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Ab wann ist ein Tauchgang ein Tauchgang - oder: Warum Tauchgangsanzahl und nicht Stunden?

Hi,

nachdem ich beim Stöbern im Internet über ein öffentlich zugängliches Logbuch gestolpert bin, in dem "Tauchgänge" mit knapp 3 bis knapp 5m Tauchtiefe und vor allem 4-13min als solche ausgewiesen wurden, stellte sich mir mal wieder die Frage: Welchen Wert hat heute noch die Aussage: Taucher A hat X Tauchgänge?
Als ich vor einigen Jahren im Ausland meine Tauchausbildung genießen durfte, hieß es noch: Weniger als 5m Tiefe und weniger als 15min sind kein Tauchgang, das sollte man dann gar nicht im Logbuch eintragen - alle Ausbildungstauchgänge dauerten sowieso bis Flasche bei 50bar => der kürzeste war bei mir 33min. Das waren zumindest noch Mindeststandards...

Ich weiß aus Rettungstaucherkreisen, dass dort oftmals Tauchstunden geloggt werden und nicht die Anzahl der Tauchgänge. Warum hat sich in Sporttaucherkreisen so sehr die Tauchgangsanzahl als Erfahrungskriterium durchgesetzt? Bei Piloten wird ja auch die Flugstundenzahl geloggt und evtl. die Anzahl an Starts und Landungen.
Generell hätte man doch über die Tauchstunden einen viel besseren Vergleichsmaßstab - es ist in meinen Augen schon ein gewaltiger Unterschied, ob ein Taucher mit 100 Tauchgängen 30 oder 100 Stunden unter Wasser verbracht hat.
Ich für meinen Teil werde mir vor diesem Hintergrund bei unbekannten Tauchbuddies mal wieder etwas ausführlicher deren Logbücher zu Gemüte führen...

Was meint ihr dazu!? Wünsche eine angeregte Diskussion!
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boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
16.08.2011 02:15
"Welchen Wert hat heute noch die Aussage: Taucher A hat X Tauchgänge?"

Keine bzw. kaum eine ...

Nicht umsonst heißen Logbücher auch Lügenbücher ...

Welche Erfahrung hat zb. ein Taucher mit vielen TG`s und auch durchaus Zeiten über 30min, wenn die TG`s aber überwiegend im Pool statgefunden haben und ansonsten im schönen warmen Meer ?
Er weis evtl., wie er sein Gerät zusammenbauen soll und kennt evtl. auch noch einige Bewegungsabläufe - die Erfahrung im Kaltwasser wäre aber meist eher die eines hier ausgebildeten Anfängers ...

Es gibt dagegen aber auch Leute, die eine sehr geringe Anzahl an TG`s im Logbuch haben, die aber halt sehr früh auf Kreislaufgeräte umgestiegen sind, die hier tauchen und dann selten TG`s unter 2-4 Std aufweisen ...

Schlußendlich sieht man erst beim tauchen, was die Leute an Erfahrung ausweisen und wie sie tauchen ...
Das Logbuch zeigt nur auf - wenn nicht gelogen, wann die Leute letztmalig im Wasser waren und wie oft generell ... - also ob regelmäßig, ob eher selten usw. ...
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
16.08.2011 02:16
PS: es gibt auch Onlinelogbücher mit TG`s von wenigen Sekunden und gerade mal 3-5mtr. Tiefe ...
Wo die Leute halt auch jedes Problem beim Abtauchen zb. als einzelnen TG geloggt haben ...
TauchenbochumPadi IDC Staff CMAS TL**
16.08.2011 02:23
Hallo Hans,

Zeit ist eben wohl doch Geld!

Sollte aber eigentlich heute immer noch immer so sein.

Ein Tauchverband sagt z.B. durchschittliche Tauchtiefe min. 5 Meter, 20 min. oder 1440 Liter Luft. (glaube ich

Je nach Tauchgang nicht mehr als 12 bzw. 18 Meter Tiefe.

