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CR-1994CMAS* / SSI Nitrox Diver

Tauchen für die Umwelt

Geändert von CR-1994,

Hi!

Ich fände es super cool einen Tauchurlaub mit sinnvoller Tätigkeit zu verbinden. Dachte an das Pflegen von Korallenriffen, Müll sammeln, Research oder Dinge in der Art. Einfach eine "Aufgabe" im Urlaub, und so die Tauchgänge einem guten Zweck widmen. Eventuell im Gegenzug etwas vergünstigte Unterkunft oder so (wäre schön, aber kein Muss).

Gibt es solche Programme, und wenn ja, wo? Habt ihr mit sowas Erfahrung oder macht ihr das vielleicht selbst regelmäßig?

Freue mich über Insights!

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21.07.2026 20:03
https://www.volunteerworld.com/de/volunteer-abroad/tauchen?gad_source=1&gad_campaignid=16269567006&gbraid=0AAAAABiBM809T4xgizjgs_vFZHcczYpcn&gclid=CjwKCAjwhqfPBhBWEiwAZo196j81sSzWyvCkdgDqvXKhPSxI_WCb7AIj7HobghUYr3ZQT6embEPPJBoCMCcQAvD_BwE
shaggy_beardBSAC, TDI, SCD
21.07.2026 20:20
Die Umwelt wird durch das Tauchen im lokalen See mehr profitieren als durch die Unterstützung bei der Korallenpflege.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
21.07.2026 20:45Geändert von Alpöhy,
21.07.2026 23:02
Meist ist da nix mit Vergünstigungen, sondern Volontariate kosten meistens eher, ausser du verpflichtest dich für ein paar Monate aufwärts. Der Grund ist relativ einfach: bei einem Kurzurlaub bringst du eigentlich erst etwas, wenn du eingelernt bist und dann gehst du schon wieder nach Hause.
Am ehesten kann man Kurzurlauber noch beim Strandaufräumen sinnvoll einsetzen.
Und ja, so bitter es klingt: den Korallenriffen ist in erster Linie geholfen, wenn der CO2 Ausstoss zurückgeht und die Meere abkühlen...

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
21.07.2026 20:59Geändert von Ciccione,
21.07.2026 21:01
Da gab es vor einiger Zeit mal eine interssante Doku zu diesen Voluntariats-Anbietern.
Das hat mit Voluntariat absolut nix zu tun, sondern mit Kasse machen. Da werden Interessierte irgendwo hingekarrt ohne dass hier irgendwas Geminnütziges dahinter stehen würde.

Ich mach mein privates Voluntariat dahingehend, dass ich beim Schwimmen im Meer Plastikmüll aufsammle und an Land entsorge. Das ist vielleicht nicht viel, aber das Plastik, dass ich aufsammle ist schonmal aus dem Wasser
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
21.07.2026 22:59Geändert von Alpöhy,
22.07.2026 00:43

Es gibt schon sinnvolle Voluntariate, aber es wird auch viel Schindluderei betrieben und an manchen Orten geht es einfach darum, mehr Geld für Projekte zu generieren. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich, solange die Vermittlungsagentur nicht einen grossen Teil davon abgreift.

Grundsätzlich fragt man besser gleich NGO's direkt an und es ist von Vorteil, wenn man auch eine Ausbildung mitbringt, die für das Projekt gewinnbringend ist und noch sinnvoller ist es, wenn man nebst englisch auch die Landessprache vor Ort schon etwas beherrscht.

In der Schweiz gibt es z.B. den Zivildienst, für die, die kein Militär machen. Die können dann an diversen Orten eingesetzt werden, z.B. bei Bergbauern oder in der Altenpflege, aber die können auch ausserhalb der Schweiz ihren Dienst verrichten.

Meine bessere Hälfte setzt regelmässig solche Zivildienstleistende in Indonesien ein. Da hilft dann z.B. ein Infomatiker bei den örtlichen NGO's die IT auf Vordermann zu bringen oder Architekten helfen bei Brückenplanungen o.ä., oder ein Agronom arbeitet bei den Plantagen und versucht zu optimieren, oder helfen bei Aufforstungsprojekten mit (z.B. auch Mangroven für Riffschutz) usw usf. Manche bilden in der Zeit auch spezifisch einheimisches Personal auf einem bestimmten Fachgebiet aus. Die bekommen normalerweise dann Essen und Unterkunft plus Flug von der NGO bezahlt und (einen kleinen) Lohn kriegen sie vom Staat und die Einsätze dauern meistens mehrere Monate aufwärts.

