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Waterproof Nassanzüge ungeeignet für Tiefen ab 40m

habt ihr das gewusst?


Im November 2008 erwarben wir zwei 5mm Waterproof Lynx Anzüge. Damit machten wir während unseres 4 wöchigen Aufenthaltes auf den Philippinen und Micronesien insgesamt je 47 Tauchgänge. Mit der Passform und der Robustheit der Anzüge sind wir grundsätzlich zufrieden. Jedoch zeigte der Anzug bereits nach 47 Tauchgängen einen massiven Verlust an Dicke und somit Wärmeisolation.

Die Anzüge wurden deshalb via Händler an Waterproof SE zurück gesandt.

Anschliessend verlangte Waterproof ein Auszug aus dem Logbuch. Ich habe das gesamte Logbuch geschickt. Die Antwort von Waterproof erstaunte mich einigermassen:

---- Begin Auszug aus der Antwort von Waterproof ---------------
Betreffend die beiden komprimierten Lynxanzügen- die Kunden haben 50-60 meter tief mit den Anzügen getaucht. Die Kunden sind somit keine Sporttaucher sondern Tech-divers. Wir geben keine neue Anzüge auf Garantie unter diese Bedingungen.
.….
…..
Wir arbeiten gerade mit unseren neuen Gebrauchsanleitung und werden diese verbessern und ergänzen. Da werden wir auch deutlich angeben, dass unsere Nassanzüge sich nicht für mehr als eine Tiefe von ca 40 Meter eignen.

Kind Regards / Mit freundlichen Grüßen

Catherine Jakobsson
Business Administrator

Waterproof Diving International AB
……
……

---- End Auszug aus der Antwort von Waterproof ---------------

Nachtrag:
Offenbar hatte Waterproof Schwierigkeiten mit dem Lesen des Logbuchs. Die 47 Tauchgänge waren alle flacher als 40m. Ein einziger Tauchgang im gesamten Logbuch (298 TG) war tiefer als 50m (51.2), dieser datierte aus dem Jahre 2004 und fand gemäss Logbuch mit einem Camaro Anzug statt.

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04.06.2009 18:34
Danke für diese Information.

04.06.2009 18:52
Das ist ein absoluter KO für die Anzüge dieser Firma!

Auch wenn jetzt Leute posten, dass man ja gar nicht so tief tauchen darf:
Ich habe mehrere Anzüge anderer Firmen gehabt und sie wirklich oft auf > 40 m gequält, sie hielten Jahre, ohne platt zu werden.
Was bei > 40 m schnell platt wird, macht das gleiche nach einigen TG mehr auch bei 30 m.
04.06.2009 18:59
Na, dann dürftet ihr rechtlich zumindest auf der sicheren Seite sein - nachweislich keine `tiefen TG` und nirgendwo ein entsprechender Hinweis (soll ja erst noch kommen) - klingt nach klassischem Eigentor
04.06.2009 19:24
Hab mit diesem Anzug weit über 100 Tg´s gemacht und die meisten zwischen 40 und 50 Meter. Es ist mir bisher keine Veränderung an Materialdicke aufgefallen und auch kein höherer Wärmeverlust. Meine Kopfhaube vom selben Hersteller hat nun schon 240 Tg´s hinter sich und hat ist ebenfalls noch nicht platt. Die verarbeiteten Materialien aller namhaften Hersteller kommen zum größten Teil aus der selben Produktionsstätte

04.06.2009 20:15
Hallo,

abgesehen davon, dass ja die TG nicht tiefer als 40 m waren.

Hier stiehlt sich ein Hersteller mit recht fadenscheinigen Argumenten aus der Haftung. Und gibt selbst zu, dass er bislang in seiner Gebrauchsanleitung wohl keinen Passus die Tauchtiefe betreffen aufgeführt hat.