Wenn Du allerdings mal viele Jahre tauchst schaue mal auf Deine duchschnittlich Zeit je Tauchgang.

Wenn Du bei sagen wir mal 1000 Tauchgängen über 40 min. kommst ist alles darüber wohl als überduchschnittlich zu bezeichen.

Hast Du evtl. auch noch eine Antwort auf meine beiden Fragen:

http://www.taucher.net/forum/ausbShow.html?messageNummer=2929

und noch einer


http://www.taucher.net/forum/ausbShow.html?messageNummer=2931

Ist doch alles sehr lustig, oder?

Vielleicht dauern bald die Tauchgänge nur noch 4 Minuten auf 3 Meter Tiefe!

Bin mal gespannt!

LG
Thomas
16.08.2011 08:09
Mir wurde mal beigebracht, dass man einen Tauchgang erst ab 10 Meter Tiefe und 25 Minuten Länge loggen sollte (???). Ich halte mich nicht immer daran...
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass das Logbuch ein ganz persönliches Tagebuch des jeweiligen Tauchers ist: Wenn er/sie Ausbildungstauchgänge eintragen möchte, dann soll er/sie das tun. Wenn er/sie extrem kurze oder flache Tauchgänge eintragen möchte, dann soll er/sie auch das tun.
Ich bin eher Vielschreiber und versuche den zu Verfügung stehenden Platz im Logbuch auszufüllen. Andere wiederum sind spartanischer und schreiben bloss Tauchgangsnummer, Ort und Datum rein.

Ich denke eine Kombination von Tauchstunden und Anzahl Tauchgänge wäre wohl am aussagekräftigsten. Von mir aus dürfen aber alle so weitermachen wie bisher...

P.S: mein Logbuch zählt Anzahl Tauchgänge und totale Anzahl Grundzeit
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
16.08.2011 08:15
"Ein Tauchverband sagt z.B. durchschittliche Tauchtiefe min. 5 Meter, 20 min. oder 1440 Liter Luft. (glaube ich)" -> das gilt für Ausbildungstauchgänge.

Generell: Auch kumulierte Tauchgangsdauer ist relativ und sagt nicht wirklich allzuviel. Abgesehen davon: Ein Logbuch ist ein individuelles Tagebuch, in das jeder schreiben und festhalten kann, was er möchte, zum Beispiel auch den Schnorcheltauchgang mit den Walhaien, das mach ich auch (wobei ich da nicht nummeriere). Spielt doch keine Rolle, man kann es ja durchblättern und sieht dann ja, was so geloggt wurde und kann sich seine Meinung bilden. Für mich ist sowieso ein Eingangsinterview aussagekräftiger als ein Logbuch, das ich eh nicht überprüfen kann. Durch gezielte Fragen weiß man schnell, was man (als Gruppenführer oder Buddy) wissen möchte/ sollte. Die Frage des loggens von Schwimbadtauchgängen, ich empfehle es nicht, andererseits kann reglemäßiges Training von Skills und Szenarien mehr "Erfahrung" bringen, als die Baggerseeumrundung im 5m Bereich.

nitroxfüralledarf Tauchen
16.08.2011 08:26
wurde bereits hier einnmal alles erschöpfend dargestellt, erörtert und zerdiskutiert
http://www.taucher.net/forum/Tauchgang_gleich_Tauchgang_div7239.html.

Demnach - jeder wie er mag. Logbuch ist für einen selbst da. Es gibt auch meines wissens keine Vorschrift oder Verpflichtung (im Gegensatz zu Flugzeugführerern), ein Logbuch zu führen.

deep_downCMAS ***
16.08.2011 08:33
@tiefunten
Weder die Anzahl noch die absolute Dauer der Wasserzeit sagt irgend etwas aus. Auch Mindesttiefe bzw. -dauer sind keine geeigneten Kriterien. Wir haben z.B. einige Baggerseen in der Nähe, bei denen Tiefen von >6m nur mittels Spaten erreicht werden können .

