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fox55SSI OWD

SSI Specialities ein Witz!?

Geändert von fox55,
09.09.2020 16:50

Hallo zusammen,

vorab sollte ich sagen, dass ich mit diesem Beitrag nicht die Absicht habe irgendjemanden auf den Schlips zu treten oder eine unnötige, subjektive, "welche Ausbildung ist besser..."-Diskussion starten möchte. Also bitte sachlich bleiben, ich bemühe mich ebenfalls.

Derzeit habe ich leider kein Geld übrig um meine Specialities zu absolvieren. Dennoch habe ich das Bedürfniss mich eindringlicher mit dem Hobby zu beschäftigen. Da dachte ich mir, unterwasser muss ich selbst wissen was ich tuhe, mit oder ohne Brevet. Also legte ich mir ein paar Lehrbücher von SSI zu und freute mich dazu zu lernen. Nach einer halben Stunde war ich durch mit dem Buch "Navigation" durch und wahnsinnig enttäuscht über den mageren Inhalt. Also machte ich mit "Night & Limited Visibility" weiter. Das gleiche in grün...

Nun frage ich mich ob die praktischen Übungen so viel vermitteln, dass es sich tatsächlich lohnt Brevets wie "Night & Limited Visibility" oder "Navigation" dennoch zu absolvieren. Wenn ich bei Navigation nur das Peilen lerne, dann habe ich das Gefühl, dass die angesprochenen Specialities nahezu nutzlos sind. Bei allem Respekt, diese Kurse kosten 150€ bis 200€ und die Theorie ist so mager, dass sie selbst 60 Seiten nicht ohne unzählige Widerholungen aus dem OWD-Kurs voll bekommt. Auf die Widerholungsfragen will ich erst garnicht eingehen.

Einzig der "Enriched Air Nitrox" Kurs schien mir inhaltlich wirklich informativ und nützlich zu sein. Vielleicht habe ich mir da auch nur die falschen Specialities rausgesucht. Daher würde ich euch bitten, eure Erfahrungen zu dem Thema zu teilen. Vielleicht kann mir auch jemand Lektüre empfehlen, die sich besser zum eigenständigen Lernen eignet?

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Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
20.08.2020 12:07
Der Klassiker, wenn du über den SSI-Tellerrand gucken willst: "Praxis des Tauchens". VDST-angehaucht, stellenweise merkt man auch, dass es schon vor Jahren erstmals veröffentlicht wurde, aber es gibt viele Infos (gerade für die, die bei Padi/Ssi gelernt haben).
Ja: Je nach Instructor lernt man im Kurs mehr, als nur aus dem Buch. Oder auch umgekehrt. Die Tauchpraxis muss man einüben, nur anlesen geht nicht. Die Instruktoren aber sind in der Theorie oft sehr schwach (finde ich).
Scheinbar gibt es beim Navigationsspäschel kaum was zu erlernen, was man nicht selbst schon weiß oder sich im Selbstudium anlesen kann. Aber z.B. ich war erstaunt, was für einen dummen Fehler ich damals machte, der ich mit Mathe, Winkelberechnungen usw. theoretisch schon gut klarkam, bevor ich tauchte... (Vorzeichenfehler...)
Nachttauchen: Naja. Einfach in einem See hiesiger Sichtweiten tiefer 20m tauchen. Da ist oft mehr "Nacht", als um 18 Uhr sommers im Kurs am Meer (die Instruktoren wollen auch Feierabend haben).

JykCMAS **
20.08.2020 12:09
Kommt wie immer auf deinen Tauchlehrer an. Wenn dieser sein Geld wert ist, wirst du nach dem Tauchgang viel Feedback bekommen und kannst dadurch dich weiter entwickeln. Selbst lernen kann auch zum Ziel führen aber bei mir ist es auch passiert, dass ich mir Dinge selbst falsch beigebracht hatte und dies dann mühsam wieder verlernen musste.

20.08.2020 12:15

Meiner Meinung nach sind die allermeisten Specialities den Preis nicht wert. 70 bis 80 Euro ja aber keine 150-200.

Die Theorie kann man sich durch lesen selbst aneignen und ehrlich gesagt, wenn man ein wenig interessiert am Tauchen ist weis man sowieso meist mehr darüber als in so einem Kurs theoretisch vermittelt wird.
Der Rest ist Training im Wasser. <-
Wenn das Training im Wasser intensiv ist, dann mag das ja noch ok sein das sind aber leider Ausnahmen. Ich sehe das Training im Wasser als wichtiger an als die Theorie (mit Ausnahmen, z.B. bei Nitrox)

Und ehrlich gesagt sind viele Specialities gemacht worden um Geld zu verdienen und auch entsprechend dafür mit Inhalten besetzt - um danach gleich das nächste verkaufen zu können.

