Es gibt immer neue Ausrüstung, oder was zu meckern an der alten. Hier ist genau der richtige Platz, an dem Du Dir Infos zu irgendwelchen Tauchausrüstungsteilen holen kannst - oder das in Erfahrung bringst - was dich schon sehr lange interessiert hat.
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Suunto TC (Deko)-Rechenmodell in der Praxis?

Geändert von JulesCologne,
31.10.2022 20:08

Hallo zusammen,

ich möchte mir einen neuen TC um 500€ kaufen, evtl. auch gebraucht. Er sollte ein gut ablesbares, beleuchtetes (Farb-)Display haben und vor allem natürlich: Verlässlich sein.

Luftintegration und Kompass müssen nicht sein, was den Shearwater Peregrine, auch durch das Lesen diverser Erfahrungsberichte, zu meinem momentanen Favorit macht.

Mares Genius und Suunto Eon Core/ Steele sind geringfügig teurer, aber halt mit AI und Kompass...

Aus der Anleitung von Suunto zitiere ich:

"Wenn Sie bei einem Tauchgang die Grenzwerte für die Nicht-Dekompression überschritten haben, stellt der Tauchcomputer die für den Aufstieg benötigten Dekompressionsdaten sowie weitere Angaben bereit, die während Ihres Aufstiegs aktualisiert werden.

Mit anderen Worten: Der Tauchcomputer gibt keine Stopps in festgelegten Tiefen vor, sondern ermöglicht Ihnen die Dekompression innerhalb einer Tiefenbandbreite. Dies wird als kontinuierliche Dekompression bezeichnet."

sowie:

"Wenn Sie während eines Dekompressionsstopps über die Dekostufe aufgestiegen sind, wird mit der Tiefe der Dekostufe ein nach unten gerichteter Pfeil angezeigt und ein kontinuierlicher Piepton setzt ein.

Zusätzlich erinnert Sie eine Fehlermeldung Er (Fehler) daran, dass Sie die Situation innerhalb von 3 (drei) Minuten Zeit korrigieren müssen. Sie sollten sofort zur oder bis unter die Dekostufe absteigen. Falls Sie weiterhin gegen die Dekompressionsanweisungen verstoßen, geht der Tauchcomputer in einen dauerhaften Fehlermodus über (Fehlerstatus (Algorithmus-Sperrzeit))."

Das finde ich irgendwie etwas verwirrend und spricht für mich nicht gerade für das Gerät...

Nicht falsch verstehen, ich habe natürlich nicht vor, irgendwelche Dekozeiten zu missachten... Sollte dies passieren, müsste ein größeres Problem vorliegen, was natürlich nicht geringer wird, wenn sich der TC verabschiedet...

Daher meine Frage, wie Eure praktischen Erfahrungen mit Suunto und den verwendeten Rechenmodellen sind?

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SeraphinCMAS**
31.10.2022 20:15Geändert von Seraphin,
31.10.2022 20:15

Zu deiner abschließenden Frage kann ich nichts beitragen, da ich solche Computer meide, was mich eigentlich für diesen Thread disqualifiziert. Da du es selbst jedoch genau zum Thema gemacht hast, unterstreiche ich noch dein Zitat:

Nicht falsch verstehen, ich habe natürlich nicht vor, irgendwelche Dekozeiten zu missachten... Sollte dies passieren, müsste ein größeres Problem vorliegen, was natürlich nicht geringer wird, wenn sich der TC verabschiedet...

NilsNaseUnfertiger Taucher
31.10.2022 21:00
Mit einem Suunto musst Du in aller Regel nicht sterben, das sind durchaus weit verbreitete Rechner, die Weltweit Taucher sicher aus dem Wasser bringen, das vorweg.
Gleichzeitig ist allerdings das Rechenmodell eine Black Box, was genau und warum gerechnet wird weiß niemand. Für Wiederholungstauchgänge wird es manchmal schon sonderbar, was Suunto da im Vergleich mit Anderen so rechnet. Für mich ist es auch ein absolutes No Go, wenn der Rechner im denkbar kritischsten Fall beschließt auszusteigen. Aber in der realen Welt des Sporttauchens scheint das ja keine wirklich existierendes, größeres Problem zu sein.
Meine Empfehlung gemäß Deiner Anforderungen wäre der OSTC Sport, oder gebraucht nach einem 2er oder + suchen
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
31.10.2022 21:12
Vielleicht kriegst Du auch zZt einen gebrauchten Perdix Ai, falls sich jemand den neusten Perdix 2 gönnen will. Im Moment ist da einer neuwertig auf Ebay-Kleinanzeigen (nicht meiner) inkl 2 Transmittern
KabafitCMAS **
31.10.2022 21:44Geändert von Kabafit,
31.10.2022 23:23