In ein Logbuch gehört meiner Meinung das, was mir persönlich wichtig erscheint.

Ob jemand was kann bzw. wie sich jemand UW verhält erfahre ich weder über das Plastikkärtchen noch über sein Logbuch - sondern das erfahre ich sehr einfach in einem vorherigen lockeren Gespräch und über einen anschließenden Tauchgang.

Natürlich habe ich mich auch schon über Taucher lustig gemacht, die 10-Sekunden-Tauchgänge geloggt haben. Da aber nur, weil insofern relativ klar ist, dass hier kein besonderer Erlebnisgewinn vorgelegen haben kann und die dadurch erzielten hohen Tauchgangszahlen einen Erfahrungshorizont vorgaukeln sollen. Wer sich selbts damit "verarxxt" - geschenkt. Wer andere damit "verarxxt" gefährdet aber sich und andere.

Aber z.B. mein allererstes Schnuppertauchen im Schwimmbad habe ich auch eingetragen - ganz einfach, weil es für mich eine besondere und völlig neue Erfahrung war.
16.08.2011 08:40
"durchschittliche Tauchtiefe min. 5 Meter, 20 min. oder 1440 Liter Luft."

gut hatte das mal so verstanden Tauchtiefe (also ohne durchschnitt). aber ist ja im Prinzip auch Wurst

colimbo bringt`s auf den Punkt ist nen persönliches Tagebuch. Was die Leute eintragen ist erstmal deren Problem. Schließlich bringt ja jeder Tauchgang irgendetwas an Erfahrung.

Ich für meinen Teil nutze es wenn ich in fremden stöbern muss/darf/soll halt auch nur als einen Indikator (wobei wenn ich viele sehr kurze TG sehe schon nen ersten Eindruck bekomme).

Ich selbst logge grundsätzlich keine Schwimmbad Tauchgänge. Im Freiwasser logge ich vom Prinzip her jeden Tauchgang (ob nun Ausbildung oder nicht). wobei so Vorbereitungen wie Boje setzen, Grundgewicht zur stabilisierung runterbringen, oder nach nem Problem auftauchen erstmal schnacken etc sind keine eigenen Tauchgänge.

Flache Tauchgänge nicht zu loggen halte ich für Quark (zugegeben tauche ich auch immer mal wieder sehr gern, nur um ihn Logbuchwürdig zu machen 10 sek runter auf 25 m halte ich für großen quatsch). Tarieren wird ja im Flachbereich auch nicht einfacher, so dass es grad für Anfänger aus meiner Sicht viel mehr bringt mit ihnen richtig flach zu tauchen.

Ob ein Taucher dann tauchen kann oder nicht zeigt sich im Detail erst im Wasser in der jeweiligen Situation. Nur weil einer im See tauchen kann, heißt`s nicht dass er mit Strömung tauchen kann. Wenn einer bei Strömung im klaren Blauwasser bei 40m klarkommt, heißt`s nicht dass er im kalten dunklen Baggersee bei 15 m klarkommt. Da kann er im Lügbuch auch schreiben was er will - was hat er davon wenn es im Wasser nicht läuft?

Also wie gesagt: Logbuch ist nur ein kleiner Indikator für die Erfahrung. Daher ist`s eigentlich Wurst nach was für Kriterien die Leute ihre Einträge machen. Beim Schw****-Vergleich wer hat nun den längeren (Tauchzeit, TG Zahl, Tiefe, ...) amüsier ich mich meist eh mehr (nicht weil ich da gewinnen würd - mehr weil`s immer wieder schön ist wenn`s bei nem Genuss Hobby irgendwie doch jemand versucht auf "vergleichbare Leistungen" zu bringen.

meine Meinung und nun steinigt mich . . .

