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Tauchtauglichkeit nach Corona?

Geändert von Marcus690,

In den letzten Tagen, kann man ja dem Thema Corona nirgendwo mehr ausweichen.

Nun bin ich im Internet auf einen Bericht gestoßen, dass Corona infizierte oft auch bleibende Schäden an der Lunge haben.

Gestern abend im TV bei einer der unzähligen Talkshows, ist dann auch das Thema der künstlichen Beatmung angesprochen worde, und auch hierdurch soll der Körper längerfristige Schäden davon tragen; klar besser natürlich, als ersticken.

Hat jemand schon was gehört / gelesen, wie sich diese Folgeschäden auf die Ttl auswirken?

Ich weiß, dass soetwas nur ein Arzt sicher sagen kann, aber hier sind ja viele Fachrichtungen im Forum vertreten.

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mezzAnwärter auf Kiemen
02.04.2020 15:59

Meine Frau ist Intensivpflegerin und auf der COVID-Station im Einsatz. Sie ist ebenfalls in der COVID-TaskForce des Krankenhauses, welches den forschenden Ärzten zuarbeitet.
Sie sagt, dass man noch am Anfang der Erfahrungen steht und vieles noch nicht weiss. Stand heute ist es aber so, dass rein durch die Beatmung keine Langzeitschäden entstehen.

Aber:
COVID-Patienten haben sehr oft irreversible Lungenschädigungen, welche die Leistungsfähigkeit der Lunge auch nach der Krankheit für immer reduzieren, je nach Krankheitsverlauf mehr oder weniger stark. Diese Schäden haben die Ursache in der Krankheit und nicht in der Beatmung!
Es kann sein, dass in einigen wenigen Fällen durch die Beatmung Schäden entstehen, wenn mit sehr hohem Druck beatmet werden musste. Dies ist aber eigentlich nur dann notwendig, wenn die Lunge vorher schon beschädigt war und somit auch vor COVID-19 nicht die volle Funktionsfähigkeit besass.


02.04.2020 16:28
Ich kann vom Fall eines Kollegen berichten , der einen mittelschweren- also kein Intensiv- aber heftig krank - mit dem Covid 1 / SARS hatte. Der hat 3 Jahre bis Tauchtauglichkeit gebraucht. Die CT Bilder schwerer Verläufe, die ich bisher gesehen habe, lassen vermuten, dass es den Leuten nach dem Überleben eher um simple Alltagstauglichkeit denn um Tauchtauglichkeit gehen wird. Die Zeit wird es zeigen ...
arureusCMAS-TL**, Nitrox**
02.04.2020 19:18
Ich mache mir auch schon seit ein paar Tagen darüber Gedanken.
Nach allen was ich so über die Lunge weiß dürfte die TTU nach einer schweren Lungenbeteiligung infolge Covid19 wohl schwierig werden, ganz bestimmt wenn es so schwer war, dass länger Überdruckbeatmet wurde.
Was ich mich auch frage: Wie ist es bei einem "harmlosen" oder "unbemerkten" Verlauf einet Covid19Infektion?
Kann es da partielle Lungenbeteiligung gegeben haben, welche ebenfalls "unbemerkt" blieb?
Kann dies eine Lungengewebsschwäche hervorrufen die später einen Lungenüberdruckunfall in all seinen Formen begünstigen kann? Meines Erachtens ist ein Lungenüberdruckunfall beim Tauchen einer der schlimmsten Unfälle mit häufig schlimmen Ausgang. Für mich wesentlich schlimmer als ein Dekounfall.

Ich möchte meine Frau und mich diesem Risiko nicht aussetzen.
Zu gegebener Zeit auf Antikörper testen lassen? Und bei positivem Ergebnis Pulmologe und Röntgen der Lunge? Auf eigene Kosten!?
Ich glaube JA!
Ich werde das zu gegebener Zeit (also nicht jetzt und nicht in den nächsten Wochen) mit mir gut bekannten Tauchmedizinern und Pulmologen erörtern/anstossen.