Servus zusammen, ich habe den Suunto Eon Core und habe auch noch einen alten Computer hier rum liegen der mit dem Bühlmann Rechenmodell rechnet. (aber leider inzwischen defekt ist)
Da es vom Verständnis oft zu Missverständnissen kommt, es es um einen zwingend erforderlichen Dekostopp, den man machen muss. Ich beziehe micht auf reines Sporttauchen max. 40m Tiefe und nicht für den idealen Computer für technisches Tauchen. Hier ist ein Computer mit Bühlmann Rechenmodel doch deutlich weiter verbreitet.

Werden diese Warnungen ignoriert, kann es zu gesundheitlich gefährlichen Tauchunfällen kommen, die mitunter auch tödlich enden können, wenn hier nicht rechtzeitig eine Druckkammer aufgesucht wird.

Hat man also die Nullzeit überschritten und der Computer errechnet dann eine Zeitspanne (z.B. 8 Minuten) auf die man z.B. nicht weiter auf als z.B. auf 6m Meter auftauchen darf und diese vordefiniert Zeit dort verweilen soll/muss. Der Suunto Computer gibt hier eine Warnung kurz vor erreichen dieser Tiefe aus, das man ab dieser definierten Tiefe nicht mehr weiter auftauchen darf und hier die vorgegeben Zeit verweilen MUSS. Manche Suunto Computer symbolisieren das auch mit dem ceiling Symbol. (Deckel> nicht weiter auftauchen)

Dies wird unter anderem auch mit Warntönen unterstützt. (je nach Einstellung)

Man hat dann drei Minuten Zeit, um wieder die erforderliche Tiefe zu erreichen. >Und erst DANN, kann man im RGBM Rechenmodell nicht mehr zuverlässig die Zeit des Dekostopps errechnen, weil diese Berechnung schon eine Wissenschaft für sich ist.

Im Bühlmann Rechenmodel, rechnet der Computer einfach weiter und errechnet die erforderliche Zeit einfach neu! Dies ist aber je nach Standpunkt schwierig und bei GAGA JOJO Tauchgängen, wo man eigentlich ALLES ignoriert, was man schon beim CMAS *, oder als OWD bei PADI und SSI gelernt hat. >Aufstiegsgeschwindigkeit, verpflichtende Dekostopps usw. Hier würde ich eher empfehlen, mal sein Tauchverhalten zu überdenken. wink2

Hier nur ein sehr überspitztes Beispiel:

Du bist auf 40m, die Nullzeit ist abgelaufen und der Tauchcomputer mit Bühlmann Rechenmodell errechnet einen 8 Minuten Dekostopp, bei dem nicht weiter wie auf 6m aufgetaucht werden soll.

Du ignorierst das aber einfach, schießt wie ein Korken in 20 Sekunden an die Oberfläche, stellst dort nach 5 Minuten fest, das dies nicht so schlau ist und tauchst, wieder auf 6m ab und hier errechnen viele Computer mit Bühlmann Rechenmodell, die erforderlich Zeit einfach neu und sagt dir z.B. das du auf 6m nun 12 Minuten bleiben sollst. Der Suunto Computer mit RGBM Rechenmodel errechnet keine neue Zeit, da man bei absoluten Gaga Tauchgängen, wo man eigentlich alles ignoriert, was man gelernt hat, die die Zeit nicht neu. > eben weil, die Berechnung sehr komplex ist und man hier eigentlich NICHT zuverlässig eine Zeit berechnen kann.

Suunto schreibt hier in ihrer Anleitung:

Algorithmus-Sperre

Wenn du Dekompressionsstopps länger als 3 Minuten ignorierst, wird der Suunto Fused™

RGBM 2 Algorithmus für 48 Stunden gesperrt. Wenn der Algorithmus gesperrt ist, wird

Gesperrt angezeigt und es stehen keine Algorithmusdaten zur Verfügung. Das Sperren des

Algorithmus ist eine Sicherheitsfunktion, die verdeutlicht, dass die Algorithmusdaten keine

Gültigkeit mehr haben.

In diesem Status erhöht sich dein Risiko für die Dekompressionskrankheit (DCS) signifikant.

Dekompressionsdaten sind für 48 Stunden nach dem Auftauchen nicht verfügbar.