Für mich wichtig wären:
Rettung -> der einzige Kurs der wenn gut gemacht auch 150 Euro wert wäre.

Navigation
Nitrox
Trocki (wegen der Sicherheitsübungen Kopfstand usw.)
diese aber nicht für 150Euro

Schreib doch mal was du machen wolltest vielleicht kann man dir Alternativen nennen.

NilsNaseUnfertiger Taucher
20.08.2020 12:35
Na Ja, was erwatest Du von einem Kurs zu Navigation unter Wasser? DAS! Gerät welches man dazu nutzt ist nun einmal ein Kompass, das Gerät ist nun wahrlich kein Hexenwek und im Zwefel auch schlicht in höchsten 30Minuten erklärt, genau wie alles, was ich dann konkrte mit dem Kompass alles anstellen kann was mir dabei unter Wasser hilft, was dabei stört und wo die Grenzen sind.
Wenn nun noch nie jemand damit gearbeitet hat, ist es nett wenn mir das jemand vermittelt. Das ist dann zunächst etwas theorie, meist kommt dann noch ein bisschen was an Trockenübung (das sind die, die mit Handtuch überm Kopf über den Parkplatz irren) und dann geht es noch ins Wasser. Das begleitet jemand der das "Professionell" macht und der bekommt für den Kurs mit dem er sich den Tag voll gemacht hat 150€ oder 200€. Ich halte den jetzt nicht für Überbezahlt, oder was kassiert Eure Werkstatt dafür, das der Azubi nen Ölwechsel an Eurer Karre gemacht hat?

IvoryAOWD DTSA**
20.08.2020 12:41Geändert von Ivory,
20.08.2020 12:47
Ich habe den VDST Aufbaukurs Orientierung beim Tauchen erst recht spät im Rahmen meiner 2* Vorbereitung absolviert. Hatte vorher den Padi UW Navigation Teil 1 im Rahmen des AOWD schonmal gemacht. Beide Kurse vermitteln alles wesentliche bereits in der Theorie. Einen Kompasskurs halten, und auch mal selbst prüfen ob man bei seiner Flossenschlagstechnik eine eingebaute Kursabweichung hat, und wie groß diese ist, das kann man auch selbst herausfinden, bzw. üben.

Die Kunst der Orientierung unter Wasser ist, insbesondere in heimischen Gewässern mit schlechter Sicht und ggf. variierenden Tiefenprofilen die natürliche Navigation anhand von markanten Punkten, Topografie und Lichteinfall (sofern noch Licht ankommt). Das kan man in so einem Kurs schon gut trainieren, wenn man einen guten TL hat. Andererseits reicht meiner Meinung nach aber auch ein erfahrener Buddie, der das natürlich auch beherrschen muss.

Ein Nachttauchkurs ist aus meiner Sicht unsinn. Das man mindestens eine gute Haupt und eine gute Backuplampe braucht, den Einstieg mit einer starken Signalleuchte so markieren muss, dass man ihn auch von der Wasseroberfläsche noch identifizieren kann (gar nicht so einfach), dafür muss ich keinen Kurs machen. Ansonsten sollte man die UW Zeichen mit der Lampe beherrschen, dass ist aber auch überschaubar. Ansonsten unterscheidet sich das ja nicht wirklich, vom Tagtauchen, zumindest nicht in Seen, außer dass es noch mehr Spaß macht. Im Meer am Riff ist es noch mal etwas anderes, weil man auch mit anderen Meeresbewohnern rechnen muss und diese auch anders aktiv sind, aber oft ist es ja so, dass man Nachttauchgänge am Hausriff mit Guide macht, der brieft einen ja entsprechend und begleitet den TG. Angst vor Dunkelheit sollte man nicht habe.