16.08.2011 08:52
... so grad mal in meine elektronische TG Zählungskopie reingeschaut (damit ihr nen paar mehr Steinchen habt):

hab tatsächlich auch so 7 TG unter 20 Minuten dabei, diem meisten davon unterm Eis - ein paar wenige wo`s nach gut 10 min gesagt haben: heut macht`s bei der Sicht keinen Spaß - lieber am Ufer klönen.
Da kommt dann der Punkt "persönliches Tagebuch" ins Spiel - grad wenn`s Buddys sind, mit denen ich nicht so oft im Wasser bin logge ich gern auch den kurzen TG
EuregiotaucherTaucher i.R.
16.08.2011 09:17
Es ist doch egal was dadrin steht.

Selbst wenn eine einen Tauchgang von 10 Sekunden und 30 cm Wassertiefe einträgt ... es ist seins ... und das Logbuch hat NULL Aussagekraft.

Nehmen wir Tauchlehrer die als Taucherfahrung 8 oder 10 Tausend Tauchgänge angeben .... in den letzten 15 Jahren ... (rechne selber .. 1 Jahr hat 365 Tage - manchmal einen mehr ... der Tag hat 24 Stunden ... die Woche 7 Tage ... )

und langsam kommen wir darauf:
Tauchausbildung mit Tauchschülern - hier mal 10 Minuten - da mal was - vielleicht noch Schwimmbadausbildung ...

Es ist wie gesagt egal ...

Wie viele lassen sich denn schon das Logbuch zeigen - und wenn - wer kontrolliert denn ob die Einträge stimmig sind ? Ob die unterzeichnenden Buddys keine Fakes sind ??

Ich kauf mir JETZT ein Logbuch - und dann fang ich an zu schreiben ... nicht alles heute - sondern heute 10 Einträge ... morgen 10 und zwar nicht nacheinander - so habe ich Ende des Monats eine Menge ans suggerierter Taucherfahrung im Buch stehen.

Blöde ist nur wenn ich 600 Tauchgänge geschrieben hab und Tauche wie einer mit 15 Tauchgängen ...

(wenn mal was nicht klappt - war´s halt das Material ... und wenn ich dann doch auf einem Tauchgang dem ich nicht gewachsen bin den Arxxx zumache muss ich mich ja nicht um alles andere mehr scheren)

Und was die Tauchstunden angeht ...

Wenn ich nun schon soweit bin das ich mich und andere mit der Anzahl der Tauchgänge belüge ... dann war der 10 Minuten Tauchgang halt 100 Minuten... Nachdem der Buddy unterschrieben hat - vielleicht seh ich den ja nicht wieder und wenn kontrolliert er dann mein Logbuch ??? - danach schreib ich halt ne Null dazu .... was solls ...

constantin_wISE BoE, IANTD Cave
16.08.2011 10:39
Ich logge nach dem was mir der TC ausgibt. Dann habe ich eine Konstante die mir zeigt ob ich etwas vergessen habe und muß nicht lange und groß rum vergleichen. Der TC wird ausgelesen und damit steht die Anzahl der TCs fest.
Wie alle anderen auch schon schreiben ist das Logbuch keine Urkunde wenngleich die Tauchstunden sicherlich ein besserer Indikator für Erfahrung sind als die Anzahl der TGs (an denen sich viele sehr gerne festklammern).
16.08.2011 10:51
@Euregiotaucher: "Wenn ich nun schon soweit bin das ich mich und andere mit der Anzahl der Tauchgänge belüge ... dann war der 10 Minuten Tauchgang halt 100 Minuten... Nachdem der Buddy unterschrieben hat - vielleicht seh ich den ja nicht wieder und wenn kontrolliert er dann mein Logbuch ??? - danach schreib ich halt ne Null dazu .... was solls ... "
Das ist wohl ein treffender Kommentar -
Andererseits ist es glaube ich müßig über dieses Thema zu diskutieren, wenn man Manipulation und Lügnerei annimmt. Die Frage bezog sich schon auf Logbücher, die Wahrheitsgemäß geführt sind.