Bei einem gesperrten Algorithmus kannst du zwar noch mit dem Gerät tauchen, jedoch wird

Gesperrt anstatt der Dekompressionsdaten angezeigt. Wenn du bei gesperrtem Algorithmus

tauchst, wird die Algorithmus-Sperrzeit beim Auftauchen wieder auf 48 Stunden

zurückgestellt.

Wen es interessiert, kann sich gerne die Anleitung selber durchlesen: Die betreffenden Punkte sind: 4.11. Dekompressionstauchgänge / 4.2 Algorithmus-Sperre

https://ns.suunto.com/Manuals/EONCore/Userguides/Suunto_EONCore_UserGuide_DE.pdf

Nur weil der Bühlmann Computer hier z.B. einen weiteren Dekostopp von 12 Minuten errechnet, muss das definitiv nicht ausreichend sein. Das ist trügerische Sicherheit und kann auch schief gehen, obwohl der Computer meint, es wäre ausreichend. >DEKOUNFALL

Das Thema wird oft kontrovers diskutiert und jeder soll mit sich selber ausmachen, was hier für einem persönlich das bessere Model ist.

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
31.10.2022 22:32Geändert von Ciccione,
31.10.2022 22:36
Kabafit, du schreibst ziemlichen Unsinn.
Laut Deiner Beschreibung könnte ich mit meinem SW ja auftauchen, mein Dekobier trinken und hinterher ganz easy meine Deko nachholen (ggf. mit etwas Aufschlag).

Das ist natürlich Unsinn!
Auch der Shearwater warnt dich und sagt dir wieder sofort auf die notwendige Tiefe abzusteigen. Dort versucht er dich wieder so Dekomprimieren, dass du am Ende mit den festgelegten GF an die Oberfläche kommst.
Je nach dem, wie sehr du gegen deine Deko-Pflicht verstoßen hast, kann da ggf natürlich schon ein Schaden eingetreten zu sein. Das zu beurteilen kann kein TC übernehmen, dass muss der TC zwischen deinen Ohren übernehmen.
Ein TC kann dir lediglich sagen, dass du mit einem GF von 120 an die Oberfläche gekommen bist.

Zumindest ist ein TC hier eine gewisse Hilfe, die dir ggf hilft, die Situation besser beurteilen zu können .... außer er sagt dir lediglich "hab keinen Bock mehr". Diese Info vom Shearwater, jedoch nicht vom Suunto übrigens auch ggf für die behandelnden Ärzte von Bedeutung.
KabafitCMAS **
31.10.2022 22:45Geändert von Kabafit,
31.10.2022 22:46
Laut Deiner Beschreibung könnte ich mit meinem SW ja auftauchen, mein Dekobier trinken und hinterher ganz easy meine Deko nachholen (ggf. mit etwas Aufschlag).