Wenn du dich einliest und Zugang zu erfahreneren Buddies hast, die dich da behutsam ranführen und über eine längere Zeit (viele TG) mit dir üben, kannst du in all dem durchaus ohne Specility fit werden. Aber bevor du mit einem weniger erfahrenen Buddie einfach ins Blaue (Schwarze) tauchst würde ich vielleicht schon so einen Kurs besuchen. Die Vdst Spezialkurse sind häufig etwas günstiger zu bekommen. Das OT Seminar kostete mich 50 EUR zzgl. Eintritt zum See, das ist dann für Theorie und 4 Tauchgänge absolut OK. 200 wären mir zu teuer, zumal die bei SSI nur 2 Tauchgänge im Standart haben.

Kommt aber auch immer darauf an, wie du weitermachen möchtest. Je nach gewünschtem Ausbildungsweg sind gewisse Kurse auch Voraussetzung für den nächsten Schritt (SSI AOWD, PADI AOWD/Rescue/Cmas2*), das solltest du vielleicht vorher überlegen.

Gruß

Ive
boltsnapBaggerseebesserwisser
20.08.2020 12:43
Nun frage ich mich ob die praktischen Übungen so viel vermitteln, dass es sich tatsächlich lohnt Brevets wie "Night & Limited Visibility" oder "Navigation" dennoch zu absolvieren. Wenn ich bei Navigation nur das Peilen lerne, dann habe ich das Gefühl, dass die angesprochenen Specialities nahezu nutzlos sind. Bei allem Respekt, diese Kurse kosten 150€ bis 200€ und die Theorie ist so mager, dass sie selbst 60 Seiten nicht ohne unzählige Widerholungen aus dem OWD-Kurs voll bekommt. Auf die Widerholungsfragen will ich erst garnicht eingehen.
Na ja, Nullzeittauchen am Riff ist jetzt auch keine Raketenwissenschaft. Ich glaube einfach, dass deine Erwartungshaltung etwas zu hoch ist. Und Du wirst bei SSI um weitere Specialties nun mal nicht herumkommen, wenn Du den AOWD machen möchtest. Die vier sinnvollsten Specialties bei SSI auf dem Weg zum AOWD sind imho: Nitrox, Nacht, Navigation und Deep.

Diejenigen, die hier meinen, dass die Kurse zu teuer sind: Macht ne eigene Tauchbude auf und unterbietet SSI. Müssten sich ja haufenweise Kunden finden und euer Gewinn ist immer noch so mega, dass ihr innerhalb kürzester Zeit zu Millionären werdet.
MySig... Hit and Run ...
20.08.2020 12:54
Ich würde noch wie Robert erwähnt hat, "Erste Hilfe" (und was dazu gehört) vorschlagen. Das schadet definitiv nie.
20.08.2020 14:01

Ob ein Spezialkurs Sinn macht, hängt primär von den Vorkenntnissen des Schülers und vom TL ab.

Ja, soooo viel Neues ist da oft nicht drin, wenn man sich in der Freizeit mit dem Tauchen beschäftigt und auch mal was liest. Aber das machen viele halt nicht. Die Kurse sind eher darauf ausgelegt, dem, der sich noch nie mit sowas beschäftigt hat, das beizubringen, was er wissen muss, um das dann anwenden zu können und etwas praktische Übung zusammeln.

Dass viele nach dem OWD den Kompass noch nicht verstehen, ist leider Standard. Und wenn man dann auch von Himmelsrichtungen keinen Plan hat und eh einen schlechten Orientierungssinn hat, kann so ein Kurs durchaus sinnvoll sein.

Schlussendlich kann man immer etwas lernen. Ein guter TL wird es auch schaffen, dich weiter zu bringen, wenn du von der eigentlichen Materie des Spezialkurses eigentlich schon viel verstehst.

Und bezüglich Kosten: Also 150€ finde ich eh schon wenig. Hier in der CH ist das Preisniveau etwas anders. Aber wie auch immer. Davon geht noch was an den Verband ab. Wenn es nur ein angestellter TL ist auch an die Tauchschule. Am Ende bekommt der TL vielleicht 70€ davon. Für Vorbereitung, Theorie, Praxis und Nachbereitung. Ausgerechnet auf einen Stundenlohn also so gut wie nichts.