Klar ist, das Tauchgänge unter den verschiedensten Bedingungen gemacht werden und ein Taucher mit zig TG`s im dunklen kalten See evtl. nicht mit der Strömung in Thailand oder sonstwo zurechtkommt. Ich bin da aber durchaus der Meinung, dass ein Taucher mit viel Routine neue Bedingungen schnell meistern kann - das dauert dann vielleicht ein zwei TG`s und dann läuft das.

Mir ist es allerdings schon auf ein paar Basen aufgefallen, dass Buddyteams basierend auf der TG-Anzahl zusammengewürfelt wurden. Die Taucher hatten zwar alle einen Check-TG gemacht, dann wurde aber von der Crew rein nach der TG-Anzahl (und dem höchsten Brevet, was ja noch etwas mehr Sinn macht) eingeteilt - und vor diesem Hintergrund wäre es imho schon ein kleiner Fortschritt, da eher Gesamttauchzeit zu Grunde zu legen.

@nitroxfüralle: Den Thread hatte ich nicht gesehen. Da das aber auch schon 2 Jahre her ist, kann es ja nicht schaden nochmal drüber zu sprechen, Meinungen ändern sich ja..
o.j.TL **; IAC- MI; DCSI
16.08.2011 11:04
Ich führe schon seit eine paar Jahren kein richtiges Logbuch mehr.
Im Urlaub leg ich meine AOWD-Karte vor und mein "Urlaubslogbuch". das reicht dann.

Das mit den Tauchstunden schreiben, kenn ich auch noch.
Da kamen manchen TG richtig was zusammen-ich sehe mal nach:
Fast alle TG über 2Std.
Ein Beispiel-ist auch der längste TG in meinem alten LB
27.01.1975- Langenhagener See 9m; 4°C; 3Std.10Min

Heute macht man daraus 10 TG
Bodensee_CHAI / EFR Instr. / PDA Instructortrainer
16.08.2011 11:42
Ich habe 2 Lügenbücher
Eines für Ausbildungen die ich Begleite / Hallenbad.
Eines für die Tauchgänge / Freiwasser bei Ausbildung.

Ein TG im Fluss Tiefe 3-4m und 1h trage ich auch ein.
Brille Suchen im Hafenbecken 4m 15min habe ich auch eingetragen.

Das Logbuch ist mein Persönliches Tagebuch und da kann ich schreiben was ich will.

Es ist ersichtlich:
Wann / wo / wie Tief / wie lange / Luft und Wassertemperatur / Sichtweite /
Besonderheiten ( Riesenhecht..)

Die Eintragungen entsprechen der Wahrheit, ich muss mit dem Logbuch nicht Angeben.
Dass weiss aber nur ich. Prüfen kann Mann/Frau es mit dem abgleich vom Computer.

Also alles eine ganz Persönliche Sache.

/////
Bei der Ausbildung gibt es bei Padi Standards wie
lange ein TG sein sollte. Wie Tief er gehen sollte. Wieviel Athemluft verbraucht werden soll.

Schön`s Tägli und nicht Schummeln
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
16.08.2011 12:09
"Mir ist es allerdings schon auf ein paar Basen aufgefallen, dass Buddyteams basierend auf der TG-Anzahl zusammengewürfelt wurden. Die Taucher hatten zwar alle einen Check-TG gemacht, dann wurde aber von der Crew rein nach der TG-Anzahl (und dem höchsten Brevet, was ja noch etwas mehr Sinn macht) eingeteilt - und vor diesem Hintergrund wäre es imho schon ein kleiner Fortschritt, da eher Gesamttauchzeit zu Grunde zu legen. "

Jeder Taucher hat etwas im Gesicht, wo er/sie unter Wasser das Mundstück drin hat - einen Mund ...

