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Sichtglas beschlägt nach gewisser Zeit

Geändert von jendevi,

Hallo Taucher-Community,

ich habe ein UW-Gehäuse für mein iPhone (6s) von Meikon. Beim Schnorcheln und Tauchen musste ich leider mehrfach feststellen, dass die Linse bzw. das Sichtglas des Gehäuses von innen beschlägt (es dauert etwa 10 bis 15 min).

Ich bin gerade auf Fiji und die Wassertemperatur ist eigentlich nicht sooo kalt. Ich habe über Nacht sogar schon Reis ins Gehäuse gefüllt, und eventuelle Feuchtigkeit zu entziehen. Woran kann das Beschlagen liegen?

Viele Grüße

PS: Ist sicherlich keine professionelle Fotografie, aber dennoch ärgerlich.

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11.04.2019 07:36
Bei hoher Luftfeuchtigkeit und großer Temperatur Unterschied ist dies der Fall. Das Phone heizt das Gehäuse auf 50 Grad auf und das Wasser hat 23.

Gutes Silikat
in das Gehäuse legen
Das Phone erst UW einschalten und auch wieder abschalten bei Nichtgebrauch
11.04.2019 16:28
Zusätzlich zu den Tipps von unterwasserkamera das Handy wenn möglich in einem klimatisierten Raum ins Gehäuse packen. Dort ist die Luftfeuchtigkeit geringer.
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
11.04.2019 17:12
Feuchtwarme Luft beim reinlegen der Kamera ins Gehäuse (evt. zzgl. ein wenig Feuchte in Kamera/Gehäuse). Dann Abkühlung, erhöht die RELATIVE Feuchte gewaltig, und es beschlägt.

(Die Hitze der Kamera/des Iphones selbst spielt dabei keine Rolle, im Gegenteil ist das sogar gut gegen Beschlag.)
11.04.2019 20:59
Die Hitze vom iPhone wäre tatsächlich egal - wenn die Umgebung in der der Du tauchst +40° hätte. Aber bereits 10-15° Temperatur Unterschied erzeugen Kondensat und das beschlägt natürlich. Trocknen kann es nur mit Spezial Silikat (Hohe Wasseraufnahme). Natürlich könntest Du auch ein Gehäuse aus Aluminium kaufen mit Vacuum Check (Unterdruck im Gehäuse) - dann gibt es diese Probleme so gut wie gar nicht
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
11.04.2019 21:27
"Aber bereits 10-15° Temperatur Unterschied erzeugen Kondensat"
Das ist grober Unfug. Bereits (sagen wir mal) 1K Temperaturdifferenz kann zu Kondensat führen. Aber es kommt nicht auf den Temperaturunterschied innen-außen an, sondern auf den Temperaturunterschied (d.h. der Luftfeuchte) beim Öffnen des Gehäuses (feuchtwarme Luft) zur späteren kälteren Umgebung (Innenwandtemperatur Gehäuse).

Es gibt Heizungen für den Kondensationsschutz bei Außenkameras, nach deiner Theorie müsste man da eher Kühlungen einbauen.
11.04.2019 22:01
Bevor hier wieder verbal die Fetzen fliegen...
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit binden als kalte. Wird warme und feuchte Luft in's Gehäuse eingeschlossen, fällt bei Abkühlung diese Feuchtigkeit aus und setzt sich an der Stelle mit der besten Wärmeleitfähigkeit (dort wird es am schnellsten kalt) an. Bei Kunststoffgehäusen ist das in der Regel die Glasoptik des Gehäuses (schlecht), bei Metallgehäusen ist es das Gehäusematerial (weniger schlecht, denn die Scheibe bleibt klar). Befindet sich im Gehäuse eine Wärmequelle, kühlt die Luft langsamer oder gar nicht so weit ab, dass Feuchtigkeit ausfallen kann. Also, möglichst in kühler und trockener Umgebung das Gehäuse schließen, bei Kunststoff Silikagel dazu (sättigt sich mit der Zeit). Besser und sorgenfreier: Metallgehäuse.
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
11.04.2019 22:12
Micco hat recht, aber die Nebenfrage gehört geklärt. Eine Wärmequelle (z.B Iphone) im Gehäuse verstärkt nicht die Kondensationsneigung, egal ob Metall- oder Plastokgehäuse, sondern verringert sie sogar, da die vorhandene (absolute) Luftfeuchte bei höherer Innentemperatur zu einer geringeren relativen Luftfeuchte und zu weniger Kondensation (an der dann auch noch zusätzlich etwas wärmeren Innenfläche des Gehäuses incl. der Glaslinse) führt.
12.04.2019 06:53
Tja wie so oft ist Theorie und Wissenschaft nicht unbedingt mit der Praxis vergleichbar. Fakt ist - warme kamera und kalte umgebung ergibt Kondensat und führt zu beschlägt. @jendevi geht es ja um eine Lösung und nicht unbedingt um eine wissenschaftliche erklärung. Trockene Umgebung würde ich in vielen Destinationen ausschließen, außer man hat klimatisierte Räume - hier geht es um Fidji ! und nicht Ägypten. Silikat würde ich unbedingt empfehlen - bei gehäusen mit Leckwarner kann es sonst zu einer permanenten Pipserei kommen, kontakte im Gehäuse oder an der Kamera können auch schaden davon nehmen.
12.04.2019 09:07
@Gelbe Maske: Die Nebenfrage ist er- und geklärt. Eine Wärmequelle im Gehäuse, die nach dem Schließen desselben die Temperatur im Innenraum erhöht oder das Abkühlen vermindert, senkt die Wahrscheinlichkeit des Beschlagens. Hast du absolut richtig geschildert.
@Manfred: Wenn man die physikalisch (wissenschaftlich) bedingte Ursache kennt, kann man sehr oft schneller und leichter eine Lösung für das Problem finden. Außerdem fragt Jendevi ja ausdrücklich auch nach der Ursache. Natürlich hast du hier mit deiner Empfehlung Recht, möglichst kühle und trockene Luft in's Gehäuse (Klimaanlage) oder/und zusätzlich Silikagel in's Gehäuse. Wenn man in warmer, feuchter Umgebung das Gehäuse wieder öffnen muss, geht das Theater natürlich wieder von vorn los.
12.04.2019 10:37
Ich packe meine Kamera noch im Hotel direkt im Luftstrom der Klimaanlage ein. Das dürfte die trockenste Luft sein, an die man im Urlaub rankommt. Man darf das Gehäuse dann über den Tag natürlich nicht öffnen. Möchtest du das dennoch, bleibt nur Silikat.
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
12.04.2019 13:15Geändert von Gelbe Maske,
12.04.2019 13:48
@Jens
Man kommt im Urlaub sogar noch auf dem Boot an viel trockenere Luft ran. Die ist meist in 80cuft Aluflaschen versteckt.

(P.S.: Und man benötigt nach einlegen der Kamera ins Gehäuse nur sehr wenig Flaschenluft (Nitrox geht auch), um die feuchtwarme Restluft im Gehäuse wegzuspülen, und dann schnell das Gehäuse zu schließen.)
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