Es gibt schon sinnvolle Voluntariate, aber es wird auch viel Schindluderei betrieben und an manchen Orten geht es einfach darum, mehr Geld für Projekte zu generieren. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich, solange die Vermittlungsagentur nicht einen grossen Teil davon abgreift.
Grundsätzlich fragt man besser gleich NGO's direkt an und es ist von Vorteil, wenn man auch eine Ausbildung mitbringt, die für das Projekt gewinnbringend ist und noch sinnvoller ist es, wenn man nebst englisch auch die Landessprache vor Ort schon etwas beherrscht.
In der Schweiz gibt es z.B. den Zivildienst, für die, die kein Militär machen. Die können dann an diversen Orten eingesetzt werden, z.B. bei Bergbauern oder in der Altenpflege, aber die können auch ausserhalb der Schweiz ihren Dienst verrichten.
Meine bessere Hälfte setzt regelmässig solche Zivildienstleistende in Indonesien ein. Da hilft dann z.B. ein Infomatiker bei den örtlichen NGO's die IT auf Vordermann zu bringen oder Architekten helfen bei Brückenplanungen o.ä., oder ein Agronom arbeitet bei den Plantagen und versucht zu optimieren, oder helfen bei Aufforstungsprojekten mit (z.B. auch Mangroven für Riffschutz) usw usf. Manche bilden in der Zeit auch spezifisch einheimisches Personal auf einem bestimmten Fachgebiet aus. Die bekommen normalerweise dann Essen und Unterkunft plus Flug von der NGO bezahlt und (einen kleinen) Lohn kriegen sie vom Staat und die Einsätze dauern meistens mehrere Monate aufwärts.
Schlussendlich muss man sich einfach bewusst sein, dass NGO's, wo auch immer, zuerst versuchen Einheimische einzusetzen, denn meist entsteht Raubbau an der Natur an Orten, wo es an sinnvollen Jobs fehlt. Deshalb setzt man Ausländer meist eher als Spezialisten ein, wenn vor Ort keine entsprechende Person gefunden werden kann, oder eben als Cashcow.
Das sieht unter Wasser auch nicht anders aus: zum Tonsteine unter Wasser stappeln, Armierungseisen anbringen und Korallen verpflanzen oder Müll vom Riff raufholen hat es meist vor Ort mehr als genügend einheimische Personen, die auch gut Tauchen können.
Wenn man solche Leute ins Projekt holt, verdienen die einen Lohn, der eine ganze Familie unterhält und nebenbei ist das auch ein Anstoss an die Community vort Ort, die Natur zu schützen, gibt also auch diesbezüglich positiven Impact. Meist nimmt z.B. so lokal die Menge an weggeworfenem Müll signifikant ab (Der Müll, der mit den Strömungen von den grossen Küstenstädten kommt, bleibt natürlich leider...).