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grogCMAS**

Tauch-Safari Boot "Conception" abgebrannt, zahlreiche Tote

Geändert von grog,

Beim Brand des Tauch-Safai Boots "Conception" sind heute vor Kalifornien mutmasslich mehr als 30 Personen ums Leben gekommen:

https://edition.cnn.com/us/live-news/california-boat-fire/index.html

Natürlich kein "Tauchunfall" im klassischen Sinne, muss aber allen eine Warnung sein, wie relevant das Risiko "Feuer" auf Liveaboard-Touren ist.

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02.09.2019 21:10
Ein fürchterliches Unglück: https://taucher.net/diveinside-kalifornien__brand_auf_tauch-safarischiff_-_mehrere_tote-kaz8054
Die im "Schlafsaal" befindlichen Gäste hatten wohl keine Chance dem Feuer zu entkommen.
grogCMAS**
02.09.2019 21:23
@Garfi: Allerdings habe ich selbst schon erlebt, dass Rauchmelder mit Plastikkappen abgedeckt waren - die offenbar noch als Schutz aus der Bauphase stammten.

Und auch weniger spartanisch/primitive Boote als die "Conception" sind schon abgebrannt - man erinnere sich z.B. an https://scubadiverlife.com/waow-liveaboard-indonesia-lost-fire/ - auch wenn dabei glücklicherweise keiner starb.
GarfiSchnorchelabzeichen
02.09.2019 22:10
Rauchmelder verhindern ja nicht unbedingt, dass das Boot abbrennt. Es sind weltweit schon eine ganze Reihe von Tauchbooten abgebrannt. Ein paar davon kann man sogar betauchen. Aber zumindest sollten die Rauchmelder so viel Zeit verschaffen, dass man noch aus der Kabine kommt und auch von Bord gehen kann. Offensichtlich war das Boot ja auch in unmittelbarer Ufernähe, also in Schwimmweite. Wenn die Berichte zutreffen haben aber anscheinend nur Besatzungsmitglieder überlebt. Die halten sich meistens oben auf. Vom unteren Bereich, wo die Passagiere schlafen hats wohl keiner mehr rausgeschafft.
Joe71Sidemount SDI
03.09.2019 10:26
Ganz schlimm was da passiert ist. Laut Berichten grad mal 20m vom Ufer weg.
Auf den Booten die ich kenne gab es immer nur eine Treppe von den Schlafräumen nach oben....wenn die halt in Flammen steht hat man keine Chance da unten raus zu kommen.


03.09.2019 11:03
@joe71 Dann warst du aber auf ganz schönen Seelenverkäufern, alle Boote auf denen ich war hatten am anderen Ende des Ganges eine weitere Fluchttüre
GarfiSchnorchelabzeichen
03.09.2019 11:16
"Auf den Booten die ich kenne gab es immer nur eine Treppe von den Schlafräumen nach oben"

Kann ich so nicht bestätigen. Auf den Booten an die ich mich erinnern kann, gab es IMMER eine zusätzliche Treppe, die von dem Flur an dem sich die Schlafräume befinden, nach oben führt. Entweder in der Mitte des Flures, oder sogar am anderen Ende der regulären Treppe. Da ist nur in der Regel eine Tür davor weil sie nur als Notausgang gedacht ist. Also schmaler und steiler als die reguläre Treppe. Aber man kommt direkt nach draußen. Wenns nur einigermaßen vorschriftsmäßig ist, dann hängt da auch irgendwo ein grünes Fluchtwegeschild (selbst in Ägypten, in der Karibik oder sonstwo).
Bei einem vernünftigen Boot gibts am Ankunftstag auch eine Einweisung. Neben allgemeinem Verhalten auf dem Boot gehts da um Schwimmwesten, Rettungsinseln, Notfallverhalten usw. Da wird auf diese Ausgänge hingewiesen. Dauert höchstens 30 Minuten, aber wenn man bedenkt, dass es ja doch vorkommt, dass so ein Boot abfackelt, ist das nach meiner Meinung keine übertriebene Maßnahme. Viele haben da (ähnlich wie im Flugzeug) schon ein Video, das sie einfach abspielen.
Joe71Sidemount SDI
03.09.2019 12:22Geändert von Joe71,
03.09.2019 12:39
In der Tat war das Boot auf dem ich dreimal war ein ,sagen wir mal "altes". Wurde mittlerweile auch komplett umgebaut.
Auf dem ersten kann ich mich zumindest nur an eine Treppe erinnern.
Denke mal man wird es wohl nicht erfahren warum die Taucher von unten nahezu alle nicht raus kamen.