AnkouVielleicht
20.08.2020 14:14Geändert von Ankou,
20.08.2020 14:34
Da ich beim SBF schon Leute erlebt habe, die bei der Navigation ohne Abdrift auf 400 Grad kamen ist eine Einweisung in Kompaß/Navigation ab und an mal notwendig. Zumal die Zeiten vorbei sind, in denen Menschen mit Marschkompaß und Karten freiwillig hantiert haben.
chrisfussSSI IT, IANTD CCR, TMX Instructor
20.08.2020 14:17
Bis ein TL Ausbildung, Versicherung, Jahresbeitraege, Equipment, Anfahrt, Vor-/Nachbereitung, Zeit mit dem Schueler eingerechnet hat, der Shop sein cut bekommt, cert bezahlt ist, bleiben von 150EUR nicht viel uebrig als Stundenlohn. Die Wenigsten derer, die sich darueber echauffieren wuerden sich fuer die paar Kroeten nass machen.
Was einige oben richtig genannt haben, geht es nicht unbedingt nur um die Skills per Lehrbuch, sondern ein guter TL gibt bei jedem Kurs wertvolle Erfahrungen, Tips, Tricks mit. Mit den allermeisten Schuelern, die Navigation, Night / Limited Viz machen, arbeite ich bei jedem Tauchgang auch an Tarierung, Notfalltechniken, Equipment Tricks... Meinen Stundenlohn will ich da gar nicht wissen das ist in jedem Fall unter Mindestlohn...
IvoryAOWD DTSA**
20.08.2020 14:39
Diese Preisgestaltung von kommerziellen TL ist ja schon ein paar mal in verschiedenen Threads Thema gewesen. Glaube sogar, dass nach PADI oder SSI Abgabe am einzelnen Schüler nicht all zu viel hängen bleibt. Aber letztlich muss ich ja für mich wissen, ob ich Preis-Leistung gut oder schlecht bewerte. Und wenn ich für 2 TG mit kurzer Theorie (also an einem Tag abhandelbar) 200 EUR zahlen muss, und dann auch noch der Lerneffekt aufgrund der begrenzten Verbandsvorgaben eher gering ist, dann ist mir das einfach zu teuer. War für mich einer der Gründe nicht auf der Padi Schiene weiter zu machen.

Grundsätzlich ja nix dran auszusetzen, weil meine freie Entscheidung. Ärgerlich finde ich es, wenn du dann an eine Baisis gerätst, die für einen Nachttauchgang ein Night Brevet verlangt, fürs Tauchen mit DPV ein Scooterbrevet und und und... Und das dann auch noch alternativlos, also ohne beispielsweise eine nachgewiesene Anzahl an Nacht TG anzuerkennen. Dann wirds mies weil man genötigt wird das Geld auszugegeben, ob man es nun rein fachlich betrachtet braucht oder nicht.
20.08.2020 14:53
Wie andere schon schrieben, ist Orientierung/Navigation keine Raketenwissenschaft, aber das Büchlein von Werner Scheyer kann ich sehr empfehlen, denn es beinhaltet eine schöne Ausarbeitung dessen, was man dazu wissen und können sollte (neben noch anderen Themen).
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
20.08.2020 14:53
Ivory hat es im Grossen und Ganzen gut beschrieben. Das meiste kann man gut selber lernen, vor allem wenn man noch erfahrene Buddies zur Seite hat.
Beim Navigation kann es durchaus Sinn machen einen Kurs bei einem guten Lehrer zu machen, wenn man vielleicht noch eher Anfänger ist. Verstehen und Umgang Kompass (Peilen) kann man gut selber lernen, ist ja keine Hexerei. Kann man ja auch auch gut über Wasser lernen. Unter Wasser ist es dann aber durchaus etwas anspruchsvoller, zumindest wenn man im Trüben, oder im Blauen taucht. Man muss ja dreidimensional navigieren, sprich auch die Tauchtiefe im Auge behalten, ungleichmässiger Flossenschlag (ok, abweichungen Überwasser beim Marschieren hat man auch) und dann kommt ev. noch Strömung dazu, von welcher Seite auch immer.
Ein einmaliger Kurs macht dich aber nicht zum Navigationsprofi, das braucht schon etwas Übung.
Muca76Padi OWD + Nitrox
20.08.2020 15:03
Naja bestes Beispiel ist doch die magische Grenze bei PADI und SSI von 18m. Tiefer darfst Du nicht, also brauchst Du zwangsweise die Schpessels.

Ich stand ja nun auch vor der Wahl, Padi OWD gemacht, wollte AOWD machen, Tauschschule meines Vertrauens besucht (wo mein TL hin ist), ätsch, die bilden nur SSI aus. Dann der Gedanke bei SSI weiter machen (hatte ja meinen eigenen Fred deswegen hier aufgemacht) aber mittlerweile Corona-bedingt, werde ich vermutlich zu CMAS wechseln und da dann entsprechend auf längerfristig CMAS** oder sogar *** mich weiterbilden.