So war das natürlich nicht gemeint, aber gut du das richtig gestellt hast. Beim Suunto ist nach drei Minuten ignorieren Ende und der Computer zeigt "Err" an. Der Shearwater "versucht" da doch noch was draus zu machen.
31.10.2022 23:01Geändert von kwolf1406,
31.10.2022 23:20
Die meisten Computer schlagen Dekostopps vor, auf 3m, 6m 9m etc. Suunto spricht von "ceiling" (Decke) , die definiert wird, die du nicht überschreiten darfst, bis die Ceiling höher gesetzt wird, oder verschwindet. Andererseits wird auch bei einem Computer mit Dekostopps oft schon unterhalb der angezeigten Stopptiefe soweit entsättigt, dass sich der angezeigte Stopp verkürzt oder verschwindet, bevor du ihn erreichst. Ich hatte einen alten Suunto, der die Ceiling aber auch in 3m-Schritten anzeigte. Also sehe ich (zumindest mit dem alten Suunto) in der Praxis überhaupt keinen Unterschied in Dekostopps oder Ceiling.
Der wichtigere Unterschied ist das Rechenmodell, falls du ein bestimmtes favorisierst. Oder die Kritik die Nils schreibt.
31.10.2022 23:01
Zeigt der Suunto im Error-Modus wenigstens noch Tiefe und Zeit an, sowie den Flaschendruck? Es mag schon sein, dass sich der Hersteller mit dem Error-Modus aus jeglicher Haftungsdiskussion befreien will, aber den Taucher dermaßen mit seinem Dekoproblem bereits im Wasser und nicht erst oben allein zu lassen ist schon extrem unangenehm. Werden Zeit, Tiefe und Druck auch nicht mehr gezeigt wäre das bösartig.
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
31.10.2022 23:24Geändert von Ciccione,
31.10.2022 23:25
Übrigens: die Angabe ser Ceiling macht Shearwater auch. Ist ja nix anderes als die nicht auf 3m-Schritte gerundeten Dekostops.
Die 3mbzw 10ft Schritte sind ja völlig willkürlich gesetzt; das könnten genauso gut 2, 4 oder 5m Schritte sein
KabafitCMAS **
31.10.2022 23:26Geändert von Kabafit,
31.10.2022 23:34
Werden Zeit, Tiefe und Druck auch nicht mehr gezeigt wäre das bösartig.
Zeit und Tiefe wird weiterhin angezeigt. Dekompressionsdaten werden nun nicht mehr angezeigt.
aber den Taucher dermaßen mit seinem Dekoproblem bereits im Wasser und nicht erst oben allein zu lassen ist schon extrem unangenehm.
Auch das Bühlmann Rechenmodel kommt hier an seine Grenzen. Nur weil das irgendwas anzeigt, muss das nicht richtig sein. Hier ist der Hinweis von Ciccione hilfreich "Das zu beurteilen kann kein TC übernehmen, dass muss der TC zwischen deinen Ohren übernehmen."
31.10.2022 23:36
Verändert sich die Ceiling in kleinen Schritten und nicht mehr auf 3 oder einem Vielfachen davon?
CiccioneAdvanced Technical Mermaid
31.10.2022 23:44
Kabafit, was du ubersiehst:
Zum Einen hilft es, den aktuellen GF und den SurfaceGF angezeigt zu bekommen.
Auch hilft dir der SW deine Deko soweit abzusitzen bis du wieder mit dem vorgesehenen GF aus dem Wasser gehst. Diese Info möchte ich im Fall eines verpassten Deko-Stops nicht missen.
Anhand dieser Info könnte ich entscheiden, ob ich meine Deko "nachholen" will oder besser schnellstmöglich aus dem Wasser komme.

Klar ist, kein TC dieser Welt kann dir absolute Sicherheit garantieren. Du kannst selbst bei genauem Befolgen des TC DCS bekommen.

Jeder TC rechnet nach theoretischen Modellen die nicht zwingend der physiologischen Realität hinreichend Rechnung tragen.
31.10.2022 23:45Geändert von Robert,
31.10.2022 23:47
Ich hatte verschiedene Suuntos und Aladins, mit allen kann man gut und problemlos tauchen. Das sie im Falle einer massiven Missachtung der Stop Anzeigen für eine gewisse Zeit 24 bis 48 Stunden in den Errormodus gehen ist hier normal und sollte auch beachtet werden solange man die Daten noch nicht selbst beurteilen kann.
Ein OSTC rechnet weiter, ja zeigt aber unter Umständen Unsinn an. Das zu beurteilen obliegt hier dem Taucher.
Sofern man das nicht sicher für sich selbst beurteilen kann macht man halt eine Tauchpause, bis man sicher Entsättigt ist und startet dann von vorn. (Shearwater kenne ich nicht, wird aber ähnlich sein)
Deine Frage zeigt mir das du das noch nicht sicher beurteilen kannst, halte dich also an die konservativen Anhaben bei den Tauchcomputern.
Damit ist es relativ egal ob du dir einen Suunto oder ähnliches zulegst. Reine Geschmackssache. Von Suuntos gab es Mal ein Heftchen in dem erklärt wurde wie der RGBM arbeitet.
Nachrechnen geht damit aber nicht, aber das können auch die allerwenigsten beim Bühlmann Modell.
Das der TC eine Cieling anzeigt, also keine festen Stufen, ist nur eine Darstellung. Die Stufen sind willkürlich festgelegt worden und haben mit dem verwendeten Rechenmodell nichts zu tun.


