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Rotes Meer: "Wracktanker" vor Yemen mit 1 Mio Barrel Rohöl an Bord

Geändert von blupblupblup,
08.10.2021 14:28

heute gerade gelesen... 1Mio barrel öl in einem 45 jahre alten, defekten, gammligen tanker der nicht mehr gewartet wird, verheißen nichts gutes!

https://www.newyorker.com/magazine/2021/10/11/the-ship-that-became-a-bomb

zum vergleich, die ladung dürfte etwa dem entsprechen was die exxon valdez an board hatte...

hier in der nähe liegt das teil: Ras Issa Oil Terminal

zustand des schiffs, der chief engineer beschreibt das schiff

He describes a ship that “moves forwards each day towards the worst” and a crew that works under unbearable stress, making one desperate choice after another to prevent the vessel from sinking. He concludes, “Science, mind, logic, experience . . . all confirm that the disaster is imminent, but when [it] will exactly happen, Allah alone knows.”

für alle die der englischen sprache nicht mächtig sind, das wichtigste:

der dampfkessel ist tot, damit auch die sicherheitssysteme (inertgas system, kennen einige aus rechenzentren), das ding hatte schon einen gefluteten maschinenraum (was wohl "gefixed" wurde und die katastrophe schon einmal abgewendet wurde), hülle marode, der chefingenieur spricht von desaströsen zuständen die jederzeit dazu führen können das das schiff a: durch defekte hülle sinkt oder b: feuer fängt und sinkt oder c: explodiert und dann sinkt.

wie kann die sache jetzt gelöst werden:

das schiff müsste ausgetauscht (... ja ausgetauscht) werden, das fordern im endeffekt die aktuellen defakto-machthaber in der region (huthi, ansar allah), an einer reparatur mit allen nötigen auflagen (garantie sicherheit der fachkräfte etc) scheinen die machthaber nicht interessiert.

dazu müsste ein adequates schiff gefunden werden und die kosten lägen im Mio USD bereich (was ja nicht sehr viel ist, verglichen mit einer ölkatastrophe).

irgendwer muss es bezahlen...da würde sich wohl jemand finden (europ. staaten)

das "politische problem" dabei vermute ich ist, das man so im endeffekt die huthi finanziert, denn die wollen das teil ja "austauschen" lassen um es (das neuere schiff) dann weiter zu betreiben...

im endeffekt ist es eine defakto erpressung durch die machthaber: entweder "ihr" (wer auch immer) tauscht das schiff (auf eure kosten) aus, oder es kommt (früher oder später) zur katastrophe...

ich bin kein experte auf dem gebiet aber ansar allah wird wohl vom iran "unterstützt" (yemen krieg = stellvertreterkrieg iran vs saudi arabien)

und die dürften wenig interesse daran haben das problem zu lösen (deren interesse ist ja destabilisierung der region), darum vermutlich auch die "erpressungsnummer".

alles in allem finde ich persönlich klingt das nicht gut.

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08.10.2021 15:31
Haism1

wenn ich das richtig überschlagen habe ist das sogar viermal die Menge Rohöl der Exxon Valdez. Das wären ja 160 Mio Liter ..... ein Alptraum.

Das Öl hat doch aber einen Wert von bestimmt 80 Mio Dollar ..... und das will niemand? Merkwürdig.

Das Teil dient als Offloadterminal ..... möchte nicht wissen wie Pipline aussieht die das Teil versorgt.

Die Menschheit schafft sich langsam ab.



08.10.2021 16:43
Das Problem ist das sich zwei Parteien streiten wem das Öl gehört. Und ohne die Unterstützung beider kann man weder den Tanker warten noch umpumpen oder so. Die Zeitbombe tickt schon seit einiger Zeit...
08.10.2021 18:59Geändert von blupblupblup,
08.10.2021 19:25
also die ladung ist nicht 4x so viel wie bei der valdez, die hatte 1,25Mio barrel an board... davon sind aber "nur" 0.25Mio barrel freigesetzt worden.
wenn die komplette ladung der safer freigesetzt würde, dann wäre das 4x so viel wie bei der valdez.


ich bin ja normalerweise absolut gegen jegliche militärische intervention von UN/westmächte (EU/USA) im yemenkonflikt, aber hier wäre es ausnahmsweise echt mal gut wenn die "weltpolizei" mit einer trägerkampfgruppe und einem tanker angekündigt vorbei kommen und das ding übernehmen würde... ist ja nicht so das die nicht wissen wie das geht und die lufthoheit hat sowieso die saudisch unterstützte koalition in dem konflikt.

einfach schön vorher anrufen und bei jeglicher wiederwehr mit ernsthaftem militärschlag drohen (ist ja nicht so das die nicht wüssten wie das geht) und gleichzeitig beiden parteien das doppelte des ölwertes (80Mio) überweisen, wen interessiert das bisschen kleingeld im angesicht so einer, auch humanitären, katastrophe die wirtschaftlich milliardenschäden verursachen wird, abgesehen vom ökosystem... bei der letzten geberkonferenz wurden für humanitäre zwecke 1,2Milliarden eingesammelt.

luftraumkontrolle durch die saudis, seeraum und angrenzenden landstreifen mit der trägerkampfgruppe sichern, mit spezialeinsatzkräften das schiff besetzen, öl umpumpen, fertig ist die geschichte.
am besten gleich noch das schiff rausschleppen und versenken, damit die das nicht wieder als storage verwenden können... wenns nicht zu schleppen geht, vor ort zerstören.

die saudis werden sich im quadrat freuen und ich denke auch eritrea und dschibuti werden sich höflich bedanken.

die saudis bezahlen den militäreinsatz, die EU überweist die kohle an die machthaber, case closed.

und die USA können sich an die brust heften, unter lebensgefahr eine der grössten umweltkatastrophen der welt durch ihren militäreinsatz abgewendet zu haben, was denen aussenpolitisch auch mal gut tun würde nach "drohnenmord und folterknäste".

aber gut, ich schweife in eine alternative realität ab...
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