Was für eine beschi..... Lage! Ich wünsche Euch/uns Alles Gute!
Grüße arureus
02.04.2020 20:23Geändert von Marcus690,
02.04.2020 20:23
„Was ich mich auch frage: Wie ist es bei einem "harmlosen" oder "unbemerkten" Verlauf einet Covid19Infektion?“

Das ist eben mein Gedanke dahinter.

Derzeit hoffe ich z.B. noch auf meinen Juni Urlaub. Die bestehende TTl ist eigentlich zum diesem Zeitpunkt nichts mehr wert.

Sollte ich einen schlimmen Verlauf haben, gibt es wichtigeres, mittlerer Verlauf wird man es vermutlich heuer nicht benötigen, aber bei den leichten und nicht wissenden Covid betroffenen... Mann müsste vermutlich vor jedem Tauchen die Lunge testen oder das zusätzliche Risiko eingehen.

Der Virus wird ja vermutlich nicht mehr so schnell verschwinden.
02.04.2020 23:45
Immerhin sollte in jeder vernünftigen TTU ein Lungenfunktionstest gemacht werden.
03.04.2020 08:56

Die Frage stellt sich mir gerade auch.

Mein Partner hatte einen leichten-mittleren Verlauf mit Krankenhausaufenthalt und vorübergehender Sauerstoffbedürftigkeit und Fieber über 2,5 Wochen. Auf dem Röntgenbild sah man nichts. Ein CT wurde nicht gemacht, würde Schäden bestimmt besser zeigen. Ist halt aber teuer. Da ich zeitweise auf unserer Pandemiestation arbeite, habe ich schon ziemlich üble Lungen mit/nach COVID gesehen (keine Beatmungsschäden, sondern Schäden der Krankheit selbst). Die Ärzte wollten zum tauchen nach COVID nichts sagen, als mein Partner nachfragte. Ohne eine ausführliche TTU werde ich ihn aber wohl nicht wieder ins Wasser lassen. Sicher ist sicher. Da aus China zusammen mit den möglichen Langzeitschäden auch eine eingeschränkte Lungenfunktion beschrieben wird, müsste das dann ja eigentlich auffallen, wenn vorhanden.

Ich selbst hatte einen relativ leichten Verlauf und habe mir bis jetzt ehrlich gesagt keine grossen Gedanken wegen Tauchgauglichkeit gemacht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei einem leichten Verlauf Langzeitschäden bleiben. Schlussendlich werden aber auch dazu wohl noch kaum Erfahrungen da sein.

04.04.2020 17:27
Interessante Frage.

Vorab um Missverständnisse zu vermeiden: Ich bin weder Arzt (allerdings medizinisch-wissenschaftlicher Hintergrund), noch denke ich, dass man potenzielle Langzeitfolgen von Covid-19 jetzt schon seriös beurteilen kann. Zudem will ich die Krankheit mit Nichten verharmlosen.

Ich denke aber, man sollte sich durch die aktuelle Medienberichterstattung auch nicht unnötig in Panik versetzen lasse. Sicher stellt das Virus für bestimmte Personengruppen und in seltenen Fällen auch für andere Menschen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, das es so gut wie möglich einzudämmen gilt. Es ist aber auch so, dass von bestimmten Medien gerne Schlagzeilen verbreiten werden, zu Sachverhalten, die noch nicht ernsthaft belegt sind.

Persönlich würde ich schätzen, dass bei schweren Verläufen sicherlich auch ein Risiko bleibender Lungenschäden möglich ist, die auch die TT einschränken können. Das ein derartiges Risiko aber bei leichten oder gar unbemerkt verlaufenden Infektionen gegeben ist, würde ich aber als eher unwahrscheinlich erachten. Die zum Teil persistierenden fibrotischen Lungenveränderungen müssen ja irgendwo herkommen. Und da wären klassiche Ursachen eben mechanische Verletzungen (z. B. auch durch Beatmung), aber auch Entzündungen, die endweder akut stark ausgeprägt sind (was ja in schwerden Covid-Fällen der Fall ist) oder aber chronisch bestehen. Derartige fibrotischen Veränderungen sollten sich dann aber auch bei einerm klassischen Lungenfunktionstest bemerkbar machen.

