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Umkehrblockierung

Hi Leuts,

was sollte man bei einer plötzlich auftretenden umkehrblockierung tun ausser permanent versuchen zu gähnen, kiefer vorstrecken etc.? was passiert wenn du den druck im mittelohr einfach nicht abbauen kannst und auf 30m feststeckst?

gruss
emilio
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15.11.2005 16:44
Hmm...Deine letzte Frage kann ich Dir beantworten: Wenn Dein Luftvorrat kritisch wird, wirst Du wohl oder übel auftauchen müssen. Höchstwahrscheinlich mit gerissenen Trommelfellen (ist aber immer noch besser als absaufen... ).

Was man noch tun kann, um die Umkehrblockade loszuwerden, fällt mir da leider auch nicht viel mehr ein als Dir...

Mit freundlichem quak, quak...
15.11.2005 16:47

Möglichst langsam auftauen und die Schmerzen ertragen. (Und natürlich das nächste Mal wieder mit einer Erkältung tauchen gehen.)

Ich kenns nur vom "Hörensagen", Trommelfell kann auch nach aussen Reissen und Drehschwindel verursachen. Wird wohl nicht zur Gewohnheit.

15.11.2005 16:59
Mich würde interessieren, ob das hier schonmal jemand durchgemacht hat und ob die Schmelzen soweit auszuhalten sind, daß ein einigermaßen normaler Aufstieg möglich ist.
15.11.2005 17:11
Habs schon zweimal "genossen" . Der Schmerz ist ekelhaft, aber auszuhalten... ich bin so langsam als möglich aufgestiegen, also in mm Einheiten. Beim ersten mal (Tiefe 4 mt), nach ca. 2 Std Poolausbildung rauf/runter, war der Aufstiegsschmerz ziemlich heftig und die Nachwehen haben mich einige Tage beschäftigt - Trommelfell war etwas lädiert
Beim zweiten Mal - normaler Tauchgang ist es beim Aufstieg von der 6m Dekostufe passiert. Ich habe gute 10 min für den ersten Aufstiegsmeter gebraucht, dann heftigstes Quietschen im Ohr und die Röhre war frei. Danach ca. 1 Tag Ohrenschmerz, aber sonst völlig OK.

Im schlimmsten Fall kann dabei ein Trommelfellriss auftreten, d.h. es ist sehr gut wenn ein Partner beim "Opfer" bleibt - denn nach einem Riss kann es zu heftigen Schwindelanfällen kommen, was im Wasser nicht wirklich erbaulich ist. Umkehrblockierungen können übrigens auch an Plomben auftreten - soll sich "noch genialer" anfühlen wie ich hörte
15.11.2005 17:25
ich hatte das beschriebene problem auch einmal..allerdings im schwimmbad beim apnoe-training auf 3,5 metern...mit langsam auftauchen war da nix,kann ja nicht ewig luft anhalten...bin dann also nach oben an die wasseroberfläche wo sich dann sofort starker drehschwindel einstellte.ich hab mich auf den rücken gedreht und mich bis zum beckenrand gerettet.mit einem knall/quitschem ging der druckausgleich dann ganz von allein von statten...im großen und ganzen wohl die beschissente erfahrng die ich bein tauchen erlebt hatte,zumamal mir noch 2-3 tage danach das ohr weh tat.aber zum glück is nix gerissen,wohl nochmal glück im unglück gehabt.
als gegenmaßnahme ist mir noch der"umgekehrte druckausgleich" bekannt.das heist man drückt nicht in die zugehaltene nase hinein,sondern versucht zu saugen.durch den entsehenden unterdruck wird luft aus dem ohr gezogen...theoretisch.
mfg
15.11.2005 17:34
Na, also ich denk mal, wenn die Umkehrblockade bei 30m einsetzt und sich nicht mehr löst, sind die Trommelfelle auf jeden Fall hinüber...

Ich denke mal, wenn Du aufpasst, daß Du nicht in Panik gerätst und Dich beim Aufstieg an deinem Buddy orientieren kannst, gibt`s mit Sicherheit schlimmeres...
15.11.2005 17:46
Ist mir ganz zu Anfang mal passiert und ich habe mir die Nase zugehalten und nach "innen gesaugt" Leider hatte ich die Idee erst nach ein paar Minuten, wo ich aus 20m nicht hochkam und schon Panik hatte, was ich machen soll. Das allerdings hat dann funktioniert und es knackste und quietschte und ich konnte dann normal und langsam auftauchen ohne weitere Probleme.

