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Übelkeit durch zu schnelles Auftauchen - Tauchunfall?

Bei einem wirklich schönen Tauchgang vor drei Tagen in Estartit ist ein anderer Taucher eigentlich immer 2-3 m unter uns geblieben (also im Bereich von ca. 15-22 m). Tauchzeit insgesamt ca. 50 Minuten. Beim Austauchen zum Schiff ist die Gruppe 5 Minuten in 5 Meter Tiefe als Sicherheitsstopp durchs Blaue zurückgetaucht. Dieser Taucher war ca. 10 m unter uns - wir schätzen in ca. 12 m. Er ist mit uns aber direkt aufgetaucht. Ich denke, dass er ca. eine halbe Minute für den Aufstieg gebraucht hat. An Boot hat er sofort mehrfach erbrochen. Nun die Frage: Kann es sich hier um tauchbedingte Übelkeit handeln (zu schnelles Auftauchen? Deko?) oder einfach um Anstrengung und das Schwanken des Boots? Was hätten wir tun können? Weder Guide noch Bootsführer waren am Geschehen interessiert.
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15.08.2005 13:33
Wie war der Wellengang denn an diesem Tag ? Ich habe es schon erlebt, dass einer Unterwasser durch den Automaten gekotzt hat, weil ihm halt einfach übel wurde durch das ewige hin und her.
DorisMittelschule (damals)
15.08.2005 13:36
Ich weiß von einer Freundin, die stark anfällig für Seekrankheit ist, dass sie gerne unterhalb des Sicherheitsstopps bleibt, da sie im Normalfall bei drei bis fünf Metern wegen der Dünung bereits anfängt zu erbrechen.
Bei Deinem Beispiel würde ich ebenfalls auf einen Seekranken tippen, jedoch kannst Du nur dann sicher sein, wenn Du den Taucher danach fragst.
Grundsätzlich war der Tauchgang von dem Taucher weder tief noch lang und er scheint ja auch nicht durchgeschossen zu sein.
War er denn alleine unterwegs oder hatte er einen Buddy?
15.08.2005 17:37
In meinen Augen kann das abschliessend nur ein Spezialist (=Arzt) beurteilen.
Wenn Ihr im Bereich von Mobilfunknetzen wart (und ein Handy dabei war), dann kann man bspw. DAN (bzw. bei bestehender, anderer Versicherung die Hotline derselben) anrufen. Auch wenn der Taucher dort kein Mitglied ist, hat man dennoch einen Taucherarzt am Telefon, dem die Symptome und der Ablauf geschildert werden und der aus seiner Expertise die notwendigen Maßnahmen empfehlen (bzw. bei DAN Mitgliedschaft auch einleiten) kann.
Wenn auch nur der geringste Verdacht auf einen Tauchunfall besteht, sollte Sauerstoff gegeben werden und so verfahren werden, wie bei einem Tauchunfall üblich.
15.08.2005 21:08
Estartit - Sommer - vermutlich warm: Tippe auf vorangegangene und beim TG verschlimmerte Dehydration. Dagegen hilft kein O2, sondern massiv Wasser plus Elektrolyte drin, notfalls per Infusion.

O2 macht dennoch wegen Exsiccose Sinn. Das beschriebene Profil war zwar garantiert outside Deko, aber Dehydratin ist der übelste und meistverkannte Faktor, den kein Tauchcomputer kennt.

15.08.2005 22:32
Tauchzeit 50 Minuten, minus 5 Minuten Sicherheitsstopp und Abstiegszeit, Tiefe bis 22 m, bei 21 m wird man nach 36 Minuten dekopflichtig. Und dann ein Aufstieg von 12 m in einer halben Minute ohne Stopp? Das ist schon heftig. Ich würde da Dekoprobleme nicht unbedingt ausschließen.
Wenns auch noch ein Strömungstauchgang war könnte es natürlich auch von Anstrengung kommen. Aber Übelkeit aufgrund Seekrankheit? Dauert das nicht ein paar Minuten, bis man k...?
Weißt du, wie es ausgegangen ist? Hatte er noch weitere Symptome?

