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Wie darf ein Gesundheitstest, für einen Tauchkurs, in Deutschland aussehen?

Hallo,

Als ich mich für ein Padi-Tieftauch-Spezial in einen 5**** usw. Tauchladen angemeldet habe, würde mir, nach dem Bezahlen, im voll besetzten Geschäft ein Gesundheitsfragenbogen ausgehändigt. Ich erwiderte gleich dass ich ein gültiges Ärztliches Tauchzeugnis nach GTÜM besäße. Eine jetzt schon leicht Angenervte Verkäuferin erklärte mir dass Sie das nicht interessierte und ich nach den Padi-Regel diesen Fragebogen ausfüllen müsste.

Die erste Frage an mich, männlich, war ob eine Schwangerschaft besteht oder ob ich einen Kinderwunsch hätte. Als ich nach den Sinn dieser Frage bei mir frage, hörte ich das man nur bei einen vollständig aus gefüllten Fragebogen an den Kurs Teil nehmen dürften. Also erklärte ich das ich als junger Familienvater noch weitere Kinderwünsche hätte. So langsam interessierte sich der ganze Laden für meine Antworten zum Drogenkonsum, Phychichen Problemen und den anderen Kram.
Jetzt darf ich nach der Vorlage meines Tauchzeugnisses mittauchen.

So etwas habe ich in Deutschland noch nie erlebt.

Meine Fragen an Euch:
Reicht ein Gesundheitszeugnis nicht aus?
Ist dieser Fragebogen nach Padi wirklich Pflicht und üblich?
Darf man, wenn diese Fragen wirklich wichtig wären, nicht auf Diskretion hoffen?
Gilt für solche Fragen nicht auch eine Schweigepflicht?
Ist eine Verkäuferin in einen Tauchladen wirklich geeignet meine Tauchtauglichkeit zu beurteilen?
Was ich mir das gefallen lassen (vom Rechtlichen her)?
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Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
31.05.2006 10:41
Das kommt von den PADI-Standarts.
Ist halt eine Standartvorgehensweise die auf Grund der amerikanischen Rechtssprechung besteht.
Egal wo, eigentlich sollte dieses Verfahren bei jeglicher PADI-Ausbildung in jedem Land gleich sein. Halt "Stasndart".

Wenn du z.B. im Urlaub deine Tauchtauglichkeitsuntersuchung nachweisen musst, dann sieht das wieder anders aus, aber bei einem PADI-Kurs wirst du vermutlich nicht drumherum kommen.
DorisMittelschule (damals)
31.05.2006 10:52
Die wenigsten PADI-Basen wollen den Stempel vom Arzt sehen, denen reicht in der Regel der Fragebogen.
Und diesen füllt man normalerweise so aus, dass es keine Probleme gibt.
Die Welt will beschissen werden. Traurig aber wahr.
31.05.2006 11:34
Also bei mir hiess es damals, das man das Ding nicht braucht wenn man sowieso ein Attest hat!

Meiner Ansicht nach ist das Ding nur zur rechtlichen Absicherung der Tauchbasis gedacht, dann wenn du dort nix angibst und doch was hättest wärst du ja selber schuld. Wenn du etwas angibst verlangt PADI sowieso zusätzlich eine Tauchtauglichkeits-Bescheinigung!
31.05.2006 11:34
Das wundert mich nicht wirklich, dein fragestellender TL hatte wahrscheinlich nur 10 Tauchgänge mehr als du. Wahrscheinlich ist Padi noch nicht bekannt, das es:

1. Männer und Frauen gibt!
2. Auch Schwule Paare einen medizinisch unbedenklichen Kinderwunsch haben
3. Auch Heteromänner sich Kinder wünschen ohne dabei Schaden zu nehmen
4. Hoffentlich hast du die Frage nach Kontrazeptiva bejaht!

Mach Dir deine eigenen Gedanken, vergiss Padi, lern richtig tauchen.
31.05.2006 14:54
- Es gibt keine Gesetze, die TTUs in D vorschreiben.

- PADI verlangt dennoch immerhin eine "medizinische Selbstauskunft" und nur dann ein Attest, falls diese Selbstauskunft Hinweise auf Risikofaktoren birgt. Das ist nun wirklich nett zum Kunden (dieser darf selbst entscheiden, ob er sich eine TTU gönnen will) und angemessen (da die Leute bei Vorliegen eines "Anfangsverdachts" zum Arzt geschickt werden).

Niemand hat Dich gezwungen, die Selbstauskunft "halböffentlich" im Laden auszufüllen oder mündlich zu kommentieren. Das einzige, was man dem Laden vorwerfen kann: Selbstverständlich reicht PADI Dein Attest, was dann auf dem Bogen steht ist irrelevant, da der einzige Schluss aus einer positiven Antwort ja der ist: "Gehen Sie zum Arzt, lassen Sie sich Tauglichkeit attestieren".