Jedem/jeder obliegt es also da auch, da mal einen Buddy abzulehnen ...

Mir selber ist es zb. mehr als nur egal, wie eine Basis die Leute gerne einteilen möchte und blindes Vertrauen auf die etwaigen Fähigkeiten eines fremden Buddy`s ist eh ein großer Fehler ...

Stellt man UW fest, das der Buddy - trotz massig eingetragener Tauchgänge - taucht wie ein Ar..., dann gibt es mit dem nur einen flachen TG oder es wird abgebrochen ...


PS: ich hatte auch schon die Erfahrung mit einem rel. Frischling, der sich wirklich die Mühe gemacht hatte und sich die Eintragungen im Logbuch eines anderen in seines eingetragen hatte ...
Nach entspr. "unruhigem" TG gab er später auch zu, es deswegen gemacht zu haben, da viele ja keine "Anfänger" mitnehmen würden ...
Sein Logbuch endete dann aber auch als netter Grillanzünder und das heutige Logbuch ist wirklich seines ...
Man muß also auch mal die Motivation für Logbücher bzw. deren Einträge betrachten ...
Aber - ein Logbuch ist keine Pflicht und sagt im Endeffekt nichts über die realen Tauchfähigkeiten aus
o.j.TL **; IAC- MI; DCSI
16.08.2011 12:23
Oh sorry, es kann natürlich sein, das es sich bei meinem Beispiel um 2 oder 3 TG handelt.
Bei den Temperaturen wohl doch eher um 1 TG weil man sich nicht so oft umziehen wollte.(einmal frieren reicht)
Weiter hinten im LB sind z.B 4Std an einem Tag eingetragen bei denen ich sicher davon ausgehen kann des es mehr als 1 TG war.
Das ist für mich nach so langer Zeit aber nicht mehr nachvollziehbar.
16.08.2011 14:01
@Boesewicht: Ich schildere nur eine Beobachtung. Habe nicht gesagt, dass ich da ein Problem hatte, fahre in der Regel zusammen mit Buddies in Urlaub. Natürlich kann man reden, natürlich kann man auch einen zugeteilten Tauchpartner ablehnen oder mit dem einen flachen Tauchgang machen. Nichtsdestotrotz finde ich es komisch (sieht man auch mal die hier vorherrschenden Meinungen an), dass oft nur nach der Tauchgangsanzahl gefragt wird, nicht mehr und nicht weniger. Ich für meinen Teil handhabe das bei unbekannten Tauchpartnern in der Regel eh so, dass ich sie etwas interviewe, was sie für eine Erfahrung haben und auch innerhalb welcher Zeit sie wie oft und wo Tauchen waren. Zumindest der erste Tauchgang ist dann sowieso flach und dann sieht man schon.
"Nach entspr. "unruhigem" TG gab er später auch zu, es deswegen gemacht zu haben, da viele ja keine "Anfänger" mitnehmen würden ... ":
Hmm, das ist so eine Sache, bei der man sich an der eigenen Nase fassen kann. Bekomme im Urlaub auch nicht gerne Leute aufs Auge gedrückt, die nicht oder schlecht tauchen können. Liegt aber sicher auch daran, dass sich die Basen die Tauchgänge doch immer recht gut bezahlen lassen - wenn ich da öfter Guiden soll, dann kommt von mir sicher auch der Spruch, dass Guides für ihre Tauchgänge ja nicht bezahlen müssen. Andererseits nehme ich lieber hin und wieder einen Anfänger mit, als das ich selber einer Guidepflicht unterliege...

