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LordExcaliburAOWD + Nitrox

Sport nach dem Tauchen

Hallo,

ist es in irgendeiner Form gefährlich nach dem Tauchen noch Sport zu treiben?

Grüße,
MadShark
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16.12.2007 19:56
jepp---ist es---solltest fu bleiben lassen.
Wenn du das Wasser verlässt, bist du noch nicht ganz entsättig und damit noch nicht wieder den Oberflächenverhältnissen angepasst.
Alle Tauchtabellen oder Computeralgorithmen planen da die Übersättigungstoleranz der Gewebe mit ein.
Sporttreiben wäre Sprudelglasche schütteln.

AOWD = Fortgeschrittener Taucher????????????? oder relativierst du das mit dem "Mad" wieder?????
LordExcaliburAOWD + Nitrox
16.12.2007 20:02
Sport heißt ja nicht zwangsläufig "schütteln"...
Man kännte sich ja auch einfach ne Stunde auf den Ergometer setzen und trainieren.
Geht es nur darum die Erschütterungen zu vermeiden, oder ist es auch ungesund einfach etwas Kardiotraining zu machen?
16.12.2007 20:25
Das Schütteln ist hier nicht wörtlich zu verstehen. Jede körperliche Belastung sollte unterbleiben.
DeichgeistTaucher
16.12.2007 21:01
Ausserdem besteht zusätzlich die Gefahr, dass du bei weiterem Schwitzen zusätzlich Wasser verlierst. Auch das führt zu einem erhöhten DCS Risiko. Also lieber schön faul abrollen, viel Wasser trinken und gemütlich die Augenlider nach inneren Verletzungen absuchen. Nutz die Zeit lieber den Tauchgang noch einmal in Ruhe Revue passieren zu lassen.

Deichi
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
16.12.2007 21:48
@ Deichgeist

16.12.2007 22:13
Man geht davon aus das sich Gasblasen im Blut aufgrund von Kavitation bilden- und genau diese Effekte werden sich im Falle von Sport (erhöhter Puls/Blutdruck) verstärken. Die frischen Blasenkeime können dann bei der Wanderung durch den Körper direkt wachsen, da der dieser noch mit Inertgas übersättigt ist.
DeichgeistTaucher
16.12.2007 22:20
..... bzw. der Stickstoff bei weiterem Flüssigkeitsverlust bevorzugt an Blasenkeimen andockt, statt sich durch das Blut zum Abathmen in der Lunge transportieren zu lassen.
perfekte Erklärung vucub-caquix
17.12.2007 13:02
Kann jemand einen Link zu einer wissenschaftlichen Studie nennen, die ein erhöhtes DCS-Risiko bei Sport-nach-Tauchen belegt hat?

(Flüssigkeitsmangel als Risikofaktor ist klar, aber der lässt sich ja nun anderweitig ausgleichen)

Ich frage nur, da ich die Theorie zwar auch schon x-mal gehört habe, aber ebenso wie bei der "Sauna"-Theorie noch keinen Beleg fand.

Gegenteilige Studienergebnisse fand ich schon, z.B.:
http://jap.physiology.org/cgi/content/abstract/99/3/944
DeichgeistTaucher
17.12.2007 16:33
@niemand:
Einen konkreten Link hab ich derzeit nicht zur Hand. Soweit ich mich erinnere war der Zusammenhang in etwa so (schlag(t) mich, wenn ich falsch liege): Ein Großteil der Taucher hat keine Kentnisse darüber, ob bei sich ein PFO vorliegt. Betroffen sein kann aber immerhin 1/4 bis 1/3 aller Taucher. Bei sportlicher Anstrengung (aber auch schwerem Heben oder Sex) ist in den meisten Fällen ein Übertritt von venösem Blut in den ateriellen Kreislauf fast gewiss. Dass ein PFO das DCS Risiko erhöht ist in vielen Studien nachgewiesen.
Daraus folgt die generelle Empfehlung nach dem Tauchen keinen Sport zu treiben (wohl auch für 3/4 aller Taucher die nicht von einem PFO betroffen sind).

Starkes Schwitzen kann nicht in jedem Fall durch Trinken während des Sport ausgeglichen werden. Die Wasseraufnahme ist begrenzt...

Deichi
17.12.2007 22:18
Eine Erklärung ist auch, dass bei Sport und/oder starker Erwärmung die Muskulatur stärker durchblutet wird, als während des Austauchens (wo es noch reltiv kalt war). Dadurch wird die Aufnahme von N2 aus dem schnellen Kompartiment Muskel in das langsamere Kompartiment Blut beschleunigt und im Blut kann die Toleranzgrenze der Übersättigung überschritten werden (die Menge des N2 pro Zeit, die aus den Muskeln ins Blut diffundiert ist nicht nur von der Partialdruckdifferenz abhängig, sondern auch von der Größe der Kontaktfläche - diese wiederum ist analog der Durchblutung).
Das beschreibt das Problem qualitativ - wann eine DCS eintritt, weiß ich nicht. Also: Nach dem Tauchen im Sommer im Schatten abhängen und viel trinken.