Schlussendlich muss man sich einfach bewusst sein, dass NGO's, wo auch immer, zuerst versuchen Einheimische einzusetzen, denn meist entsteht Raubbau an der Natur an Orten, wo es an sinnvollen Jobs fehlt. Deshalb setzt man Ausländer meist eher als Spezialisten ein, wenn vor Ort keine entsprechende Person gefunden werden kann, oder eben als Cashcow.

Das sieht unter Wasser auch nicht anders aus: zum Tonsteine unter Wasser stappeln, Armierungseisen anbringen und Korallen verpflanzen oder Müll vom Riff raufholen hat es meist vor Ort mehr als genügend einheimische Personen, die auch gut Tauchen können.
Wenn man solche Leute ins Projekt holt, verdienen die einen Lohn, der eine ganze Familie unterhält und nebenbei ist das auch ein Anstoss an die Community vort Ort, die Natur zu schützen, gibt also auch diesbezüglich positiven Impact. Meist nimmt z.B. so lokal die Menge an weggeworfenem Müll signifikant ab (Der Müll, der mit den Strömungen von den grossen Küstenstädten kommt, bleibt natürlich leider...).

22.07.2026 08:51
Hallo CR-1994

i
ch finde deine Einstellung super.

Ich würde aber an deiner Stelle mit einfach eine Netztasche ins Jacket packen und beim Tauchen Müll sammeln, egal wo du tauchst.
Oftmals machen die ansässigen Tauchbuden auch Müllaktionen, sowohl im Meer wie auch an den Seen, aber da musst du einfach dich im Netz informieren und vor allem zumrichtigen Zeitpunkt am richtigen Ort vor Ort sein.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
22.07.2026 12:10

"einfach eine Netztasche ins Jacket packen und beim Tauchen Müll sammeln, "

Das würde ich eigentlich jedem Taucher empfehlen, egal ob hier oder anderswo.

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
22.07.2026 13:40
@Alpöhi: so ein Netz hab auch ich immer dabei.
Inzwischen finde ich nur noch selten Plastikflaschen - ein erfreulicher Trend. Nehmt ihr das auch so wahr, dass das deutlich weniger wurde?
SpaetberufenerMaster Scuba Diver
22.07.2026 14:18
Das hängt entscheidend vom Tauchplatz ab. Ich habe an von locals bewohnten Inseln der Malediven einen ganzen Sack Dosen und Pullen gesammelt, andere Riffe waren mit Angelschnüren voll, andere Riffe sauber. In Komodo sammelten sich leere Plastikflaschen am Strand bei den Waranen. Manchmal fuhr man durch einen Müllteppich im Meer. Ich glaube nicht, dass das Problem wirklich im Griff ist.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
22.07.2026 16:14Geändert von Alpöhy,
22.07.2026 17:51

Cicci, kommt drauf an. big

Hier in den Seen, an Tauchplätzen wo regelmässig getaucht wird, nimmt es ab, oder wird regelmässig wieder entfernt. Anderseits ist in den Flüssen in Zürich oder am dortigen Seeufer für stetigen Nachschub gesorgt. Bei den regelmässigen Seeputzaktionen werden regelmässig grossen Mengen an Müll bis hin zu Waschmaschinen oder Elektroroller und Fahrräder usw hochgeholt.

Deshalb als Zwischenantwort an den TO: es macht vielleicht Sinn in der Nähe anzufangen, anstatt in die Ferne zu schweifen. Ich denke in deutschen Seen und Flüssen kann man auch einiges hochholen.
Zum Beispiel hier:

https://flusshelden.de/

https://www.zdfheute.de/politik/studie-mikroplastik-fluss-verschmutzung-100.html

https://fondationtaraocean.org/en/scientific-news/microplastics-pollution-major-but-invisible/




Im Meer ist es schlussendlich Sisyphus.sm1

Man kann Strände putzen, bis sie blitzsauber sind und dann wechselt die Strömung und am nächsten Morgen watet man im Müll... Oder umgekehrt: ein Strand ist 2 Wochen lang voll mit Müll und die Gezeiten ändern und am nächsten Morgen ist fast alles weg.