Bin eigentlich Warmduscher äh Warmwasser-Taucher, aber so langsam nervt alles und fliegen will und werde ich nicht, von daher doch ins kalte grüne Wasser hier abtauchen...

Kann das aber verstehen/nachvollziehen mit den Kosten.
IvoryAOWD DTSA**
20.08.2020 15:04
"Ein einmaliger Kurs macht dich aber nicht zum Navigationsprofi, das braucht schon etwas Übung."

Und genau das macht es doch so schade. Ich gebe viel Geld aus, bekomme die Grundlagen vermittelt, die ich mir auch anders holen kann und bin doch nur Anfänger. Üben muss ich nacher so oder so noch um wirklich gut darin zu werden. Und das ist aus meiner Sicht auch das größte Dilemma mit den Specilities insgesamt. Man bekommt das Kärtchen, welches suggeriert ich könnte etwas, und was teilweise sogar als einzig annerkannter Nachweis verlangt wird, und dann auch nicht hinterfragt wird.
IvoryAOWD DTSA**
20.08.2020 15:16
Muca,

ich habs damals so ähnlich gemacht. Nachdem ich als PADI AOWD weltweit annerkannter Taucher war und eigentlich noch recht grün hinter den Ohren bin ich in einen VDST Verein gegangen und habe erstmal vor allem viel getaucht. Das hat mich wirklich weiter gebracht, war nicht teuer und hat zudem sehr viel Spaß gemacht. Später habe ich dann noch den CMAS2* nachgeholt, einfach weil ich es leid war den leuten zu erklären, warum ich mich nicht mehr an die Limits des AOWD halte und weil ich auch in richting Dekompressionstauchgänge schielte. Für mich war der direkte Vergleich der Ausbildungen eine echtes AHA-Erlebnis. Schon die Theorie und wie die Inhalte vermittelt werden, angefangen bei den Kursunterlagen, das sind Welten. Und es wird einem nicht für jedes bisschen Geld abverlangt. Klappt natürlich nur, weil die TLS Ehrenamtler sind, wobei das bei den kommerziellen ja auch mehr Ehrenamt als echtes Profitstreben zu sein scheint, wenn man das so hört.

Jedenfalls denke ich du hast eine gute Entscheidung getroffen. Vielleicht kannst du uns in ein paar Jahren ja mal deine Erfahrungen auf der CMAS Schiene mitteilen, ähnlich wie es Tastenchef in seinem TEK Beginnerthread gemacht hat.
20.08.2020 15:20
Nun, mit dem Brevet dokumentierst du immerhin, dass du die Anforderungen erfolgreich bewältigt hast: Z.B. Handhabung des Kompass, Rechteckkurs berechnen, Dreieckkurs berechnen, diese Kurse auch ohne Grundsicht abtauchen und am Ausgangspunkt wieder ankommen, vorgegebenen Kurs nach natürlichen Navigationshilfen tauchen (nach meinem Verband).
IvoryAOWD DTSA**
20.08.2020 15:38
Ja aber selbst bei unserem Verband wars das dann auch schon. Hatte bei dem OT Seminar damals zwei Frischlinge (1 Stern und 20 TG) dabei und die haben das auch alles hinbekommen. Mit einem von den Beiden tauche ich regelmäßig, und obwohl er inwzischen 50 TG hat, muss er noch ein bissl üben. Ich lasse ihn in der Regel führen aber kontrolliere immer schön mit und spätestens wenns zum Einstieg geht, ist die Trefferquote noch ausbaufähig. Ist ja auch nur logisch weil im echten Leben taucht kein Mensch einen Freiwasserdreickskurs ohne Grundsicht nach Kompass. Zumindest nicht wenn er beim Tauchen was sehen will. Die natürliche Navigation ist aus meiner Sicht viel wichtiger. Sich vor dem TG den Tauchplatz, am besten nach Karte genau angucken, sich markante Stellen im Eingangsbereich mit entsprechender Tiefe merken und immer wissen, ob man sich gerade links oder rechts des Einstiegs befindet. Das ist zumindest im Strömungsfreien Baggersee schonmal eine gute Strategie um den Einstieg wiederzufenden. Selbst die 4 Tauchgänge von unserem OT Seminar reichen nicht, damit jeder das verinnerlicht. Es mag Naturtalente geben, aber die Regel ist doch eher eine Andere.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
20.08.2020 15:45
Ja Ivory, das Dilemma besteht. Ist halt eine Ermessensfrage die jeder für sich entscheiden muss. Wenn jemand überhaupt keine Ahnung von Kompass und Co hat geht es mit dem Kurs ev. ein wenig schneller.
Ich bin ja auf der Padi Schiene und dort wird einem die Entscheidung eigentlich abgenommen: ohne AOWD Kärtchen darfst du für den Rest deiner Tauchkarriere nicht tiefer als 18m tauchen und da der Navigation ein obligatorischer Bestandteil des AOWD ist, nimmt man den halt automatisch mit. Ich konnte schon vor dem Kurs sehr sicher Überwasser mit Kompass navigieren, trotzdem fand ich es im Blauen mit Stömung durchaus anspruchsvoll und nach dem Kurs (kurze Theorie wegen meiner Vorkenntnisse plus 1 TG für Praxis) konnte ich problemlos zum Riff zurück finden, ein Rechteck abtauchen und das wars dann aber auch.
Fazit man bekommt das nötige Wissen und etwas Praxis vermittelt, den Rest musst du selber dazu lernen, wenn du anspruchsvoller navigieren möchtest. Ist halt wie der OWD: nach dem Kurs kennst du die rudimentäre Theorie, kannst die geforderten Skills und kannst (hoffentlich) einigermassen tarieren, aber ein fortgeschrittener Taucher bist du nach den paar TG halt nicht.
Wäre wohl auch illusorisch etwas anderes zu glauben...