Grüße
Klaus
18.12.2007 00:44
Schöne Theorien, alte Legenden... und seeeehr wenig gesichertes Wissen... wie leider so oft in der Medizin

Hier noch eine neuere Studie, die sogar einen positiven Effekt von körperlicher Tätigkeit nach Tauchgängen belegt haben will:
http://www.ingentaconnect.com/searching/Expand?pub=infobike://asma/asem/2004/00000075/00000006/art00003&unc=
18.12.2007 01:22
Also m i r ist eine Anstrengung nach dem Tauchen nicht gut bekommen, siehe meinen letzten Fred.
Gruß, K.
18.12.2007 11:12
Auch vor dem Tg ist es sicher wichtig nicht in Eile und Hektig ins Wasser zu steigen.
Man sollte den Puls sicher etwas runterfahren.
18.12.2007 13:29
ttm49

"Schöne Theorien, alte Legenden... und seeeehr wenig gesichertes Wissen..."
... wie Vieles in der Taucherei. Wir gründen unser Wissen auf Modellvorstellungen - nur wie valide sind die Modelle für den einzelnen?
18.12.2007 13:36
ttm49
Ich sehe gerade in deinem Link: In der Untersuchung wurde mäßige körperliche Aktivität *während* der Deko unter Wasser untersucht: Das ist eine andere Frage und macht auch bekannter massen Sinn!
Der entscheidende Unterschied zur Fragestellung des OP ist die weniger effektive Deko im (kälteren) Wasser und die anschließende Beschleunigung der N2-Diffussion an Land unter sportlicher Aktivität: da kann der Bogen überspannt werden.
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
18.12.2007 13:57
kwolf hat Recht,

"Conclusion: Moderate, intermittent physical activity during decompression decreases VGE activity after diving"

das hat absolut nichts mit der Fragestellung zu tun.

Der von niemand bestimmten gepostete Link schon eher. Allerdings wurde der Test mit durchtrainierten "military male divers" durchgeführt und schließt mit der Bemerkung: "but studies with a greater number of participants are needed to confirm whether divers should be allowed to exercise after diving.."

Interessantes Thema, aber für mich halte ich es mit sportlicher Aktivität nach dem Tauchen wie mit Wein trinken: in Maßen genießen ..

Wer aber noch Quellen hat, her damit ....
18.12.2007 16:01
Hmmm... also ich finde die von ttm49 verlinkte Studie nicht ganz off-topic... oder worin erkennt ihr den prinzipiellen Unterschied zwischen Dekompression über und unter Wasser? In beiden Fällen existiert noch eine gewisse Gewebesättigung, die allmählich abgebaut werden soll, aber möglichst ohne nennenswerte Blasenbildung, in beiden Fällen ist der Umgebungsdruck und die Partialdrücke der Atemgase geringer als auf Maximaltiefe...
19.12.2007 01:20
@niemand bestimmtes

>nicht ganz off-topic
ich finde schon, da das physiologische Verhalten (Aufsättigung/DCS Risiko usw. während des TG`s bei Anstregungen) anders ist und auch zu mehr DCS Fällen führen kann. Aktuelles Beispiel einer Studie bei 115W Belastung auf 50m:

Empirical evaluation of the efficacy of deep stops in air decompression dives
Gerth WA, Gault KA, Doolette DJ
UHMS 2007, Vol. 34, No. 4-231

Studien über das Blasenaufkommen mit Aktivitäten/Belastungen während des Tauchganges und verschiedene Dekostrategien/DeepStopps usw. gibt es tonnenweise.

Postdive Belastungen schon weniger.

Hier noch ein Sonderfall, welcher Ante und Zeljko während der Studie zusätzlich dokumentiert haben.

http://www.taucher.net/forum/Wieder_tauchen_nach_Deko___medi1981.html
(mein Posting vom 06.11.2007 - 01:37)

Grüße
Walter
10.01.2008 16:57
Hab jetzt zwar keine Studien parat, aber moderater Ausdauersport wird nach den letzten Artikeln, die ich gelesen habe nicht mehr als kritisch betrachtet. Probleme macht aber, so nimmt an an, ein Muskelkater. Dieser soll das Dekorisiko erhöhen.

Gruss Suppe
10.01.2008 23:08
Da wäre ich dennoch vorsichtig - auch in der Wissenschaft wird so manches dahergeschrieben...
Grüße
Klaus
Antwort