Wenn Dir die geistige Enge der Mitarbeiter dort missfällt, dann geh` zu einem anderen Laden, aber eine prinzipielle Kritik an der Behandlung des Themas durch den Ausbildungsverband könnte ich daraus jetzt nicht ableiten.... dafür gibt`s andere gute Gründe...
31.05.2006 17:21
Kommischer Laden.
Also ich mußte so einen Bogen noch nie ausfüllen, bei mir war es immer ausreichend, eine ärztliche Tauchtauglichkeit vorzulegen.
Vor allem, was soll es, daß dieser Fragebogen erst anch dem Bezahlen verlangt wurde?
ich glaube auch kaum, daß dies ein Problem mit PADI ist, sondern eher mit dem betreffenden Laden.
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
02.06.2006 13:13
Ich würde die nächsten Asubildungen wo anders machen. Das ist deutsche Behördenmentalität gepaart mit PADI-Standardisierungswahn. Allerdings hätte ich Ihnen den Bogen einfach ausgefüllt (Frage nach Schwangerschaft hätte ich dann provokativ mit ja beantwortet)

Ganz nebenbei: Tieftauchen und PADX ist ohnehin ein Anachronismus. Warum machst Du das nicht bei einem Verband, die das können??? (Und nun Feuer frei...)

Grüße,

henri
02.06.2006 16:15
Uneingeschränkte ZUSTIMMUNG Henri
24.12.2006 12:35
Wo ist das Problem?

Bei uns muss jeder (!):
1. Versicherungsnachweis vorlegen
2. Aktuelle Tauchsportuntersuchung nach GTÜM
3. Bei Fortbildungen PADI Fragebogen
4. Standard Verfahren für sicheres Tauchen

So ist rechtlich alles sauber! Denn wo es keine "Gesetze" gibt, wird der Staatsanwalt fragen, was "allgemein" üblich ist - und das sind die o.g. 4 Punkte (wobei mein sicher den 4. in Frage stellen kann!).

So einfach ist das! Dient zur Sicherheit aller Beteiligten und wer es nicht möchte: Es gibt genug andere Anbieter, die sich evtl. mit weniger zufrieden geben!

IgL
Malte

www.Fachgruppe-Tauchen.de
08.01.2007 16:01
@Malte

Sorry das ich jetzt erst reagiere. Ich nicht mehr mit einer Antwort gerechnet.

Also mein Problem ist, das von Diskretion und Kompetenz abgesehen, ich mich frage was diese Pozedre soll?

Glaubst Du wirklich dass irgendjemand in einen solchen Rahmen über ein mögliches Gesundheitliches Problem reden wird? Glaubst Du das eine Verkäuferin in einem Tauchladen wirklich meine Tauchtauglich beurteilen kann, außerdem will man mir was Verkaufen!

Ich glaube nicht dass ein Tauchveranstalter, in Deutschland sich mit diesen Padi-Fragebogen rechtlich absichern kann. Noch das es einen Tauchschüler eine Sicherheit gibt.

Sicherlich hat es einen Grund, dass die Ausbildung eines Arztes recht umfangreich ist, dass man bei ihm in Verschwiegenheit ein Vertrauensvolles Gespräch führt und Schließlich gibt es beim Tauchveranstalter ja noch einen Interessenkonflikt.

Also, was soll dieser Wisch von PADI? Außer vielleicht zu Belustigung der Umhersitzenden bei zutragen?????
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
09.01.2007 11:36
In den Standards ist vorgeschrieben, dass dieser "Wisch" auszufüllen ist. Und da halten sich manche stoisch dran. Wenn eine (kontraindikations-)Frage mit ja beantwortet wird, wird ein ärztliches Attest gefordert. Manche schaffen den Umkehrschluss nicht (ist bereits ein Attest vorhanden = ist die Ausfüllung des Fragebogens obsolet). Die Mehrheit der TS sind mit dem Attest zufrieden (und sparen sich den Schriftkram). Andererseits obliegt es der Basis, respektive der TS, welche Regeln sie aufstellt. Für eine rechtliche Absicherung ist ein ärztliches Attest selbstverständlich mehr wert, als ein ausgefüllter Fragebogen.
09.01.2007 12:16
@ Shuttle

Danke. Das ist genau mein Problem. Ich habe ein gültiges, Ärztliches Zeugnis!

Malte und einige andere die mein Problem nicht verstehen sollten, wenn sie wieder in einer Große Runde am See die Mädel fragen wann sei Ihre letzte Regel hatten und die Jungens mal ob sie nicht vielleicht doch ein Alkoholproblem haben.

Vielleicht wird Ihnen dann "mein Problem" erklärt!
Antwort