Zu den Zahnplomben: das ist einem Mittaucher passiert, dem hat es das Ding aus dem Zahn gerissen und den Zahn mitbeschädigt. Aber ich glaube, sowas passiert selten.
15.11.2005 17:57
Hab mal gehört, das ein Kopfstand unter Wasser ganz hilfreich sein soll, da die Verbindungen zum Innenohr nach innen konisch zulaufen. Daher soll sich die Blockierung einfacher lösen. Bin aber auch kein Mediziner......
15.11.2005 18:12
Die Tipps - umgekehrter Druckausgleich sowie Kopfstellen sind hilfreich - bei einigen hat sowohl als auch schon geholfen... mir leider damals nicht, ist also kein absoluter Schutz.. (und wer hat beim normalen Tauchgang schon immer Schleimhaut-Abschwellende Mittelchen im Wasser dabei - würde ziemlich sicher helfen)
guntherTL***
16.11.2005 08:27
Hi,
also et tut richtig weh, und dass bei mir 3 Tage lang (deutliche Überdehnung des Trommelfells, jedoch nciht gerissen) Aber die hatten so kleine rosa Pillen im KH, die Dinger sind besser als ....

neg. Druckasugleich war bei mir nicht hilfreich, kommt mir auch exotisch vor, ene fleible kleine Röhre kollabiert bei Unterdruck - denk ich mal.

Ich könnte mir vorstellen, das ein vorsichtiger pos. Druckausgleich die "verklebung" evt. löst, dazu wäre eine kurzes Abtauchen um einige Meter evt. sinvoll. OK, bei einer Deko-Situation oder bei Apnoe schwierig.

Gruß
Gunther


16.11.2005 08:43
Hi,

ich kenne da noch die Möglichkeit etwas aufzutauchen und dann wieder ab. Man rüttelt dann sozusagen an einem möglichen "Schleimpropf", wenn man denn tatsächlich mit leichter Erkältung abgetaucht ist. Jojo-mäßig eben. Das Ganze solange wiederholen, bis sich ein Erfolg einstellt.

Wir die Luft knapp, so bleibt einem nichts anderes als sich an seinem Buddy zu heften und mit ihm aufzusteigen - trotz der Schmerzen. Der Buddy muß sich natürlich der Situation bewußt sein und auf den potentiellen Schwindelanfall gefaßt sein.

Soweit die Theorie. Mir persönlich ist dies noch nicht passiert und wünsche es auch niemanden. Stelle mir es aber trotzdem grausam vor.

Grüße, Markus.
16.11.2005 10:23
Hallo,
ich kenn das Problem leider ziemlich gut, da ich das dummerweise öfters habe. Und ich kann den anderen nur zustimmen... es tut weh!!!
Zumindest wenn man versucht weiter aufzusteigen, obwohl es im Ohr schon quitscht.
Am besten ist es wenn man wieder ein wenig tiefer geht, bis der unangenehme Druck nachläßt.
Dort dann ein wenig warten und gaaaaaaanz langsam aufsteigen, damit die Luft Zeit hat zu entweichen.
Ich weiß, das hört sich an wie aus dem Lehrbuch, aber bei mir ist es das einzigste was hilft.
Der "Kopfstand" und die "Jojo" Aktion haben mir leider nicht geholfen.
Wenns bei mir trotz dem gar nicht anders geht, mach ich nen ganz normalen druckausgleich(Nase zu und ausatmen)um die Eustach`sche Röhre zumindest ein wenig zu öffnen. Das ist zwar sehr unangenehm, aber besser ein überdehntes, als ein geschrottetes Trommelfell.

Gruß
Nadine



16.11.2005 11:51
Ich hatte es in relativ leichter Form schon öfters, weil ich auch ohne Erkältung oft am Ende eines TG die Nase bis oben dicht habe. Meist geht es gut, aber wenn ein Aufstieg nicht ohne Schmerzen klappt, schnaube ich unter Wasser, also Maske ab, dann jedes Nasenloch einzeln zuhalten und richtig kräftig schnauben. Dann wieder Maske auf und weiter Auftauchen. Dann quietscht und knakt es beim Aufstieg zwar deutlich, es geht aber problemlos und ohne Komplikationen ab.
16.11.2005 13:36
Ein Tipp zur Vorbeugung: Regelmäßig Nasendusche mit Salzwasser anwenden.