Da gleich ein Lungen-CT zu machen, das ja auch mit einer entsprechenden Strahlenbelstung behaftet ist, würde ich bei einem unbemerkten oder leichten Verlauf der Erkrankung für mich persönlich nicht in Erwägung ziehen.

Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.
04.04.2020 18:30

Hallo zusammen

ich habe anfangs der Woche DAN gemailt und gefragt, ob es eine Guidline gäbe zum Tauchen nach einer Corona Infektion mit MILDEN Symptomen (kein Husten oder Fieber, dafür Hals- und Muskelschmerzen und Müdigkeit).

Hier verkürzt dargestellt wurde mir genannt, dass man nach dem Abklingen milder Symptome mindestens zwei Wochen warten sollte.

Allerdings wurde auch genannt, dass es in seltenen Fällen zu sekundären Herzmuskelentzündungen kommen könne, die in der aktuellen Situation schwer abgeklärt werden könnten. Um dieses Risiko zu berücksichtigen würden sie eher eine Pause von 3-6 Monaten empfehlen.




04.04.2020 20:49
Diese Aussage von DAN ist so Murks

Eine sekundäre Myocarditis kann Folger vieler Infekte sein, so auch Corona.

Um Langzeitschäden zu minimieren sollte jede Myocarditis diagnostiziert werden und auch therapiert.
Einfach 3 bis 6 Monate warten ist nicht zielführend
15.04.2020 11:46
Die körperliche Gesundheit geht immer vor und jeder halbwegs vernünftige Taucher wird sich vor dem Urlaub untersuchen lassen.
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
15.04.2020 16:13
Mmmhh...den Link hatte ich auch grad geschickt bekommen...liest sich wenig schön, falls es einen erwischen täte..😣

IvoryAOWD DTSA**
16.04.2020 07:12
Das Beunruhigende daran ist die Vorstellung symptomfrei durch die Gegend zu laufen und ohne es zu wissen massiv tauchuntauglich zu sein. Hoffe das bewahrheitet sich nicht bei der Masse der Leute.
arureusCMAS-TL**, Nitrox**
16.04.2020 08:36
War zu erwarten....so ein Mist!
Ich möchte mein posting vom 2.4. unterstreichen!
Lungenventilationsstörungen - Vernarbungen im Lungengewebe - Airtrapping - Lungenriss - AGE - schwerste Tauchunfälle......
Wenn Antikörpertests für Leute, die sich um die Ausübung ihres Hobbies sorgen (im Moment ist anderes wichtiger!), verfügbar sind, werden wir uns testen lassen. Sind wir positiv auf Covid19-Antikörper, so werden wir uns lungenfachärztlich untersuchen lassen. Mit Röntgen und ggfls. CT und das auf eigene Kosten wenn es denn so sein soll.
Ich habe schon vor Jahrzenten postuliert: Tauchen ist für mich ein großes Hobby und Nebenberuf! Aber kein Grund die Gesundheit, die Arbeitsfähigkeit oder gar das Leben zu riskieren!
Gerne hätte ich in ein bis zwei Jahren meinen 3.000sten gemacht. Aber wenn´s nicht sein soll.....WAS FÜR ZEITEN!kopfpatsch
Alles Gute Euch!
geraldOWSI +1500 TG
16.04.2020 16:47Geändert von gerald,
16.04.2020 16:48
Dr .Hartig, (Taucherarzt, Vortragender für Tauchmedizin etc.) OA an der Universitätsklinik Innsbruck, derzeit zuständig für die Behandlung von Covid19 Erkrankten hat hierzu eine intersante Abhandlung geschrieben.
In Innsbruck wurden bisher sechs Taucher behandelt, und wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird es einige Zeit dauern bis die wieder ihren Stempel bekommen!
www.tauchmedizin-tirol.com

16.04.2020 17:24
@gerald

Ich kann mich irren, aber ist die Abhandlung von Herrn Hartig nicht im Link von NilsNase zu finden? Unter Deinem Link finde ich die Abhandlucng nicht.
16.04.2020 17:30
@Gerald, das ist auch der Link bei Wetnotes von Nils Nase.

