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wusCMAS**

Welche Edel-Kompakte soll ich nehmen?

Ich weiß die Frage ist schon oft gestellt worden, ich habe hier, auf uwpix und auf wetpixel inzwischen schon viele Stunden geschmökert, bin dabei auch schon einiges schlauer geworden, aber die endgültige Antwort habe ich noch nicht gefunden, daher jetzt nochmal neu, unter meinen Gesichtspunkten.

Vorweg, ich habe früher mit einer Minolta Dynax 8000i im Hugyfot-Gehäuse, auf die ich noch eine Nikonos V montierte, und einen Subtronic 3000 Prof viele schöne Fotos gemacht. Auf der Minolta hatte ich meist das 100er Makro, auf der Nikonos das 28er oder auch das 15er. Leider hat die Minolta schon 2006 das zeitliche gesegnet, und weil mir die Schlepperei und die Gewichtsprobleme bei Fliegen ohnehin schon zu viel geworden waren, und ich mich auch zwingen wollte auf digital umsteigen wollte, habe ich das Hugyfot dann gleich in Indonesien entsorgt.

Ich hatte mir dann auch schon bald eine Nikon D200 besorgt ... aber nach gut einer Woche zurückgegeben, weil ich mit dem Guckloch-winzigen Sucher einfach nichts anfangen konnte (wer's nicht weiß: die besseren Minoltas hatten schon immer vorbildlich große und auch helle Sucher). Also habe ich "erst mal" (und das ging etliche Jahre kopfpatsch) analog weiter fotografiert, unter Wasser dann eben nur noch mit der Nikonos. Die hielt durch bis letztes Jahr - nicht schlecht, wenn man bedenkt dass ich sie schon ca. 1989 gekauft hatte.

Für die Zukunft hatte ich mir gemerkt, dass die ganze UW-Fotoausrüstung auf jeden Fall viel kleiner und - vor allem - leichter sein muss. Statt einem großen sollen es zukünftig zwei möglichst kleine und leichte Blitze sein, die auch nicht wahnsinnig leistungsstark sein müssen.

Aber die wichtigste Frage ist: welche Kamera und welches Gehäuse.

Am praktischsten wäre für mich die Panasonic TZ101, denn die haben wir schon im Hause. Sie hat eine gute Bildqualität, allerdings habe ich jetzt außer dem Ikelite noch kein Gehäuse dafür gefunden. Was spricht für, was gegen diese Kombination?

Am populärsten scheint mir ja die Sony RX100 II zu sein. Andererseits frage ich mich, ob man heute noch eine II kaufen soll, wo es doch schon 3 "modernere" Nachfolger aus der gleichen Reihe gibt. Ich habe auch gelesen, dass die neueren RX100 im Gegensatz zur II einen UW-Weißabgleich bieten (nach Firmware-Update). Ich fotografiere über Wasser zwar meistens RAW+JPEG, das RAW aber eigentlich nur als Backup für die Fälle, wo ich mit dem JPEG gar nicht hinkomme. Ein spezifischer UW-Weißabgleich käme mir diesbezüglich sicherlich entgegen.

Allerdings muss ich auch feststellen, dass meine Ansprüche (in der über-Wasser-Fotografie) in den letzten 1, 2 Jahren weiter gewachsen sind und ich inzwischen doch viele Fotos aus den RAWs nachentwickle.

Was ist euerer Meinung nach wichtiger - die höhere Telebrennweite der II, oder der UW-Weißabgleich der neueren Modelle? Kriegt man mit CaptureOne (meinem RAW-Programm) einen vernünftigen UW-Weißabgleich hin?

Welches Gehäuse soll ich dann dazu nehmen? Dazu einige mir wichtige Punkte:

- es sollte für wenigstens 60m Tiefe spezifiziert sein

- ich hätte gerne mindestens 2 wet lenses zum wechselseitigen einklappen vor den front port, ein Weitwinkel und eine Nahlinse. Scheinbar gibt's das von Nauticam, habe aber gelesen dass man Gehäuse anderer Hersteller auch so modifizieren kann. Wer weiß genaueres dazu? Auf der Nauticam-Seite bin ich nicht so ganz schlau geworden...

- gutes Handling und gute Einstellbarkeit aller Funktionen.

Was ich noch nicht so sicher weiß: wie wichtig ist es, eine Kompakte (immerhin mit großem Sensor) manuell fokussieren zu können? Eigentlich würde ich nicht gerne auf die Möglichkeit manuell fokussieren zu können verzichten, da der AF erfahrungsgemäß manchmal einfach daneben greift. Allerdings müsste es auch praktikabel sein, das heißt man müsste ratzfatz von AF auf MF umschalten können, wenn es die Situation erfordert, also ohne lang in Einstellungsmenüs abtauchen zu müssen. Wie seht ihr das? Geht das mit einer RX100 oder der TZ101?