Scott***/RD
16.11.2005 16:36
unter wasser schneuzen oder nasendusche kann helfen. auch ausatmen und mit zugehaltener nase schlucken, um den druck zu verringern.
16.11.2005 17:40
Ich hab gerade eben in einer Tauchzeitschrift mit vielen bunten Bildern gelesen, man könne mit dem Finger von außen auf den (wassergefüllten) Gehörgang drücken und so beim gaaaaanz langsamen Auftauchen verhindern daß das Trommelfell "nach außen platzt". Irgendwann würde sich der Druck im Mittelohr dann doch den Weg über die Tube suchen.
Keine Ahnung ob das funktioniert, ich gebe es einfach kommentarlos wieder.
16.11.2005 21:41
Na, ich weiß nicht...aber Versuch macht bekanntlich klug...

Wenn Du nen Buddy hast, der es schafft, Dich an Land zu holen, ohne daß Du die Finger aus den Ohren nehmen musst und Dir dann ne Ladung Nasenspray verpasst, sollte es wohl funktionieren...
Scott***/RD
17.11.2005 14:14
erinnert mich irgendwie an einen alten s/w frankensteifilm wo in einer szene wasserdampf aus den ohren kam
IzorgSSI AOWD + Nitrox II
05.01.2006 00:03
was auch evtl. hilft,: mit den Fingern hinten am Kieferrand entlang, hinauf zu den Ohren streichen.
23.07.2015 14:38
Das ist total blöd, ich hatte das vor einiger Zeit ständig, bzw. vor meiner OP. Nach Rücksprache mit meinem Arzt, hatte ich dann abschwellendes Nasenspray als Versuch, vor dem Tauchgang, genommen. ...und siehe da, ich hatte keine Beschwerden. Meine Nebenhöhlen hatten also Verwucherungen...
Finde heraus woran es liegt und behebe die Ursache. Ich habe seit meiner Nebenhöhlen OP keinerlei Probleme mehr. Zum Glück

Ansonsten hilft nur, extrem langsam aufzutauchen.
23.07.2015 14:44
Das ist total blöd, ich hatte das vor einiger Zeit ständig, bzw. vor meiner OP. Nach Rücksprache mit meinem Arzt, hatte ich dann abschwellendes Nasenspray als Versuch, vor dem Tauchgang, genommen. ...und siehe da, ich hatte keine Beschwerden. Meine Nebenhöhlen hatten also Verwucherungen...
Finde heraus woran es liegt und behebe die Ursache. Ich habe seit meiner Nebenhöhlen OP keinerlei Probleme mehr. Zum Glück

Ansonsten hilft nur, extrem langsam aufzutauchen.
21.07.2017 07:00
Hallo, hatten den Fall grad hier vor Ort in Marsa Alam. Die Tauchbasis hat super reagiert. Taucherin verweilte 1,5 Std auf 20 m u der Guide hat ne weitere Flasche organisiert-somit keine knappe Luft u kein geplatztes Trommelfell... Aber das muss man auch mal Aussitzen können u die Geduld haben, in Minischritten auftauchen zu können. Lg
23.07.2017 12:20

Der umgekehrte Druckausgleich funktioniert bei mir übrigens definitiv und ich wende ihn an der Oberfläche auch manchmal an, z.B. im Skilift oder Flugzeug. Wenn die Tube aber so zu ist, dass man beim Tauchen Probleme bekommt, dann funktioniert es wahrscheinlich auch nicht.

manimanCMAS*** NSS/CDS
30.08.2017 13:55

Erstens ist der Faden aus dem Jahr 2015!!!!

Und 2. Jen: Du glaubst doch selbst nicht was du schreibst?

90min auf 20m ergibt: 1. Stop auf 9m für 5min; 2. Stop auf 6m 62min; 3m Stop rechne ich nicht mit Multideco. 

Gasverbrauch: 7390l, das sind 3 volle 12l Flaschen.
Da ist aber der Tauchgang selbst noch gar nicht mitgerechnet.

Bitte erzählt hier nich sooo einen Schmarrn.

GarfiSchnorchelabzeichen
30.08.2017 14:40

Naja, es könnte gemeint sein, dass der Aufstieg aus 20m 1,5 Stunden benötigt hat.

Das würde den Gasverbrauch und die Dekozeit erheblich verringern.

Zudem könnte man der Dame z. Bsp. EAN 32 oder 40 liefern, soweit verfügbar.

Aber das ist natürlich Spekulation und verbessert nicht die Qualität des Beitrages.

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