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GarfiSchnorchelabzeichen

Wir Taucher gehören doch nicht zu den Guten

Geändert von Garfi,
27.05.2026 09:46

Tatsächlich sind wir eben doch böse:

Tauchtouristen sind viel rücksichtsloser, als sie glauben

Wobei ich da schon ganz andere Sachen gesehen habe, als im Artikel beschrieben.

Manchmal trifft man auf Helden, da möchte man am liebsten den Hochdruckschlauch durchschneiden.

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SolosigiSporttaucher
27.05.2026 09:40
Ist der Inhalt des Artikels neu? ssst
27.05.2026 09:46
Was sollen die armen Taucher auch anderes machen.. Sie haben es ja tatsächlich so beigebracht bekommen, wenn man im Kurs alle Übungen kniend auf dem Grund macht

stb216RDiver PADI
27.05.2026 10:30
Naja, einerseits ist die Erkenntnis nicht neu, andererseits ist es halt notwendig, solche "Einzelbeobachtung" durch fundierte Analysen belastbar zu untermauern, das ist hier passiert.
Dann kann man in einem zweiten Schritt auch Maßnahmen ergreifen, wie man dem entgegenwirkt.

Ich finde dass es gut ist, wenn einerseits Taucher im großen und ganzen Advokaten für einen Unterwasserschutz sein wollen, es aber wider besseren Wissens nicht sind. Dann bedarf es nur wenig, sie "auf Stand" zu bringen und Zusammenhänge zu erklären.

My 2 bits wegen Übungen kniend auf dem Grund:
ich habe meinen Open Water 1996 gemacht, hier hatten wir 10 Bad-Einheiten, wo wir Skills zuerst am Boden kniend gelernt haben, und dann (teilweise) frei schwebend perfektioniert haben. Wobei zur "Ablegung" der Skill es ausreichte, dass man sie knieend schaffte, die TL's aber schon wert darauf legten, dass man es profund schwebend auch probiert.
Im Freiwasserteil dann genauso - allerdings immer auf Plattformen (Da das Freiwasser im Attersee war, wäre es auch eine sehr blöde Idee gewesen, das am Grund knieend zu machen.

Im Freiwasser wurden wir auch stets aufgefordert, mal nach hinten zu schauen, ob wir eine Sedimentwolke aufwirbeln, ausserdem mussten wir bei der Wende beim Freiwasser-TG die ersten meter zuerst entlang der selben Tiefenlinie zurücklegen.

Auf diese Art und Weise bekam ich ein bewusstsein fürs Aufwirbeln von Sediment und mache das schon aus Eigenschutz nicht. War für mich ideal.

(Open Water) Skills vom Stand weg frei schwebend zu erlernen halte ich persönlich für überzogen - ob man jetzt zum Ablegen der Skill darauf besteht oder nicht, ist sicherlich diskussionswürdig...
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
27.05.2026 10:56
Knapp 5000 Riffkontakte bei 411 Tauchern in 300 Std. ist schon krass😱, klingt eher nach Wanderungen durchs Riff. .
Ein bisschen differenzierter hätte der Artikel aber schon sein dürfen. Welches Ausbildungslevel, Anzahl der TG, etc. dürfte wohl abgefragt worden sein, findet sich hier nur sehr pauschal wieder.
Und ja, wenn nicht jeder Anfänger bzw. Tarierunfähiger nicht gleich mit Gopro oder Größerem losgelassen würde, wäre viel geholfen.

PerkedderCMAS**/DTSA**
27.05.2026 11:01
Wenn ich lese, wo diese Untersuchung gemacht wurde und wenn ich daran denke, was hier über Tauchfähigkeiten von Chinesen schon geschrieben wurde, würde ich gerne noch eine Untersuchung aus einer anderen Gegend dieser Welt sehe.
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
27.05.2026 11:09
Oder aber Nationalitäten benennen, damit wir hier was zum Bashen ham😜🤙
stb216RDiver PADI
27.05.2026 11:10
5000 Riffkontakte bei 411 Tauchern in 300 Stunden: --> 5.000 Riffkontakte bei 123.300 "Taucherstunden"( = Anzahl Taucher mal Anzahl Stunden tauchen) --> bedeutet 0,04 Riffkontakte Pro "Taucherstunde"...

wenn die Arithmetik stimmt, und ich mal sage, 1Stunde ist eine Durchschnittliche Tauchzeit für einen TG, dann heißt in einer Gruppe von 10 Tauchern, die eine Stunde getaucht haben, hat es 0,4 Riffkontakte gegeben - oder wenn die besagte Gruppe 2 TGs pro Tag gemacht hat, dann wurde in den 2 TGs dann gab es statistisch gesehen einen Riffkontakt an dem Tag...

