der Hersteller der Druck-Geräte von seiner ZÜS erhalten und aufgrund derer erstellt er die Konformitäts-Erklärung.) Ist meines Erachtens mehr, als die 97/23/EG verlangt. Aber sicher ist sicher, zumal ein TÜV das empfiehlt.

Gut Luft

FANATIC DIVER
14.02.2013 17:34
Hallo FANATIC DIVER,
mach es doch nicht komplizierter als nötig!
Klar beim ersten Wiederholungs-TÜV muss die Erstinbetriebnahme auf der Flasche sein. Die Konformitätsbescheinigung für die Flasche hat mein TÜV-Laden.
Beim 2. Mal gebe ich nur noch die Flasche ab und bekomme meinen Stempel (dauert 2 Wochen) eingeschlagen. That´s all

Natürlich gebe ich die Flasche ohne Ventil ab - geht doch auch und ist viel billiger. Der Ventil-Service mache ich selbst.
doc
14.02.2013 18:24
Hallo doc_krato,

habe das als Angeschissener vor Gericht durchdiskutieren müssen. Kann es also aus dem ff. Habe zu 100% Recht bekommen. Schaden-Ersatz-Prozess läuft aktuell.
Du glaubst gar nicht, wie lange sich so was ziehen kann, wenn der Tauchshop hunderte Lügen auftischt. Jede Lüge ist schnell gemacht, braucht aber teilweise Tage, um wiederlegt zu werden.

Wer die Ventil-Wartung macht, ist erst einmal nebensächlich. (Empfehlenswert nur, wenn man es öfter macht.)

Wenn Dein Tauchschop Dir anbietet, eine Wiederholungs-Prüfung zu bescheinigen, wenn nur der Flaschen-Körper da ist (Kein Ventil, keine Papiere), ist sowohl der Shop, als auch der zuständige Mann von der ZÜS schlecht.
Im Namen Deiner eigenen Sicherheit solltest Du umgehend den Shop wechseln.

Der Mann von der ZÜS bringt sich in Teufels Küche. Wenn Deine Tauch-Flasche hochgeht fragt der Staats-Anwalt nämlich den Mann, ob Du dran herumgespielt hast. Sprich, ob es die Komponenten sind, die er gesehen hat. Und wenn er sagt, dass er nicht geschaut hat, ist er in den Allerwertesten gekniffen.

Du als Nutzer hast ein Recht darauf, dass er sich alles genau anschaut. Du zahlst ja auch dafür.
Und bei der Wiederholungs-Prüfung ist SINNVOLLERWEISE die Ordnungs-Prüfung mit dabei. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/betrsichv/gesamt.pdf (§15, (2), 1. Satz)

Nicht jeder Tauchshop hat übrigens die Unterlagen aller zu prüfenden Druckgeräte-Baugruppen, weil sie nicht zwingend von ihm selbst sind.

Fakt ist, dass zerknallte Flaschen und fliegende Ventile/Flaschen viel seltener geworden sind obwohl die maximale Frist der Wiederholungs-Prüfung auf 2,5/5 Jahre statt auf 2 Jahre heraufgesetzt wurde. Und das haben einzig und allein die RL 97/23/EG (Deutsche Umsetzung: 14: GPSGV bzw. inzwischen wieder 14. GSGV) und die BetrSichV geschafft.

Aber wenn ich so die letzten 5 Jahre Revue passieren lasse, wurde ich damals für fast alles angefeindet was im Gesetz und den Verordnungen steht und heute kommt "nur noch" aber leider immer noch fast immer, dass irgendeiner berichtet, dass es "sein TÜV" noch falsch macht.

Mehr, als Aufklärungs-Arbeit kann ich da nicht leisten. Und ich hoffe immer beim Füllen, dass der Taucher vor mir in der Füll-Schlange einen ordentlichen ZÜS-Prüfer hatte. Aber die Kenntnis und die Akzeptanz wird langsam immer besser. Ich kann es ja auch immer belegen.

Gut Luft

FANATIC DIVER

14.02.2013 19:21
Also, 12 Liter Stahl, lange Ausführung, haben meine Vorgänger ja schon ausführlich begründet.