@Tauchenbochum:"Wenn Du bei sagen wir mal 1000 Tauchgängen über 40 min. kommst ist alles darüber wohl als überduchschnittlich zu bezeichen."
Also bei der Durchschnittszeit liege ich wesentlich über 40min, allerdings habe ich auch keine 1000TG`s... Denke bei beruflichen Tauchern (TL`s) wird die Durchschnittszeit auch eher geringer, weil Ausbildungstauchgänge (oft leider nicht nur) wegen dem im allgemeinen höheren Luftverbrauch von Anfängern ja auch nicht so lange dauern.
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
16.08.2011 14:16
""Nach entspr. "unruhigem" TG gab er später auch zu, es deswegen gemacht zu haben, da viele ja keine "Anfänger" mitnehmen würden ... ":
Hmm, das ist so eine Sache, bei der man sich an der eigenen Nase fassen kann. Bekomme im Urlaub auch nicht gerne Leute aufs Auge gedrückt, die nicht oder schlecht tauchen können"

Ich gebe im Urlaub immer nur das Brevet ab, was ich für meine TG`s benötige - kann da also durchaus auch nur mal das AOWD-Kärtchen sein.

Anfänger dagegen nehme ich grundsätzlich sehr gerne mit, wenn ich es vorher auch weis, dann kann ich dementspr. ja meine TG`s anpassen ...

Meine Frau und ich hatten zb. in Kroatien mal dahingehend ein wirklich nettes Erlebnis
Ein Anfängerpärchen ohne Nachttauchpraxis konnte überzeugt werden, das sie es dort doch mal unter Aufsicht versuchen sollten.
Die Basis wußte nicht, das wir die dann begleiten wollten und besorgte extra 2 Taucher als Begleitung, war aber dann sehr überrascht, als wir sagten, das die zu uns gehören ...
Die beiden in normaler Sporttauchausstattung und wir mit entspr. schweren Gerät, da wir ansonsten da nur Tief und/oder Wrack machten - also große Doppelgeräte (bei mir D20), Trockis und entspr. Tanklampen
Die getauchte Tiefe war dann halt max. 10-12mtr und nach 40-45min. fingen die anderen an zu frieren, wurden dann artig von uns zurück zum Boot gebracht
Es hat wirklich Laune gemacht, deren Begeisterung unter Wasser zu erleben, ihnen alles zu zeigen, was da unten rumkreuchte usw.
Zeig mal einem Anfänger in der zb. Nacht Leuchtplankton und genieße die nächsten Minuten mit einem feudig rumfuchtelnden Buddy
Tauchen ist ja auch, auch anderen diesen schönen Sport näher zu bringen und sie dafür zu begeistern
Joe.MurrSSI DiveCon
17.08.2011 08:54
@boesewicht
>Tauchen ist ja auch,
>auch anderen diesen schönen Sport näher zu bringen
>und sie dafür zu begeistern

meine Hochachtung.
Gerade das "begeistern" weckt im "Tauchanfänger" (zumindest bei den Meisten) die Art Motivation, die benötigt wird, um "weiterzumachen" und an seiner Qualifikation zu arbeiten. Vielleicht ist genau dieser Aspekt der Grund für die momentanen anderen "Qualifikations"-Threads.

Im Übrigen prognostiziere ich mal, dass das Logbuch mitnichten ein Lügbuch ist. Der Großteil der Taucher ist da sicherlich ehrlich (zu sich selbst), weil ja i.d.R. für sich selbst benutzt; die wenigsten nutzen es als Angebereiinstrumentarium oder zum "Betrügen".

Von daher ist jedes Logging "zulässig", selbst wenn man sich in einer Schlammpfütze gesuhlt hat. Wenn es einem taucherisch was gebracht hat, meinetwegen auch eine negative Erfahrung, warum nicht?!

Außerhalb der Ausbildung waren/sind für mich die Stunden immer signifikanter als die reine Anzahl der TG. Wirklich aussagekäftig ist aber nur ein Konglomerat aus all den Daten.

Am Tauchplatz ist es halt mitunter schwierig anzufangen das Logbuch durchzublättern und eine schlüssige Analyse durchzuführen.

