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GarfiSchnorchelabzeichen

Thomas-Cook-Pleite: Wichtige Informationen für geschädigte Pauschalreisende

Geändert von Garfi,
06.05.2020 13:12

Weils vielleicht noch nicht jeder Betroffene mitbekommen hat:

Die Bundesregierung hat ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage entschieden, Zahlungsausfälle zu Lasten von Pauschalreisenden aufgrund der Insolvenzen auszugleichen.

Das entsprechende Online Portal ist seit heute verfügbar

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07.05.2020 10:45
Moin Garfi,
auch wenn es gestern noch durch wohl alle Medien ging, vielen Dank für den Hinweis!

"Die betroffenen Pauschalreisenden können sich auf dem Thomas Cook-Bundportal registrieren und für die freiwillige Ausgleichszahlung anmelden. Sie können hierzu ihre Angaben, Belege und Erklärungen übermitteln und die bereits erhaltenen Leistungen von dritter Seite eintragen.

Auf dieser Grundlage wird geprüft, ob eine freiwillige Ausgleichszahlung in Betracht kommt."

Schauen wir mal wie es weitergeht....

LG


07.05.2020 10:52
Und somit wird die Unterversicherung des Reiseveranstalters nun durch die Allgemeinheit bezahlt. Wenns nicht in Deutschland wär, hätt ich gesagt, eine typisch österreichische Lösung.
GarfiSchnorchelabzeichen
07.05.2020 11:35Geändert von Garfi,
07.05.2020 11:36
Ist ja nur deswegen unterversichert, weil einige Personen aus dem Bundestag betrunken waren und gewürfelt haben, als sie das mit der Versicherungssumme von 110 Mio. Euro beschlossen haben.
07.05.2020 11:46
Hatte da nicht sogar eine Fraktion eine Erhöhung auf 300 Mio. vorgeschlagen, die abgelehnt wurde? Vielleicht kann man für die Ausgleichszahlungen die Diäten derer pfänden, die dagegen gestimmt haben. Politiker, die sich für ihre Entscheidungen verantworten müssen, das wäre mal was.

Spaß beiseite: ich halte die starre Summe für problematisch - kleine Reiseveranstalter sind damit passend abgesichert oder sogar überversichert, große Reiseveanstalter sind damit massiv unterversichert. Ich fände es passender, diese Summe individuell pro Reiseveranstalter abhängig vom Vorjahresumsatz festzulegen.
GarfiSchnorchelabzeichen
07.05.2020 12:01
Die EU Vorgabe sieht ja auch keine Obergrenze vor. Vermutlich deswegen springt ja aktuell auch der Bund ein, weil sie genau wissen, dass sie die zugrundeliegende EU Richtlinie nicht den ordnungsgemäß umgesetzt haben.
IvoryAOWD DTSA**
13.05.2020 09:41
@ Jens,

https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/085/1908565.pdf

antrag der Grünen Fraktion im Bundestag aus März 2019. Wurde im Bundestag recht unaufgeregt diskutiert und abgelehnt. Hat damals kaum einer Notiz von genommen. Bei Youtube kann man sich die Debatte zumindest in Teilen noch anschauen. Gerade mal ein halbes Jahr später kam der Zonk.

Eigentlich müsste man jede Pauschalreise mit einem Risikobetrag, der die Rückerstattung des Reisepreises, sowie evtl. Rückholkosten, welche im Zwiefel ein Vielfaches der Reisekosten betragen kann, absichern. Dass würde aber richtig fettes Geld kosten und die Pauschalreisen entsprechend verteuern. Die Versicherer konnten die Absicherung nur so günstig anbieten, weil sie das Gesamtrisiko begrenzt haben. So spart man zudem auch Kosten für die saubere kalkulation des tatsächlichen Risikos. Weil niemand die Reisebranche derart belasten wollte, hat man das Risiko bewusst in Kauf genommen. Die Entscheidung haben die gewählten Volksvertreter getroffen, insofern ist es nur konsequent, dass das Volk den Schaden auch trägt. So ist das in der Demokratie. Aber wie gesagt hat seinerzeit niemanden interessiert, weil wir uns halt lieber zurücklehnen und die Politiker machen lassen, als uns mit solchen Detailfragen selbst zu beschäftigen. Dann muss man aber auch im Nachgang nicht den Zeigefinger erheben. Man kann ja bei der nächsten Wahl Konsequenzen zeihen, wenn man das möchte.

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