MySig... Hit and Run ...
03.09.2019 12:35
Es scheint die Conception von Truth Aquatics zu sein: https://www.truthaquatics.com/

Was mich persönlich überrascht ist die Aussage "wurden im Schlaf überrascht". Warum konnte keiner der Gäste geweckt werden? Schreien, Pfeifen,...? Ein heftiges Unglück!!
MySig... Hit and Run ...
03.09.2019 12:50Geändert von MySig,
03.09.2019 12:50
QUELLE: https://edition.cnn.com/us/live-news/california-boat-fire/index.html

Mayday call dispatcher asked Conception crewmember: "Can you get back onboard and unlock the boat?"

In audio from a mayday call from the Conception, a Coast Guard dispatcher from Los Angeles questioned a Conception crew member about whether passengers were locked onboard the vessel.

"Can you get back onboard and unlock the boat?" the dispatcher asked.

In another question, the Coast Guard asked if there was an "escape hatch for any of the people onboard."

In audio from Broadcastify, the Coast Guard dispatcher also questioned the crewmember about firefighting equipment onboard.

"You don’t have any firefighting gear at all? No fire extinguishers or anything?”

The crewmember’s responses are not audible in the recording.

Earlier today, Truth Aquatics, the company that owns the Conception, did not provide comment. CNN is continually reaching out.

Captain Monica Rochester with the US Coast Guard said earlier today that “the vessel has been in full compliance.

"We are working deliberately with the vessel owner/operator who is with us at the time," she said

*****
Da ist die Rede von UNLOCK THE BOAT???? Die Leute waren eingesperrt??? Oder wurde vermutet dass sie eingesperrt sind? Das wäre allerdings extrem heftig.
03.09.2019 12:51
Laut den Infos auf SB befindet sich eine Notausstiegsluke über den Stockbetten, diese führt aber wohl wie die Treppe in den Aufenthaltsraum.
03.09.2019 14:12Geändert von Herbert,
03.09.2019 14:18
Es ist definitiv die Conception MySig.
Wir haben alle verfügbaren Infos in einem Bericht verarbeitet: https://taucher.net/diveinside-34_todespofer_bei_naechtlichem_brand_auf_tauchschiff____conception____vor_kaliforniens_kueste-kaz8055

@MySig das Transkript auf CNN ist nicht optimal wiedergegeben. Die Notrufzentrale hat verschiedenste Fragen gestellt, es war fast ein Monolog. Der Satz mit dem "Unlock" impliziert nicht dass die Gäste "eingesperrt" waren (leider allerdings vom Feuer eingesperrt wie wir jetzt wissen). Ein weiterer Satz mit der Frage nach den Löschgeräten implizierte auch nicht dass es keine Löschgeräte gab; es war eine Frage der Notrufzentrale - allerdings gab es keinerlei Antwort mehr vom Notrufenden (und nicht "not audible" was missverständlich sein könnte).

J@Tnet - das mit der Luke ist eine Info die nicht gesichert ist; wnen die Luke allerdings existiert ist sie sinnlos weil sie in den gleichen Bereich führt wie die Haupttreppe. Damit kein weiterer Fluchtweg
03.09.2019 14:31
Ob es einen 2. Fluchtweg gab oder Feuerlöscher hilft weder den Opfern noch den Angehörigen. Feuer ist auf Schiffen immer ein Problem, es gibt leider genug traurige Beispiele. Man denke nur an die vielen Akkus's, die ständig auf einem Tauchtripp geladen werden. Jedes Gerät ist eine potentielle Brandgefahr. Großer Raum mit Holz und evtl. noch Klimaanlage führen zu einer raschen Ausbreitung. Und wenn z.B. CO in den Schlafraum gekommen ist bevor das Feuer richtig entdeckt wurde kommt jede Hilfe zu spät.

Wenn man die Bilder im Netz sieht, wird die Ursache wohl nie ermittelt werden können, denn von dem Boot ist nicht mehr viel übrig. Z.B. ob auf der Luke etwas stand oder eine Tür abgeschlossen war wird man nicht mehr herausbekommen.

GarfiSchnorchelabzeichen
03.09.2019 14:40
"Ob es einen 2. Fluchtweg gab oder Feuerlöscher hilft weder den Opfern noch den Angehörigen."

Das ist sicher richtig, aber kein hilfreiches Argument. Man könnte den Unfall ja zum Anlass nehmen um zu lernen und eine Wiederholung einer derartigen Katastrophe zu vermeiden. Von daher hat die Ermittlung des genauen Verlaufes der Ereignisse sehr wohl eine wichtige Bedeutung.
03.09.2019 14:53
In Amerika ist es wie überall: Wenn die Vorschriften dies erlauben dann macht man es auch. Wundert mich zwar, denn für bemannte Gebäude gibt es sehr heftige Auflagen in den USA, aber das Boot war ja abgenommen.
Ich wollte zum Ausdruck bringen,daß die Spekulationen niemanden helfen.
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