Hab ich mich da verzettelt oder ist die Auslegen schlüssig? Dann fände ich das nicht schlimm - wenngleich es immer Verbesserungspotential gibt.
27.05.2026 11:51

Ich bin davon überzeugt, dass niemand perfekt ist.

Den Anfängern, die immer möglichst gleich fotografieren wwollen, rate ich immer, erst einmal zu tauchen und zu üben.
So ist es mittlerweile auch fats normal, dass ein OWD gleich nah der Ausbildung ein GoPro oder ähnliches hat und taucht.
Oft geht das gut, sehr oft aber halt auch nicht.
Kommt noch Strömung oder "Kuno, der Killerkarpfen" dazu, klappt es meist nicht mehr so gut, wobei ich mich selbst da nicht ausnehmen will.

27.05.2026 12:07
Die "Schuld" liegt nicht bei den Tauchern, sondern bei den Basen und Guides, die nicht energisch genug einschreiten und die Gruppe ggf. weiter weg vom Riff halten. Und auch mal ein Mitnahmeverbot für eine Kamera aussprechen. Es ist nunmal so, dass in den tropischen Urlaubsgebieten überwiegend Anfänger tauchen, die während des Tauchgangs noch Korrektur und Anleitung benötigen. (Mit 30 Tauchgängen im Logbuch ist man noch lange nicht souverän, auch wenn vielleicht ein "advanced" im Titel steht.)
blackraiderOC TX Plus / CCR Helitrox
27.05.2026 12:36
Das ist doch absolut logisch, wo gehobelt wird da fallen Späne und wo viel gehobelt wird...

Seht es schlicht ein, Tauchen in aller Herren Länder der Welt wird eben niemals mit Umweltschutz einher gehen!
Das Fängt bei der generellen Reise schon an und hört eben mit dem Riffkontakt auf.
Die Riffkontakte werden zwangsläufig passieren, man muss noch oft genug mit genug Leuten am gleichen Spot tauchen...

Bitte kommt mir jetzt keiner mit: "Aber mir ist das noch nie passiert!"
Glaube ich nicht! Egal welches Level egal wie viel Praxiserfahrung, irgendwann ist immer mal der Moment, wo man mit der Flossenspitze hinter sich mal was streift. Weil man abgelenkt war durch ein Problem mit der Ausrüstung, weil man seine Länge im Wasser mit Flossen falsch eingeschätzt hat...
Ja, man schlägt nicht wie ne Abrissbirne im Riff ein aber totzdem, wenn genug Leute immer und immer wieder durchgeschleust werden ist es eben irgendwann Schrott das Riff... Mit Horden von OWDlern dauert es eben nicht ganz so lange wie mit lauter hochdekorierten Tauchern, aber auch die werden das irgendwann kaputtt kriegen.
JG79i.a.c. Master Diver
27.05.2026 14:15

Anekdote dazu:

Coraya Bay, vor ein paar Wochen: stolz präsentiert der Guide beim Briefing des Orientierungstauchgangs, wo die Plattformen der neu mühsam gezüchteten Korallengärten sind. Abstand halten, Finger weg, die Absperrungen nicht übertauchen usw.

Am Nachmittag drauf sehen wir die große Turtle "Mrs. Goodman" mitten auf der Zucht-Plattform, sich an den neuen Korallen"pflänzchen" (sind eigentlich Tiere) labend dahinarbeitend, hinter ihr alles blank bis auf den Stahl abgenagt big

27.05.2026 14:53
Anno 93 am La Bandera Reef vor Cancun/Mexiko:
Große Hirnkoralle, eingeritzt mit Initialen von nem Liebespärchen, kurz intensiver geschaut, noch mehr gefunden!
Da hörts dann wirklich auf...

27.05.2026 15:12Geändert von kwolf1406,
27.05.2026 15:13
Schnell wachsende tropische Korallen können 10-15 cm pro Jahr wachsen. Kaltwasserkorallen schaffen nur wenige Millimeter. Irgendwo hat jedes Riff einen Punkt, wo es mit der Abnutzung auch fertig werden könnte. Und Taucher können da schon einen Beitrag leisten, dass das Riff auf Dauer nicht wegen ihnen schwindet.
blackraiderOC TX Plus / CCR Helitrox
27.05.2026 16:20
Wolf, natürlich kann ein gewisser Grad immer kompensiert werden, aber wie ich sagte, Schleuse genug Leute durch und Du wirst es kaputt bekommen...
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
27.05.2026 16:55

Die Studie untermauert die eigenen Beobachtungen: sobald eine Region "viral" ging, die ich noch vor dem Boom kannte, stiegen die Schäden an den Riffen steil an.