NilsNaseUnfertiger Taucher
01.11.2022 07:18
Was ist denn hier los? Kaba, sorry aber Du shreibst doch völligen Quatsch, wer so tauchen möchte, wie Du das in deinen Beispielen schreibst, dem hilft auch kein SW oder OSTC, dafür sind auch die nicht gemacht und darum geht es auch gar nicht.
Ich habe ja auch eingangs geschrieben, das "Problem" besteht zu vermutlich 99,9% nur in der Theorie, mindestens im Bereich des Sporttauchens, wobei man sich natürlich und gerade auch im technischen Tauchen an Dekopläne hält. Denoch gibt es mitunter Situationen, in den das nicht möglich oder womöglich gar, nicht zwingend sinnvoll ist. Eine kurze Strecke über der Höhe der eigentlich fälligen Dekotiefe und anschließendem erneuten tiefen Abtauchen, wie es in der Höhle gelegentlich vorkommt, kann unter Umständen die besser Option sein, dann wäre es schon nett, wenn der Rechner nicht anschließend den Diesnt quittiert. Aber, ok, auch darüber reden wir hier gerade nicht. Dennoch empfinde ich diese Form der "Bevormundung" nicht ok und damit bin ich bei den Aussagen von Robert. Ja, sollte ich gegen Dekoauflagen verstoßen haben, sollte ich im Idealfall sehr genau wissen was ich damit im Anschluss tue. Ich bin aber der Meinung, das ist nicht Job des Rechners mir das Denken abzunehmen, bei Unsicherheit eine wenigstens 24Stündige Pause einzulegen, das kann ich ja auch als Nutzer eines OSTC oder SW. Wenn Du, sokönnte man Deinen Beitrag verstehene, aber denkst, für jeden der das nicht sinnvoll beurteilen kann, taugt ein solcher Rechner nicht, der sollte lieber einen nehmen, der ihm das denken abnimmt, dann halte ich das für völlig falsch. Die Verantwortung für das, was ich tauche, die muss schon jeder für sich übernehmen, die kann ich nicht an einen Rehner delegieren, auch nicht als Anfänger
01.11.2022 08:22Geändert von kwolf1406,
01.11.2022 08:23
Ich muss Kabafit mal in Schutz nehmen: Er hat klar geschrieben, dass das Weiterrechnen nach Dekoverstoß zu falschen Ergebnissen führen und der Taucher sich nicht darauf verlassen kann. Sein Beispiel hat er auch als "Gaga"-Tauchgang bezeichnet.
01.11.2022 08:28
Mal zur Praxis zum Sporttauchen: Im Zweifel sollte man entweder bei völliger Symptomfreiheit auf 3-5m seine Restluft aufbrauchen und/oder an der Oberfläche 100% O2 atmen. Egal, was der TC sagt.
Dominik_Emind is like parachute
01.11.2022 09:19
Also, dieses berühmte Verhalten mancher Suunto-TCs finde ich persönlich auch nicht "schön". Es ist aber wenn man mal ehrlich ist viel mehr ein psychologisches Problem als ein tauch-praktisches. Warum?

--> Beim technischen Tauchen gibt es einen Plan. Von diesem kann man üblicher Weise schon allein aus Gründen der Gasversorgung gar nicht beliebig abweichen. Tut man es doch, weil es eben sein *muss*, dann sind diese Zwänge wohl meistens so schlagend, dass die Deko nicht mehr beachtet werden kann. Beispiel: ich habe einen Herzinfarkt unter Wasser und muss wenn ich leben will hoch, und zwar *jetzt*. Deko nachrangig, schlimm wie es ist. Dann ist auch egal was der TC anzeigt. Und, weil das auch anklang, nein, für die Behandlung einer DCS braucht man keinen funktionierenden TC. Behandelt wird nach Symptomen, und nach standardisierten Schemata. Das Profil kann interessant sein bei der Ursachenforschung, aber auch da wird es ja wie wir wissen leider nicht selten einfach nur genutzt um Gründe zu finden warum das Opfer doch "schuld" sei. Von dem allem aber mal abgesehen kann es auch sein, dass die Suunto auch im gesperrten Modus eh weiter aufzeichnen, das weiss ich aber nicht.

--> Kleine Abweichungen "überlebt" der TC ja; Beim Tauchen strikt nach Runtime hätte man im simpelsten Fall das gleiche Problem: einmal "raus" heisst Table stimmt nicht mehr, und man kommt auch nicht wieder "rein". Weswegen man eben zu der primären Runtime normaler Weise ein paar Alternativen dabei hat. Und daher hat davor eigentlich auch niemand Angst.

--> Wir wissen auch nicht wirklich, wann ein eventueller Schaden passiert. Klar, OSTC und Shearwater und Co. versuchen einen nach einem massiven Verstoß weiter unten dann eben wieder unter das Ceiling zu bekommen. Das ist auch was ich erstmal sagen würde ist vernünftig. Aber ob das, oder eine andere Strategie, wirklich optimal ist bei bereits sich entwickeltem Problem? Sehr schwer allgemein zu sagen. Es ist jedenfalls nicht so, als sei der Tag mit Perdix am Arm garantiert noch Friede-Freude-Eierkuchen wenn man ne halbe Stunde Deko bis hoch auf 6m ausgelassen hat, aber dann fleissig dem folgt was der Perdix ab da sagt. Man hat dann so und so ein Problem, und ganz ehrlich, in so ein Problem wird sich der technische Taucher doch hoffentlich nie freiwillig oder aus Schusseligkeit begeben, sondern wenn schon dann aus absolut zwingenden Gründen. Und dann, siehe oben, wird man wohl meistens raus müssen und den TC eben missachten müssen. DCS ist behandelber, eine Stunde Herzstillstand nicht mehr.