boltsnapBaggerseebesserwisser
20.08.2020 16:17
Wäre wohl auch illusorisch etwas anderes zu glauben...
Das würde ja letztlich mehr Eigenverantwortung des Einzelnen bedeuten. Wo kämen wir denn da hin, wenn man jetzt noch selbst was machen muss? Wo ich doch schon so viel Geld bezahlt habe.....
GarfiSchnorchelabzeichen
20.08.2020 16:44
Ich bin mal kurz weg!
Werde jetzt noch ein paar Navigationskurse abhalten. Danach begebe ich mich mit den dicken Einnahmen auf die Bahamas in den wohlverdienten Ruhestand.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
20.08.2020 17:36
Bei meinem Navi-Späschel bekam der TL nicht mal nasse Füße. Ich mit Oberflächenboje solo im Wasser, er an Land auf Hügelchen sitzend. War auch billig, weil gleich nach OWD-Kurs, zugegeben.
(Ich erkläre: Kein Witz. Wirklich.)

20.08.2020 17:54Geändert von thunnus,
20.08.2020 17:58
@Robert
"70 bis 80 Euro ja"

Neben den Kosten für das E-Learning und die Brevetierung (an den Verband) kommen dann noch zwei (Night, Navigation) oder drei (Deep) Tauchgänge und weitere Ausbildungsschritte dazu, eine Spanne wird das Center auch brauchen und dann rechne noch die MWSt ab, soll der Tauchlehrer gar nichts kosten? Wie willst Du das betriebswirtschaftlich darstellen?
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
20.08.2020 18:36
@Bolti: das sehe ich auch so😉 aber die Ausgangsfrage war: lohnen sich die Späschels, oder sind sie Abzocke/Witz?
Und da fängt es halt schon mit Eigenverantwortung und Selbstentscheidung an...
Wie gesagt: bei Padi kommt man um den Navigation eigentlich sowieso nicht rum, ausser man verzichtet auf den AOWD Kurs und möchte nur bis 18m tauchen. Bei SSI muss halt jeder selber wissen, ob er das Geld ausgeben soll.

Aber nochmal: der Padi Navigation ist eigentlich eine Schnellbleiche (und das wird wohl bei SSI nicht anders sein). Wie soll jemand in einem TG lernen perfekt zu navigieren? Das sollte eigentlich jedem selber klar sein, wenn er mal überlegt. Und wegen des Preises: Abzocke ist das kaum, wenn man den Stundenlohn ausrechnet. Ich würde eher sagen: You get what you pay for...
Oder erwartet jemand für für 150€ einen mehrtägigen Kurs und 10 TG? Dann würde ich mal in mich gehen und mich fragen, ob ich in meinem Beruf auch z.B. 4 Tage für 150€ arbeiten möchte...
Das sieht halt im Vereinstauchen schon anders aus, da arbeitet man aus Idealismus, als Hobby und nicht gegen Bezahlung...
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