"Tolle Firma"
04.06.2009 21:12
Hallo,
also so wirklich wundern tuts mich nicht. Ähnliches ist mir mit einem Teilmassanzug ( Halbtrocken)der Firma Barrakuda passiert. Nach 3 monatigem Urlaubstauchen in Ägypten und an der 30m Marke war dieser so platt, dass von den 7mm nicht mehr wirklich viel übrig war.
Theater gabs auch da, denn für "ständiges, tiefes tauchen sind diese Anzüge nicht gemacht und da müsste man schon mindestens 2 Anzüge haben zum wechseln" Auch in deren Gebrauchs-und garantiescheinen steht nix von maz Tiefe oder Anzahl der Tg´s. Ich glaube wenn wir weiter suchen, finden wir doch noch mehr Firmen als nur diese beiden. Aber schade is et schon.
Gruss
AK!
04.06.2009 21:50
Megapeinlich für Waterproof! Ob deren Vertriebsleute hier wohl mitlesen?
04.06.2009 22:16
>>für "ständiges, tiefes tauchen sind diese Anzüge nicht gemacht<<

Ich denke, das sind Taucheranzüge, für was sind die denn gemacht außer Tauchen? Wenn man darin nicht tauchen kann, und tauchen ist egal wie tief, dann sollen die die Teile doch besser als Strampelanzüge verkaufen.

Werde mir die Marke merken... kommt gleich auf meine persönliche No-Liste
04.06.2009 23:08

Ähhhhmmmmm,
also mir kommen da gewisse Zweifel:
Könnte es sein, dass das Material nicht von der Tiefe, sondern ganz allgemein vom Gebrauch dünner geworden ist.
So was gibt`s tatächlich, dass hin und wieder schlechteres Material dazwischen ist, welches schnell "altert".
Wie hat man früher gesagt: "Montags-Exemplar",
wobei hier in diesem Fall nicht die Fertigung, sondern das Material schlecht ist.

Bei mir gabs das kürzlich auch:
Da hat mir ein Kunde eine Mütze zurückgegeben, bei der war die Gesichtsmanschette ganz dünn und schlabbrig.
Und diese Mütze war gerade mal ein Jahr alt (ca. 40 Tauchgänge oder so).

Nach meinem Verständnis kann Tieftauchen normalem Neopren gar nicht schaden, denn die einzelnen Zellen werden, bzw. die Luft da drin wird nur komprimiert und wieder entspannt.

Ich kann mir schon eher vorstellen, dass Neopren im Flieger durch den Unterdruck Schaden nimmt.
Da können logischerweise die Zellen durch Expansion platzen.
Und dann sieht`s bezüglich der Dicke und Qualität des Neos wirklich schlecht aus.

Ist einfach nur eine logische Überlegung.
Diese Diskussion hatten wir übrigens vor Jahren schon mal.

Noch was:
Wenn man rekonstruieren könnte, ob dieser Anzug im Flieger extremem Unterdruck (extremer als normal) ausgesetzt war ,
dann würde Die "Rechtslage" ganz anders aussehen.

05.06.2009 05:49
Danke für den Hinweis zum Unterdruck. Es ist richtig, dass ich mit den Anzügen mehrmals geflogen bin. Leider lässt sich im Nachhinein kaum mehr feststellen ob der Unterdruck im Gepäckraum der Flieger abnormal tief war. Vor und nach den ersten Tauchgängen haben die Anzüge noch ausgesehen wie neu. Ich denke also kaum, dass die Anzüge wegen Unterdruck so rasch abgebaut haben.