--> Sporttauchen: das meiste ist ohne Deko, oder wenn dann paar ganz wenige Minuten, und da tritt das Problem nicht auf (weil die eh auf 3m wären). Wenn es ungeplant mal mehr wurde, UND man verschusselt dann auch noch einiges dieser Deko, dann ist der ehrliche Rat der den Klaus auch schon gab, und genau das wird ja auch gelehrt: im Flachen abatmen, und an der Oberfläche beim kleinsten Zweifel O2. Auch hier ist also nicht so wichtig, wie der TC das sieht.


Nun kann man sich sicherlich Beispiele ausdenken bei denen das Verhalten dieser Suuntos echt ein Nachteil ist. Sie werden aber selten sein. Ob Suunto das so eingebaut hat weil sie Angst vor etwaiger Haftung haben? Weiss ich nicht. Vielleicht gab auch einfach die Art wie sie dieses konkrete Modell implementiert haben dann nichts anderes her. Manchmal ist die Antwort "Tut mir Leid ich kann Dir in dieser Situation nichts mehr sagen von dem ich überzeugt bin es ist richtig" ja auch ehrlicher als "Uhhh...ach da machste mal das da, das hat bei mir schonmal geholfen"...
SeraphinCMAS**
01.11.2022 09:35Geändert von Seraphin,
01.11.2022 09:48

Dekotheorie ist ... eine persönliche Entscheidung.

Plane ich nach der gefundenen RGBM Tabelle von NAUI, lese ich (wenn ich sie richtig lese) bei beispiellhaften 30m Tiefe eine maximale Nullzeit von 20 Minuten heraus, per Definition also Nullzeittauchgang.

Plane ich nach der Deco 2000, habe ich bei denselben 30m Tiefe eine maximale Nullzeit von 15 Minuten. Bei 20 Minuten hab ich schon einen verpflichtenden Stop auf 3m für 4 Minuten, per Definition also Deko-Tauchgang.

Plane ich mit ZHL-16C GF 50/80, habe ich wieder bei denselben 30m Tiefe bei 20 Minuten verpflichtende Stops auf 9m, 6m und 3m von insgesamt 7 Minuten, per Definition also wieder Deko-Tauchgang.

Sterbe ich nun wenn mein Tauchcomputer auf ZHL-16C GF 50/80 eingestellt ist, ich aber den 9m Stop fürs Beispiel auf hypothetischen 5m absitze (= Safetystop)? Oder rechnet jetzt mein Computer automatisch nur noch Mist? Und nur wenn ich mit hypothetisch eingestellten RGBM getaucht wäre hätte, hätte ich dieselbe Situation auch wirklich überlebt? Rhetorische Frage(n).

Decoverstoß mit Computersperre wäre bei entsprechendem Computer zumindest die Folge.

Ja, man stellt das ein/plant das, was man vor hat zu machen. Dennoch ist es eine persönliche Entscheidung und keine absolute Wissenschaft.

Jedes Modell und jeder Hersteller kocht seine eigene Suppe: die einen konservativer, die anderen aggressiver, wieder andere flexibler.
Bedeutet aber auch, dass man sich mit dem Hintergrundwissen auseinander setzen sollte, um sich auch tatsächlich entscheiden zu können.

Und ja, in der Praxis entscheiden sich viele Leute wohl auch oft blind, indem sie ohne solche Überlegungen einfach nach dem Tauchcomputer greifen, der ihnen in ihrem Budget optisch am Besten gefällt.

Ein Compter der aussteigt ist Bevormundung und kann im Extremfall (der fürs Sporttauchen sicherlich höchst Unwahrscheinlich sein dürfte) dazu führen, noch Unterwasser alleingelassen da zu stehen.
Wer schon von selbst auf diese Idee kommt, dass ein aussteigender Computer einen allein lassen könnte, hat vermutlich die Ambitionen sich mit der Theorie im Hintergrund auch zu beschäftigen.

Die die sich nicht damit beschäftigen möchen, haben immernoch die Option innerhalb der Nullzeit zu beenden.