Dazu kommt die Gewässerverschmutzung durch ungeklärte Abwasser der neuen Hotels und Homestays, Sonnencreme, stark angestiegener Bootsverkehr, verstärkte lokale Fischerei und lokal steigende Bevölkerungszahl der Einheimischen dank Tourismusjobs und auch dort ungeklärte Abwasser usw.

27.05.2026 17:16
Es gibt sicher einen gewissen Schaden an häufig betauchten Riffen, das kann man nicht abstreiten. Deutlich grösser sind die Schäden generell durch den Massentourismus, wie z.B. das Einleiten von ungeklärten Fäkalien (das wird z.B. in Raja Ampat als Hauptursache für das dortige Korallensterben vermutet)...

Es ist aber keineswegs so, daß die Riffe ohne Taucher und auch die anderen Touristen perfekt geschützt wären - das Gegenteil ist der Fall. (Tauch)tourismus ist der einzige Grund warum Riffe nicht leergefischt, zerstört und zugemüllt werden. Wer seinen Lebensunterhalt mit Tourismus verdient, schützt das Ökosystem welches ja die Grundlage für den Tourismus ist - ohne einigermaßen intakte Riffe bleiben die Taucher aus...
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
27.05.2026 17:42Geändert von Alpöhy,
27.05.2026 17:45
@Schreibmayer: dein zweiter Absatz geht aber nur auf, wenn kein ungebremster Massentourismus herrscht. Ich behaupte mal, dass viele Riffe in z.B. Thailand ohne Touristen auch nicht mehr zerstört wären, oder beispielsweise Borocay (Philippinen) Vergleich Ende 90er und jetzt...
naturezertifizierter Hobbytaucher
27.05.2026 18:26Geändert von nature,
27.05.2026 18:27
Bei der bereits erwähnten Coraya-Bucht in Ägypten bin ich auch erstaunt, dass trotz des wirklich massiven Tauchtorismus es auch weiterhin Korallen im Umkreis von 50 m vom Haupteinstieg gibt. Es ist natürlich weit weit entfernt von gesund und man sieht die Taucher-Einschläge, aber das Riff lebt trotzdem. Eine Wärme-Massenbleiche wäre schlimmer und wäre weiträumiger. Die Schildkröten und Papageifische fressen und knabbern ständig an den Korallen. Solange es nur einzelne Buchten betrifft, solange erträgt die Natur auch Taucher und kann es kompensieren.

Brutal wird es, wenn Taucher große Strukturen wie Tischkorallen und co köpfen, welche Jahrzehnte und länger zum wachsen brauchten.
pephotoSSI DM
28.05.2026 06:53

mario da hast du dich aber ganz schön verlesen, es wurden in über 300 Stunden knapp 5000 berührungen ausgewertet also 5000/300 ca. 16 Anstöße durch Taucher pro Stunde. Wenn wir wirklich von 60 min. TG ausgehen was in den Philippinen / Indonesien ja ziemlich durchschnittlich wäre. Es werden aber auch sedimentablagerungen auf korallen mitgezählt. also ein zu naher Flossenschlag in der näche des Bodenes zählt mit wenn sich dadurch sedimente auf korallen verlagern, das halte ich schon für einen realistischen Wert.
Auch wenn ich bemüht bin absolut nichts unter Wasser zu berühren, kommt kontakt beim Forotafieren in Sandigen Boden schon vor, aber halt ziemlich bedacht. (Schon aus selbstschutz)

Bei Tauchern mit Handschuhen, abgesehen vom Blackwater diving, stelle ich aber auch genau das fest auch deutlich schlimmer bei Fotografen die bewusst zum Festhalten nur einen Handschuh tragen, was ich persönlich schwierig finde. Das Viele Fotografen (insbesondere semiprofis oder profis) leider sehr rücksichtslos mit der Umwelt umgehen musste ich in Anilao auch feststellen, das waren aber eher die die sich für die ganz großen halten.

Ich finde aber auch das man an einem gewissen Punkt auch die Kirche im Dorf lassen muss. Im Flachbereich auf sandigen Boden der regelmäßig / Fast täglich dazu genutzt wird frei tarierend zu bleiben halte ich für überflüssig. Korallen anzufassen, sie zu verändern oder abzubrechen halte ich für verachtungswert. Ausbildung zum OWD im Raja Ampat halte ich auch für schwierig - leider schon katastrophale Auswirkungen dort selbst beobachten müssen. Wie zB 2m Hohe Gorgonien durch eine unfähigkeit von tarieren und das fuchteln vom Armen vollständig zerstört wurden, trotz dess das der Guide der der Person Pygmis zeigen wollte diese schon "getragen hat" - Ende der gischte die vollständige Gorgonie zerstört, da sehe ich das Problem aber beim Guide der sich eher mit der Schülerin" hätte beschäftigen müssen.