Tümpi
16.08.2005 06:55
Was schon mal nicht zu einer DCS passt, ist das sofortige Auftreten des Erbrechens. Ob die Nullzeit überschritten wurde, kann nur das Profil sagen.

Ich habe im Sommer einen Fall gehabt, wo sich jemand 1 Minute nach einem TG am Strand erbrach. Nachweislich keine Dekopflicht missachtet, dennoch vorsichtshalber O2 gegeben, ab zum Arzt. Diagnose: Dehydration, kein Tauchunfall.
16.08.2005 07:20
War hatten letztes Jahr nach einem ziemlich heftigen Strömungstauchgang zwei junge Männer, die sich erbrachen. Wir beiden "Alten" habens gut überstanden, da zahlt sich Training aus.

16.08.2005 08:19
Moin Tümpi,

meine Rede - Tauchen ist Sport, Sport bedeutet Training und Fitness. Und Strömung kann bekanntlich auch da auftreten, wo sie kaum erwartet wird, und dann wird aus "fun" plötzlich Sport. Kriegste aber der Fun-Industrie samt ihren Anhängern nicht verklickert.

Habe das neulich schon mal zitiert (von Nowotaucher formuliert) zur EN 14153, hier passt es noch mal:
Tauchschüler müssen lediglich durch Schwimmen (also ohne ABC-Ausrüstung) einer Strecke von 50 m sowie 5 Minuten schwimmen oder treiben lassen zeigen, dass sie ohne mechanische Unterstützung nicht sofort untergehen und ertrinken.

Tja, wenn Seepferdchen Stufe 2 ausreicht, um bevetierter Taucher zu werden ...
16.08.2005 09:40
Danke für die Antworten.

Erstmal zu Euren Fragen: Wellengang war nicht extrem, das Boot hat aber beim Ausstieg schon ziemlich geschaukelt. Strömung war keine. Insgesamt habe ich den Tauchgang (jedenfalls für mich) recht locker. Wie es dem Taucher später gegangen ist, weiss ich nicht, da wir am nächsten Tag abgereist sind. Seekrankheit kommt für mich eigentlich nicht in Frage, da der Taucher schon nach dem Auftauchen irgenwie komisch war. Buddy war seine Frau. Beide waren eher Anfänger (ca. 15 TG).

Zu Euren Antworten: Also zusammngefasst kommt also im wesentlichen Dehydration oder DCS in Frage. Eigentlich müsste man also den Taucher befragen und am besten zum Arzt schicken, oder?
DorisMittelschule (damals)
16.08.2005 09:54
Wenn das so ist, dann dehören sich die geschlagen, die zwei Anfänger mit je 15 TG alleine tauchen lassen
DorisMittelschule (damals)
16.08.2005 09:56
Nachtrag:

es hat wohl auch niemand aus der übrigen Gruppe für nötig gehalten, ein bisschen Acht zu geben, nach dem Motto: ich will einen schönen Tauchurlaub, was die anderen machen ist mir Wurscht.
16.08.2005 10:16
Das ist wieder typisch einem geht es schlecht und keine Sau kümmert sich!!
@ Ostseetaucher: mal provokant gefragt: Wieso habt ihr euch nicht sofort um den Taucher gekümmert? (Wenn es schon nicht der Guide macht) Vor allem wo es ein Anfänger war der mit dieser Situation vielleicht überfordert war? Und offensichtlich so viel Zeit hatte alles zu beobachten und auch herauszufinden das es ein Anfänger war. Man sollte doch annehmen das wir Taucher zusammenhalten (wenn es drauf ankommt) und keine Einzelkämper sind. Das gilt übrigens für alle! Ende der Predigt.

Gruss
dt
LuzifairAOWD m. Zusatzkursen
21.08.2005 14:15
Als Betroffene kann ich sagen, daß das mit dem "MIR WIRD SCHLECHT" bis zum K....... ganz schnell gehen kann. :o
Und es kann auch sein, daß man dann auf dem Boot, da wo ja eigentlich alles vorbei ist, erst k..... muß.
Besser, als vor dem Tauchgang, weil es dann meist nicht mehr zum Tauchgang kommt.