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10.10.2017 10:36
Ich stehe letztendlich vor dem gleichen Problem der Auswahl einer Digicam für Unterwasseraufnahmen. Dazu muss ich sagen, dass ich nur schnorchle und somit etwas andere Anforderungen als ein Taucher habe.
Da man als Schnorchler selten nah genug an die sich streubenden Models (schnell schwimmende Fische) heran kommt, ist es für mich wichtig, eine Digicam mit starkem Telezoom bis 400 mm Kleinbild zu haben.
Für Normalfotos benutze ich die Panasonic Lumix DMC-FZ1000. Ich hatte für die Unterwasserfotografie auch die TZ101 in Erwägung gezogen. Das passende Ikelite-Gehäuse 6170.10 lässt aber nur ein Ausfhren des Objektivs bis 200 mm Zoom zu, obwohl das Objektiv 250 mm Zoom kann. Ich habe daher bedenken, dass beim starken Zoomen das Objektiv gegen die Gehäuse-Frontscheibe fährt und der Zoommotor dadurch mechanisch blockiert wird, wass zu Schäden am Zoom-Motor und/oder Objektiv führen könnte.
Zum Thema manueller Fokus kann ich nur sagen, dass man diesen beim Schnorcheln vergessen kann. Durch die Oberflächenströmung wird selbst bei unbewegten Objekten der Abstand ständig verändert. Bei schnell bewegten Objekten versagt der Autofokus in der Regel. Ich halbe mir damit, dass ich z.B. auf ein festes Objekt in ähnlichem Abstand (z.B. Koralle) fokussiere und dann warte, bis das Fotoobjekt (z.B. ein schneller kleiner Fisch) in diesen Bereich kommt. Um erfolgreich Fischprofilfotos zu machen, sollte man sowieso etliche Male auslösen oder, soweit möglich, schnelle Serienbildfolgen verwenden. Ideal wäre auch eine 4K-Videoaufnahme und daraus Einzelbilder zu speichern (mache ich oft mit der FZ1000).
Ich habe für mich nun die Canon PowerShot G7 X Mark II mit Canon WP-DC54 in die engere Wahl gezogen.

Bisher fotografiere ich UW mit einer Canon SX220HS im Canon-UW-Gehäuse, die leider sehr langsam zoomt und eine erhebliche Auslöseverzögerung hat. Wenn man richtig trifft und nachbearbeitet, sind die Fotos bis 390 mm Zoom (Kleinbild) super.

10.10.2017 11:19
Hi hwufac,

ich bin neugierig: Zeig doch bitte mal 1-2 Beispiele für die super Ergebnisse der Schnorchel-Aufnahmen bei 390mm Brennweite.

Danke
Oli
10.10.2017 11:51
@voenix
Das Thema hatten wir hier schon: >https://taucher.net/forum-nikon_coolpix_w300_-_erfahrungen_-_bildqualitaet-ioz85023

Da war ein Link mit bei der auf Beispielfotos verweist. Ich bin ja nach wie vor nicht überzeugt, zumal die Fische beim Schnorcheln noch eher in der Nähe bleiben als beim Gerätetauchen.

Aber wie auch immer jeder nach seiner Gusto.
10.10.2017 13:41
Das war auch mein erster Gedanke: Wie kann man mit 400mm ohne Stativ (oder zumindest ohen eine Auflage oder etwas wo man sich anlehen/abstützen kann) ein scharfes Bild hinbekommen? Klar, runter mit der Belichtungszeit aber dann muss man die Blende öffnen und die Tiefenschäfe ist nur noch wenige Millimeter gross.

Gruss
11.10.2017 22:37
Man muss sich auf die Kameraautomatic verlassen. Für lange manuelle Einstellarbeiten bleibt keine Zeit. Werde noch einmal Fotos einstellen.
12.10.2017 07:58
@wus
mit der RX100 liegst du genau richtig ! WW Konverter oder Makro Diopter können ohne Einschränkung verwendet werden.