Die zehn grössten Flüsse der Welt sind für fast 80% des ins Meer eingebrachte Plastikmüll verantwortlich. Den grössten Effekt (wer hätte das gedacht?big) ist die Vermeidung von Müll und deren Einbringung in die Flüsse.

https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/alle-aktuellen-meldungen/oktober-2017/globale-studie-bestimmt-mengen-an-plastikfracht-in-flusssystemen.html


Es gibt diesbezüglich (nebst Kampagnen zum richtigen Entsorgung von Müll von Regierungsbehörden und NGO's) Projekte, die versuchen den Müll bei Flussmündungen zu reduzieren, bevor es ins Meer gelangt.

z.B. Hier:

https://theoceancleanup.com/rivers/


https://www.geo.de/wissen/kampf-gegen-plastik-in-fluessen---mit-einer-barrikade-aus-luftblasen-34764376.html

https://www.eib.org/de/stories/gather-plastic-in-rivers

https://www.seadefencesolutions.com/work/

Jakarta ist ein prima Beispiel: die bevölkerungsreichste Stadt der Welt mit über 40Mio Einwohner und diversen grossen und kleinen Flüssen die durch die Stadt fliessen. 3 der 5 giftigsten Flüsse der Welt fliessen durch Jakarta. Dort gibt es Wasserkanäle wo man kein Wasser mehr sieht, man meint, man könnte über den Müll auf die andere Seite laufen... Da erreicht man langfristig mehr, wenn man auf Projekte setzt, die auf Müllvermeidung setzen und man die Regierung und Behörden mit ins Boot holen kann. Sei es durch Bildung, Müllkonzepte, Logistik usw.

CR-1994CMAS* / SSI Nitrox Diver
23.07.2026 13:22
Danke an alle für die Beteiligung an der Diskussion!
Gebe jenen von euch recht, die sagen, am besten wäre es gar nirgends hinzufahren sondern daheim tauchen. Und das mache ich persönlich eh die meiste Zeit. Aber einmal im Jahr denke ich ist es schon okay, mal im Meer zu tauchen. Und da dachte ich mir, wenn ich schon dort bin, warum nicht....

Take-Home Message: Ein Netzsackerl mithaben beim Tauchen, um spontan Müll mitzunehmen. Grad neulich beim Auftauchen was händisch mitgenommen, weil es halt grad gepasst hat, aber der Tipp mit dem Netzsackerl ist super.

Die erwähnten Programme hab ich zum Teil auch schon gefunden gehabt, aber da zahlst du ja durchaus mehr als wenn du normal Tauchen gehst... das Argument mit dem Ausbilden vorher lasse ich mir einreden, aber das mit dem Geschäftsmodell dahinter klingt auch nicht ganz unlogisch. Leider...
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
23.07.2026 14:39Geändert von Alpöhy,
23.07.2026 14:40

Ja, viele der über die Vermittlungsagenturen angepriesenen Jobs sind pure Geldgenerierung und meist schöpft die Vermittlungsagentur auch kräftig ab.
Ist ein Bisschen wie bei Arbeitsvermittlungsagenturen hier, die zocken vielfach auch kräftig ab.

Meine Schwester hat vor gut 10 Jahren einen Hilfsdienst bei einer Ranch in den USA geleistet. Machen musste sie dort eigentlich nicht viel, da ging es eigentlich nur um die Einnahmen (nebst Arbeitseinsatz musste sie auch für Kost und Logis bezahlen). Für sie waren es am Ende einfach drei interessante Monate Urlaub...

Bezahlte Volontariate sind mittlerweile auch in der Wissenschaft gang und gäbe in der Feldforschung. Immerhin sind da nicht noch Agenturen dazwischen. Ein Problem ist halt, dass Feldforschung immer stiefmütterlicher behandelt wird, gegenüber Forschung im Labor für z.B. Pharma, Computerscience usw und die Unis teilweise schlicht kein Budget mehr übrig haben für Studenten, die als Übergangszeit oder Aneignung von spezifischen Skills ein Volontariat im Feld machen wollen, obwohl solche Hilfskräfte eigentlich immer gebraucht werden.

Und wie beschrieben: die NGO's beschäftigen in der Regel möglichst viele Einheimische vor Ort, um Jobalternativen zu generieren und das Bewustsein der Community zu stärken. Im Besten Fall entstehen aus solchen Projekten selbstständige Unternehmen, die am Ende komplett einheimisch geleitet werden und auch keine finanzielle Unterstützung mehr aus dem Ausland brauchen.


Aber mithelfen kann man auch so immer wieder je nach Ort und Situation: ich habe in der Vergangenheit mehrfach auf den Bunaken und in Raja Ampat (beides Indonesien) mitgeholfen den Strand zu säubern, ohne Lohn und ohne Vergünstigungen, aber mit einem guten Gefühl am Abend und mächtig Appetit beim Abendessen. wink2

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