NeptunCMAS 3-Stern
28.05.2026 08:59
"Wir Taucher" haben NOCH NIE "zu den Guten" gehört!
batdiver_82MSCD; ANDP
28.05.2026 20:19

Mein owd (ja,Padi) in Australien:
skills im Pool, dann die ersten TG im See und erst den Abschlusstauchgang im Meer.

Argumentation des Tauchlehrers: bei skills macht man im Pool Nix kaputt, im See kommt ihr mir schlechter Sicht in Kontakt und beim letzten TG darf man im Meer die Unterwasserwelt genießen.
fand ich sinnig!

stb216RDiver PADI
29.05.2026 09:29
@pepphoto: Danke für die Analyse, aber diese 5000 Berührungen in 300 Stunden wurden von 411 Tauchern begangen? Absolut betrachtet ist es eine große menge, aber runtergebrochen auf Pro Tauchgang pro Taucher pro Tauchgang? Diese Rechnung interessiert mich...

Und ja - die frage ist auch, welche "Qualität" der Schädigungen durch berührung kommt wie oft vor? Es ist IMHO ein unterschied, ob ich eine Tischkoralle abbreche oder in einer sandigen Ebene einen Teelöffel Sand aufwirbel - Grundkontakt ist nicht gleich Grundkontakt...

Insgesamt sehr interessanter Topic, weil auf der anderen Seite sehe ich halt schon die Bewusstseinsbildung für das was da unter der Wasseroberfläche ist - zu lasten von direkten Schäden unter wasser, aber auch begleit-Beeinträchtigungen (Müll an Land, Bootsfahrten und und und...)

LG StB

AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
29.05.2026 16:11Geändert von Alpöhy,
29.05.2026 16:13

@Stb: "Und ja - die frage ist auch, welche "Qualität" der Schädigungen durch berührung kommt wie oft vor? Es ist IMHO ein unterschied, ob ich eine Tischkoralle abbreche oder in einer sandigen Ebene einen Teelöffel Sand aufwirbel - Grundkontakt ist nicht gleich Grundkontakt..."

Natürlich kann man darüber diskutieren, und natürlich sind nicht alle Kontakte gleich invasiv, aber eigentlich ist die Diskussion müssig.
Fakt ist: mehr Taucher = mehr Kontakte = mehr Schäden insgesamt.


An den typischen mainstream Urlaubsorten hat es nun mal eine bunt gemischte Auswahl an Tauchern. Das Gross der Taucher ist eher durchschnittlich ausgebildet, viele tauchen nur einmal im Jahr im Urlaub und haben allenfalls auch nie über eine längere Zeit als ein, zwei Wochen am Stück täglich getaucht. Sprich sie wurden und werden auch nie routinierte Taucher, da sie jedes Jahr wieder "reinfinden" müssen.

Dann nimm noch zu grosse Gruppen, was sehr oft vorkommt, ungewohnte Strömung, Rudelbildung bei Sehenwürdigkeiten, Kameras, die ablenken, obwohl man ohne Kamera schon zu wenig Awareness für die Flossen hat und Guides die Riffschutz nicht vorleben, alles antatschen und schon mal Kleingetier umplatzieren, für die Fotografen (geht in meinen Augen gar nicht, aber schon oft gesehen) und an viel betauchten Spots noch Kuddelmuddel durch mehrere Tauchgruppen und innerhalb von ein paar Jahren sind die Schäden unübersehbar.

Meine absoluten "Lieblingsspots" sind die Putzerstationen wo Dutzende Taucher in den Korallen hängen, um Mantas zu begucken. Meist herrscht an solchen Spots kräftig Strömung und beim Briefing heisst es: "Riffhacken einhängen und negativ tarieren", ergo auf dem Riff liegen. In Raja Ampat z.B. sind so mehrere schöne Tauchplätze innerhalb ein paar Jahre zu Trümmerhaufen geworde. Oder all die "schönen" Anfütterungsplätze für Haie... Das ist nur zum kotzi

Und was hier noch nicht diskutiert wurde, ist der Elefant im Raum: die meisten werden wohl nicht von zuhause mit dem Segelschiff in den Urlaub fahren...prost

mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
29.05.2026 22:22
Doch doch.... sprach der schwarzfahrende Elefant schon an😇😜

Antwort