Vergiss diese Mega Zoom Kameras. Langsamer AF, schlechte Bildqualität im Vergleich und nicht WW Konverter tauglich. Damit ist alles gesagt

Eine RX100 gehôrt aktuell zur besten Kompaktkamera für den Unterwasser Einsatz. Dafür gibt es UW Gehäuse in jeder Preisklasse und Qualität. Gleiches gilt übrigens für die Canon Powershot G7x oder die G5x welche noch Sucher und Blitzanschluss bietet
13.10.2017 09:07

Hallo Wus.
Ich stand vor etwa zwei Jahren an einem ähnlichen Punkt wie du. Nur habe ich mich zwischen der Spiegelreflex und der RX100 entscheiden müssen.
Die Auswahl an Kameras ist echt riesig und es gibt ja auch für quasi jede Kamera ein passendes Gehäuse.

Aber wie du auch in deinen Recherchen schon festgestellt hast, ist die rX100 eine in der Unterwasserfotografie echt beliebte Kamera.
Bei mir ist die wahl damals auf die RX100 III gefallen. Aus zwei Gründen: Erstens ist der Bildsensor bei der 3er besser und damit auch das Rauschen vermindert. Und zweitens ist es möglich alle RX100 ab der dritten Version im gleichen Gehäuse zu betreiben.

Also selbst wenn mir meine Kamera irgendwann absaufen sollte, kann ich immer noch die IV oder V nachkaufen und das Gehäuse behalten.

Eine Alternative zur RX100 ist die G7x MK II. Canon hat eine Weile gebraucht, bis die ein wirklich vergleichbares Gerät hatten. Heute würde ich mich auch für die G7X II entscheiden weil ich einfach mit der Canon Steuerung besser zurecht komme als mit der von Sony.

Die Bildqualität ist miniminimal schelchter als bei der RX100 V, auf 4K Video kann ich verzichten. Der AF der Canon ist deutlich schneller und sonst kann die G7X auch alles was die Sony kann. Dabei ist aber die Brennweite länger, was sich vor allem bei Makros mit Diopter positiv bemerkbar macht. Das aber alles etwa zur Hälfte des Preises.

Eine Kombination die grad viel gefragt ist ist die G7X II im Fantasea Gehäuse. Das ist aber aus Kunststoff. Alternativ gibt es Alugehäuse von Nauticam oder anderen.

Beide, sowohl die G7 und die RX100 können wunderbar mit externen Blitzen umgehen und beide beherrschen auch das RAW-Format was dir mehr Freiräume bei der Nachbearbeitung lässt.

Zur TZ101 kann ich dir leider nichts sagen. Die habe ich auch noch nicht in der Hand gehabt.

Wenn du aber weitere Infos zur RX100 suchst kannst du mal hier schauen:
http://unterwasser-fotografieren.de/sony-rx-100-iii/

Ansonsten kannst du auch auf Facebook mal schauen. Da gibt es eine Grupppe "Canon G7X II Unterwasser" und eine "Sony RX100 unterwasser" Da kannst du auch noch mal Fragen stellen.

LG. Tino

Für die G7X habe ich noch keinen Test. der wird aber in den nächsten Wochen folgen.

13.10.2017 14:22
Die Canon G7x ist halt nur mit einem einzigen WW Konverter dem AOi UWL-09 kompatibel und dieser kostet fast 800.-. Würde ich immer erwähnen - sonst kommt später das böse erwachen. Für Makro ist es kein Problem . da passt alles mit 67mm Gewinde.
m-n-nCMAS** / Nitrox
13.10.2017 18:16
@Tino-Stgt: "Also selbst wenn mir meine Kamera irgendwann absaufen sollte, kann ich immer noch die IV oder V nachkaufen und das Gehäuse behalten."

Wenn mir die Kamera absaufen würde, wäre erstmal auch das Vertrauen zum Gehäuse dahin ... allerdings gebe ich Dir trotzdem recht, denn die Kamera kann ja auch beim Überwassereinsatz beschädigt werden oder wegkommen - insofern lohnt es sich also trotzdem ... doei
m-n-nCMAS** / Nitrox
13.10.2017 18:19
P.S.
Mein SetUp: Sony RX100 V im Nauticam mit Doppelhandgriff und Pistolenauslöser sm1
PanOceanPhotoUnterwasserfotograf, IDC Staff Instructor, Full Cave Diver, AIDA Freediver ***
26.10.2017 13:08
Ich habe zwar keinen konkreten Vorschlag. In meinem Videoworkshop zur Ausrüstung in der Unterwasserfotografie gebe ich aber einige Anregungen, auf was Du achten solltest, bevor Du Dich für einen Kauf entscheidest:

http://panoceantravel.com/?p=702
26.10.2017 14:06
Das mit den Bridgekameras würde ich aber rausnehmen - zumindest gibt es keinen Gehäusehersteller für diese Kameras. Oder Du verwechselst Bridgekamera mit Edelkompaktkamera.
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