Ich habe es in Ägypten am Hausriff beim Checkdive erst gehabt. Es war an dem Tag schon ganz schön wellig. Wir sind relativ als Erste ins Wasser und da war eine, die sich nicht getraut hat, die drei Meter tief reinzuspringen. Dementsprechend hingen wir da bestimmt 10 min bis 15 min den den Seilen und warteten, daß wir abtauchen. Dann ging es runter, da war ich die Erste, weil ich schon gemerkt habe, wenn ich nicht gleich runter gehe, kann ich es sein lassen. Unten war alles ok.
Tauchgang war auch nicht tief und nicht lang. Ich hing dann 20 min unten, bis die Letzte den Check fertig hatte.

Als wir später aufgetaucht sind, kamen die Wellen spürbar auf ca. 5 m und da auch massiv. Ich habe den Sicherheitsstop nach "Absprache" mit meinem Buddy (mein Freund) abgebrochen, weil ich sonst wirklich hätte durch den Atemregler k.... müssen. Ich habe echt gewürgt.
Und als ich an der Wasseroberfläche war, mußte ich auch noch mal ganz arg würgen, aber es ging gerade noch so. Und das war vielleicht eine Minute?
So schnell kann das gehen.
21.08.2005 14:25
Wo bitteschön in Ägypten springt man am Hausriff aus 3 m Höhe ins Wasser und hat bzw. braucht dann ein Seil?
LuzifairAOWD m. Zusatzkursen
21.08.2005 20:30
In Sharm El Sheikh, im Magic Life. Vom Steg. Und es war eine ganz schöne Strömung, die rote Flagge hing, also Schnorchler durften gar nicht ins Wasser, weil die Strömung einen direkt auf das Riff gedrückt hat. Und wenn du da 15 min wartest, an der Oberfläche, bis die Gute sich endlich getraut hat, reinzuspringen, da mußt du dich am Seil der Boje am Einstieg festhalten.

Und dann mußten wir ja einzeln (wir waren wohl ca. 8 Leute, ich weiß es nicht mehr genau)die Maske fluten und ausblasen, dann jeweils die Wechselatmung, das dauert. Auch da mußten wir am Seil hängen und warten.

Aber das war nur der eine Tauchgang. Sonst sind wir ja alleine tauchen gewesen und sind direkt reingesprungen und runter. Da gab es kein Problem.
22.08.2005 15:13
@Doris und Divetime. Naja, es war ein geführter Tauchgang. Der Divemaster, der den TG geführt hat, und der Bootsführer haben sich nicht darum gekümmert, dafür aber die Frau des Betroffenen. Es war für uns sehr schwierig zu entscheiden, ob überhaupt etwas war und wir etwas tun sollten. Ich finde es immer sehr schwierig zu entscheiden, ob man sich nun einmischen soll und dann wie, vor allem wenn einem nicht klar ist, was denn nun eigentlich los ist und ja zwei zumindest theoretisch höher brevetierte und dafür bezahlte Taucher nichts zu tun für richtig halten. Die Hemmschwelle ist da bei mir einfach höher. Ich denke, das nächste mal würde ich möglichst unverfänglich nachfragen, was denn los ist.
DorisMittelschule (damals)
22.08.2005 15:30
@ ostseetaucher

Bitte merke Dir für die Zukunft:

Wenn Deiner Meinung nach - gerade bei einem Anfänger - Fehlverhalten vorliegt, dann greife ein.
Ich würde mich nicht mit einem sog. erfahrenen Taucher anlegen, aber einem Anfänger kann man durchaus auch mal seine Meinung aufzwingen.

Nur weil die Profibegleiter zu blöd sind (das kommt oft genug vor) darf einem das Leben oder die Gesundheit eines anderen nicht egal sein.

Ach ja, hinterher das Ganze anzusprechen ist die schlechtere Variante, besser ist es gleich zu handeln
Antwort