Sollte ich mit den Tauchanzügen nicht mehr fliegen dürfen hätte ich ein Problem, da ich zum tauchen das Rote Meer und die Tropenn bevorzuge.
05.06.2009 06:27
Meines Erachtens nach will sich Waterproof nur auf ganz schäbige Art und Weise aus der Haftung ziehen...
Wenn man mal überlegt was so ein Anzug die Firma Waterproof im Einkauf kosten mag(wahrscheinlich nicht viel mehr als uns paar Füßlinge) und dann sieht wie die sich in einem Garantiefall verhalten
und das obwohl ja gerade Waterproof einer der teureren Herstellern ist...
Für mich käme nach so einem Erlebnis kein Waterproof Produkt mehr in Frage und das würde ich denen auch schreiben...
Gruß MArio
12stringbassmannorm.Trimix
05.06.2009 08:37
Ich hab eine Mütze von denen und die hält seit fast 200 Tauchgängen, viele davon im 40er-Bereich und tiefer. Also sooo schlecht ist das Zeugs von denen nicht.
Die Reaktion von Frau Jackobson finde ich allerdings sehr seltsam.
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
05.06.2009 09:09
Meiner Meinung nach ist eine Schädigung des Neoprens durch den Druck beim Tauchen selbst ausgeschlossen. Aufgrund welcher physikalischen Erscheinung sollte denn der Druck in den Zellen (Blasen) im Neopren anders sein als der Umgebungsdruck. (siehe auch Uli Schreiber )

Was aber durchaus dem Anzug schaden kann ist zum Beispiel Trocknen in der Sonne (Materialversprödung) oder mechanisches Dehnen (Überdehnen der Molekularstrukturen) beim Anziehen. Ebenso "leidet" das Neopren an Stellen wo es viel bewegt wird.

Wie auch immer, die Antwort ist ein ARMUTSZEUGNIS!
zum Glück liefern sie ja dann auch gleich die Fakten mit, weshalb es sich doch um eine Reklamation handeln müßte. (Bis 40 Meter müßten sie ja aushalten)

Interessant ist auch, daß man bei Tauchtiefen unterhalb von 40 Metern automatisch zu Tech-Taucher wird...
Jo, schon gewußt? Du bist ein Tekkie...

Grüße,

henri
05.06.2009 10:18
Wasserfest, hast du vor nochmals eine Mail an Waterproof zu schreiben?
Falls Ja, und davon geh ich jetzt mal aus, würde uns glaube ich alle das Ergebniss interessieren.

Servus,
CT
ZyanCarlosOWD, AOWD, RD
05.06.2009 11:00
@Wasserfest

Ich würde der Firma auch den Link zu diesem Thread mitschicken, damit sie erfahren können, wie die Member im T-Net darüber denken.
05.06.2009 11:20
@ Wasserfest

Die Story von dem extrem niedrigen Druck im Frachtraum von Flugzeugen ist Unsinn. Erstens werden da auch Tiere transportiert, zweitens würde es der Druckkörper verdammt übel nehmen, wenn in der Kabine 0,75 bar sind und im Raum darunter viel weniger.

Und wenn Unterdruck einem Neoprenanzug schaden würde, müsste da der Hinweis dranhängen "Nicht zum Bergseetauchen verwenden, nicht über Alpenpässen transportieren"

05.06.2009 11:39
@CabrioTaucher

Ich habe gestern Frau Jakobsson von Waterproof, SE ein Screenshot des Logbuchs gesandt. Darin ist ersichtlich, dass der tiefste Tauchgang mit diesem Anzug 39.3m war, also noch knapp unter der Tek Diver Grenze und sie um Stellungnahme gebeten.

Weiter habe ich via Distributor in der CH nachgefragt (wurde vom Dist. ebenfalls gestern nach Schweden gesandt)

Wo in der Anleitung zum Anzug oder auf der Webseite von Waterproof stand zum Zeitpunkt des Erwerbs ein Hinweis darauf, dass man mit Waterproof Anzügen NUR bis ca. 40m tief tauchen darf oder ansonsten die Garantie erlischt?

Wo in der Anleitung zum Anzug oder auf der Webseite von Waterproof stand zum Zeitpunkt des Erwerbs ein Hinweis darauf, dass Waterproof Anzüge nicht für Tek Diver geeignet sind?