Deshalb kann ich von meiner Warte auch nur das angesprochene "Aushorchen" unterstützen, und das versuche ich - sofern mir ein unbekannter Buddy "aufgedrückt" wird, nach Möglichkeit zu beherzigen; gelingt vielleicht nicht immer bzw. nicht immer zur Gänze, aber man kann ja, sofern man sich nicht sicher ist, den Plan etwas einfacher gestalten.

Gruß
Joe
17.08.2011 10:04
Moin,
meine TG loggt seit längerem mein Computer für mich. Die werden gelegentlich ausgelesen, gespeichert und als PDF ausgedruckt, da sind alle ggf. für den Tauchpartner oder die Basis interessanten Parameter (einschl. Tiefen- und Temperaturprofile) mit dabei. Mit wem oder wo ich die Tauchgänge gemacht habe sollte denen ja eigentlich egal sein (bei Maximaltemperatur 6°C wird der 40m-TG im Dezember wohl nicht in Thailand gewesen sein...). Auf einem E-book-reader kann man das Ganze neuerdings auch jederzeit mit aufs Schiff nehmen, da haben guide oder buddy zwischen den TG halt was zu lesen- und wissen, woran sie mit mir sind.
Das ist, glaube ich, aussagekräftiger als Kärtchenanzahl und reine Tauchgangszahlen.

Hartmut
19.08.2011 19:35
Einfache Regel: Die Würfel fallen im Wasser

Komme gerade auch aus dem Urlaub und da war einer mit über 350 Tauchgängen. Aber das konnte man nicht sehen
24.11.2015 20:00
Auch wenn die Frage schon eine Weile her ist. In der Zeitschrift Unterwasser Ausgabe November 2015 sind mehrere Leserbriefe Pro/Contra eines Ablaufdatums des Brevets enthalten. Ich plädiere schon länger für eine Kennzahl "Anzahl TG * Dauer".
Wer im Durschnitt des letzten Jahres unter 0,75 liegt, darf im Urlaub erstmal ein CheckDive machen plus Theorie wiederholung plus 2 TG mit Guide. u.v.m. damit würde die reine Zählerei endlich aufhören und endlich eine aussagefähige Kennzahl Einzug halten.
Was haltet ihr davon ?
Bodensee_CHAI / EFR Instr. / PDA Instructortrainer
25.11.2015 06:46
Wie errechnet sich die Kennzahl 0.75 ??
19.05.2016 09:41

Ein Tauchgang ist dann ein Tauchgang, wenn getaucht wird.

Ich mache gerne lange Tauchgänge von 60-90 Minuten Dauer. Auch wenn zwischendurch ausgetaucht wird, bleibt das für mich ein TG.

Wenn ich mit einem jugendlichen Tauchschüler einen Tauchgang innerhalb der medizinisch sinnvollen Grenzen mache, z.B. 15 min. auf 3 m, dann ist das auch ein TG.

Wenn ein TG nach 10 Minuten abgebrochen werden muss, weil ein Problem auftritt, dann ist das auch ein TG.

Wenn Orientierung geübt wird und es wird 5 x aufgetaucht um jeweil ein neues Ziel zu peilen, ist das insgesamt ein TG.

Unter Umständen hat man bei Problemabbruch nach 10 min. eine größere Erfahrung hinzugewonnen, als nach 70 Minuten problemlosem TG.

"Tauchen tut, wer die Wasserobefläche nach unten hin verlässt"

 

Tümpitausche Sterne gegen Muscheln
20.05.2016 12:03

Auch abgebrochene Tauchgänge mit wenigen Minuten kommen ins Logbuch, allerdings OHNE Nummerierung, ebenso Schwimmbadtauchgänge. Bei ca. 3000 TG habe ich davon ca. eine Handvoll. Und einen Schnitt von 55 Minuten pro Tauchgang, falls das jemanden interessiert. NE Durchschnittstiefe hätte ich auch, aber das will niemand wissen baeh

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