Bleibt noch das Ventil:
Da du die Flasche in Deutschland und Umgebung brauchst, kommt nur ein Doppelventil in Frage.
Da solltest du ausprobieren, ob deine beiden 1. Stufen, die du ja (hoffentlich ) schon hast, auch draufpassen und eine vernünftige Schlauchführung möglich ist.
Bei Ventilen in H-Form oder den Aqualung TAG Ventilen kommt man selber an die Ventile ran. Nur diese sind empfehlenswert (aber die Regler müssen passen).
Bei Aircon oder Nautec-Kreuzventilen ist das fast unmöglich, da die Handräder nach hinten stehen. Bei diesen Ventilen gibt es auch immer die bange Frage, welches Handrad denn welches Ventil absperrt. Es gibt nämlich beides, benachbart und gegenüber...
Hoffentlich erinnert sich dein Buddy an das Briefing und dreht im Notfall das richtige Ventil zu.
Bei Polaris Ventilen mit seitlich angebastelter Erweiterung liegt der an der Erweiterung angeschlossene Atemregler unzugänglich tief, versteckt unter den Schläuchen der anderen 1. Stufe und das Handrad steht nach hinten. Man kann schwierig erkennen, welcher Schlauch zu welchem Regler führt. Fotos dieser Konfiguration sieht man auch immer wieder in den Unfallberichten .

Viel Spaß
14.02.2013 19:41

Hallo hg1805,

von Nautec gibt`s auch http://www.dive-nautec.de/Flaschenventile/Zylindrisch/M-25-x-2/Air-300/SLT-Ventil-Air-300-zylindrisch-mit-Mikrofilter.html und als Vorsatz-Ventil http://www.dive-nautec.de/Vorsatzventile/AIR-CONTROL-AIR-300-Doppel-Vorsatzventil.html . Natürlich auch in Nitrox oder 230 bar.

Oben wurde dieses Doppel-Ventil empfohlen: http://www.divesupport.de/popup_image.php?pID=235&imgID=1

Aber prinzipiell hast Du Recht mit Deinen Ausführungen.


timsor sollte bei einem Internet-Kauf daruf achten, dass die IBN dabei ist. Er kriegt ohne Massen-Prüfung wie ein Händler auch nicht dessen Preise.

Und natürlich muss der Internet-Shop zusammengebaut versenden. Sonst ist plötzlich timsor im Sinne der 97/23/EG der "Hersteller" der Baugruppe.

Gut Luft

FANATIC DIVER
14.02.2013 19:59
Ich bedanke mich erst mal.
Ich werde mich jetzt auf jeden Fall für eine Zwölfer lang mit Doppelventil entscheiden und weiß jetzt, wo drauf ich beim Kauf noch achten soll/muss.

Hat evtl. jemand noch andere Händler für Flaschen, die etwas preiswerter sind?
Der Preis wurde zwar "OK" genannt, jedoch nicht gut. Teilweise liest man hier im Forum von Flaschenpreise von 150€, jedoch wird keine Quelle angegeben.
14.02.2013 20:24

Hallo Timsor,

war es eine in Betrieb genommene Flasche oder nur Einzelteile?
War sie neu?
Wie lange vorher in Betrieb genommen?
War es ein leichtgängiges Ventil (z.B. Nautec oder Halcyon) oder ein billiges?
Hatte es einen Zweit-Abgang oder überhaupt eine Option dazu?

Halbe Informationen sind nichts wert.
Auf 50 Euro solltest Du nicht schauen.

Sicherheit ist wichtig. Und stell Dir vor, dass Du in eine "allgemeine Polizei-Kontrolle" kommst und der Sherriff hatte kürzlich einen Tauch-Unfall in der Familie oder er sammelt noch besondere Fälle für die Beförderung.
Die Papiere sind auch wichtig.
(Auch wenn immer irgendwer behauptet, dass ein Papier per se keinen Flaschen-Platzer verhindert, so sorgen sie doch dafür, dass da mal jemand genauer drauf geschaut hat und somit mehr Sicherheit vorhanden ist.)

Gut Luft

FANATIC DIVER
TondobarPassivtaucher
14.02.2013 21:31
Na, wenn wir den Fragesteller jetzt mal nicht komplett verwirrt haben ...

Das geschriebene und das gelebte Recht unterscheiden sich manchmal ganz gravierend. Die Straßenverkehrsordnung ist voll von solchen Parallelwelten - oder schaut irgendjemand vor _jedem_ Fahrtantritt, ob die Fahrzeugbeleuchtung in Ordnung ist?

Das ganze Gedöns mit der Betriebssicherheitsverordnung im Tauchbereich ist genauso over-done. Auf einmal sind wir alle zum Hersteller von Irgendwas mutiert, nur weil wir mal einen MD-Schlauch wechseln. Weltfremde Juristen, die für das Wechseln der Glühbirne im Kronleuchter den Elektriker rufen müssen.

Letztendlich ist es so, dass 99% der Tauchflaschenbesitzer ihre Pulle im Tauchshop abgeben. Der Tauchshop dreht das Ventil runter, der TÜV bekommt nur die Flaschenkörper zu sehen und macht sein Stempelchen drauf. Und das Stempelchen ist auch immer nur auf der Flasche, nie auf dem Ventil. So what?