@Dominik_E Es gibt auch - zumindest die theoretische Möglichkeit - einen Tauchgang nicht sofort abzubrechen, sondern die Deko in einer Risikoabwägung gegenüber der Planung zu beschleunigen, zwecks reduzieren der DCS Problematik gegenüber dem sofortigen Abbruch.

Dominik_Emind is like parachute
01.11.2022 09:47
Seraphin, der Punkt ist halt, die Deco 2000 liesse Dich ebenfalls "alleine", wenn Du einen der tieferen Stopps auslässt. Oder mit Luft 70m tief tauchst. Was dann das nach Bühlmann beste wäre zu tun findest Du in der Tabelle auch nicht, wie auch, sie ist ja statisch. Statischer noch als der Suunto.

Die NAUI Tabelle geht von einem verpflichtenden Safety Stop aus, so weit ich weiss. In Summe ist es also gar nicht so verschieden. Die Limits sind keine harten, sondern es ist ein kontinuierlicher Fluss von weniger zu mehr Risiko, das ist gut bekannt (wenn es auch z.B. in diesem Forum hier unlängst wieder bezweifelt wurde ;) )

Es bringt auch ehrlich nicht so arg viel zu sagen "Ich habe für mich die Erfahrung gemacht 50/80 funktioniert gut". Diese Erfahrung ist statistischer Pustekuchen, die dafür eigentlich nötige Zahl an TG hat niemand. Es hat bisher geklappt, prima, aber das ist halt genau die Erwartung. Und wenn es einmal schief ging, war es mit einiger Wahrscheinlichkeit schlicht Pech, heisst nicht das Profil war schuld.


"Sterbe ich nun wenn mein Tauchcomputer auf ZHL-16C GF 50/80 eingestellt ist, ich aber den 9m Stop fürs Beispiel auf hypothetischen 5m absitze (= Safetystop)? Decoverstoß mit Computersperre wäre zumindest die Folge."

-->?
Die Bühlmann-TC die ich kenne sperren sich da grade nicht. Die viel wichtigere rhetorische Frage ist aber "Ich lese, jemand hat 5 Minuten Deko ausgelassen und bekam dann DCS. Gibt mir das das Recht, einfach mal loszupoltern und von "deserved hit" zu reden?". Die Antwort ist ein klares Nein.

Dominik_Emind is like parachute
01.11.2022 09:49
"@Dominik_E Es gibt auch - zumindest die theoretische Möglichkeit - einen Tauchgang nicht sofort abzubrechen, sondern die Deko in einer Risikoabwägung gegenüber der Planung zu beschleunigen, zwecks reduzieren der DCS Problematik gegenüber dem sofortigen Abbruch."

Ja, gibt es, klar, aber das sind wie gesagt seltene Fälle. Wie würdest Du in so einem Fall denn beim Tauchen mit dem weiter rechnenden Perdix vorgehen?
SeraphinCMAS**
01.11.2022 10:01Geändert von Seraphin,
01.11.2022 10:01

Ich habe gelernt, Safetystops sind obligatorische Stops, die halt gemacht werden um auf Nummer sicher zu gehen, aber nicht verpflichtend. Daher funktionierts ja auch so toll, dass innerhalb der Nullzeit die Taucher bei Problemen einfach an die Oberfläche können, ohne diese Stops einzuhalten.

Im Gegenzug dazu die Dekostops, die vom jeweiligen Modell als verpflichtende Stops festgelegt werde, und nicht einfach übersprungen werden dürfen.

Kabafit schrieb:
Da es vom Verständnis oft zu Missverständnissen kommt, es es um einen zwingend erforderlichen Dekostopp, den man machen muss.

Ich möchte mit meinem Beispiel einfach aufzeigen, dass die Dekostopps gar nicht so zwingend erforderlich sind, sondern sehr (Deko-) Modell abhängig sind ... in jenem Sinn, was dort ein solcher "zwingend erforderlicher Dekostopp" im anderen noch Nullzeit ist. Und welchem Dekomodell man vertraut ist nunmal eine persönliche Sache, ich manchmal (oft?) auch vom Zufall abhängt, bei welcher Tauchschule man halt seinen ersten Kurs gemacht hat.

Diese Erfahrung ist statistischer Pustekuchen, die dafür eigentlich nötige Zahl an TG hat niemand


Möglicherweise könnte dann die persönliche Risikoabwägung auch schließen lassen, dass Tauchen ein äußerst gefährlicher Hoch-Risikosport ist der am besten mit deutlich erhöhten Prämien der Unfallversicherung abgedeckt werden muss und bestenfalls gleich komplett gelassen wird.
01.11.2022 10:08
Bin jetzt 20 Jahre Suunto getaucht, bis das Ding jetzt kaputt gegangen ist.
Der Computer hat nicht einmal "blockiert". Einem Freund/Buddy ist es auf Safari passiert, das war dann bisschen ärgerlich. Besonders unvernünftig getaucht ist er aber nicht, Stichwort Gaga.