Ich bin gespannt auf die Antwort
05.06.2009 14:03

Schätze mal, dass ein gewaltiger Unterschied in der Höhe besteht: zwischen einem Alpenpass / Bergsee und einem Frachtraum mit eventuell abgefallenem Druck (warum auch immer) in zehn tausend Meter Flughöhe oder so.
Da müstest Du als Beispiel schon einen Achttausender anführen.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich mir, dass große Tiefe normalem Neo gar nix anhaben kann.
Und wenn hier weiter oben von "Armutszeugnis" die Rede ist, dann schätze ich eher wegen der stillschweigenden Unterstellung des Herstellers, dass Tiefe dem Neo schaden könnte, ohne darüber erst mal nachgedacht zu haben, bzw. recherchiert zu haben.
Also gewissermaßen "nachgeplappert".

henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
05.06.2009 14:50
Uli, der Kommentar "Armutszeugnis" bezieht sich auf die Leistung des Customer Supports der Firma. Wenn alles so stimmt, wie oben beschrieben, dann hat die Dame mangelhaftes Hintergrundwissen und auch Defizite im lesen eines Logbuches. Abgesehen davon, daß ein Logbuch die Firma nichts angeht. altert Neopren nicht dadurch, daß es unter Druck gesetzt wird, da der Druck ja immer überall gleich ist. In Grunde müßte beim Tauchen sogar eine Entspannung der molekularstrukturen stattfinden, das die Blasenradien kleine werden und damit die Umfänge auch, die Moleküle also zusammenrücken können (um es mal ganz einfach zu beschreiben). Jedenfalls platzen Blasen aufgrund von Druckdifferenzen, die sind beim Tauchen aber nicht gegeben, wenn die Blasen komprimiert werden.
So eine Äußerung gegenüber Kunden zu machen zeugt von mangelhaften Knowhow. Darauf bezieht sich die Bemerkung "Armutzeugnis".

Grüße,

henri
05.06.2009 14:52
Moin Wasserfest,
wie dick ist denn nun das Neopren nach den 47 Tauchgängen? Du nanntest es "massiv", aber ohne genauere Angabe.

@Uli:
im Flieger bei 10.000m Höhe herrscht nicht Umgebungsdruck, sondern ein moderat zum Oberflächendruck abgesenkter Kabineninnendruck; sowohl im Fluggastbereich, als auch im Frachtraum.

Der Vergleich zum Bergseetauchen ist also nicht sooo verkehrt

Gruß,
TT
05.06.2009 15:08
Uli, flieg mal wieder!

Sowohl Kabinendruck als auch Frachtraumdruck sind ca. 0.75 bar bei Reiseflughöhe entsprechend 2500 m über NN.

Draußen ist viel weniger, weshalb Flugzeugrümpfe auch nicht quadratisch sind, damit sie den Druckunterschied aushalten.
05.06.2009 18:03

Alles schön und gut, aber für mich ist immer noch unlogisch, warum Neopren in der Tiefe Schaden nehmen sollte.
In den kleinen Zellen ist Luft drin, die wird komprimiert, dadurch werden die Zellen kleiner, anchließend werden sie wieder größer.
Wo soll`n da ein Problem für das Neo sein?

05.06.2009 18:21
Schreiberuli, frag mal beim langen Dick in San Diego nach, wie das Neopren an Stärke leidet wenn es ordentlich abgedrückt wird...

...der macht allerdings ein Geschäft draus und verkauft die platten Anzüge hinterher teuer...
05.06.2009 19:03
... und wenn die mal kaputt sind, kann man sie nichtmal per Blindstichnaht reparieren

Die heißen sowas wie Do (it) Under Idiots.
henrii.a.c. Masterinstructor, CMAS TL**
05.06.2009 21:29
Crushen von Neopren funktioniert aber schon anders als nur unter Druck setzen. Dabei wird das Neopren von vornherein mit Stckstoff aufgeschäumt, dann in einem Wasserbad unter hohen Druck für einen langen Zeitraum gelagert. Dabei diffundiert der Stickstoff aus dem Neopren.
Der Unterschied zum compressed Neopren liegt auf der Hand. beim bloßen Komprimieren mit hohen Drücken Platzen die Blasen im Neopren. Beim Crushen diffundiert der Stickstoff raus, ohne daß die Blasen im Neopren platzen. Das Neopren wird also beim Crushen nicht geschwächt.

Grüße,

henri
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