Ich bezweifle arg, dass es einen Rückgang der Unfallzahlen durch die flächendeckende Baugruppenprüfung gegeben hat. Die findet in der Praxis doch kaum statt. Meine Vermutung ist, dass die konischen Gewinde aus Altersgründen von der Bildfläche verschwunden sind. Das waren die Problembären.

Wir Taucher sollten uns nicht zu gehorsam zeigen, sonst entsteht doch bei den EU-Bürokraten nur der Eindruck "klappt doch alles prima, da können wir doch noch ne Schippe oben drauflegen."
14.02.2013 22:22

Hallo Tondobar,

das Zusammenspiel RL 97/23/EG mit BetrSichV hat`s gebracht.
Zum Einen feste Regeln für die Inverkehrbringung und Baugruppenbildung, zum Anderen die Verpflichtung des Füllers, seine Mitarbeiter zu schützen, was dazu führt, dass JEDER Taucher, der öffentlich (auch Verein) gefüllt haben möchte, regelmäßig geprüftes Equipment braucht.

Die eine Luxfer-Charge hat sich ja auch selbst vom Markt verabschiedet....
Aber es wird bei der Baugruppen-CE (RL 97/23/EG) geschaut, dass Ventil und Flaschen-Hals zusammen passen. (z.B. konisches Ventil in zylindrischem Hals oder 3/4 Zoll-Ventil-Gewinde in 25-mm-Hals-Gewinde oder 300-bar-Ventil in 200-bar-Flaschen-Körper wird ausgesiebt.)
Und es wird bei der IBN (BetrSichV) geschaut, dass sie handwerklich korrekt verbunden sind (z.B. verkantet oder zu fest eingedreht, oder Fett bei Nitrox-Baugruppe wird ausgesiebt).
So fallen etliche Fehlerquellen gegenüber früher weg, die nichts mit fehlerhaften Chargen oder zu fest eingedrehten konischen Ventilen (Knacks am Flaschen-Hals) zu tun haben.
Ich geb`s ja ungern zu. Aber hier haben die Jungs und Mädels in Brüssel mal was gut gemacht....und sogar in sich stimmig.
Und die (maximalen) Wartungs-Fristen sind gegenüber früher größer geworden. Und es wird nicht mehr immer alles gemacht. Also auch noch eine Kosten-Ersparnis für uns Taucher. Bravo EU.



Und ob ein anderer Schlauch Dich zum Hersteller werden lässt (solange 1. und 2. Stufe vom gleichen Hersteller sind) (EN 250) wird auch nur von den Wenigsten so gesehen. Hat aber mit Thema Flaschenkauf auch nicht das Geringste zu tun.



Gut Luft

Fanatic Diver
TondobarPassivtaucher
15.02.2013 22:04
Hallo Fanatic Diver,

Du beschreibst die Welt, wie sie nach den Buchstaben der Verordnungen sein sollte. Meine Erfahrungen sind natürlich nicht repräsentativ, aber ich bezweifle, dass das alles auch so gelebt wird.

Wenn ich eine Flasche mit Ventil im Fachhandel kaufe, dann wird mir eine zueinander passende Kombination angeboten. Das war aber auch schon früher der Fall. Die von dir beschriebenen Unpaarungen dürften eher dem Privatbereich / 2nd Hand entsprungen sein. Da wird nach wie vor zusammengeschraubt, wie es passt.

Du siehst, ich bleibe skeptisch, was den kausalen Zusammenhang zwischen der BetrSichV und den Unfallzahlen angeht. Es sei denn, jemand legt eindeutige Statistiken auf den Tisch.

Unsere Tauchgeräte hatten die Brüsseler ja auch gar nicht im Sinn, als die Verordnung entworfen wurde. Da ging es doch um gewerbliche Druckgeräte. War es nicht so, dass Tauchgeräte in der ersten Fassung gänzlich vergessen wurden und ziemliches Chaos entstand, worunter sie eigentlich einzuordnen waren?