Die Stopps sind auf festen Tiefen aber diese werden ständig angepasst und wenn man langsam flacher taucht verschwinden die auch wieder vorzeitig. Insofern ist das Suuntomodell nicht statisch. Schlecht gefühlt habe ich mich nicht. Bin gerne damit getaucht. Jetzt Abstieg auf Puck 😉
Dominik_Emind is like parachute
01.11.2022 10:20
"Ich habe gelernt, Safetystops sind obligatorische Stops, die halt gemacht werden um auf Nummer sicher zu gehen, aber nicht verpflichtend. Daher funktionierts ja auch so toll, dass innerhalb der Nullzeit die Taucher bei Problemen einfach an die Oberfläche können, ohne diese Stops einzuhalten."

--> "Obligatorisch" heisst eigentlich das gleiche wie "verpflichtend", der Satz ergibt so keinen Sinn. Siehe aber zur Erklärung z.B. die PADI Tabelle: die schwarz markierten Nullzeiten sind nur dann noch akzeptiert, wenn man den Safety Stop auch *macht*. Wenn man ihn nicht machen mag, dann sollte man sich an die kürzeren Nullzeiten, die eben nicht hinterlegt sind, halten. Steht auch genau so auf der Tabelle. Wird auch genau so unterrichtet. Nullzeit ist ein theoretisches Konzept, die Natur ist dagegen offensichtlich kontinuierlich. Damit kommen wir aber doch eigentlich alle gut klar. Dass des einen Nullzeit-TG beim anderen der konservativer taucht schon ein kleiner Deko-TG ist, ist klar. Aber dieser Bereich ist nicht riesig. Die Modelle liegen nicht unermesslich weit auseinander. Siehe oben, absolute Grenzen kann es da nicht geben.

"Möglicherweise könnte dann die persönliche Risikoabwägung auch schließen lassen, dass Tauchen ein äußerst gefährlicher Hoch-Risikosport ist der am besten mit deutlich erhöhten Prämien der Unfallversicherung abgedeckt werden muss und bestenfalls gleich komplett gelassen wird."

--> Nein. Ganz einfach weil es ja nicht nur einen Taucher auf der Welt gibt, sondern eine Menge. Seit Jahrzehnten. Und diesen Menschen passiert in Summe sehr wenig. Tauchen ist ein risikoarmer Sport.
01.11.2022 10:24
@NilsNase

leicht falsch verstanden.
Zum eine erlebt man es sehr oft das viele sich voll und ganz auf den Computer verlassen. Also erwarten das das was er anzeigt immer korrekt ist.
Das funktioniert bei den OSTC oder SW aber so nicht.
Also muss ich es entweder lernen oder auf Minimum Risk gehen und sofern im TG was vorfällt 24 Stunden Tauchpause machen.
Die Suuntos z.b. zumindest mein Alter Vytec schlagen Dekorzeit auf wenn du gegen die Aufstiegsgeschwindigkeit verstößt.
Ein gutes Beispiel hier ist die alte Viper wenn man normal taucht war die Deko resp. Nullzeit im Rahmen des Normalen, wiederholte überschreitung der Aufstiegsgeschwindigkeit verlängern die Dekorzeit. Wie viele Leute hat man gehört die gesagt haben der TC ist Mist weil er so lange Dekozeiten erzeugt.

Für jemanden der sich nicht damit beachäftigen will, ist so ein TC besser als z.b. ein OSTC der die Warnung ausgibt aber ansonsten nichts macht.

Aber wer sich einen OSTC oder SW kauft muss sich zwangsweise damit beschäftigen.

Das will ich damit sagen.
PerkedderCMAS**/DTSA**
01.11.2022 10:44
Nachdem mein alter Mares Nemo Wide 2 kurz vor dem Urlaub seltsame Tiefen angezeigt hatte, habe ich mir einen Peregrine geholt. Was mir aufgefallen ist, ist, dass er manchmal den Safetystop auf 5 min verlängert hat. Soweit ich das beobachtet habe, kam das, wenn man nahe an der Nullzeitgrenze unterwegs war. Ich habe nichts an den Gradientenfaktoren verstellt, weil ich mich damit noch nicht beschäftigt habe.
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