Im Juni steht eigentlich ein Urlaub an, und die Hoffnung stirbt zuletzt, dass ich fahren kann.

Da mein Testergebniss im Gegensatz zu denen meiner Familie (alle negativ) nach drei Wochen nicht da ist, und der jährliche Check sowieso ansteht,
will mein Arzt zusätzlich einen Antikörper Test machen, mal schauen was er bringt.

Ist aber irgendwie beängstigend.
Du bist auf einem Boot, wo theoretisch jeder nicht tauchtauglich sein kann.
Keiner wird sich zwei Wochen vor einem Tauchgang immer einem Test unterziehen können.

16.04.2020 18:12
Im Juni werden sicherlich keinerlei Flugurlaubsreisen ins Ausland möglich sein.

Ohne Impfung keine Reisefreiheit😂😂😂
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
16.04.2020 18:24
UweRe: Das war jetzt aber nicht feinfühlig.😂😂😂
16.04.2020 18:47
So ähnlich haben es schon einige Ministerpräsidenten gesagt.

NilsNaseUnfertiger Taucher
16.04.2020 19:03
Na ja, vermutlich muss man auch mal wenig feinfühlig sein. Ich finde es jedenfalls extrem erstaunlich wie viele die Situation nach wie vor nicht so richtig begriffen haben und gedanklich pünktlich am 05. Mai schon wieder Flieger sitzen.
16.04.2020 19:53
Ich bange ja schon um meine Autofahrt Ende August nach Südfrankreich...
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
16.04.2020 19:59
Na ja, war ja auch ironisch gemeint.saint
@Nasennils: ich staune auch immer wieder😂
16.04.2020 20:09
Wie bei jeder Lungenerkrankung ist das Reaktionsmuster der Lunge im chronischen Stadium oder ausgeheiltem Stadium begrenzt und alle ausgeprägten sind der TTU nicht zuträglich. Je nach Ausmaß der Erkrankungen wird sich das Ausmaß der Restschäden einstellen. Das wird von nix bis Heimsauerstoff reichen. Was die Urlaubspläne angeht : eine erfolgreiche TTU ist nach einer wie auch immer gearteten Lungenerkrankung ebenso wie Ein negativer AK Test von letzter Woche iwie die Zeitung von letzter Woche: uninteressant. Antikörper und die Tests darauf werden keinen interessieren, bis nicht valide geklärt ist, ob diese protektiv ( wofür einiges spricht ) sind und wie lange dieser Schutz besteht . Wer in Gelbfieber Gebiete reist ( Zanzjbar ua) weiß, dass da trotz jahrelanger Praxis immer mal interessante Interpretationen der Regeln auftauchen : für Impfung nötig, Auffrischungen nötig etc ..aus meiner Sicht ist der antikörpertest derzeit ohne wert fur einen Grenzübertritt...bis eine valide und reproduzierbare Praxis internationaler Tegeln gibt, wird Zeit vergehen. Am ehesten dürfte es noch in der EU klappen ... aber das auch nur Glaskugel...
16.04.2020 20:55
Heute kam von einer Tauchschule hier in der Gegend ein Mail. Ich hänge euch den Screenshot mal an. (Geht bekannterweise eine Weile, bis es geladen wird.)

Wir haben jetzt auch diverse Ärzte gefragt bezüglich Tauchtaiglichkeitsuntersuchung nach Corona. Irgendwie erzählt jeder Arzt etwas anderes. Ist ja auch irgendwie logisch, da Richtlinien dazu fehlen. Mein Partner geht jetzt erst mal zur LuFu nächste Woche.
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