Hand aufs Herz: Wenn ich auf meiner vorhandenen Flasche, die schon vier Stempel alt ist, das Aircon-Ventil gegen ein Polaris oder Nautec austausche. Bzw. im Tauchshop austauschen lassen, weil ich nicht das passende Werkzeug habe. Wer kann das merken, dass ich mir ein neues Gerät zusammengestellt habe?
15.02.2013 22:58

Hallo Tondobar,

Du beschreibst die Welt, wie sie mal war und zum Glück nur noch teilweise ist.
Allerdings gibt es leider immer noch Prüfer, die nach 10 Jahren immer noch den alten Sums (Druck-Kessel-Verordnung) machen, bis sie einmal auf die Nase fallen.
Habe auch schon mal gehört, dass jemand das als "Dienstlseitung" aufgefasst hat, wenn der ZÜS-Prüfer zwei Augen und ein Hühner-Auge zudrückt. *Schauder*

Spätestens der nächste Prüfer bei der Wiederholungs-Prüfung stellt fest (sollte zumindest feststellen), wenn Du ein falsches Ventil dabei hast. Denn er hat ja (bei korrekter Vorgehensweise) alle Druckgeräte und die Papiere von Dir vorliegen für die Prüfung.
Und wenn das in einer allgemeinen Verkehrs-Kontrolle auffällt oder im Zuge eines Unfalls, sind die Konsequenzen (Staats-Anwalt und Versicherung) möglicherweise so gravierend, dass Du ein bewusstes Ändern der Baugruppe von Vorne herein unterlässt.

Aber sowohl Herstellung und Inverkehrbringung der einzelnen Druckgeräte sind nun geregelt, als auch das Herstellen und Inverkehrbringen einer Baugruppe, als auch die
Inbetriebnahme derselben. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Da darftst Du gerne skeptisch sein.

Und zu Deiner eigenen Sicherheit solltst Du auch auf die Einhaltung dieser Vorschriften pochen.

Wenn Du einen eigenen See auf dem Grundstück hast, in der eigenen Garage schraubst und füllst und sicherstellst, dass Mensch und Tier nicht gefährdet werden und immer Solo tauchst, dann darfst Du natürlich alles tun. Selbstgefährdung kann man Dir niht verbieten.

Gut Luft

FANATIC DIVER
ChosenONEIANTD CCR Normoxic Trimix @ Inspiration Vision
16.02.2013 09:30
ALso ich, ebenfalls 2m groß, tauche auch die 12er lang und würde sie NIE gegen die kurze eintauschen... Hab auch eine kurze, welche meine Frau immer taucht (sie ist auch mit 1,63m um einiges kleiner) und die finde ich sehr ungemütlich zu tauchen... Gerade bei 2m Körpergröße solltest Du die lange 12er nehmen.
Hab an meiner Pulle auch die Polaris-Ventile und kann die auch bedingungslos empfehlen!!! Wenn Du nicht gleich die Doppelvariante kaufen möchtest, weil Du sie noch nicht brauchst (keine zweite 1. Stufe vorhanden), so kannst Du sie ohne großen Aufwand bei Bedarf ändern!
Den Tipp mit den Löchern im Standfuß kann ich Dir ebenfalls nur ans Herz legen...

Gut Luft aus Deiner eigenen Pulle

ChosenONE
16.02.2013 13:05
@ ChosenONE,

FALSCH !!!

Ein nachrüstbarer Zweit-Abgang ist ein eigenständiges Druckgerät mit eigener Serien-Nummer und eigener CE und eigener Betriebs-Anleitung.

Das Nachrüsten ist eine Änderung der Baugruppe.
Mit notwendiger neuer Baugruppen-CE, Baugruppen-Betriebs-Anleitung und IBN.

Derjenige, der den Zweit-Abgang anbaut, ist Hersteller der Baugruppe und muss die ganzen Bescheinigungen erstellen; der Nutzer muss die Baugruppe dann zur IBN geben.

Selbst bei so einfachen Arbeiten, wie Montage eines Zweit-Abganges kann es zu handwerklichen Fehlern kommen. Deshalb ist eine erneute Inbetriebnahme (nach wesentlicher Änderung) zwingend notwendig.
Und bei dem Lötzinn, den Du schreibst, bin ich mir sicher, dass Du nicht lesen willst, dass sein Buddy eines Tages schreibt, "so was ist uns passiert http://www.taucher.net/unfall/Schilderung_Beinahe-Unfall_im_Bodensee_tu358.html aber ich konnte nihts mehr für ihn tun".

Gut Luft

FANATIC DIVER
16.02.2013 13:28
Bei mir steht dieses Jahr auch mein erster Falschenkauf an, weswegen der thread sehr interessant ist. Ich tauche in Deutschland und eien 12l Flasche mit Doppelventil ist angedacht. Ich bin aber nur 173 cm groß. Die kleinen kurzen Flaschen sind daher vor allem an Land prakischer.

Würdet ihr mir tendenziell trotzdemm zu einer langen 12l flasche raten? bei den kurzen Flaschen ist es in der Tat ja noch schwerer an die Ventile selber heranzukommen. Im Pool mit Verrenkungen mag es gehen, aber in Realität unter Stress praktisch unmöglich.
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